Vegan Kritik ein bisschen vegan

Eene, meene, muh – wie vegan bist du? | Oder: Geht’s noch?!

Vegan Kritik ein bisschen vegan

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation
kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.

(Mahatma Gandhi)

Moin,

Eigentlich müsste hier gerade ein strammer Wind wehen. Ich renne nämlich laut zeternd und wild fuchtelnd durch die Wohnung. Wieso? Wegen euch!

Okay, vielleicht nicht gerade wegen dir. Aber wegen der „veganen Szene“ im Allgemeinen. Ich bekomme eine elementare Sache nicht in meinen Kopf: Wieso setzt man sich mit jeder Faser seines Körpers für andere Lebewesen ein, behandelt seinen Gegenüber aber manchmal wie den letzten Dreck? In den letzten Tagen höre ich mal wieder aus allen Ecken wie unzufrieden einige meiner Freunde und Bekannten mit dem Umgang untereinander – vor allem in den solzialen Netzwerken – sind.

Bitte nicht schon wieder!

Da wird sich angegangen, weil jemand im Urlaub aus lauter Verzweifelung an Ermangelung 100% veganen Essens vegetarisch isst. Oder auf gesundheitlich notwendige Medikamente nicht verzichten kann und möchte, weil ein Kamillenaufguss nun mal nicht gegen Heuschnupfen/MS/Kinderkriegen hilft. Und natürlich nervt es, wenn jemand zum 1254. Mal diese eine Frage stellt. Wofür gibt es die Suchfunktion? Da erzählt jemand stolz von seinem veganen Einkauf im Provinz-Supermarkt und gleich im zweiten Kommentar wird sie oder er wenig charmant dafür abgemahnt, dass Firma XY zu einem multinationalen Konzern gehört. SOWAS KAUFT MAN NICHT! Anstatt die Gedanken, die sich beim Einkauf gemacht wurden zu honorieren, und dann dazu noch einen neuen, freundlichen(!) Denkanstoß zu geben. Der Mensch lernt ja nie aus.

Denn: Wisst ihr, wer da hinterm Bildschirm sitzt? Was seine oder ihre Geschichte ist? Wie internetaffin diese Person ist? Ich habe kaum einen Thread zu einem Thema gesehen, der nicht innerhalb weniger Kommentare in Beschimpfungen und vor allem zynischen und hochmütigen Antworten ausartete. Was SO SO schade ist. Ich selbst bin auf dem platten Land groß geworden. Und hatte großes Glück, dass sich in meiner Umgebung eine antifaschistische Tierrechts-Gruppe formierte, durch die ich irgendwann mittendrin war. Das Glück hat nicht jeder. Wie wusste schon die Sesamstraße? „Wer nicht fragt bleibt dumm.“ Und wer nichts versucht, wird auch nichts schaffen. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wieder so ein lahmer Spruch. Aber ein wahrer. ICH freue mich über den Geschäftsmann, der in der Mittagspause die vegane oder vegetarische Mahlzeit wählt. Denn das ist eine weniger mit Fleisch. Oder das Mädchen, dass in der Drogerie innehält und sich dieses Mal für eine vegane Mascara entscheidet. Oder die Mutter, die überlegt, welche vegane Alternative es wohl für das Lammfell im Kinderwagen gibt. Wer bin ich, mich hinzustellen und den frischen Keim des Umdenkens mit einem Wimpernschlag zu vernichten? So hätte wohl niemand von uns Sprechen oder Laufen gelernt. „Ach du meine Güte, lass‘ das lieber. Das wird nichts.“… Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese unfreundlichen Menschen auch an der Supermarktkasse ihrem Vordermann (oder der Vorderfrau) auf die Schulter tippen und sie anblaffen, warum sie es wagen sowas auf’s Band zu legen.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünscht

Ist es am Ende doch das Netz? Manchmal glaube ich es wirklich.  Anders kann ich es mir nicht erklären, wie Menschen sich so verhalten. Provozierende, zynische Äusserungen, schnippische Antworten und destruktive Beiträge. Es ist beinahe egal welche der vielen Gruppen man aufruft. Klar, im Netz wird man gehört. Passiert einem im analogen Leben vielleicht nicht allzu oft. Und man kann mit wenigen Worten andere auf seine Seite ziehen. Die eigene Identität kann beliebig aufgebaut, geschönt und idealisiert werden. Aber ist es das wert? Mir ist klar, dass die vegane Szene ebenso heterogen wie jede andere ist. Und es DEN oder DIE Veganer_in nicht gibt. Dennoch darf ich von meinem Mitmenschen wohl ein Mindestmaß an Empathie (Oh, war da nicht was?), Freundlichkeit und auch Nachsichtigkeit erwarten. Oder? Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass der Mensch vor allem durch Nachahmung lernt. Er kann 25 Bücher lesen, nichts wirkt nachhaltiger wie ein gutes Vorbild. Schade, dass nicht wenige gerade kein gutes abgeben. Und so sollte ein jede_r von uns sollte sich fragen, wieso sie oder er sich für die (pro)-vegane Lebensweise entschieden hat. Aus Liebe zu seiner Mitwelt oder doch nur, um sich über andere zu erhöhen?

Wenn wir wollen, dass die vegane Bewegung in ihrer ganzen Vielfalt wächst und gedeiht, wir irgendwann nicht mehr als „die intoleranten Spinner“ belächelt werden wollen, dann müssen wir uns ändern. Fangen wir am besten beim nächsten Kommentar damit an.

This entry was posted in Happy Mind.

31 Gedanken zu „Eene, meene, muh – wie vegan bist du? | Oder: Geht’s noch?!

  1. Julia

    Liebe Kathrin,
    ein ganz tollen Beitrag. Danke, dass du dieses Thema mal offen ansprichst!
    Ich würde mir auch wünschen, dass wir andere – egal in welchem Lebensbereich – mehr für das honorieren, was sie schon geschafft haben, und sie nicht nur auf das reduzieren, was noch scheinbar „schlecht“ läuft.
    Klar: Es geht immer noch besser und jeder kann immer noch mehr an sich arbeiten. Aber eine solche Denkweise macht auf Dauer auch keinen Spaß – das kann ich zumindest aus meiner Erfahrung sagen.

    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Hirn_Sieb

    Danke danke danke für diesen Text!

    Ich habe das selbst auch schon sehr oft erlebt und habe mich deshalb aus den meisten Veganergruppen zurückgezogen. Ich finde diese Diskussionen teilweise wirklich schlimm. Am übelsten finde ich auch das Fatshaming, das teilweise herrscht und diejenigen die unter jedes Kuchen-, Cupcake-, oder Dessertbild posten, dass das für sie „nichts mit richtiger veganer Lebensweise zu tun hat“, denn „vegan bedeutet schließlich gesund“, weshalb sie ja auch „sämtliche Weizenprodukte, Zucker und andere ‚Dickmacher‘ aus ihrem Ernährungsplan gestrichen“ haben. (Nichts gegen Smoothies und Rohkost, aber Kuchen und Torten sind für manche Menschen eben doch was ganz Feines.)

    Naja, es gibt zum Glück noch wunderbare Blogger wie dich! 🙂

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  3. Ulrike Bialas

    Stimme dir vollkommen zu!

    Vor allem ist solches Verhalten nicht nur fies und oft demütigend, es ist auch konterproduktiv, weil man damit viele Leute vergrault, die dem Veganismus gegenüber eigentlich aufgeschlossen sind. Schade, wenn Veganer ihren schlechten Ruf bestätigen. Es sollte doch eigentlich darum gehen, die Bewegung nahbarer und breiter zu machen und nicht, sich toll zu fühlen, weil man jemanden belehren konnte, dass z.B. etwas, was er für vegan hält gar nicht vegan ist. Als Kind und Teenager war ich z.B. „Vegetarierin,“ hab aber trotzdem Gelatine gegessen, weil ich nicht wusste, woher sie kommt. Hätte mir jemand freundlich erklärt, woher sie kommt, hätte ich bestimmt früher aufgehört, Gelatine zu essen. Hätte mich jemand angemotzt, dass ich gar keine „richtige“ Vegetarierin bin, wäre das statt eines Aha- ein Scham-Erlebnis gewesen.

    Und zweitens sind es meiner Erfahrung nach oft die fast-veganen oder zumindest aufgeschlossenen Menschen, die angemacht werden. Selten habe ich Veganer gesehen, die unbelehrbare Fleischesser angehen und viel öfter welche, die jemanden dumm anmachen, der versucht durch seinen Konsum Tierleid zu verringern, aber aus welchen Gründen auch immer nicht 100% vegan ist.

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  4. Ricarda

    Dieses Phänomen erlebe ich bei so vielen Gruppierungen und in vielen Fällen sind es ganz einfache psychologische Vorgänge, die dazu führen.

    Im Tierschutz zum Beispiel hast du das Gleiche. Wenn du nicht die von der Community abgesegneten Sorten fütterst, bist du ein Tierquäler. Am besten bereitest du das Futter selbst zu… Ach was. du hälst die Futtertiere direkt selbst. Greifst du mal zur Supermarktdose, wird dein Tier bestimmt tot umfallen – noch bevor du sie öffnest.

    Anderen Leuten bei dem auf die Finger schauen, was sie tun und sie darin zu bemängeln ist eine Art Selbstbestätigung. Sich über andere heben, um sich selbst zu zeigen, dass man besser ist und alles richtig macht. Nichts ist schlimmer als die Gewissheit, falsch zu handeln.

    Das gleiche Verhalten siehst du gegen Fleischesser, weiter gegen Vegetarier und teils gegen Veganer, wenn sie nicht so vegan sind wie man selbst.

    Ich habe mich aus dem Tierschutz zurückgezogen. Zumindest aus den organisierten Gruppen. Ich bin müde geworden, jeder neuen Idee hinterherlaufen zu müssen, weil man sonst nicht mehr akzeptiert wird. Und ich glaube als Vegetarier und Veganer lebt man auch entspannter, wenn man sich aus den großen Gruppen raushält, in denen verkrampft diskutiert und verurteilt wird.

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  5. Roxy

    Du sprichst mir aus der Seele! Aus diesem Grund poste ich auch nichts mehr in veganen Gruppen und binde auch sonst keinem anderen Veganer auf die Nase, dass ich Veganerin bin. Es herrscht einfach so viel Antipathie zwischen Veganern und ich habe mich darüber schon so oft aufgeregt.. anstatt an einem Strang zu ziehen, müssen manche immer beweisen, dass sie „veganerer“ als andere sind. Schlimm!

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  6. Marco Kaiser

    Kann ich ein Lied von singen. Gleich vorweg: Ich bin weder Vegetarier noch Veganer. Allerdings achte ich durchaus drauf, woher meine Nahrung kommt. Zudem weigere ich mich strikt dagegen Kosmetika zu verwenden, welche irgendwie in Verbindung mit Tierversuchen gerieten. Bis auf mein Haarspray ist meine komplette Kosmetik zusätzlich vegan. (Im Haarspray ist Schellack)
    Ich nehme nicht bei jeder Mahlzeit Fleisch zu mir und wähle oftmals die vegetarische Variante. Teilweise 1-2 Wochen am Stück. Das ist meine Art, wie ich es persönlich gut handhaben kann.

    2013 hab ich im April einen Monat komplett vegetarisch gelebt. Hatte das auch auf meinem Blog dokumentiert. Zumindest kurzzeitig. Denn dann wurde ich aus drei Lagern regelrecht angegriffen und als Hassobjekt abgestempelt.
    Fleischfresser: Ich bin ein Verräter (sagte tatsächlich mal einer) und ich wäre eine Schande für alle »normal« essenden Menschen. Ich soll mich doch einfach zu Kaninchen in den Zoo setzen und Co.
    Vegetarier: Jammerten rum, weil ich vorher ja Fleisch gegessen habe und nicht schon immer vegetarisch lebe und warum ich es nicht im Nachhinein einfach so beibehalte (Ich hatte mich noch nicht entschieden, ob es bei diesem einen Monat bleibt oder länger)
    Veganer: Haben mich regelrecht zerfleischt, weil ich einen vegetarischen Monat machte und keinen Veganen. Wie könnte ich mich nur weiterhin von Eiern ernähren, aber die Hühner leben lassen, ich solle es doch gleich lassen.

    Einfach nur lächerlich. Ich war in diesem Monat auch hier in Berlin im Veganz. Es war recht kühl, weswegen ich noch meine Jacke trug – meine Lederjacke. Ich wurde regelrecht dazu aufgefordert den Laden sofort zu verlassen. Damit war der Wunsch erstickt, mich weiter zu informieren, wie ich mehr aus dem vegetarischen Monat machen kann.
    Ich meine ok, es ist Tierhaut, aber abgesehen von der Tatsache, dass die Kuh für die Jacke nicht gestorben ist, sondern das Leder nach dem »Tod aus anderen Gründen« von der Kuh verarbeitet wurde, macht es die Kuh auch nicht mehr lebendig, wenn ich die Jacke wegwerfe. Die Jacke ist alt und ich habe sie mir gekauft, als ich mir noch wenig Gedanken darum machte. Ich werde einen Teufel tun und eine Jacke wegwerfen, dessen Material mir ein Lebewesen »geschenkt« hat, solange sie noch tragbar ist.
    Heute würde ich keine Lederjacke mehr kaufen, aber dennoch.

    Den Rest des Monats habe ich mich dann weniger informiert und einfach nur noch Fleisch dort weggelassen, wo es eigentlich gewesen wäre. Danach aß ich wieder wie früher, mit dem Unterschied, dass ich nie wieder abgepackte Wurst oder Fleisch kaufen würde, sondern eben nur noch von Metzgern und Co, die ihr Fleisch nicht aus Massentierhaltung beziehen.

    Als sich bewusst ernährender Allesfresser kriegt man regelmäßig aus allen Lagern auf den Deckel und das macht es schwer, darüber überhaupt mal richtig zu reden. Da bin ich froh, dass meine Freundin (Vegetarierin) nahrungstechnisch so aufgeschlossen ist.

    Wie dem auch sei, ich verstehe dich zu gut und kriege das selbst auch immer wieder mit. Gerade der Einstieg ist schwer, weil einem von jeder Seite reingegrätscht wird. Einfach weiter machen und irgendwann hat man das gefunden, womit man selbst am glücklichsten ist.

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    1. Julia

      Das ist mal ein ehrlicher Kommentar! Viele Veganer, Vegetarier,… prangern immer wieder an in welch einer schrecklichen Überflussgesellschaft wir leben. Das Wegwerfen von noch tragbarer Kleidung ist aber nun einmal Teil dieses Überkonsums. Daher kann ich auch nicht verstehen wieso man sich für Kleidung, die man bevor man sich mit Veganismus etc. auseinandergesetzt hat gekauft hat, rechtfertigen muss oder gar dazu aufgefordert wird diese wegzuwerfen. Ich würde die Lederjacke auch noch tragen an deiner Stelle.
      Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger über den eigenen Tellerrand zu gucken und sich grundsätzlich mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzten, als zu versuchen sich als den vegansten aller Veganer darzustellen und somit zu behaupten man sei dadurch automatisch ein besserer Mensch. Wenn nur jeder eine bisschen mehr nachdenken würde während er einkauft und sich immer wieder bewusst macht woher die Lebensmittel und andere Güter kommen und wie sie produziert werden…das würde denke ich für den Anfang einen größeren Unterschied machen als ein paar wenige „Hardcore-Veganer“. Das schlimmste, finde ich, ist es nicht zu hinterfragen.

      Übrigens, sehr schöner Beitrag von Kathrin!!

      btw ich ernähre mich vegetarisch, benutze keinerlei Kosmetika (ja tatsächlich das geht! und nein ich stinke nicht, noch sehe ich ungepflegt aus 😉 ) Es muss einfach jeder für sich selbst herausfinden welche Art zu leben ihm liegt. Solange man sich damit beschäftigt und niemals aufhört Dinge zu hinterfragen

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  7. Daniel Preißler

    Liebe Kathrin,

    du weisst ja, dass ich dir in den meisten Gedanken sehr nah stehe. Und auch hier hast du dieses Mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich kann deine Gedanken nur allzugut nachvollziehen, da ich selbst seit fast 4 Jahren vegan lebe und das mit sehr vielen Konsequenzen. Allerdings habe ich auch eine Frau und drei Kinder, die eben nicht vegan, zu meinem Bedauern noch nicht einmal rein vegetarisch, leben. Da ich aber koche und meist einkaufe gibt es bei uns zu Hause trotzdem meist vegane (warme) Mahlzeiten. Meibe Kinder kennen beides und entscheiden sich sehr häufig für die vegane Alternative.

    Ich liebe meine Frau und liebe meine Kinder, wer bin ich als das ich sie verdammen sollte, weil Sie meine Entscheidung nicht teilen?! Sorgsamer Umgang, Mitgefühl und Toleranz…ohne diesen Attributen verbauen wir uns unsere Möglichkeiten, genau wie die katholische Kirche…

    Danke für deine Worte, Kathrin!

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  8. Christina

    Liebe Kathrin,

    du sprichst mir aus der Seele. Ich selbst bin seit 10 Jahren Vegetarierin und habe am Anfang auch wirklich schlimme Erfahrungen mit Veganern machen müssen. Ich habe darüber mal auf meinem Blog geschrieben; falls du mal lesen willst: http://christinamachtwas.blogspot.de/2013/08/uber-den-veggieday-in-der-bundeskantine.html

    Aber um zum Thema zurück zu kommen: Ich war auch bei Facebook in verschiedenen veganen Gruppen und habe immer mal wieder Blogartikel von mir dort gepostet. Ich koche nicht nach „Oh, heute muss ich vegan kochen“, weil ich das blöd finde, sonder das sind eher so „Happend to be vegan“-Geschichten. Also postet ich letztens ein Rezept für Gemüsebrühe aus Resten und wurde sofort angegriffen, weil ich erwähnt hatte, dass man auch übrig gebliebene Parmesanrinden mit in den Topf schmeißen könne – falls man welche hat. Du hättest mal diesen Shitstorm erleben müssen… Einfach nur lächerlich und traurig! Was nur als Anmerkung für alle anderen gedacht war, wurde mir als Meuterversuch vorgeworfen und der besten Kommtar war „DAS IST EINE TIERSCHUTZGRUPPE!!!!“. Ähm, ja danke. Ich bin ausgetreten – das war mir zu blöd.

    LG
    Christina

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  9. Ginni

    Das sind die Gründe, warum ich mich aus jeglichen Foren und einschlägigen Communities zurückgezogen habe. Habe es so leider in unterschiedlichsten Bereichen verschiedenster Themen so erlebt – egal ob Beauty, Ernährung oder Hundeerziehung & -verhalten. Sehr schade..

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  10. soBobbly | Nixenhaar.de

    Ohne selbst überhaupt vegetarisch zu leben (auch wenn ich nur sehr selten Fleisch esse), finde ich diesen Beitrag unheimlich interessant. Vor allem bekomme ich in letzter Zeit doch an vielen Ecken Unmut darüber mit. Ohne mich in den Kreisen zu bewegen.

    Ich finde aber generell, dass diese Tendenz bei „Grünlebenden“ zu erkennen ist. Nicht nur beim veganen Essen, sondern auch bei dem Bio-Trend und Naturkosmetik. Diese Tendenz, dass man was besseres ist, ist glaube ich naheliegend. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich fühle mich schon etwas besser, weil ich natürliche Produkte nutze. Aber ich mag mich deshalb trotzdem nicht über andere erheben.
    Womit ich hingegen nicht leben kann ist, wenn mich jemand für meinen natürlicheren Lebensstil kritisiert. Kommt selten vor (in vier Jahren zweimal), aber dann gelange ich auch schnell in die Position, dass ich das versuche zu verteidigen. Und dann sage ich meinem Gegenüber auch, dass Erdöl scheiße ist. Oder so….

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  11. Linda

    Oh, wie ich gerade das selbe empfinde wie Du, kannst Du Dir gar nicht vorstellen! Ich bin vor Kurzem aus allen veganen Gruppen bei Facebook ausgetreten, weil es mir echt zu blöd geworden ist. Bei Deutschland is(s)t vegan mache ich nun auch weniger, weil da in letzter Zeit immer mehr üble Kommentare kamen. Zum Glück sind die meisten ja sehr angenehm und eher zurückhaltend, aber die paar, die einen angreifen, die belasten einen schon sehr. In meiner Umgebung gibt es einige supertolle vegane Menschen, die auch alle total unterschiedlich sind mit dem, was wer noch als vegan akzeptabel ansieht und was nicht. Aber wir akzeptieren uns gegenseitig und diese Menschen bereichern mit ihrer Freundschaft mein Leben. Viele andere Veganer haben mich schon herbe enttäuscht, unfassbar wie einige miteinander umgehen! Davon distanziere ich mich.

    Wie Du weißt, finde ich es allerdings nicht sehr schwer, im Urlaub vegan zu essen 😉 Aber jeder entscheidet da selbst, wie strikt sie/er das durchzieht. Mein Mann „darf“ ja auch mit mir in Urlaub fahren, obwohl er ab und zu noch Fleisch isst 😀

    Liebe Grüße!

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  12. mara

    Bin da auch aber sowas von bei dir! Vorallem sollten sich alle diese Gutmenschen, mal darüber im klaren sein, dass sie hier ein „Erste Welt“-Problem behandeln. In Afrika (als einfachstes Bsp.) können sich die wenigsten aussuchen ob sie vegan werden oder nicht. Es gibt, was es gibt. Ebenso viele andere BewohnerInnen unsrer „schönen Welt.“ Und da kommt mir echt das kotzen! Bin selbst vegan und froh über jeden ders versucht, ausprobiert oder was auch immer. Aber jeder bitte wie er will.

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  13. Lady

    Ein wunderbarer Beitrag! Ich selbst ernähre mich nicht vegan, sondern sehr gemischt: nur in absoluten Ausnahmefällen Fleisch, kochen überwiegend vegetarisch, manchmal vegan und backen immer vegan.

    Der Ruf eilt der vegetarischen/veganen Szene in der Tat voraus und deshalb habe ich mich gar nicht erst in irgendwelchen Gruppen oder Foren angemeldet, sondern gleich andere Wege gesucht und habe von den Beleidigungen und der Hochmütigkeit nicht allzu viel mitbekommen.

    Zum Glück habe ich aber einige wunderbare Blogs (wie deinen!) gefunden, die mir regelmäßig Anregungen geben, tolle Rezepte zeigen, von denen ich vieles ausprobiere und auf denen ich noch nie ein schlechtes Wort gegenüber denen gelesen habe, die ihren Lebensstil oder ihr Konsumverhalten zu verändern versuchen.

    Im Gegenteil, Blogs geben mir genau die Denkanstöße, die in Foren oder Gruppen offenbar meist fehlen und vielleicht habe ich mich genau deshalb auch noch nicht von meinem Weg abbringen lassen und teste weiter neugierig, was die vegane Lebensweise so zu bieten hat 🙂

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  14. Johanna

    Ein toller und vor allem (leider) auch sehr wichtiger Artikel! Ich bin selbst in diversen veganen Facebook-Gruppen Mitglied und versuche mittlerweile schon gar nicht mehr die Kommentare zu lesen. In die Gruppe des veganen Tellerchens hätte ich beispielsweise auch schon gerne mal etwas gepostet, aber ich habe es bisher immer verworfen aus Angst angeblafft und/oder runtergemacht zu werden. Es ist wirklich schade, was momentan in der veganen (Internet-)Szene abgeht, da ja eigentlich gerade online so viele Möglichkeiten zur positiven Vernetzung und Austausch gegeben sind.

    Liebe Grüße,
    Johanna

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  15. Cherry

    Sehr guter Artikel! Du sprichst mir aus der Seele. Manchmal wird es mir im Netz einfach zu viel. Da heißt es: “ Iß das nicht, das ist ungesund, das ist aber mit Kohlenhydraten, ohne Superfoods gehts gar nicht mehr, nur grüne Smoothies trinken sei das beste, Detox hier, Saftkur da, Aganvendicksaft ist auch ungesund, nur roh essen ist das einzig wahre…….“ Das der Ton da manchmal da unter der Gürtellinie ist geht auch überhaupt nicht. Ich glaube, dass es viel mit der „Anonymität“ im Netz zusammen hängt. Wenn ich den anderen nicht persönlich kenne, kann ich ja auch mal schreiben und danach erst denken. Genau so fühlt sich das für mich an. Traurig ist das! Und für den anderen sehr verletztend. Manchmal muss man aufpassen, das man das ganze nicht so nah an sich ran lässt und keine Essstörung entwickelt. Bei diesen ganzen „Ich bin so dünn-gehe jeden Tag Sport machen-und ernähre mich nur von gesunden veganen Sachen“ kann man echt verrrückt werden.
    Ein bisschen Empathie und Zurückhaltung hat noch keinem geschadet!

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  16. Wonni

    Danke für diesen Beitrag, Du sprichst mir aus der Seele und Gandhis Aussage ist auch eine meiner Lieblings-Zitate und ich versuche auch danach zu leben!

    Jeden Satz den Du schreibst kann ich voll und ganz unterschreiben!!!

    Ich sitze auch oft kopfschüttelnd und verständnislos da wenn ich in veganen Foren lese wie sich Menschen befetzen – die so sehr gegen das Tierleid sind – und frage mich dann immer, warum man dann nicht auch mit Menschen liebevoll umgeht….

    Ja genau, ich sehs wie Du, man kann nur mit einem guten Vorbild überzeugen, nicht bekehren und mit guten Rezepten die gut schmecken „obwohl“ sie vegan sind 😉 Jeder muss seinen Weg selbst finden, in seinem ureigenen Tempo, so wie wir, die wir uns vegan ernähren, auch in unserem Tempo die Umstellung gemacht haben und zu unserer Zeit.

    Sonnige Grüße

    Wonni

    Antworten
  17. Kathrin Beitragsautor

    Guten Morgen ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Worte, eure Erfahrungen und Meinungen. Ich werde noch eine Weile brauchen, alles in Ruhe nachzulesen. Ich bin froh zu lesen, dass es noch mehr Menschen gibt, denen die aktuelle Situation ebenfalls nicht behagt. Und traurig, dass das Verhalten tatsächlich auf so viele andere Bereiche übertragbar ist. Auch ich habe das schon zu spüren bekommen.
    Das es aber auch anders geht, zeigt ihr jeden Tag auf’s Neue. Danke 😉

    Liebe Grüße
    Kathrin

    Antworten
  18. Regina

    Hallo und DANKE für deinen Ärger, für deine Worte und deine Offenheit! Genau DAS liegt mir auch auf dem Herzen – diese vegannazis, die jeden keinen Schritt kritisieren und damit so viele Menschen einschüchtern, überhaupt erst einmal was zu tun! Ich persönlich finde es super, dass Discounter wie Norma, Aldi & Co jetzt auch Bio und Vegan in ihrem Sortiment haben: Denn das führt dazu, dass es die ein oder andere vegane Mahlzeit mehr gibt – ob aus Zufall oder geplant. Ob jemand vegan isst um abzunehmen oder aus Tierschutzgründen – das ist mir natürlich nicht völlig egal, aber wer bin ich denn, wenn ich das eine mehr wertschätze als das andere? Beide Wege führen doch zu dem eigentlichen Ziel, nämlich mehr vegane Mahlzeiten, oder? Oder ob jemand sich zwar nicht vegan ernährt aber dafür umso mehr auf vegane Kosmetik und Kleidung achtet – wunderbar!
    Und ja, ich glaube auch, dass im World Wide Web es den Menschen einfacher fällt, rumzumeckern. Sie sitzen da und gucken nur auf ihren Bildschirm. Ich denke wenn sie an den Menschen dahinter denken oder die Person leibhaftig vor sich hätte, dann würden sie evtl nicht so viel „Mut“ haben – oder zumindest mehr Anstand.

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  19. Gutmensch

    „Gutmenschen“, „Vegannazis“ – wie war das nochmal mit dem respektvollen Umgang? Klappt hier ja auch mal wieder nicht ganz so gut… #Kopfschüttel

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  20. Simon

    Hallo,
    sehr guter Beitrag. Durch diese respektlose und intolerante Gutmenschenbesserwisserei wird jeder noch so kleine Keim in die richtige Richtung erstickt. „Szenen“ sind mir mittlerweile unheimlich. „Szenen“ grenzen ab und vor allem aus. Dann doch lieber ein paar wenige Menschen in meinem Umfeld, die mir auf ehrliche und freundlich gesinnte Art und Weise (neue) Impulse geben, als eine „Szene“, die in ihrem Handeln nicht konsequent, sondern radikal und fundamentalistisch auftritt und eigentlich immer mehr offenen Menschen für die eigentliche Sache die Tür an die Birne knallt, bevor sie sich überhaupt mehr darüber informieren und die für sie richtigen Kanäle finden können.
    Bestes
    Simon

    Antworten
  21. Dani

    Ich kann deinen Beitrag in vielen Punkten voll und ganz unterschtreichen. Anonym und im Netz kann man halt seinem Ärger in respektloser Weise Luft machen. Man muss sich ja nur mal die Leserkommentare der einschlägigen Online Zeitungen durchlesen, Da fehlen mir oft die Worte. Vor allen Dingen bei Artikeln über Veganismus, hier sind es aber hauptsächlich die omnivor lebenden Menschen die beschimpfen, völlig ausrasten und sich anscheinend sehr angegriffen fühlen.

    Was mich bei dem ganzen Veganhype aber am meisten stört, ist das, worum es eigentlich geht, Tierleid, Tod und Umweltzerstörung absolut in den Hintergrund rückt.. Da kann ich leider auch nicht sagen, wie schön ich es finde, wenn jemand nur Biofleisch ißt. Das Tier wird trotzdem am Ende des Tages getötet, der Kuh wird trotzdem ihr Kälbchen weggenommen und die männlichen Küken werden trotzdem vergast etc.
    Mir ist es total egal, welcher grüne Smoothies besser schmeckt, welches Superfood einmal um die Welt geflogen ist, mi r geht es um die Tiere und um ihr Leiden.

    Trotzdem sollte man anderen Menschen mit Respekt begegnen und sie Unterstützen, anstatt sie zu vergraulen.

    EIn schönes, sonniges Wochenende.
    Dani

    Antworten
  22. Anna Morph

    Sehr gut. Genau meine Meinung.
    Dieses ewige Vegan- Veganer- am Vegansten nervt. Sicher tun wir das alles mit einem gewissen Hintergrund aber jeder hat sein eigenen Rhythmus und seine eigene Vielfalt wie er seinen Lebenswandel vollzieht. Zudem brauchen wir den neuen Trend der Industrie. Ja, auch von Unternehmen die unvegane LM herstellen oder mithilfe derer, weil leider die veganen Firmen noch nicht groß genug sind um sich allein zu halten und zu etablieren.

    Antworten
  23. Miss Polkadot

    Danke, dass Du das Thema ansprichst und offenbar nicht nur ich so genervt davon bin. Klar, das Internet ist ein wunderbar – Ironie! – anonymer Raum, in dem wir uns mehr trauen als im „richtigen“ Leben. Aber die aggressive, von oben herabschauende und verurteilende Art, in der manche Menschen agieren, ist mir wirklich unverständlich. Leider muss ich auch sagen, dass mir in der, wie Du sie nennst, veganen Szene besonders viele Sturköpfe, Besserwisser und Streitsuchende.
    Neben den Beispielen dafür, die andere Kommentatoren hier bereits nannten, fällt mir noch eines ein. Kürzlich fragte mich ein Neu-Veganer aus einer lokalen veganen Gruppe, deren Mitglied ich bei Facebook bin, der mich eigentlich wegen eines nicht-essensbezogenen Themas angeschrieben hatte, ob ich einen veganen Kräuterquark wüsste. Er habe diese Frage schon länger stellen wollen, sich aber in der Gruppe nicht getraut. Das kann ich – traurigerweise – gut nachvollziehen, denn in der Gruppe herrscht manchmal ein rauer Ton. Schade, wie ich finde. So überzeugt man niemanden, sich dem Thema vegan zu nähern.

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  24. Katharina

    Vielen Dank für diesen Artikel Es ist eh schon so schwer heutzutage, wenn man halbwegs nachhaltig und ohne Leid zu verursachen leben will (alleine schon beim Einkaufen sämtlicher Konsumgüter!). Dann braucht man auch keine Anfeindungen, wenn man es nicht 100%ig schafft. Wir bemühen uns alle, so gut wir können! Danke nochmal! Liebe Grüße aus Wien, Katharina (manchmal vegan 😉 )

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