Female-Shaming Sexismus

Kolumne | Heilige, Hure oder Hausfrau?

Female-Shaming Sexismus

Eigentlich wollte ich einfach nur einen Kommentar zu Female-Shaming bei Maddie abgeben, die Bezug auf den dämlichen Septum-Artikel eines anscheinend leicht zu verunsichernden Journalisten nahm. Der sprengte aber schnell den Rahmen und so wurde eine Kolumne daraus.

Seit einigen Wochen weiß nun auch ich, wie es sich anfühlt, wenn Menschen einem den Tod an den Hals wünschen. Oder „Asylrudelbumsen von 20 Syrern“. Ein wenig beruhigt es mich, wenn ich sehe, dass hier meist nur eine vergewaltigt wird: Die deutsche Sprache. 

Auffallend jedoch: Wird in solchen Situationen geschlechterübergreifend an der Intelligenz gezweifelt und vielleicht noch mit Mord gedroht, wird es bei Frauen sehr schnell sexuell. Sie werden degradiert und objektiviert. Frauen sind dazu da benutzt zu werden. Und Männer, um ihnen zu zeigen, wo es im Leben lang geht. Logisch. Zumindest in den Köpfen dieser Menschen.

Auffallend auch: Mit Solidarität ist in so einem Fall eher wenig zu rechnen. Was anscheinend mehrere Gründe hat. Die Polizei spielt es herunter und sieht das Problem nicht. „Das ist halt so Zeug, was solche Idioten schreiben. Das muss man einfach ignorieren.“  
Das digitale Umfeld hält sich bedeckt. Womöglich aus Angst, selbst zur Zielscheibe zu werden. Ducken, unauffällig bleiben, das blöde Gefühl vorüberziehen lassen. Verständlich? Verdammt, ich hätte es vielleicht genauso gemacht.

Denn eigentlich dachte ich bisher, dass ich hier in einer ganz anständigen Blase sitze. Ich hatte nicht das Gefühl, täglich sexistischem Mist ausgesetzt zu sein oder schiefe Blicke auf der Straße zu kassieren. Und wenn mich dann doch mal ein Artikel im Netz auf die innere Palme bringt: Stecker ziehen, Klappe zu. Es kann so einfach sein. Probleme mit Sexismus und Female-Shaming haben doch eh immer nur die anderen.

Doch bei genauerem Hinsehen ist es weniger das Fehlen von Sexismus und Female-Shaming als vielmehr das gekonnte Ignorieren. Wenn man sich aber darauf einlässt und auch mal die Perspektive wechselt, dann begegnen einem am laufenden Band immer wieder Situationen in denen Frauen abgewertet, objektiviert oder einfach nur belächelt werden. Klar. Die kann man weiterhin ignorieren. Ein Fass aufmachen wegen einer leicht bekleideten Frau in der Strom-Werbung? Den Mund aufmachen bei dumpfen Sprüchen auf der Party? Lieber nicht. Versteht eh niemand und am Ende wird mir wieder die Welt erklärt. 

Einfach weiter mein Ding machen, dann passt das schon. Aber tut es das? Ist dieses Ignorieren nicht auch ein Hinnehmen? Innerlich können wir noch so resilient, stark und gewappnet sein. Es kann uns noch so am Allerwertesten vorbei gehen. Von außen sieht es aus wie Resignation. Das ist halt so. Das war schon immer so. Weitermachen. 

Man nehme beispielsweise ganz aktuell die Olympischen Spiele: Da sagt ein Moderator unkommentiert Sätze wie „Nach der Rhythmischen Sportgymnastik nun wieder zu richtigem Sport.“ Oder eine 16-jährige Turnerin wird aufgrund ihres Outfits massiv kritisiert, welches nicht patriotisch genug sei, während ein 32-jähriger Schwimmer sich die Hucke vollsaufen, daneben benehmen und lügen darf. Um im Anschluss dennoch nur als „Rowdy Boy“, der „einfach mal eine Pause brauchte“ bezeichnet zu werden. Dieser Schlingel!

Da wird über muskulöse Oberarme, markante Gesichtszüge und Oberschenkelumfänge debattiert. Aber natürlich nur bei Frauen. Selbstredend. Und wenn sie dann auch noch Erfolge feiern können, das Ding so richtig rocken und ordentlich Medaillen abräumen – werden Vergleiche zu Männern gezogen. „Der weibliche Michael Jordan“. Oder aber sie werden gleich gar nicht erst namentlich genannt, sondern landen mit „Frau von… gewinnt Medaille“ in der Presse. Übrigens kein rein olympisches Phänomen. Als Britta Ernst 2014 Bildungsministerin in Schleswig-Holstein wurde, titelte eine Zeitung: „Frau von Olaf Scholz wird Ministerin“. Kein Witz. Leider.

Manchmal beschleicht mich allerdings der Gedanke, dass Frauen an diesem Dilemma nicht ganz unschuldig sind. Ich arbeite in einem Beruf, welcher fast ausschließlich von Frauen ausgeübt wird. Hier sollte man also auf den ersten Blick davon ausgehen können von Bewertungen verschont zu bleiben. Denkste! Wer glaubt, Frauen untereinander sind alle wahnsinnig supportive und verfolgen die gleiche Sache – nämlich Empowerment – der irrt. Oder hat zu viele „Life Coaches“ auf Instagram gesehen.

Und zwar nicht nur, weil Body/Gender/Sex/Whatever-Shaming auch durchaus eine weibliche Handschrift tragen kann. Vielmehr auch, weil viele Frauen sich selbst gerne selbst kleiner machen als sie sind. Da braucht es nicht mal Einwirkung von außen. Dürfen wir das? Können wir das? Ist das sozial/freundlich/empathisch genug? Und: Natürlich machen wir das. Weil es von uns erwartet wird. Das war schon immer so.

punkteklein

Selbst im Jahr 2016 scheint ein Großteil der Bevölkerung der Meinung zu sein, sie hätten das Recht Frauen zu typisieren. „Die Nette“, „Die Schöne“, „Die Soziale“, „Die Tapfere“. Manchmal fühle ich mich wie ein einem Set von Tarotkarten. Man hofft einfach nicht „Der Tod“ zu sein.

Schon Meredith Brooks sang: „I’m a bitch, I’m a lover, I’m a child, I’m a mother, I’m a sinner, I’m a saint,
I do not feel ashamed, I’m your hell, I’m your dream, I’m nothing in between.“
Der Refrain endet mit „You know, you wouldn’t want it any other way.“ 

Wenn ich mir die Kommentare in den sozialen Netzwerken so durchlese, bin ich mir da nicht so sicher. Wenn sich einige Männer schon von einem Piercing so sehr verunsichern lassen, ist ihr Frauenbild anscheinend leicht zu erschüttern. Dann mal los.

13 Gedanken zu „Kolumne | Heilige, Hure oder Hausfrau?

  1. Cherry

    Hm, was ist das denn für ein Artikel von der Kathrin… Durchgelesen, dann rüber zur Maddie und gelesen und dann noch rüber zum Septum Artikel und den auch noch gelesen. Das ganze beim frühstücken und nun habe ich keinen Appetit mehr. Mir fehlen echt die Worte.
    Wir leben im Jahr 2016 und ein Autor mit Jahrgang 1984 regt sich über Körperschmuck bei Frauen auf und ist der Meinung dies auch noch in die Welt hinauszuschreien. Wir haben uns die ersten Piercings (inklusive Septum) Mitte der 90er gestochen. Unsere Eltern und Umfeld waren damals nah am Herzinfarkt und wir stolz wie Bolle. 20 Jahre später schwirrt so eine gequirlte Kacke durch das Netz??? Ich hatte beim Lesen des Septum Artikels inklusive der Kommentare das Gefühl ich würde zurück in die Vergangenheit katapultiert und sitze mit meinen Großeltern am Tisch und diskutiere. Es sollte ja wohl jeder (egal was für ein Geschlecht oder auch kein Geschlecht) entscheiden was er/sie/ * an Klamotten, Körperschmuck, Haarfarbe etc. trägt. Und die, die dass sich daran stören sollen gefälligst die Klappe halten. Immer muss alles kommentiert und in irgendwelche Schubladen geschoben werden. Gerade gestern lief im TV ein kurzer Beitrag über Mirja du Mont. Diese war auf einer Veranstaltung und der Moderator kommentierte:“ Seit der Trennung von ihrem Mann würde sie ja jetzt so richtig aufdrehen. Trägt einen Nasenring ( Septum) und zeigt ihr Tattoo auf dem Arm.“ Bitte, ich dachte ich Fall vom Sofa. Qualitativer Journalismus sieht definitiv anders aus.
    Aktuell stehe ich kurz vor der Geburt meines Kindes. Die Freude ist unheimlich groß, allerdings auch manchmal echt nervenaufreibend. Jeder, wirklich jeder, ist der Meinung meinen Körper beurteilen zu müssen. „Boah, hast du einen riesen Bauch, och der ist ja total rund, der ist ja klein, du hast aber nicht viel zugenommen, der ist ja spitz, das wird bestimmt ein Junge“… Usw. Ich nenne meinen Bauch manchmal liebevoll Murmel. Ich darf das, ist schließlich meiner. Da bekam ich heute morgen erst zu hören, das ist keine Murmel, sondern eher ein Medizinball. Murmeln seien die Dinger da drüber. Äh, bitte wie meinen? Mir fehlen immer noch die Worte. Ich habe mich teilweise noch nie so ausgeliefert und mit pietätlosen Fragen konfrontiert gesehen, wie in den letzten Monaten. Gerade bei so Sätzen wie „Naja, dafür seit ihr Frauen ja gemacht. Wurde ja auch Zeit, dass du mit Ende 30 endlich ein Kind bekommst. “ Ich bin mal gespannt wie ich nach der Geburt typisiert werde. Erst war ich die, die ja Karriere im Beruf machen wollte, dann die bei der es mit dem Kinder machen nicht klappt (Jupp, so wurde über mich gesprochen), nun bin ich die endlich Schwangere und was kommt danach? Die Muddi? Die Hausfrau? Die hat aber noch nicht zu ihrem alten Gewicht zurückgefundene? Die sieht aber immer müde aus? Ich freue mich jetzt schon auf das Stillen in der Öffentlichkeit…
    Meine Erfahrungen der letzten Monate sind die, dass wenn ich mich gegen solche Sprüche und Aussagen wehre, bin ich wohl gerade sehr empfindlich. Liegt ja an der Schwangerschaft und ein Hormonen. Äh, was??

    Liebe Kathrin, danke für deinen Artikel! Ich finde ihn toll geschrieben und lese so etwas gerne auf deinem Blog. Du hast mir aus der Seele gesprochen. Weiter so!

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    1. Kathrin Beitragsautor

      Liebe Cherry,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich kann nur erahnen wie man sich während einer Schwangerschaft fühlt. Aber das wären wohl auch genau meine „Bedenken“. Dieser latente Kontrollverlust, weil alle etwas dazu beizutragen haben und meinen ihre Meinung äußern zu müssen. Ich glaube, da muss man sich ein dickes Fell zulegen. Und/Oder die Ohren auf Durchzug schalten…
      Ich wünsche dir alles Gute mit deiner Murmel 🙂

      Liebe Grüße
      Kathrin

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  2. Valandriel Vanyar

    Im Rahmen meines Studiums (Soziologie) beschäftige ich mich viel mit solchen Themen, denn ich liebe die Geschlechterforschung und hoffe, da mal mein berufliches Standbein zu haben.
    In der wissenschaftlichen Literatur wird das Thema Gleichberechtigung, Sexismus, Bodyshaming etc zum Glück sehr neutral und wertfrei gehandelt (zu 98%), leider ist das wenigste davon frei verfügbar, um es als Kommentar unter solche hirnrissige Aussagen im Netz kloppen zu können.
    In meinem persönlichen Umfeld bin ich bis auf einen sexistischen & rassistischen Onkel (>60 Jahre, den ich gar nicht leiden kann) zum Glück frei von solchen Aussagen. Außerhalb versuche ich je nach Gegenüber neutral aufzuklären. Funzt aber nicht immer.
    Und wer sich 2016 über ein Septum aufregt, hat eindeutig hinter dem Mond gelebt. Generell verstehe ich die „boah, die ist assig, die hat Piercings & Tattoos“ Attitüde nicht. Bei einem Bankerchef und meiner Oma, okay. Aber sonst? Leben und leben lassen, bitte.

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  3. Marie

    Ich bin etwas feministisch und trotzig – wenn ich im Freundeskreis oder bei Bekannten mitbekomme, dass sie dämliche oder diskriminierende Sprüche über Frauen abgeben, melde ich mich zu Wort.
    Das Problem ist nur, dass genau diese Leute einen überhaupt nicht ernst nehmen. Entweder sie belächeln einen, nehmen die Info überhaupt nicht auf oder sie gehen in eine verteidigende belehrende Haltung über. Alles davon ist frustrierend und ärgerlich. Selbstreflektion findet bei den wenigsten statt.

    Hinzu kommt, dass Männer immer noch häufiger am längeren Hebel sitzen. Wie wahrscheinlich ist es, einen weiblichen Boss zu haben? (Ach so, klar, vielleicht in den belächelten Frauenbereichen, Personal und so… ich meine in RICHTIGEN Berufen.) Ich jedenfalls bin ständig die einzige Frau im Team und trotz höchstem Abschluss und längster Berufserfahrung unter den (sonst männlichen) Kollegen, bin ich diejenige, die vom Chef die Anweisung erhält, ihm was für die Pause mitzubringen / Einkäufe fürs Büro zu erledigen / Handtücher auszuwechseln und zuletzt (und wirklich schockierend) den Klostein im Männer-WC auszuwechseln. Mehrmals habe ich das Thema angesprochen, so richtig verstanden wird es nicht…
    Überhaupt könnte ich ganze Nachmittage mit Beispielen davon füllen, wie ich oder andere Frauen im Beruf und im Privaten bestenfalls nicht ernst genommen, in schwereren Fällen diskriminiert, beschimpft oder sogar handgreiflich behandelt wurden. Mich wundert es geradezu, wenn du sagst, dass du davon bisher unberührt geblieben bist. Das zeugt davon, dass du ein wirklich super familiäres, privates und berufliches Umfeld hast und/oder bisher erfolgreich die Ohren auf Durchzug stellen konntest. Ich bringe beides leider nicht mit, es würde vieles einfacher machen, aber ändern tut sich dadurch nichts.

    Ich gebe dir also vollkommen recht: man muss den Mund aufmachen, auch wenn es unangenehm ist. Auch wenn man sich damit zur Zielscheibe macht, Männer einen belächeln, die Augen verdrehen, beschimpfen und andere Frauen verstört und verängstigt versuchen vom Thema abzulenken.
    Um mit etwas Positivem abzuschließen: Ich sehe kleine, klitzekleine Veränderungen. Ich glaube, dass sich die jungen Leute heute viel gleichgestellter fühlen und verhalten als das noch vor 20 oder 30 Jahren der Fall war. Aber meine Erfahrungen und die unzähliger anderer Frauen zeugen davon, dass weiterhin viel Arbeit in die Gesellschaft investiert werden muss, damit jeder (egal welches Geschlecht, welche Abstammung, welche Sexualität, …) gleich behandelt und akzeptiert wird.

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    1. NIke

      Mit dem Alter kommt auch die Erfahrung.
      Und anstatt dass ich weiß was ich will, kann ich aber immer mehr/ausführlicher sagen was ich alles nicht will.

      Und darum muss man schon von Anfang an sich überlegen wie man rüberkommen will.
      Ich bin nicht die Liebe, Nette – höflich ja, aber nicht dumm, dass ich mich ausnutzen lasse. Denn sowas muss man sich nicht gefallen lassen.
      Und manchmal muss mein eine „heftige“ Antwort mal raus lassen wie „Ist mir neu, dass ein Penis beim Klostein auswechseln hinderlich ist“.
      Und die Sache ist meist gegessen.

      Mir wurde mal gesagt von wegen ich mach mir da einen schönen Lenz, weil ich früher gehe – JA EH. Wenn ihr mir mehr Stunden zahlt, bleib ich auch länger. War NIE wieder Thema.
      Lass dich nicht klein machen, projiziere nicht alles auf dich. Dreh den Spieß um und sag deine Meinung, und zerr ihr falsches Weltbild ins Scheinwerferlicht.
      Nicht verteidigen/keine langen Erklärungen warum nicht, sondern einfach sagen so und nicht anders ist es. Nein, mache ich nicht.
      Ich war auch mal zwischen 2 Ex-Partnern gefangen. Wo mir unterstellt wurde, ich kann mit dem einen Teil nicht. NÖÖÖ – ihr könnt miteinander nicht, ich bin da nur dazwischen geraten. Ich habe kein Problem weder mit dem einen, noch den anderen. Und das wird sich auch nicht geben, solange ihr keine Lösung findet.
      Oft schieben Menschen ihre Problem auf andere, klar, ist einfacher. Aber trotzdem nicht meine Baustelle.

      Meine Empfehlung an dich: Stell dich auf deinen Hinterbeine.
      Wenn DU nicht für dich kämpfst, wird das keine/r für dich tun!

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      1. Marie

        Danke, Nike. Nach mehrmaligem Ansprechen konnte ich tatsächlich ein wenig Verständnis und Sensibilität hervor rufen. Nur ein Chef zeigt sich weiterhin recht resistent… naja, er ist auch der Älteste, vielleicht dauert es da ein bisschen länger 😛

        Übrigens hast du Recht, dass wir (ich) vieles noch zu sanft / professionell / sachlich ansprechen und argumentieren. Es ist nicht meine Art, Leute vor den Kopf zu stoßen, aber ein klares und unmissverständliches „nein“ bringt manchmal mehr als ewig sanftes Gerede – das kommt einfach nicht an (siehe Chef-Beispiel).

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  4. NIke

    Leider sind wir Frauen auch nicht ganz unschuldig bzw. wurde uns das auch oft so mitgegeben.
    Gerade wenn es um Schönheit/Aussehen geht, wird unter Frauen ein Konkurrenzkampf entfacht.
    Wenn es um berufl. Erfolge geht, dann ist es eher das Terrain der Männer.

    Konkurrenz ist ja prinz. nichts Schlechtes, sondern kann helfen besser zu werden – wenn es strikt professionell bleibt.
    Aber vll. sollte wir Frauen trotzdem unser Verhalten ab und an überdenken, statt einander klein zu machen, einander groß zumachen – statt „hast du das gesehen, wie sieht die aus“ lieber „wie können wir einander helfen Ziele zu erreichen“.

    Und leider werden Frauen noch immer auf Äußerlichkeiten reduziert – im TV, in Filmen etc.
    Und das ist verdammt frustrierend. Da muss ein Umdenken statt finden, gerade Sportmoderatoren sind in diesen Belangen sehr unsensibel. Können sich TV-Anstalten da keine Weiterbildungen für ihr Personal leisten?
    Ich möchte nicht jedem unterstellen, das absichtl. zu machen, oft ist man einfach so verhaftet in alten Denkweisen, dass man erst nach einem Hinweis drauf kommt, dass das einfach so formuliert nicht gut ankommt. Denn stell sich einer vor die berichten über ihre Töchter, Schwestern, Mütter etc. und nicht nur irgendein „fremdes Wesen“, dann würde die Sache sicher für viele anders aussehen.

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  5. Cookies&Style

    Ich denke das Problem ist auch, dass es „immer schon so war“. Wie du sagst, man macht so sein Ding und lebt so vor sich hin.
    Frauen gehören hinter den Herd und sollten sich um die Kinder und Haushalt kümmern.
    Ist mir erst gestern wieder passiert, als meine Arbeitskollegin (sie heiratet in 3 Wochen) von ihrer Tante gefragt wurde, was sie denn dann nach der Hochzeit mache, dann hätte sie ja keine Aufgabe mehr, wenn sie nicht die Hochzeit organisieren muss… Ähm ja… wie wäre es mit in ihrem Job weiter arbeiten?!
    Ne, mal lieber vielleicht einfach Ehefrau sein und Charity Events organisieren, wenns die Führung des Haushaltes grade zulässt.

    Ich bin froh, dass das in meinem Freundeskreis anders gehalten wird und es als völlig selbstverständlich angesehen wird, dass ich in einer Führungsposition arbeite und quasi das Geld nach Hause bringe (obwohl ich Ehefrau bin wohlgemerkt!).
    Was mich traurig stimmt ist, dass es wie von Marie auch schon thematisiert bestimmt noch viel Arbeit bedarf, um wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen.

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  6. NIke

    Das große Problem, dass ich sehen ist Sozialisierung + Erziehung.
    Solange da nicht darüber nachgedacht wird, dass da was schief läuft. Dass man das Frauenbild (nicht nur das von anderen, sondern auch das eigene) überdenken/modernisieren muss, lebt man es doch Kindern, Jugendlichen vor.
    Und Kindern ahmen nach, ist so, denn so lernen sie.
    Wir müssen überdenken/in Frage stelle, was wollen wir vermitteln? Was für ein Weltbild geben wir weiter.
    Ein Junge kann sein Zimmer aufräumen, ein Bad putzen und sich selber was zum Essen machen.
    Ein Mädchen kann mit Lego Raumschiffe zusammen bauen, mit dem Chemiebaukasten experimentieren und auf Bäume klettern.
    Diese veralteten Bilder müssen wir aufbrechen und uns bewusst werden, dass sie veraltet sind.
    Dein ein Phänomen unserer Zeit ist es, dass wenn die wirtschaftl. angespannt ist, werden Frauenbilder sehr schnell wieder sehr traditionell. Von wegen, so war’s immer, so hat’s immer geklappt.
    Man sehnt sich nach Sicherheit, Tradition – verständl., aber hinderlich und für Männer und Frauen nicht zukunftsweisend.

    Mehr Frauen, die sich auf ihre Hinterbeine stellen, ihre Meinung sagen, selbstbewußt und ihr Ding machen, die sind die beste Garantie, dass sich was ändern wird/kann.

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  7. Annika

    Danke für den Artikel! Ich ertappe mich auch öfter bei dem Gedanken, dass ich gerade einfach keinen Nerv auf Diskussionen habe und dass es eh nichts bringt. Aber du hast vollkommen Recht. Man darf es nicht ignorieren. Ganz liebe Grüße Annika

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  8. Dontblog

    Danke, Kathrin für den gut durchdachten Artikel und den tollen Kommentatorinnen hier. Es spricht mir aus der Seele.
    Ich denke nicht, dass es um Tradition an sich geht. Frauen hinter dem Herd sind einfach mal viel weniger gute Konkurrenz. Und seit Frauen viel häufiger und viel bessere Abschlüsse machen, haben die Herren Angst um ihre Existenz(Berechtigung) bekommen.
    Bei meiner Arbeit merke ich ständig, dass sich in unseren Köpfen noch viel tun muss. Als bei uns im Betriebsrat erzählt wurde, dass Frauen mit Kind bei der Einstellung gefragt werden, ob sie nicht lieber nur Teilzeit arbeiten möchten, hat niemand der anderen acht verstanden, als ich fragte, ob auch Männern mit Kind dieses „Angebot“ (weniger Rente, kaum Aussicht auf Leitungsfunktion und Karriere) gemacht wird. Wird es übrigens nicht. Mein Hinweis, dass das ja gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt und wir als Betriebsrat aktiv werden müssten, wurde abgebügelt: Das ist doch super, dass wir so familienfreundlich sind.

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  9. Hannes

    Ich bin immer wieder verwundert, wie sehr die Frauenwelt auf falsche bzw unrealistische Darstellungen innerhalb der Medien reagieren. Die leicht bekleidete Frau aus der Stromwerbung wird hier zb angesprochen. Ist der Autorin schonmal aufgefallen, wie Männer dargestellt werden? Volles Haar, Muskeln, perfekte Zähne
    . Der Nivea Mann ist das top Model, der coke Light Boy, Gillette Werbung = Mann rasiert sich das Gesicht, muss natürlich Muskeln zeigen dabei . Dazu die permanente Dominanz von Superstars in eigtl allen Bereichen, die Männer interessiert (sämtliche sportarten , Musik, Film,) ronaldo als Beispiel für Millionen Jungs.. Braun gebrannt, Muskeln, Millionär,Falsche Zähne, perfektes Haar. George clooney, hugh grant, brad pitt, backstreet Boys, n sync, ronaldo, Justin bieber, sämtliche action Figuren usw.. Es gab, gibt und wird immer die perfekten Männer geben, die übrigens von der „gesamten“ Frauenwelt angehimmelt werden und indirekt als das Schönheitsideal gelten. Ich lese aber nie kolumnen über kolumnen darüber. Es scheint niemanden richtig aufzuregen.. Und da liegt irgendwie „euer“ Problem : alles ist ja sooo gemein. Die Probleme werden von euch erschaffen. Die Medien werben gerne mit schönen Menschen und das sind in der heutigen Zeit bestimmte Typen. Das hat nix mit der Frau an sich zu tun.

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  10. Isabelle

    Danke für diesen großartigem Artikel. Es ist manchmal kaum zu fassen wie man behandelt wird und was man sich alles gefallen lassen muss!
    Ich habe erst kürzlich einem (bislang) eigentlich guten Freund gesagt, dass ich vorhabe meine Haare einer Organisation zu spenden, die Perücken für Krebskranke herstellt, also von Brustlänge hin zu raspelkurz schneiden lasse. Er meinte direkt er fände es furchtbar, dann „wäre ich gar nicht mehr weiblich“ für ihn.
    Hä?! Geht’s noch? So was unverschämtes! Ich habe ihm sehr deutlich gesagt, was ich von seiner Aussage halte. Aber noch nie hat mich eine Aussage so verwirrt und gleichzeitig getroffen.

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