Räucherstäbchen selber machen

DIY | Räucherstäbchen selber machen

Räucherstäbchen selber machen

Moin,

es gibt so Dinge, bei denen man sich manchmal fragen (lassen) muss, wieso man sich das eigentlich antut. Wieso man sie selbst herstellen will und nicht einfach ins Geschäft geht, ins Regal greift, ein paar Euro über die Theke reicht und sie mit nach Hause nimmt.

Räucherstäbchen sind so ein Beispiel. Ein Verbrauchsartikel, der – je nach Hersteller – gar nicht mal so teuer ist. Es gibt sie in mannigfaltiger Form, Farbe und natürlich Duftrichtung. Warum also Räucherstäbchen selber machen? 

Ich weiß es nicht, ob es mein Pioniergeist, meine experimentelle Neugier oder der Wunsch nach Entschleunigung war, die mich dazu verleitet haben. Auf alle Fälle hat es Spaß gemacht. Und bescherte mich nach einer Woche ein sehr befriedigendes Gefühl, als ich feststellte, dass mein Experiment geglückt war. Vorweg also mein ultimativer Tipp: Legt euch Einmalhandschuhe zu! Definitiv, ohne zu hinterfragen, ohne Alternativen. Tut es!

Räucherstäbchen selber machen

Räucherstäbchen selber machen

Um Räucherstäbchen selbst herzustellen braucht ihr folgende Dinge:

  • einen Träger (Zum Beispiel die Bambusstäbchen, die man normalerweise in Duftdiffusor steckt. Bei Amazon bekommt man sie für wenig Geld.)
  • Gummi Arabicum in Pulverform als Bindemittel (Ebenfalls für wenig Geld bei Amazon zu haben.)
  • etwas destilliertes Wasser oder Hydrolat
  • fein gemahlenes  Räucherwerk eurer Wahl (Harze, Kräuter, Hölzer…)
  • eine Kohletablette aus dem Räucherbedarf oder Reste vom sommerlichen Grillen

Die wichtigste Regel, die es zu beachten gilt: 90% des Volumenanteils sollte Räucherwerk sein, 10% des Volumenanteils Bindemittel. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei Gummi Arabicum eine der gelingsichersten ist. Und egal, was ihr in eure Mischung gebt: Kohle muss unbedingt dabei sein, um ein gleichmäßiges Abbrennen zu gewährleisten.

Zuerst werden alle trockenen Zutaten fein gemahlen. Ich verwendete hierfür meinen Mörser, was einiges an Muskelkraft erforderte. Eine Kaffeemühle erledigt den Job sicherlich etwas einfacher. 

Ich entschied mich im Übrigen für Zutaten wie Rosenblüten, sudanesischen Weihrauch, etwas von meinem “Rauchnächte” Räucherwerk von Neunholz, Vanille und Tonkabohne. Eurer Phantasie (und euren Bedürfnissen) sind da keine Grenzen gesetzt.

Räucherstäbchen selber machen 2

Diese Mischung sollte nun über Nacht ziehen, damit sich alle Aromen gut verbinden. Danach gebt ihr das Gummi Arabicum hinzu. Hier kommt es wie gesagt nicht aufs Gramm an, solange das Verhältnis ungefähr bei 90/10 liegt. Nehmt lieber erst einmal weniger und fügt im Nachhinein und bei Bedarf noch etwas mehr hinzu. Sonst geht es euch wie mir und die Masse wird in Verbindung mit der Flüssigkeit klebriger, als sie sein müsste. Zwar lässt sich alles später leicht abwaschen, man muss dabei jedoch gründlich vorgehen. Denn Gummi Arabicum klebt. Logisch.

In die fertige, noch trockene Mischung gebt ihr also nun etwas destiliertes Wasser oder Hydrolat und vermengt alles zu einer geschmeidigen Masse. Diese sollte die Konsistenz von etwas klebrigerem Kuchenteig bekommen, damit ihr sie gut um die Stäbchen drücken könnt und nicht alles wieder herunter läuft. An dieser Stelle habe ich auch noch etwas vom Taoasis Yoga Duft hinzugegeben. 

Wer mag kann nun etwas fein gemahlene Hölzer oder Harze darüber streuen, um den “Teig” etwas zu mattieren und besser um das Stäbchen drücken zu können. Ich habe mich jedoch – in Anbetracht der Klebrigkeit –  dazu entschieden, etwas von der Masse auf ein Brett zu geben und das Stäbchen sachte darüber zu rollen. So blieb nach und nach immer mehr am Träger hängen und das Räucherstäbchen wurde schön gleichmäßig in seiner Form. 

Räucherstäbchen selber machen Gummi Arabicum

Die fertigen Räucherstäbchen müssen nun mindestens eine Woche durchtrocknen. Hierfür legt ihr sie entweder auf ein Gitter oder steckt sie in eine mit Sand gefühlte Schale. Meine stand die Woche über auf der Heizung, was dem Trocknungsprozess sicherlich zuträglich war. 

Nach Ablauf der Trocknungszeit könnt ihr die selbstgemachten Räucherstäbchen dann wie gewohnt abbrennen. Sollte ein Stäbchen zwischendurch einmal ausgehen – was bei selbstgemachten durchaus mal passieren kann – könnt ihr es einfach wieder anzünden. Dank der Kohle und der guten Durchtrocknung qualmen die Stäbchen nicht unangenehm, sondern verbreiten sanft ihren ganz individuellen Duft. 

Und was gibt es schöneres, als sich an kleinen, selbst erschaffenen Kunstwerken zu erfreuen? 

Tschüss, 
Kathrin
Räucherstäbchen selber machen Abbrennen

4 Gedanken zu „DIY | Räucherstäbchen selber machen

  1. Ela

    Ich glaube bei Räucherstäbchen wäre ich wirklich niemals auf die Idee gekommen, sie selbst zu machen! Aber spannend zu lesen, woraus die eigentlich bestehen… 🙂 Wieder was gelernt!
    Liebe Grüße,
    Ela

    Antworten
  2. Kathrin Artikelautor

    Hey,

    ich habe im letzten Jahr durch Zufall einen Beitrag dazu im Fernsehen gesehen. Leider hab es dort auch nur ungefähre Mengenangaben, so dass ich mich da selbst einfuchsen musste. Sonst wäre mir da auch nie der Gedanke dazu gekommen. Aber es macht so viel Spaß 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

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