Lush Hamburg | Eine Reise durch die Welt der Düfte.

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Moin,

die Liebe zwischen mir und Lush begann olfaktorisch. Während die meisten wohl vor allem an bunte Seifen und glitzernde Badebomben denken, war es vor über 10 Jahren bei mir ein Duft, der mich in den Bann zog.  Es gab da jemanden, die unglaublich von dem Duft schwärmte und so musste auch ich irgendwann meine Nase über dieses „Hippie-Wässerchen“ halten. Frisch und dennoch erdig, Patchouli und dennoch leicht. Ein Duft der polarisiert und heute als absoluter Bestseller in vielen Lush Produkten zu finden ist: Karma. Für mich DAS Produkt der Marke. Auf meiner Suche nach veganen und tierversuchsfreien Düften war es also eine logische Konsequenz, sich irgendwann auch einmal den anderen Düften zu widmen.

Als ich mich dann per Mail nach den Produkten erkundigte, wurde ich sogleich auf eine Parfum-Tour durch das Sortiment eingeladen. So richtig mit Termin und allem pipapo. Oha! Sofort sponnen sich in meinem Kopf Fragen zusammen: „Wann bin ich das nächste Mal in Hamburg? Wen nehme ich mit? Und was erwartet mich?“ Der Temin stand  erfreulicherweise schneller fest als erwartet und als Begleitung wählte ich meine Mutter. Wir wollten eh schon lange mal wieder einen richtigen Mutter-Tochter-Tag verbringen und als gelernte Parfümerieverkäuferin gibt es wohl keinen besseren Side-Kick für so einen Tag.

Wie alle Events bei Lush fand auch mein Termin mitten im Laden statt. Publikum garantiert. Das ein oder andere neugierige Ohr auch. Betreut wurden wir von der wunderbaren Simona, die mit wenigen Handgriffen eine nettes Plätzchen für unseren Plausch schaffte und für 1 1/2 Stunden mit allen Sinnen für uns da war. Wir erfuhren wunderbare Geschichten zu den einzelnen Düften, durften Schnuppern und Fachsimpeln, Träumen und Assoziieren.

Normalerweise gehöre ich bei solchen Events zu den Menschen, die nicht mitschreiben, sondern zuhören und mit allen Sinnen aufnehmen. Um danach zuhause anhand von Bildern, Gerüchen und Produkten das Erlebte wieder aufzurufen. Hier war die Fülle an Informationen allerdings so groß, dass ich mir tatsächlich ein paar Notizen machte.  Da das Duftsortiment bei Lush überraschend groß ist, möchte ich euch jeden Duft nur kurz vorstellen. Zum Schnuppern müsst ihr dann noch selbst losziehen 😉 Dennoch gab es zu jedem Kandidaten immer eine Info, eine Geschichte oder eine Note, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist. Diese möchte ich gerne mit euch teilen.

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Die Düfte

Die Duftrange von Lush hat in der letzten Zeit einige Neuerungen durchlaufen. Manche Düfte sind verschwunden, andere hinzugekommen. Die Klassiker sind jedoch geblieben. Wie immer sind die Parfums etwas edgy und bewusst nicht einem bestimmten Geschlecht zugeordnet. Der Großteil der Düfte ist als flüssiges Eau de Parfum und als Solid erhältlich, einige auch als Bodyspray.

Breath of God – Eine Mischung aus klarer Bergluft und tibetanischer Tempelräucherung. Der Name stammt im Ürigen daher, dass das Räucherwerk ähnliche Pheromone wie der menschliche Atem enthalten soll. Eine komplexe Mischung aus frischen, luftigen Noten („Inhale“) und holzigen, erdigen Tönen („Exale“). Noten: Neroli, Zitrone, Melone, Jasmin, Rose, Vetiver, Sandelholz, Zedernholz, Moschus

Dirty – Die berühmte „Italian Shower“. Der perfekte Frischekick nach einer durchtanzten (und durchschwitzten) Nacht, um morgens wieder hellwach zu werden. Der Estragon gibt dem Ganzen eine sehr besondere Note. Herb-Frisch, ohne zu beliebig zu sein. Interessant: Alle anderen Produkte der Dirty Linie enthalten jeweils EINE Note aus dem EdP, so dass sie sich beim gleichzeitigen Gebrauch aller zum eigentlichen Parfum zusammensetzen. Oder einzeln zumindest sehr gut ergänzen. Noten: Grüne Minze, Thymian, Estragon, Eichenmoos, Sandelholz.

Karma – Das erste Lush Produkt. Angeblich entstanden als die beiden Gründer Simon & Mark Constantine in ihrem Bauwagen herumwerkelten und dabei auch den einen oder anderen Joint rauchten. Der Duft sollte verdächtige Ausdünstungen verbergen. Eines Tages kam ein Cop um die Ecke und kommentierte das Szenario mit den Worten „Smells like bad Karma.“, ließ sie aber unbehelligt. Das werteten beide als gutes Zeichen oder eher „Good Karma“ und der Name war geboren. So zumindest erzählt man es sich. Ein Duft für „Free Spirits“ und alle, die ein bisschen gute Laune vertragen können. Noten: Orange, Patchouli, Kiefer, Lavandin, Zitronengras, Elemi, Akazie

Lust Hier braucht es nicht viele Worte. Dieser unverfälschte Jasminduft soll schlicht nach einer Sache duften: Erregter Frau. Denn diese riecht angeblich wie Jasmin. Noch Fragen? 😉 Im Übrigens einer der wenigen Düfte von Lush, die bei nahezu allen Personen gleich riechen. Noten: Jasmin, Ylang Ylang, Rose, Vanille, Sandelholz

Sikkim Girls – Bleiben wir in weiblichen Gefilden. Sikkim ist ein Bundestaat in Indien. In diesem tragen die Damen eben solche Trachten, wie sie auf dem Flakon abgebildet sind. Bedeckend und züchtig. Dennoch wurde einer Musikerin in einem Straßencafé geraten, gut auf ihren Freund aufzupassen. Denn diese „Sikkim Girls“ hätten einen ganz besonderen Move drauf, der allen Männern den Kopf verdreht. Ein weicher, süßer Duft mit einer pudrigen Note. Noten: Tuberose, Frangipani, Jasmin

Imogen Rose – Die Tochter des Lushgründers Simon, der ihr mit dieser unschuldigen Rose in Kombination mit Abelmoschus und Vetiver einen Duft zur Taufe kreierte. Kann nicht jede* von sich behaupten.  Noten: Rosenöl, Rosen Absolue, Basilikum, Bergamotte, Vetiver, Abelmoschus, Tonka

Sun – Ein Stimmungsaufheller auf Knopfdruck…äh Sprühstoß. Sun darf gerne üppig aufgetragen werden. Die spritzige Orange hellt jeden dunklen Tag auf. Das an einen Lolli erinnernde Label kommt nicht von ungefähr: Sonne am Stiel. Noten: Brasilianische Orange, Mimose, Sandelholz (Psst: Ich nahm auch Grapefruit wahr <3)

Vanillary – Angeblich riechen die Brustwarzen stillender Mütter nach Vanille. Sie zieht sich durch fast alle Lebensmittel, vom Babybrei bis zur Schokolade. Kein Wunder, dass es quasi niemanden gibt, der diesen Duft nicht mag. Strahlt er doch Geborgenheit, Zufriedenheit und Wärme aus. In Vanillary vereint sich die Vanille mit der Jasminnote, die auch in Lust zu finden ist. Einer der weniger komplexen Düfte, dafür aber umso sinnlicher. Noten: Vanille, Tonka, Jasmin

Smuggler’s Soul – Hier spielt Sandelholzöl die Hauptrolle. Das teure Holz wurde früher teuer gehandelt und geschmuggelt. Die Geschichte ist eng verknüpft mit Ausbeutung und Kriegen. Smuggler’s Soul ist einem der Schmuggler gewidmet: Veerappan. Quasi dem Robin Hood der Meere. Der Duft verströmt eine kernige Mischung aus Sandelholz und Lagerfeuer. Noten: Sandelholz, Vetiver, Tagetes, Zitronengras

Dear John Body Spray – Marks Vater verließ die Familie als er noch ein Kind war. In Dear John stecken die Noten, die er wahrnahm, als er seinen Vater zum letzten Mal umarmte. Kaffee, Zeder, Limette und ein Hauch von Lederjacke. Ein wunderbar erdiger, warmer Duft, der Vertrautheit ausströmt. Angeblich fing seine Schwester auf der Stelle an zu weinen, als er ihr den fertigen Duft – ohne das sie um die Bedeutung dahinter wusste –  zeigte. Sie verband offenbar die selben olfaktorischen Nuancen mit ihrem Vater.

Dad’s Garden Lemon Tree Body Spray – Erst im Erwachsenenalter trafen die Geschwister ihren Vater, der mittlerweile nach Südafrika ausgewandert war, wieder. Die Zitronenbäume und Lavendelsträucher in seinem Garten standen Pate für dieses mediterran anmutende Body Spray. Noten: Zitronen, Bergamotte, Lavendel.

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Bevor ich euch meine Favoriten verrate, wollte ich von Simona natürlich auch wissen, welche Düfte denn bei den Lushkund*innen besonders gut ankommen. Die Antwort kam prompt und überraschte mich wenig: Karma, Sun und Dirty. Letzterer aber vor allem in Form der vielen „Duftpartner“ wie Seife, Duschgel und Rasiercreme. 

Mir selbst fiel es schlussendlich doch ziemlich schwer mich für einen Duft zu entscheiden. Am Ende wurde es jedoch Vanillary. Umschmeichelte der Jasmin schon bei Lust meine Nase, vereint er sich in diesem Duft zu einer großartigen Melange mit Vanille und Tonka. Ohne zu plakativ zu sein.  Aber auch besagter Lust sowie Sun, Smuggler’s Soul, Dear John und Sikkim Girls konnten mein Herz erobern (und stehen auf meiner Wunschliste.)

Fazit

Abschließend kann ich  jedem duftaffinen Menschen nur raten einmal eine solche Schnuppertour durch die Düfte von Lush zu unternehmen. Ohne sie hätte ich wohl so manchen Kandidaten links liegen gelassen und mir wären viele spannende Geschichten entgangen. Mein ganz besonderer Dank gilt Simona, die mich mit ihrer warmen und begeisternden Art komplett in den Lush Bann gezogen hat. Einen besonderen Tipp gab es obendrein: Dank des enthaltenen Jojoba- und Rizinusöls sowie des Candelillawaches eignen sich die Solid Perfumes auch toll als Leave In für die Spitzen, die den Duft besonders lange im Haar halten.

Habt ihr eigentlich einen Duftfavoriten bei Lush?

3 Gedanken zu „Lush Hamburg | Eine Reise durch die Welt der Düfte.

  1. Regina

    Liebe Kathrin
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Parfums treiben mich momentan auch um. Daher passt das super. Da hat man richtig Lust mal schnuppern zu gehen 🙂
    Ich hatte man die Bodylotion „Karma“ und mochte den Duft sehr gerne. Weisst du ob das Parfum Karma genauso riecht?
    Alles Liebe
    Regina

    Antworten
    1. Kathrin Beitragsautor

      Hallo Regina, gerade bei Karma sind die Düfte sehr ähnlich. Das Parfum mag ich aber sogar noch ein wenig mehr;) Liebe Grüße, Kathrin

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  2. Maria

    Ich habe mich nor garnicht so mit den Düften befasst, sollte ich auf jeden Fall mal machen. Habe mittlerweile schon viel Gutes gehört 🙂 Schade, dass es American Cream nicht gibt, das wäre der Knaller!
    Viele Grüße aus St. Martin im Passeiertal 🙂

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