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Shorty Vegan Guide | Part 7 | Fair Fashion

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Nachdem wir uns im Shorty Vegan Guide nun schon mit Ernährung, Literatur und pflegender und schmückender Kosmetik beschäftigt haben, darf ich euch heute eines meiner absoluten Lieblingsthemen vorstellen: Fair Fashion und Accessoires.

Kurz gesagt ist jedes Kleidungsstück vegan, dass nicht aus komplett oder in Teilen aus Wolle, Pelz, Seide oder Leder besteht. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Ist es auch, wenn man auf einige feine Details achtet.

Die versteckten Übeltäter

Produkte, die auf den ersten Blick vegan erscheinen sind es nicht zwangsläufig. Es sei denn natürlich, sie sind klar als solche gekennzeichnet. Achtet man aber auf einige wenige “Fallstricke”, steht der veganen Einkaufsfreude nichts im Wege:

  • Schuhinnensohlen. Häufig bestehen sie auch bei Kunstlederschuhe aus Leder. Meist st das in der Produktbeschreibung aber deutlich gekennzeichnet.
  • Klebstoff von Taschen, Kunstlederjacken, Schuhen und Co.. Anders als in Deutschland ist in manchen Ländern die Verwendung von Klebstoffen auf Fischmehlbasis nicht verboten. “Glücklicherweise” riechen Produkte bei denen diese verwendet wurde meist so penetrant, dass sie schnell zu identifizieren sind.
  • Applikationen an Jacken und Accesoires. Hier wird leider immer wieder Kaninchen- oder Katzenfell verwendet. Meist sind aber auch diese relativ leicht zu identifizieren, da Echtpelz meist weicher und feiner ist als faux fur und am “Boden” deutliche Knüpfstellen zu erkennen sind.
  • Patches an Hosen. Selbst Kuyichi – für mich DIE Marke, wenn es um faire und ökologischen Jeans geht – hat bis vor kurzem Leder für diese Labels verwendet.
  • Knöpfe aus Perlmutt oder Horn
  • Die unterschiedlichen Arten von Wolle wie Alpaka, Mohair, Kaschmir, Merino und Angora, die häufig auch nur als solche (ohne den Zusatz “Wolle”) gekennzeichnet werden. Auch Stoffe wie Tweed und Loden beinhalten Wolle.

Let’s go shopping!

Bei der Wahl des richtigen Kleidungsstückes sollte man sich zuerst einmal über die persönlichen Prioritäten im Klaren werden. Schick, günstig und auch qualitativ hochwertig vegan einzukaufen ist überhaupt kein Problem, weder in der Großstadt noch auf dem platten Land. Kleidung aus Baumwolle, Mischgewebe und anderen Naturfasern, genauso wie Kunstlederprodukte sind überall leicht erhältlich.

Etwas kniffeliger wird es bei Schuhen, denn meiner Erfahrung nach gibt es zwischen günstigen Kunstlederschuhen und speziell entwickelten veganen Schuhen meist zwei große Qualitätsunterschiede: Zum einen der Geruch, der bei höherpreisigen veganen Schuhen einfach um Längen besser ist als der bei Kunstledertretern, zum anderen die Belüftung: In Schuhen aus Materialien wie Vegetan Bucky schwitzen meine Füße DEUTLICH weniger als in normalem faux leather. Hier rate ich jeder und jedem nicht zu sparen und lieber ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen, auch auf die Gefahr hin online bestellen und gegebenenfalls umtauschen zu müssen. Es lohnt sich und die Schuhe halten meiner Erfahrung nach sehr, sehr lange ohne abgelaufen auszusehen. Wobei ich persönlich 60-120 Euro für ein paar Schuhe, das ich jahrelang trage nicht als zu teuer empfinde. Für “gute” Lederschuhe zahlt man meist sogar noch mehr.

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Und die Menschen?

Wer noch einen Schritt weiter gehen will achtet nicht nur auf die Einhaltung von Tier-, sondern auch auf die von Menschen-, Kinder- und Arbeitnehmerrechten. Denn was nützt das schönste und günstigste Shirt, wenn für die Produktion Kinder 14 Stunden am Tag schuften, Menschen ungeschützt mit Chemikalien hantieren und Menschen erschossen werden, weil sie sich gewerkschaftlich organisieren wollen? Von mangelnder Schulbildung und Hunger aufgrund von Minimalstlöhnen ganz zu schweigen.

Die alte Mär fair und ökologisch produzierte Mode sei teuer und unansehnlich ist mittlerweile gänzlich überholt. Längst ist es möglich sich von Kopf bis Fuß korrekt UND schick einzukleiden. Seien es nun Oberbekleidung, Unterwäsche, Schuhe oder Accessoires, im Netz ist alles nur einen Mausklick entfernt. Vor Ort einzukaufen ist freilich immer noch eine kniffelige Sache, zumindest wenn man nicht in Berlin, Hamburg oder München wohnt.

Welche Zertifizierungen gibt es?

Die wohl häufigsten Label in der Textilbranche sind GOTS (Global Organic Textile Standart), das Fair Trade Siegel und das IVN-Qualitätssiegel. Dabei ist zu beachten, dass einige Labels vornehmlich auf ökologische Rohstoffe hinweisen, andere nur auf soziale Produktion und wieder andere beides vereinen. Eine schöne Übersicht über die verschiedenen Siegel und Zertifikate findet ihr unter anderem hier.

Onlineshops, Brands und Boutiquen

Hier möchte ich euch einen kleinen Überblick über die gängisten Bezugsquellen für fair/bio/vegane Kleidung, Schuhe und Accessoires geben. Wer die entsprechenden Schlagworte in eine Suchmaschine eingibt und die Augen offen hält, wird noch viel, viel mehr finden. Nicht alle Shops sind rein vegan, aber alle führen zumindest eine große Auswahl veganer Produkte.

Deutschland

Armed Angels 

Avesu 

Bleed 

Dear Goods 

denkefair 

Ethletic

FairBleiben 

Fairtragen 

Fritzi aus Preußen 

Good Wear 

Greenality 

Hess Natur 

Kuyichi 

Motte Klamotte 

Lanius

Lena Schokolade

Lovjoi

Marlowe Nature 

miwai 

Roots Of Compassion 

Umasan 

Wearpositive

Green Shirts – Social Eco Wear  

 

Auswärts

Beyond Skin  (UK)

Denise Roobol  (NL) 

Matt & Nat (CAN)

Muso Koroni (AUT)

Vegan Cross (Secret Society of Vegans) (UK)

Vegetarian Shoes  (UK)

 

Yoga Wear

Bee Athletica

Mandala Fashion

OGNX Yoga

Very Yoga 

Meine persönlichen Shopping Tipps

  • eBay. Hier habe ich schon oft richtige Schnäppchen entdeckt. Eine niegelnagelneue Matt & Nat für 18 statt 150 €, schicke Second Hand Teile und neue Kuyichi Jeans für die Hälfte oder 2/3 des Ladenpreises. Überhaupt habe ich noch nie eine neue Kuyichi für den vollen Preis gekauft, mittlerweile besitze ich vier Stück
  • etsy. Hier findet ihr wirklich alles. Im Prinzip wie dawanda, nur günstiger und cooler. Zwar dauert die Lieferung aus den vornehmlich aus den USA stammenden Shops etwas länger, aber die Wartezeit lohnt sich eigentlich immer! Die Sachen dort sind meist nicht zertifiziert, aber meist in Heim- und Handarbeit entstanden. DIY to the fullest!

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Hose: Kuyichi, Bluse: Hess Natur, Gürtel: Roots of Compassion

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T.-Shirt: Hess Natur, Jeans: Kuiychi, Tasche: Matt & Nat

Fazit

Vegan ist nicht gleich fair und ökologisch, aber besser als nichts. Fair, ökologisch UND vegan noch besser. Und vor allem nicht zwingend teuer. Re-duce, re-use, re-cycle!

Jedes Stück zählt! Niemand erwartet, dass der Kleiderschrank in einer Woche komplett ausgemistet wird. Ich frage mich einfach jedes Mal vor einem Kauf, ob es dieses Kleidungsstück auch in ansprechend fair gibt. Klappt nicht immer, aber wenn, dann freue ich mich besonders.

Nutzt Tauschbörsen wie Kleiderkreisel, stöbert bei eBay und Freunden im Kleiderschrank. Achtet auf Stoffqualität und Verarbeitung. Kauft lieber einmal qualitativ hochwertig und dafür etwas teurer als zweimal billig. Das rächt sich fast immer.

Kauft planvoll: Werdet ihr das Teil wirklich tragen? Lässt es sich mit mindestens drei anderen Kleidungsstücken aus eurem Schrank kombinieren? Oder werdet ihr es eh nie mehr als einmal anziehen?

Zum Schluss noch einen Appell an alle Firmen und Designer: Immer wieder werde ich nach fairer Mode ab Größe 42 gefragt. In diesem Punkt besteht noch massiv Nachholbedarf. Ich würde mich freuen, wenn ich beim nächsten Fashion Guide auch Kleidung in größeren Größen als 38/40 präsentieren könnte;)

4 Gedanken zu „Shorty Vegan Guide | Part 7 | Fair Fashion

  1. Kathrin Beitragsautor

    Stimmt, danke für die Ergänzung! Der Wrap & Play ist in der Tat wundervoll und SO vielseitig. Den werde ich nachher noch nachtragen;)

    Liebe Grüße und viel Spaß auf dem Festival. Für mich leider zu weit weg:(

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