TOXFOX | App zum Erkennen von hormonähnlichen Stoffen in Kosmetika

Im Grunde überrascht es nicht wirklich. Es wurden mal wieder hormonähnliche Stoffe in Kosmetika gefunden. Vor allem die üblichen Verdächtigen wie Beiersdorf, Procter & Gamble und L’oréal sind betroffen. Ihre Produkte – von der Gesichtscreme über Shampoo bis hin zur Sonnencreme und Zahnpasta enthielten besonders häufig Methylparaben und Co. In zertifizierter Naturkosmetik wurden diese Stoffe, die im Verdacht stehen die Fortpflanzung zu beeinträchtigen, Krebs auszulösen und für Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich zu sein, nicht gefunden.

Der BUND hat nun eine App heraus gebracht, mit Hilfe derer man solche hormonähnliche Stoffen in Produkte leicht identifzieren  können soll. Ganz neu ist die Idee hinter TOXFOX nicht, ist es doch im Grunde nur eine abgespeckte – weil auf einige wenige Inhaltsstoffe spezialisierte Variante – von codecheck.info und so haben auch sie an der App mitgewirkt. 

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Die App sucht nach folgenden Inhaltsstoffe:

  • Methylparaben
  • Propylparaben
  • Ethylparaben
  • Butylparaben
  • Cycletetrasiloxane
  • Ethylhexyl Methoxycinnamate
  • Benzophenone-1
  • Benzophenone-2
  • Resorcinol
  • 4-Methylbenzyidene Camphor
  • Boric Acid
  • Diethyl Phtalate
  • 3-Benzylidene Camphor
  • Hydroxycinnamic Acid
  • BHA

Diese Stoffe werden regelmäßig in Kosmetika verwendet und sind allesamt auf der Prioritätenliste der EU zu finden. Sie können zu Missbildungen der Geschlechtsorgane, Brust- und Hodenkrebs, Fettleibigkeit und dem verfrühten Einsetzen der Pubertät führen. Wie bei allem macht es auch hier die Masse. Mit der Anzahl der verwendeten Produkten, die einen oder mehrere dieser Stoffe enthalten steigt das Risiko.

Die App beinhaltet neben der Scanfunktion über eine manuelle Suchfunktion mit der nach Hersteller, Produktname, Inhaltsstoff oder Strichcode-Nummer gesucht werden kann. Dazu gibt es eine Übersicht mit allem hormonellen Stoffen, in der alle noch einmal einzeln kurz erläutert werden. Auch gibt es die Möglichkeit Produkte in Kategorien zu suchen.

Im Praxistest krankt die App am selben Problem wie alle anderen dieser Art auch: Viele Produkte werden schlichtweg nicht gefunden. Da kann ich auch schnell selbst auf die Inci-Liste schauen. WENN ich weiß, um was es geht. Parabene erkennt man auf den ersten Blick, bei anderen Stoffen auf der Liste sieht das unter Umständen schon anders aus. Da ist die App wirklich hilfreich und es lohnt sich ab und an selbst ein Produkt einzuspeisen. Hierfür muss man allerdings auf die Seite von codecheck.info gehen.

TOXFOX ist bisher leider nur für iPhone erschienen und kostenlos im AppStore erhältlich.

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3 Gedanken zu „TOXFOX | App zum Erkennen von hormonähnlichen Stoffen in Kosmetika

  1. KleinesGehopse

    Zu dem Thema habe ich in letzter Zeit auch viel gelesen…

    Kathrin, sage mal, wenn ich Deinen Beitrag so lese, stelle ich mir die Frage, ob ich nicht gleich die Codecheck- App nutzen kann. Ich denke, die Toxfox App ist überflüssig, wenn man schon die von Codecheck selber benutzt oder?

    Liebe Grüße

    Antworten
    1. Kathrin Beitragsautor

      Hey,

      im Prinzip wahrscheinlich schon. Für Menschen, die sich ansonsten aber nicht oft mit Inhaltsstoffen beschäftigen ist TOXFOX aber eine gute Idee, weil man schnell das „Wesentliche“ angezeigt bekommt, das nach dem man sucht. Man muss sich nicht durch ellenlange Listen quälen.

      Liebe Grüße
      Kathrin

      Antworten
  2. Mo

    Zu der hier gestellten Frage, ein kleiner Beitrag meinerseits: Ich habe eine Körperlotion eines bekannten Herstellers sowohl mit der App Codecheck, als auch mit der App ToxFox gescannt. Bekannterweise greift die App ToxFox auf die Daten von Codecheck zurück. Dennoch waren die beiden Ergebnisse im Vergleich interessant: Codecheck fand die hormonähnlichen Stoffe Methylparaben und Propylparaben. Logischerweise so auch die App ToxFox. Und nun das Entscheidende: Während Codescheck beide Stoffe als „empfehlenswert“ einstufte, warnte ToxFox vor beiden Stoffen. Wie kann das passieren? Codecheck stufte die hormonähnlichen Stoffe als ungefährlich ein, ganz anders Toxfox. Interessant wäre zu wissen, ob das immer so ist bzw. auch für die anderen hormonähnlichen Stoffe gilt, welche regelmäßig in Kosmetika gefunden werden. Und warum? Gibt es etwa unterschiedliche (Forschungs-)Meinungen?

    Festzuhalten bleibt: Codecheck scannt das Produkt auf ALLE enthaltenen Stoffe. ToxFox gibt nur Auskunft über enthaltene hormonähnliche Stoffe. Wer auch andere möglicherweise schadende Stoffe ausschließen möchte, sollte nicht nur auf ToxFox setzen. Denn ich fand in meinem Haushalt eine Reihe von Kosmetika, in denen die Produkte keine hormonähnliche Stoffe enthalten, aber andere wenig empfehlenswerte Inhalte aufweisen, auf die ToxFox ganz bewusst nicht eingeht. Ganz im Gegensatz zu Codecheck. Möchte ich also gänzlich auf hormonähnliche Stoffe UND auf andere möglicherweise schadende Stoffe in meinen Produkten verzichten und mich dabei auf Apps verlassen, muss ich unter anderem schauen, ob Codescheck ganz grundsätzlich hormonähnliche Stoffe in einem Produkt findet; und zwar ganz unabhängig davon, ob die App sie als „empfehlenswert“ einstuft oder nicht. Das wird am Beispiel meiner Körperlotion deutlich. Allerdings muss man dabei wissen, welche Stoffe genau hormonähnliche Stoffe sind, denn Codecheck klassifiziert diese nicht als „hormonähnliche Stoffe“, sondern vermeidet den Begriff – soweit ich dies feststellen konnte – in seinen Beschreibungen. Selbstverständlich kann man auch mit beiden genannten Apps komplementär arbeiten. Wer also kein Experte auf diesem Gebiet ist muss, sich immer auch etwas Zeit nehmen.

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