TattooMed Kokosöl

Vegane Tattoo Pflege | TattooMed und Kokosöl

TattooMed Kokosöl Moin,

nachdem ich euch neulich schon ausführlich über mein neues, veganes Tattoo berichtet habe, möchte ich euch heute meine vegane Tattoo Pflege danach vorstellen. Denn das schönste vegane Tattoo nützt einem nichts, wenn man nicht auch danach ethisch korrekt und tattooschützend und -schonend pflegt.

Wie wahrscheinlich jede*r nach dem ersten Tattoo wollte ich alles richtig machen, wälzte stundenlang Internetseiten (Ja, in diesem Falle ist es legitim!) und war am Ende auch nicht wirklich schlauer. Denn die Pflege einzelner Personen unterscheidet sich doch gewaltig. Einige sind wahnsinnig akribisch, andere überlassen das Tattoo schon einige Tage nach dem Stechen sich selbst. Einzig das Procedere direkt danach ist wohl bei jedem Menschen gleich: Eincremen, Folie drum und erstmal eine Nacht drüber schlafen.

Ich hatte das große Glück, dass ich das Tattoo nach dem Stechen überhaupt nicht spürte. Nichts juckte, brannte, zwickte. Und so ließ ich es am ersten Tag bis zum Abend unangetastet, wechselte abends die Folie und ging schlafen. Anders als auf den meisten Seiten zu lesen, verwendete ich nach Absprache mit Nico von Herr Fuchs & Frau Bär zur Reinigung keinerlei Seife. Stattdessen reinigte ich meine Hände gründlich (!), ließ lauwarmes Wasser über das Tattoo laufen und strich mit der flachen Hand vorsichtig darüber, um Creme und eventuelle Wundwasser- und Farbreste zu entfernen. Danach ließ ich die Haut an der Luft trocknen und trug TattooMed After Tattoo auf.

Don’ts

Am besten tragt ihr in der ersten Zeit lockere, nicht scheuernde Kleidung, denn auch mechanische Beanspruchung sollte vermieden werden. Duschen und Baden sollte man sich in der ersten Zeit erst einmal verkneifen. Oder die betreffende Stelle aus der Dusche halten. Was mitunter zu lustigen Verrenkungen führt. Die Zeitangaben, wann man was wieder darf, gehen hierbei anscheinend auch ziemlich auseinander. Ich habe für mich selbst beschlossen: Zwei Wochen die Stelle nicht duschen, sondern gesondert behandeln, baden nur mit Arm raus und keine normale Bodylotion auf die Haut. Die Sonne sollte in der ersten Zeit komplett gemieden, danach nur noch mit Sonnenschutz genossen werden, da sie dem Tattoo Farbe entzieht, bzw. es ausbleichen lässt. Auch Sauna, Solarium und öffentliche Schwimmbäder sowie Pools sind eine ganze Weile tabu. Der Körper hat genug mit den euch täglich ungebenden Bazillen zu tun, da braucht er nicht noch die anderer Leute.

Die Tattoo Creme

Da wollte ich dann doch auf Nummer sicher gehen. Wäre etwas schief gegangen und hätte es an mir gelegen – ich hätte es mir niemals verziehen. Also biss ich in den sauren Apfel, legte im Veganz gut 13 Euro auf den Tisch und kaufte eine Creme, deren Incis ich auf den ersten Blick gar nicht mal so Bombe fand. Dafür soll sie die Haut pflegen, mit einem unsichtbaren Schutzfilm überziehen und vor allem die Farbe schonen. Es soll ja nichts schief gehen! Denn das ist eines der Hautprobleme, welches bei der Auswahl der richtigen Pflege zu bedenken ist: Die Creme darf keine Farbe ziehen. Spätestens da sollte man also auf Erfahrungen anderer zurückgreifen und nicht stur nach Incis entscheiden.

Inci Aqua, Cetearyl Alcohol, Panthenol, Paraffinum Liquidum, Caprylic/Capric Triglyceride, Sodium Cetearyl Sulfate, Sodium Polyacrylate, Tocopheryl Acetate, Phenoxyethanol, Propylene Glycol, Decylene Glycol, Citric Acid, CI40800.

Pflege vegan

Eine weitere vegane – und deutlich günstigere – Option ist die Pegasus Tattoo Creme, die ihr in Apotheken bekommt. Da ich aber eh ins Veganz wollte und es mein erstes Tattoo ist… Man gönnt‘ sich ja sonst nichts, ne? Von anderen – deutlich stärker tätowierten – Mitmenschen erfuhr ich, dass die Creme von TattooMed recht schnell, für sie fast ZU schnell, einziehen würde. Man würde häufig nachcremen müssen und so viel Produkt verbrauchen.

Ich kann dies insofern bestätigen, als dass die Creme wirklich in wenigen Minuten wegzieht und ich mich quasi sofort danach anziehen kann. Was ich durchaus als Vorteil sehe. After Tattoo liegt also wirklich nicht auf. Streiche ich jedoch mit dem Finger darüber, spüre ich auch noch einige Stunden nach dem Cremen einen zarten, aber deutlichen Film. Für mein Tattoo absolut ausreichend, bei größeren Motiven muss man sicherlich etwas rumprobieren.

TattooMed bietet neben der After Tattoo Pflege auch ein Cleasing Gel und eine Daily Care für abgeheilte Tattoos an. Diese braucht es aber in meinen Augen nicht. Ich bin mit Wasser pur sehr gut gefahren und nach gut einer Woche auch dazu übergegangen zwischendurch Kokosöl zur Pflege zu verwenden. Dies wirkt von Natur aus leicht bakterizid und fungizid, pflegt und duftet dazu auch noch herrlich. Als Sonnenschutz werde ich in Zukunft die Produkte verwenden, die ich auch im Gesicht anwende.

Der Heilungsverlauf

Meine Heilung verläuft bis jetzt sehr gut. Worüber ich sehr erleichtert bin. Denn ein Tattoo ist eine Wunde und sollte auch als solche behandelt und nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Das Tattoo spüre ich weiter so gut wie gar nicht. Einzig ab und an ein kleines Ziepen in den ersten zwei Wochen, wenn ich mal wieder cremen musste und die Haut anfing zu spannen.

Direkt nach dem Stechen habe ich mich wirklich generalstabsmäßig verhalten und das Tattoo bestimmt 5-6 x am Tag mit lauwarmem Wasser gereinigt und gecremt. Mittlerweile ist es drei Wochen alt und ich etwas entspannter. Dazu möchte ich sagen, dass mein Tattoo aber auch wirklich winzig und nicht flächig oder bunt ist. Es hat quasi nicht „nachgesuppt“, die Kleidung blieb nicht kleben und auch von anderen unangenehmeren Folgen blieb ich verschont.

Nach einigen Tagen setzte die Verkrustung ein und wie erwartet sah das Tattoo dadurch etwas lädiert aus. Auch wenn man vorbereitet ist: Beim Anblick der kleinen, weißen „Krüstchen“ bekam ich doch erst einmal einen Schreck. Hin und wieder lösten sich auch kleine schwarze Partikel mit restlicher, überschüssiger Farbe. Hier bitte der Natur freien Lauf lassen und NICHT puhlen!  Normalerweise setzt nun wohl das altbekannte Jucken ein, aber auch da hatte ich mir meinem kleinen Schriftzug wahrscheinlich einfach Glück. Vor einigen Tagen nun bildete sich die sogenannte Silberhaut, eine neue Hautschicht, die das Tattoo erst einmal etwas verwaschen aussehen lassen kann. Keine Sorge, das bleibt nicht so!

Mittlerweile – 3 1/2 Wochen später  – verfahre ich so, dass ich die Haut morgens und abends wie oben beschrieben reinige und TattooMed After Tattoo auftrage. Tagsüber wasche  ich mir gründlich (!) die Hände und gebe etwas Kokosöl auf das Tattoo. Ab und an lasse ich einige wenige Minuten indirektes Sonne darauf (Natürlich nur in Maßen – siehe oben!), da ich gemerkt habe, dass meine Haut dadurch deutlich besser und schneller heilt. Und um meinen alten Chef aus der Urologie zu zitieren: „An eine Wunde muss Licht und Luft. Dann heilt sie am besten“. Die ersten Vollbäder MIT Arm habe ich mittlerweile auch hinter mir, achte aber darauf, dass das Tattoo nicht zu lange „einweicht“.

Fazit: Anscheinend für mich alles richtig gemacht. Das Tattoo ist mittlerweile kaum noch erhaben und macht sich überhaupt nicht mehr bemerkbar. Und ich frage mich tatsächlich, wieso ich das nicht schon eher gemacht habe… 

5 Gedanken zu „Vegane Tattoo Pflege | TattooMed und Kokosöl

  1. strawberrymouse

    Anita hat letztens (Anitas Welt) auch einen Beitrag zu veganer „After inked“-Pflege gemacht.
    Die Incis von Tattoomed finde ich gar nicht so schlecht…schön reizfrei. Paraffin ist doof für die Umwelt, für die Haut aber super. Ich habe damals Bepanthen auf mein Tattoo geschmiert; ist aber auch schon fast 15 Jahre her.

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    1. Kathrin Beitragsautor

      Jepp, reizfrei ist sie. Muss sie ja auch sein. Bepanthen ist eben nicht vegan, bzw. tierversuchsfrei und soll man – laut Mehrheit im Netz – auch nicht nehmen, da die Creme Farbe ziehen kann. Ich bin mir nicht mal sicher, ob so eine Spezialpflege tatsächlich sein muss. Wie gesagt, ich wollte nichts falsch machen. Kokosöl alleine tut es, zumindest sobald die Wunde geschlossen ist, wohl tatsächlich.

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  2. anitaswelt

    Danke, liebe strawberrymouse 🙂

    Das mit der Folie hatte ich beim zweiten Tattoo nicht. Da bin ich einfach „ohne alles“ aus dem Studio spaziert mit dem Auftrag, im Hotel dann das Tattoo zu waschen und anschliessend zu cremen. Am nächsten Morgen vor der zweiten Sitzung dann dasselbe noch einmal. Nach der zweiten Sitzung gabs ein Flüssigpflaster, das dann nach zweimal Waschen komplett weg war. Gesuppt hat glücklicherweise absolut nichts und auch der Juckreiz war quasi inexistent.
    Auf Duschen verzichtet habe ich nicht, habe aber geschaut, dass, vom direkten waschen abgesehen, möglichst wenig Wasser übers Tattoo läuft – was defintiv zu lustigen Verrenkungen geführt hat, da es auf der Wade ist. Auf Haarewaschen habe ich aber zwei Wochen verzichtet, da das halt doch länger dauert als nur duschen.

    Als vegane Tattoopflege mit meiner Meinung nach wirklich guten Inhaltsstoffen kann ich wärmstens die After Inked empfehlen.

    Bei Vaseline zur Pflege scheiden sich im Netz die Geister und diese ist ja Hauptbestandteil der Pegasus Creme. Als einzige Creme würde ich sie wohl eher nicht verwenden.

    Luft und Licht (aber keine direkte Sonne 😉 ) sind meiner Meinung nach auch die beiden wichtigsten Faktoren für eine gute Heilung – ob Schürfwunde oder Tattoo bei mir heilt es so am besten.

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    1. Biggy

      Ich hab diesmal nur Kokosöl rangelassen an mein tattoo, keine seife und nur hände sauber gewaschen und mit fließendem wasser abgeschwänzt. super heilverlauf! am letzten mittwoch gestochen, morgen wirds ne woche alt, seit gestern leichte krustenbildung. teilweise schon heil. leichte kleidung ist jetzt leichter. tattoo is am unterschenkel.

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