radico wine red ein bisschen vegan

Radico Wine Red | Pflanzenhaarfarbe mit WOW-Effekt

radico wine red ein bisschen vegan

Moin,

einigen von euch werden es auf den Social Media Kanälen bereits mitbekommen haben: Nach meinen letzten – sehr ernüchternden – Erfahrungen mit Henna, habe ich mich mal wieder an Pflanzenhaarfarbe (PHF) getraut. Das Ganze ist nun gute vier Wochen her. Zeit also, Revue passieren zu lassen.

Ich hatte mir geschworen, dass mit dem Henna nie wieder zu versuchen. Es dauerte Monate, wenn nicht gar Jahre, bis ich die Reste aus meinen Haaren raus hatte. Überfärben ging nur bedingt, irgendwann kamen die hellroten, kaputten Spitzen immer raus. Ich musste also brav warten und die Reste Stück für Stück beim Friseur rausschneiden lassen.

Einmal Henna und nie wieder?

Dennoch blieb der Wunsch, den ich seit jeher hatte: Mal so richtig schön rot auf dem Kopf sein.  „Schön“ heißt für mich vor allem langanhaltend und nicht karottenrot. Chemie fiel mir in der Vergangenheit immer sehr schnell wieder aus den Haaren, kommt seit der Umstellung auf vegane und tierversuchsfreie Kosmetik natürlich auch nur noch bedingt in Frage. Von dem Schaden, den die Haare davon tragen ganz zu schweigen. Henna Pur wurde mit der Zeit immer heller und wärmer. Das was ich nicht wollte. Zudem war mir der Aufwand zu groß. Um soviel wie möglich aus dem Rot herauszuholen, färbte ich nach der amerikanischen Methode. Das bedeutete, dass ich das Henna (für die bessere Pflege) mit Joghurt und Milch statt Wasser anrührte  und die Klackermatsche (zum Lösen der roten Pigmente) für mindestens 2 Stunden bei sehr niedriger Temperatur im Ofen stehen hatte. Danach kam das Ganze für mindestens 6 Stunden auf dem Kopf. Damals war ich Schülerin oder in Ausbildung. Heute für mich so gar nicht mehr umzusetzen.

Als ich dann aber die Pflanzenhaarfarbe von Radico* in der Farbe Wine Red bei Mexicolita entdeckte, war es um mich geschehen. Sie erzählte was von „super pflegend“, „leuchtendes Rot“, „tolle Haltbarkeit der Farbe“. Noch dazu machten mich die in dem Henna enthaltenen indischen Kräuter, die ich bereits von den Produkten von Khadi her kannte, ziemlich neugierig. Ein Blick auf Mexis Ausgangshaarfarbe ließ den Puls wieder etwas sinken. Leuchtendes Rot ist bei dunkelbraunem Haar mit PHF schlichtweg nicht möglich. Aber ich wollte es zumindest mal ausprobieren. Gesagt, getan. Nach einer schlaflosen Nacht mit Henna, zwei Plastikhauben und einer Wollmütze auf dem Kopf weiß ich, dass ich das SO nie wieder machen werde. Mein zweiter Versuch einen Tag später (Ich hatte die Befürchtung nicht alles erwischt zu haben) zeigte, dass auch kürzere Einwirkzeiten zum gleichen Ergebnis führen. So rührte ich das Henna mit warmem Wasser und etwas Zitronensaft an und ließ es abgedeckt ca. 2 Stunden ziehen. Danach 1 1/2 bis 2 Stunden auf den Kopf und ausgespült.

Jetzt sag‘ schon, wie war’s?

Vorweg einmal ein paar Dinge, die man sich bewusst machen muss. Am besten bevor man mit dem Henna anfängt.

  • Henna sind getrocknete, zu Pulver gemahlene Pflanzenteile. Das heißt, die fertige Masse wird niemals so geschmeidig und flüssig wie chemische Färbemittel. Sie gleicht eher ziemlich genau einem Brei. Durch die enthaltenen Kräuter ist die PHF von Radico sogar noch etwas krümeliger als pures Henna. Den beigefügten Färbepinsel finde ich somit zwar ganz nett gedacht, aber in der Handhabung völlig sinnlos.
  • PHF oxidiert. Das heißt, die Farbe dunkelt noch 3-5 Tage nach der Anwendung nach. Das führt auch zu einer Intensivierung der Farbe. Also nicht gleich seufzen, wenn direkt nach dem Färben das Ergebnis vielleicht nicht ganz so ausfällt wie gewünscht.
  • PHF riecht. Henna umso mehr. Es gibt Vergleiche von Kräuterwiese bis Ziegenstall. Die Farbe von Radico riecht zugegebernermaßen etwas weniger als Henna Pur, der Duft bleibt dennoch eine ganze Weile im Haar und kommt auch die ersten 1-2 Wäschen im nassen Haar wieder durch. Da helfen nur duftintensive Shampoos und Pflegeprodukte. Es soll aber sogar Menschen geben, die den Geruch mögen 😉
  • Zu Henna-Zeiten hatte ich direkt nach dem Färben erst einmal ein Nest auf dem Kopf. Was schwer zu entwirren ist, wenn man nur mit warmen Wasser ausspülen darf. Meine Haare brauchten gut und gerne 2-3 Tage, um sich wieder völlig zu „entfalten“ und zu glänzen. Ich war also auf alle vorbereitet.

Tja und was soll ich sagen: An dem Hype ist was dran. Es fing damit an, dass sich meine Haare tatsächlich mit warmen Wasser ausspülen ließen. Und beim Kämmen mit dem grobzinkigem Kamm keinerlei Knoten aufwiesen. Ich kam durch sie durch, als hätte ich eine gute Maske verwendet. Ich war baff. Was ich im ersten Moment nach dem Trocknen fälschlicherweise als „Ach du Sch…, du hast ja Stellen nicht erwischt!“ interpretierte, entpuppte sich als sehr natürliche Färbung der PHF, die die Haare fast gesträhnt erscheinen lassen. Es wird an den vereinzelten, ausgeblichenen Stellen des Sommers liegen. Die Farbe hat quasi „Spiel“. Die Haare waren von der ersten Minute an sehr gepflegt, glatt, glänzend und gesättigt. Ein Gefühl, welches ich von Henna Pur so nicht kannte. Da hat Mexi nicht zu viel versprochen. Obwohl die ersten Wäschen immer noch eine ziemlich orange Soße aus den Haaren lief, haben sie kaum an Leuchtkraft und Farbe eingebüßt. Im Gegenteil. Beim reinen Henna hat man meist das Problem, dass sich die kleineren, schwarzen Pigmente schnell verabschieden, was immer mehr zum warmen „Erröten“ führt. Bei der PHF von Radico ist es eher so, dass ich das Gefühl habe, die roten Pigmente verschwinden langsam und die Haare werden einfach wieder immer brauner. Ganz kühl wird es nie werden. Das schafft Henna einfach nicht. Um euch die Entwicklung der Farbe besser zeigen zu können, habe ich euch eine kleine Kollage gebastelt. Meine Ausgangsfarbe kann man auf dem Bild oben rechts erahnen. Ich würde es als kühles Dunkelbraun bezeichnen.

Radico Wine Red Farbentwicklung

Auch fünf Wochen danach ist die Farbe noch sehr satt, der Glanz wirklich außergewöhnlich und die Pflegewirkung ein Traum. Das mag auch an der Kombination mit meinem neuen Shampoo liegen, aber meine Spitzen waren noch nie so weich und die Haar so gut zu handeln. Jetzt im Herbst gefällt mir der Rotstich im Haar sehr gut. Zum Winter hin könnte ich mir jedoch vorstellen wieder etwas dunkler zu werden. Radico bietet zum Glück eine breite Range an Farben, so dass auch Dunkelköpfe und Blondinen fündig werden dürften. Die Farbe soll – im Gegensatz zu herkömmlichen Henna – auch sehr gut zur Grauabdeckung geeignet sein.

Incis

Manjistha (Rubia Cordifolia)*, Bhringraj (Eclipta Alba)*, Amla (Emblica Officinalis)*, Henna (Lawsonia Inermis)*, Hibiscus (Hibiscus Rosa Sinensis)*. *organic ingredients

100 g Haarfarbenpuder reichen bei meiner Länge für eine großzüßige Anwendung und eine Ansatzbehandlung. Dafür einfach etwas weniger Pulver anrühren oder den fertig zubereiteten Mix einfrieren. Erhältlich ist die PHF von Radico unter anderem in der Amarathus Lounge, bei Najoba, in der Naturdrogerie oder bei Wolkenseifen. Der Preis bewegt sich je nach Anbieter zwischen 9,90 € und 10,95 €.

Puh, der Artikel wurde jetzt doch länger als geplant. Aber das Färben der Haare verändert die Wirkung einer Person doch maßgeblich und auch langlebig, so dass ich mich doch etwas tiefer mit der Materie auseinandergesetzt habe. Je mehr Infos für euch, umso besser.

Habt ihr die Pflanzenhaarfarben von Radico selbst bereits ausprobiert? Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich bin gespannt, vor allem auf Berichte von Anwender*innen der Brauntöne 😉

*1. Packung sponsored by
Amarathus Lounge

9 Gedanken zu „Radico Wine Red | Pflanzenhaarfarbe mit WOW-Effekt

  1. Julia

    Ich sags ja. Überwiegend gute Reviews zu der Haarfarbe. Ich will sie auch endlich haben. Menno 🙁
    Glaubst du man kann über Brünett rot färben?

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  2. Leni83

    Ich nutze seit 3 Jahren die LUSH Henna Blocke und habe (durch die Kakaobutter und Kräuter) auch dort das Gefühl einer pflegenden Maske und empfinde die Farben auch als gelungen. Ich habe Rouge (ein orange Kupferton auf blondem Haar), Marron (rotbraun) und Brun (kühl) getragen und finde die Farbtöne super schön.

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  3. Eulengewölle

    Ich habe mir Aufgrund der großen Begeisterung im Netz auch das Wine Red bestellt und es ist leider voll durchgefallen für mich – mein naturblonder Ansatz war danach blass-hellorangebraun, auf den Längen ist gar nichts passiert farblich. Die Längen sind nach 2 Wäschen auch immer noch nicht einfach schön gepflegt sondern fürchterlich klatschig. Die PHF von Radico scheint für mich nicht zu funktionieren (angerührt hatte ich auch mit heissem Wasser und Zitronensaft).
    Andere Marken werden zwar nicht so kühl, dafür färben sie bei mir immerhin, keine Ahnung was da los war – aber ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust das Experiment zu widerholen. Für kühles Rot greife ich wohl weiterhin ab und an zu Esther Tol und/oder Directions.

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    1. Kathrin Beitragsautor

      Huch, das klingt aber gar nicht gut. Ich las, dass Mexi die Pflege die ersten Tage auch fast schon zu heftig war. Ich hatte keinerlei Probleme diesbezüglichen. Hinten sind halt einigen Längen weniger rot als andere, aber das sieht alles sehr natürlich und so gewollt aus.

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  4. Ginni

    Eine wunderschöne Farbe, die Dir auch sehr gut steht, wie ich finde. Ich habe meine Haare jetzt schon länger nicht mehr mit PHF gefärbt. Ich wollte damals nach langer Rot-Zeit wieder zu meiner Naturhaarfarbe zurück und jetzt scheue ich mich irgendwie, das Färben wieder anzufangen. Wobei es mich manchmal schon in den Fingern juckt, wenn ich so schöne Ergebnisse sehe, wie bei Deinen Haaren!
    Die Marke kenne ich übrigens nicht, ich habe immer mit Logona gefärbt, mit den Cremes. Die haben für meine feinen Haare auch ausgereicht und recht schöne Ergebnisse erzielt. Okay, was rede ich, das klingt so, als hätte ich verschiedene Farben probiert. Aber langweilig, wie ich bin, habe ich jahrelang die gleiche Haarfarbe getragen. Hmpf.

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    1. Kathrin Beitragsautor

      Hi Ginni,

      danke schön. Ich bin ausnahmsweise auch sehr zufrieden. Viel wärmer darf es nicht werden, sonst sehe ich im Gesicht einfach fleckig und krank aus. Aber so wie es jetzt ist, mag ich die Farbe sehr. Und die Pflege ist wie gesagt ein Knaller! Ich bin froh, die Marke entdeckt zu haben:)

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  5. Sab

    Etwas verspätet muss ich mich an dieser Stelle noch mal bedanken. 🙂
    Meine Haare sind von Natur aus ziemlich dunkel und ich hatte das gleiche Problem wie du: Henna wird immer irgendwann so karottig-orange, was mir gar nicht steht.

    Hab dank dieses Posts jetzt die Radico Farbe ausprobiert, die ich sonst wohl nie entdeckt hätte, und bin wirklich überzeugt. Ist total gut geworden, endlich wieder schönes, dunkleres Rot. <3

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  6. Dana

    Hallo liebe Kathrin,

    gestern habe ich diesen tollen Bericht von dir gefunden, als ich nach Radico Erfahrungen suchte,
    deinen finde ich sehr gut (Kompliment !). Danke dir dafür ! 🙂

    Ich möchte jetzt umsteigen auf pflanzliche Haarfarben und habe bisher eher meine Haare mit
    chemischen Färbungen aus der Drogerie gefärbt, bin also absolute Anfängerin in Sachen Henna usw.
    Bisher hatte ich noch keine Resonanz auf Henna, doch da mir gestern innerlich diese Entscheidung
    klar wurde, umzusteigen, habe ich einiges im Angebot gefunden, doch die Pflanzenfarben von Radico
    haben mich sofort am meisten angesprochen, nicht nur von den Inhaltsstoffen, auch von der Farbauswahl.
    Ich habe dazu einige Seiten von Bloggerinnen gefunden, die Radico super fanden, also bisher eher nur
    positive Bewertungen.

    Unsicher bin ich nur bei der einzelnen Farbauswahl, ich möchte gerne einen eher dunkelbraunen Farbton, der einen Touch Wärme ausstrahlt, mit leichten Rotton und Aubergineton (diese Farbe hatte
    ich bisher drin durch die chemische Haarfärbung, der den Namen trug „Dunkle Kirsche“).

    Als ich deinen Bericht las und zuerst deine Bilder dazu, war ich erstaunt, weil es GENAU so ausehen soll !
    🙂 (wie ich es mir vorstelle). Meine Ausgangsfarbe ist also diese „Dunkle Kirsche“. Und ich bin noch im Entscheiden, ob ich von Radico „Kupferbraun“ oder „Weinrot“ (welche du nahmst) nehmen soll.
    Weinrot hätte ich normalerweise nicht genommen, bis ich deine Seite sah !

    Ich habe einige Fragen, vielleicht kannst du mir weiterhelfen.
    1) Da du auch längere Haare hast (länger als meine), wieviel Gramm hast du genommen ?
    2) Weißt du, wie es wirkt, wenn man vorher chemisch gefärbte Haare hat ?
    3) Durch die chemische Färbung sind meine Haare ja noch recht dunkel(braun), aber wenn ich sie nun immer mit Radico färbe, wächst diese alte Farbe ja raus (meine Naturfarbe ist ein helleres Braun bis Straßenköterfarbe :-/ und das würde heißen, dass der Rotton immer stärker werden würde. Da ich aber nicht zu rote Haare möchte, dachte ich daran, diese dann zwischendurch mit einer Radico-Farbe zu färben, die einfach dunkelbraun ist und danach wieder ein Rotton. Würde das funktionieren ?

    Vielleicht kannst du mir da weiterhelfen.
    Darf ich zum Schluss etwas Persönliches noch fragen? 🙂
    Würde gerne wissen, wie alt du bist…

    Hab eine schöne Zeit
    Liebe Grüße von
    Dana

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