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Color-coded bookshelf Bücherregal

Color-coded bookshelf | Bücher nach Farben sortieren

Bücher nach Farben sortieren

Ja, ich bin eine Perfektionistin. Und manchmal kann ich auch echt pedantisch sein. Lange bevor ich mich mit Minimalismus, Marie Kondo und Co. befasst habe, hat mich eine Sache immer sehr gestört. Ich war immer unzufrieden mit meinem Bücherregal. Egal wie ich es sortierte, es sah konsequent ungeordnet und unruhig aus.

Die Regelböden meines alten Schrankes waren in unterschiedlichen Höhen angebracht und nicht wirklich tief, so dass ich Bücher oft nicht so platzieren konnte, wie ich es gerne wollte. Einfach weil sie unterschiedlich hoch waren. Oder gar unterschiedlich lang. Was fast noch schlimmer ist…

Ich habe gerne klare Kanten. Buchrücken an Buchrücken. Nebeneinander „auf Pass“ abschließend. Leider sind Bücher aber nun einmal unterschiedlich groß und so hat man meist nur zwei Möglichkeiten: Entweder alle nach vorne ziehen und die unruhigen Cover schön präsent drapieren oder aber alle soweit zurück zu schieben, wie es geht. Und eine muntere Berg- und Talfahrt im Regal in Kauf nehmen. Im Geiste plante ich bereits einen Bücherschrank mit Türen…

Bücher nach Farben sortieren

Als ich mir dann im letzten Jahr ein neues Regal zulegte, entdeckte ich auf Pinterest (Wo sonst?!) ein Bild und war baff. Bücher nach Farben sortieren! Logisch! Das ist DIE Lösung. Wieso bin ich da nicht gleich drauf gekommen? Mein unruhiger Geist ist besänftig und erfreut sich an dieser farbenfrohen Ordnung, 

Color-Coded Bookshelf

Colour-coded Bookshelf

Die Idee ist so einfach wie simpel. Alle Bücher werden farblich sortiert, mit herrlich anzusehenden Übergangen. Zugegeben: Ich müsste mal wieder ran und mein Kunstlehrer würde bei diesem Anblick höchstwahrscheinlich noch mal Goethes Farbkreis hervorholen und mit mir ins Gericht gehen. Aber ich bin happy. Mein Bücherregal macht mich glücklich.

Allerdings gibt es auch einen Haken. Denn beim Bücher nach Farben sortieren geht Aussehen definitiv vor Praktikabilität. Sortierte ich früher meine Bücher nach Fachgebieten, muss ich nun die Buchrückenfarben kennen, um schnell ein bestimmtes Exemplar zu finden. 

Ebenfalls ein Learning aus den letzten Monaten: Niemals einen Regalboden ganz voll packen. Denn das hat zur Folge, dass wenn ein neues Buch gekauft wird und es nicht mehr zwischen seine farblichen Buddies passt, das große Umschichten beginnt. Für euch getestet… >
Lasst also am besten immer links und recht etwas Luft, so dass noch das ein oder andere Buch dazwischengestellt werden kann. 

Aber für diese Meditation fürs Auge nehme ich das gerne in Kauf. Also, ran an den Regenbogen! Alle Bücher in die Raummitte und lossortieren. Gute Laune garantiert! 

(Was kam im Regenbogen nochmal nach Lila? Und wo kommt Gelb hin?…)

colour coded bookshelf

colour coded bookshelf rainbow books

colour coded bookshelf rainbow books

Kate Hudson Buch Ganz Schön Glücklich

#VWT | Kate Hudson | ganz. schön. glücklich.

Kate Hudson Buch Ganz Schön GlücklichKate Hudson und ich. Hach. Das ist ein ziemlicher Girl Crush. Als Schauspielerin immer eher auf die Rolle des „southern girl from next door“ festgelegt, liebe ich ihre Boheme, dieses immer leicht Entrückte und Hippie-eske. Sie wirkt auf mich, als sei sie mit sich im Reinen und strahlt dabei so viel Lebensfreude und Freigeist aus. Wohl auch deshalb zählt  Almost Famous seit mittlerweile 17 Jahren zu meinen absoluten Feel Good Movies. 

Nun hat Kate Hudson ein Buch herausgebracht, welches mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich ist. Und selbstverständlich kam ich nicht drumherum, es mir genauer anzusehen. ganz. schön. glücklich* ist sowas wie eine Anleitung für dieses ganz bestimmte „Kate-Hudson-Gefühl“. 

Es ist keine Erweckungsgeschichte á la Hollywood, sondern ein persönlicher Bericht einer langen Entwicklung. Und haut ziemlich genau in die Kerbe, in die Jenny & Moritz mit ihrem famosen Food ’n‘ Love Kurs* hauen: Es gibt kein Patentrezept, welches für alle Menschen funktioniert. Aber wenn du deinem Körper zuhörst und ein Gefühl für ihn bekommst, kannst du ein glücklicherer und gesünderer Menschen werden. 

Klingt fast zu banal, als das man das glauben möchte. Aber genau deswegen verdienen wahrscheinlich all die Gurus mit ihren „Non Plus Ultra“-Konzepten auch so viel Geld… 

Das Buch ist vollgepackt mit Rezepten, Achtsamkeitsübungen, Yoga und anderen guten Dingen, die allen Menschen gut tun. Dazu ein bisschen Ayurveda, ordentlich Bewegung und viel Selbstakzeptanz. Einziger Haken: Kate Hudson isst sowohl Milchprodukte als auch vereinzelt Fleisch. Diese Dinge finden sich also auch im Buch wieder, können aber geflissentlich ignoriert werden. Es bleibt genug über, von dem auch Veggies profitieren können. 

ganz. schön. glücklich. ist schön anzusehen, mit tollen Illustrationen, Fotos und – worauf ich ja persönlich sehr stehe – einer angenehmen Haptik: Matte Seiten, mattes Cover mit Prägung und einem Duft „nach Buch“. 

Wieder so ein Buch, mit dem man sich abends im Bett oder am Wochenende auf dem Sofa herrlich die Zeit vertreiben und dabei noch was für sich mitnehmen kann. 

Kate Hudson Buch Lifestyle Kate Hudson Buch Ganz Schön Glücklich Rezension

Kate Hudson Buch Ganz Schön Glücklich

P.S.: Bei dem Buch handelt es sich um ein von mir angefordertes Rezensionsexemplar.

Der Link dazu und zum Food ’n‘ Love Kurs sind Partner-Links (Affiliate). Solltet ihr das Buch oder den Kurs über diesen Link kaufen, sind sie für euch nicht teurer als sonst, allerdings unterstützt ihr damit meine Arbeit an diesem Blog. Solltest ihr dies tun, bedanke ich mich recht herzlich für eure Unterstützung. Ansonsten steht euch natürlich frei, das Buch oder den Kurs über andere Quellen zu beziehen. 

Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Meditation Audra

Meditation für alle, die nicht meditieren können

Meditation Audra  Werbung*

Ich bereite alles vor. Vorbereitung ist schließlich alles. Ich lüfte das Zimmer, rolle die Matte aus und falte mich in den Schneidersitz. Augen zu und einmal tief ein- und ausgeatmet. Es kann losgehen. 

Nach gut 10 Sekunden zieht der erste Gedanke vor meinem inneren Auge vorbei. Nach 1 Minute linse ich zum ersten Mal verstohlen durch die halbgeschlossenen Lider. Und nach 5 Minuten schlafen mir die Beine ein. Ich soll den Schmerz wahrnehmen sagen sie. Und dann soll ich ihn vorüberziehen lassen sagen sie. Ich beginne unruhig hin und her zu rutschen. Wie ein kleines Kind, dem man gesagt hat, es soll doch bitte mal wenigstens 5 Minuten still sitzen. Der Schmerz wird immer fieser und ich muss aus dem bilderbuchreif gezirkelten Yogasitz entfliehen. Ich schaue auf die Uhr. Es sind gerade mal 3 Minuten vergangen. 3 Minuten, in denen ich mich keine Sekunde entspannt oder auch nur fokussiert gefühlt habe und die höchstwahrscheinlich herzlich wenig mit Meditation zu tun hatten. Dabei soll es doch so einfach sein. Sagen sie. 

Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass sich die Außentemperatur gerade knapp unter Null bewegt und ich statt unter einer Palme unter meiner Monstera sitze. Vielleicht klappt das mit dem Meditieren auf Bali einfach besser? Oder aber ich habe die falsche Hose an. Ob mich die fancy Yoga Pants, die mir gerade auf Instagram auf jedem 3. Bild entgegenstrahlen in andere Sphären katapultiert? Wahrscheinlich hätte ich mir einfach die Pizza gestern Abend kneifen und stattdessen eine Buddha Bowl essen sollen. Dabei liegt mir Rohkost manchmal schwerer im Magen als fettiges, italienisches Essen. Das sieht aber natürlich weniger yogisch aus. 

Oder kann ich es einfach nicht? Vielleicht bin ich einer der Menschen, die nicht zum Meditieren gemacht sind. Sowas gibt es bestimmt. Wie diese Menschen, die nicht hypnotisiert werden können. Wobei es ja immer heißt, jeder kann meditieren… Hm. 

Meditation Yoga

Ich muss die Entspannung entspannter angehen

Es gibt nämlich tatsächlich ein paar Kniffe, die eine Meditation auch im trubeligsten Alltag möglich machen. Für die man nicht als digitaler Nomade auf ’ner Palme sitzen oder drei Mal die Woche ins hippe Yoga Studio laufen muss. Zum Schluss stelle ich euch drei einfache Meditationstechniken vor, die wirklich jeder umsetzen kann. Garantiert.

Doch beginnen wir mal mit den Vorbereitungen. Eine meiner besten Anschaffungen der letzten Zeit ist definitiv mein neuer Meditationshocker. Schon lange war mir eigentlich klar, dass ich so etwas brauche. Vor allem jetzt, nach dem Unfall. Aber sich mit 33 Jahren selbst einzugestehen, dass das mit dem Schneidersitz mittlerweile leider doch recht tagesformabhängig ist, ist gar nicht so leicht. Ein erster Schritt in Richtung Achtsamkeit. Früher waren wie auch immer überschlagene Beine kein Problem für mich. Mittlerweile schlafen sie mir tatsächlich gerne mal ein. Selbst im aufrechten Sitz auf einem zu niedrigen Stuhl. Der Hocker hilft dabei, zum einen aufrecht zu sitzen und zum anderen, die Blutgefäße und Nervenbahnen in Hüfte und Beinen nicht zu sehr zu quetschen. Vor allem im Fersensitz ruht nahezu das ganze Körpergewicht auf Beinen und Füßen, was für Ungeübte schnell schmerzhaft werden und zu Frustrationen führen kann. 

Ebenfalls sehr hilfreich ist es, sich bei Meditation und Savasana warm einzupacken. Denn nichts ist blöder, als langsam zur Ruhe zu kommen und dann macht sich Gänsehaut breit. Der Fleece-Ponch von Tchibo ist perfekt, um sich warm zu halten. Er ist federleicht und lässt sich klein zusammenfalten, passt also in jede noch so kleine Tasche. Darüber hinaus hat er keine Schnallen, Knöpfe oder dicke Nähte und drückt somit nirgends bei der Entspannung im Liegen. 

(Sehr interessant finde ich auch das aufblasbare Bolster (Platzsparend!) und das Yoga-Rad, welches eine gute Einsteiger-Alternative für das deutlich teurere Original zu sein scheint.)

Meditation Tutorial Tchibo

Don’t hesitate: Meditate

Und dann musste ich mir im Klaren darüber werden, dass Meditation so viel mehr ist, als ewig langes Sitzen und Leere im Kopf. Nichts Abstraktes, nach dem man strebt und das man irgendwann, mit viel Mühe, erreichen kann. Man muss es einfach machen. Es ist wie Fahrrad fahren. Erst ist man froh, überhaupt auf dem Sattel sitzen und die Füße vom Boden heben zu können. Dann kann man ein paar Meter weit eiern und irgendwann fährt man mit Karacho freihändig jauchzend den Berg runter. (Was ich nie getan habe. Ich Schisser. Aber mit der Meditation ist das wohl ähnlich. Ich habe mich lange nicht getraut einfach „zu machen.“ Nicht vertraut.) 

Bevor wir uns also an die spirituell anspruchsvolleren Kaliber wagen, zeige ich euch heute ein paar ganz einfache Praktiken, die ihr selbst im größten Trubel unterbringen könnt. Denn meditieren kann wirklich jeder. Sofort. Selbst ihr könnt genau jetzt damit anfangen. Einfach das Handy oder den Laptop zur Seite legen und los geht es. Glaubt ihr nicht? Dann mal los. Ich zeige euch heute drei ganz einfache Tools, die ihr sofort, in diesem Moment und (fast) überall anwenden könnt. Sogar während ’nem langatmigen Meeting oder beim Warten auf die Bahn. 

Für die unsteten Geister haben sich die alten Lehrer ein paar Kniffe ausgedacht. Denn so einfach es auch klingen mag: „Lasst die Gedanken vorbeiziehen, beobachtet sie und konzentriert euch dann wieder auf den Moment.“ ist in der Realität oft gar nicht so einfach.

Da hilft es, den Geist mit etwas zu beschäftigen. Mit einem Mantra beispielsweise. Seine Schwingungen allein – laut ausgesprochen, geflüstert oder nur gedacht – helfen, unseren geistigen Zustand zum Positiven zu ändern. Eines der wichtigsten und vielseitigsten Mantren aus dem Kundalini Yoga ist das Mantra SAT NAM. Frei übersetzt bedeutet es soviel wie „Ich bin die Wahrheit“. Und es eignet sich hervorragend, um darüber zu meditieren. 

Meditation Mala

Meditation „on the go“ 

Kirtan Kriya

Für diese einfache Meditation wird das Mantra SAT NAM zu SA TA NA MA verlängert: Geburt, Leben, Tod, Wiedergeburt. Wem das zu spirituell klingt: Egal, einfach machen. Die Meditation hilft Gewohnheiten zu durchbrechen, klärt den Geist und hilft, die eigene Bestimmung zu finden.

Nehme eine aufrechte Position ein und schließe wenn möglich die Augen. Während du das Mantra im Geiste vor dich hersagst, führst du die Finger einer oder beider Hände abwechselnd zum Daumen.

Sa – Zeigefinger mit leichtem Druck zum Daumen
Ta – Mittelfinger mit leichtem Druck zum Daumen
Na – Ringfinger mit leichtem Druck zum Daumen
Ma – kleiner Finger mit leichtem Druck zum Daumen

Danach wieder von vorn, also am Zeigefinger, beginnen. Für zwischendurch reicht eine gute Minute, die auch mal eben unterm Tisch durchgeführt werden kann. Im Anschluss tief einatmen, den Atem kurz anhalten und tief ausatmen.

Wer tiefer gehen möchte, versucht sich hieran: 5 Minuten normal sprechend, 5 Minuten flüsternd, 10 Minuten im Geiste sagen, 5 Minuten flüstern, 5 Minuten normal sprechend. Die Zeiten können variiert werden, die Proportionen zueinander sollten aber beibehalten werden, z.B. 2 – 2 – 4 – 2 – 2 oder 1 – 1 – 2 – 1 – 1.

Herzschlag Meditation

Lege vier Finger einer Hand auf den Puls der anderen. Nicht den Daumen verwenden, denn der hat einen eigenen Puls. Nun im Geiste und im Takt des Herzschlags/Pulschlags SAT NAM rezitieren. SAT auf den ersten, NAM auf den zweiten Schlag und so weiter. Ideal sind mindestens 3 Minuten, aber selbst eine Minute ist immerhin etwas. Das geht immer und überall, wetten?

Die „Don’t Meditate“ Meditation

Für die ganz harten Fälle – und Kinder – habe ich eine Meditation aus Three Min Start für euch. Hier wirkt nämlich schon die Handhaltung kleine Wunder und euer Geist kann machen, was er will. Setzt euch in eine aufrechte Position und bringt eure Hände in der Form einer Lotusblüte ca. 10 cm vor der Stirn zusammen. Heißt: Die Handwurzeln berühren sich, ebenso Daumen und kleine Finger. Die restlichen Finger werden abgespreizt. 

Schließt die Augen, atmet durch die Nase und tut alles, um nicht zu meditieren. Jawohl, richtig gelesen. Denkt an alles, was euch heute zu passiert ist, an die schönen Dinge, an die blöden Gefühle, von mir aus auch an den Einkaufszettel. Aber meditiert um Himmels willen nicht! Im Anschluss tief einatmen, den Atem anhalten und dabei alle Muskeln im Körper anspannen. Ausatmen und Entspannen. Na, entspannter? 

(Bei der Entstehung dieses Textes, habe ich übrigens nach der Hälfte das MacBook zur Seite gelegt und eine halbe Stunde zu Songs von Ignite, Slipknot und Sia die Glieder geschüttelt. Danach war das Herz am pumpen und der Kopf frei für neue Gedanken. Irgendwie auch eine Art der Meditation. )

Wer Lust bekommen sagt, ein wenig was für sich , seinen Geist und seinen Körper zu tun, sollte mal bei der Tchibo Community Aktion #befitbeyou reinschauen. Dort findet ihr aktuell viele Videos mit Übungen, Rezepten und Tipps von den drei Expertinnen Hannah Frey (Yoga & Ernährung), Friederike Franze (Laufen) und Louisa Tellert (Fitness) , die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen und Fragen beantworten. 

© Fotos: Franzi Schädel

P.S.: *Dies ist eine bezahlte Kooperation mit Tchibo. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Meditation Räucherstäbchen Meditation Zubehör

Shirley Seul Das Leben ist keine To-Do-Liste

Buchtipp |“Das Leben ist keine To-Do-Liste“ von Shirley Seul

Shirley Seul Das Leben ist keine To-Do-ListeMoin,

damals – bevor wir auf die digitalisierte Patientenverwaltung umstiegen –  hatten wir in der Praxis ein dickes Buch, in dem die Termine vergeben wurden.  Ganz old school mit Papier und Bleistift. 

Am meisten Spaß machte es mir, im Anschluss die Patienten, die die Praxis wieder verlassen hatten, wegzustreichen. Wieder einer weniger. Einer dichter am Feierabend. Irgendwann ging es so weit, dass mich meine Kolleginnen für diesen Job extra aus dem Behandlungszimmer riefen. „Komm‘ Kathrin, du darfst wieder streichen. Das machst du doch so gerne.“ 

Ich habe es schon immer geliebt Listen zu führen. Dinge, die erledigt werden mussten fein säuberlich untereinander zu schreiben und nach Vollendung durchzustreichen. Ein sehr befriedigendes Gefühl. Noch heute führe ich meinen Kalender inklusive aller dazugehöriger Listen analog auf Papier. Ich habe es mit dem Organzier auf dem Handy versucht. Mehrmals. Es ist einfach nicht das selbe.

Aber nochmal zurück in die Praxis. Natürlich wurden Termine nicht nur einmal vergeben. Nein, manchmal doppelt oder sogar dreifach. So eine Zeile in einem Buch ist dehnbar. Ein Wartezimmer leider nicht. Und für jeden durchgestrichenen Patienten rückte ein neuer nach. Das ist das Problem mit den Häkchen auf der To-Do-Liste: Selten verschaffen sie uns mehr Freizeit. Meist schaffen sie nur mehr Zeit für noch mehr „Dinge, die unbedingt erledigt werden müssen.“ 

Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes verplant. Nach der Arbeit geht es für die wenigsten auf die Couch zu den Liebsten und einem guten Buch. Meist „muss“ man dann noch zum Sport, den man am besten gleich mit einer Freundin zusammen absolviert. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Beziehungsweise zwei oder drei Häkchen auf dem Papier. Was für die Figur getan, beschäftigt gewesen UND soziale Fleißbienchen gesammelt. Weil man das so macht. Wieder andere widmen sich nach Feierband 1.0 ihrem Job 2.0 und werkeln an Blogs, Yogastunden oder Manuskripten herum. Um dann nach Feierabend 2.0 noch schnell einzukaufen, den Hund auszuführen und die Eltern anzurufen, bei denen man sich im 3-Wochenrhythmus ja mal melden muss, Wieder ein paar Häkchen mehr. 
Shirley Seul To-Do-ListeDoch haben wir unseren Alltag so wirklich mit Leben gefüllt? Fülle gespürt? Oder sind einfach nur hindurchgerast? Um alle paar Monate komplett die Reißleine zu ziehen, eine vermeintliche Pause zu machen. Um wieder Kraft für Neues zu tanken. Kraft, die am Ende für neue Arbeit und neue Häkchen drauf geht.

Shirley Seul stellt da genau die richtigen Fragen. In „Das Leben ist keine To-Do-Liste. Endlich Zeit für das, was wirklich wichtig ist – Mit der To-Be-Liste“ führt sie uns vor. So richtig. Ich fühle mich erkannt und ertappt. Ohne Moralkeule, Lifecoach-Blabla und verschwurbelt-salbungsvollen Erkenntnissen. Seul schreibt genau nach meinem Geschmack: Kurz, knackig und immer ein wenig piesackend. Sie weiß, wo sie mich kriegt.

„Schalten Sie Ihr Handy jetzt aus.“ Is‘ klar… Nee. Ich stelle mir einfach vor, es wäre aus. Liegt ja neben mir auf dem Bett. Ich werde einfach nicht drauf sehen, während ich lese. „Sollten Sie das lächerlich finden und denken „Ich tu nur so, als hätte ich es ausgeschaltet“, dann fragen Sie sich, wie ernst Sie Ihr Bedürfnis nach mehr Zeit nehmen.“ Öhm ja. Schon wieder erwischt. Ich schiele verlegen zum Handy. Und drehe es zumindest um….

Zum Glück hat sie gleich ein paar Anregungen zum anders und besser machen parat. Und diese kommen – Gottseidank! – nicht als festgeschriebener, starrer Plan daher. Auch nicht als neues, heißes Zeitmanagement-Tool.

Shirley Seul wirft vielmehr den Denkapparat des Lesers an, hinterfragt und führt so zur sicheren Erkenntnis: Löcher sind nicht immer schwarz, Stolperfallen oder das Fehlen von Substanz. Manchmal sind sie auch einfach eine Tür zu etwas Neuem. Der Anfang. Und bereit gefüllt zu werden. Mit Leben. 

P.S.: Dieser Artikel stand im Übrigens schon eine Weile auf meiner To-Do-Liste. Jetzt kann ich einen Haken dahinter machen. Mist, erwischt….

Das vorgestellte Buch wurde von mir selbst erworben. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine ehrliche Empfehlung. Wie immer gilt: Was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. Kooperationen werden immer als solche gekennzeichnet. 

Yoga, Meditation

Spirit In The City 2015 | Spread Some Love In Hamburg

Yoga, Meditation

Moin

am Wochenende fand in Hamburg das erste Spirit In The City Event statt. Ziel war es, Spiritualität in die Städte zu bringen. Urban, bodenständig und ohne viel Schnökes. So, wie man es om trubeligen Stadtleben durchaus gut gebrauchen kann. Denn nicht alle haben die Chance, auf einer rosa Wolke durchs Leben zu schweben.

Einige wunderbare Frauen haben sich zusammengetan, um den Teilnehmerinnen (Es waren tatsächlich nur Frauen anwesend.) Tools an die Hand zu geben, um sich selbst wieder zu lieben, die eigene Rolle zu erkennen und vor allem eines: Wieder in den Flow zu kommen. Selbstliebe, Achtsamkeit und die eigene (innere und äußere) Stimme zu finden standen genauso auf dem Stundenplan wie Yoga, Mantren und (Klang-)Meditationen.

Mit dabei waren als Initiatorinnen Kaja Otto (Coach) und Claudia Uhrig (Yogalehrerin) sowie die Speaker Franziska Schulze (Coach, Kundalini Yogalehrerin und Mitbegründerin von fvckluckygohappy), Maria Christina Gabriel (Retreat Berlin), Julia Elena (Mantra Chants), Sumann Grunert (Klangarbeiterin, Schmuckdesignerin), Rebecca Randak (Yogalehrerin und ebenfalls Mitbegründerin von fvckluckygohappy), Daniela Hutter (Coach, Autorin) und Christine Schmid (Coach, Creative Consulting).

Stop Wishing Start Doing

Das genaue Programm könnt ihr hier nachlesen. Ein bunter Mix an an allem, was Körper, Geist und Seele gut tut. In den Pausen konnte bei Sumann Spirit, Mica Design und Lululemon gestöbert und natürlich auch geshoppt werden. Bei Sumann hatte ich ja bereits beim Yogi Days Special im Oktober ein neues Lieblingsstück erworben, aber sie hat so viele wunderbare Schmuckstücke! Ich hätte ja schon wieder gekonnt (Die Venusblume!)… Und auch bei Mica hätte ich zu gern zugeschlagen, da ich mich Hals über Kopf in einen Schal verliebt habe. Aber da setzte dann der Verstand ein – oder der „Mindfuck“, wie Kaja es so schön nennt. 😉

Leider war es mir nur möglich am Samstag teilzunehmen, aber dennoch möchte ich euch an meinen „Take Aways“ und einigen Bilder teilhaben lassen.

Spiritual Take Aways

  • Dein Morgen beginnt am Abend vorher. Setze dann deine Intention für den kommenden Tag.

  • Frösche sind gut gegen Ängste.  (Die aus dem Kundalini, nicht die grünen.)

  • Das Leben besteht im Grunde nur aus zwei Optionen: Angst oder Liebe. You choose!

  • Wenn du in dir ruhst, im Flow bist, dann ist es egal, was um dich herum passiert.

  • Öfter mal im goldenen Licht baden ist nicht verkehrt. Zur Not auch in U-Bahn oder WC.

  • Dein Leben ist ein Kaffeebecher. Alles was reinpasst gehört dir. Das ist deine Energie. Was zusätzlich drin ist und überschwappt – das darfst du gerne abgeben.

  • Zeige dich so wie du bist. Irgendjemand da draussen braucht genau dich. So wie du bist.

Visual Take Aways 14.11.2015

 

class crowd yoga meditationFlowers Yoga Meditation Kaja Otto Franziska Schulze Franziska Schulze Maria Christina Gabriel

Mediation Klangschale Buddha Mica Designmica design tasche Mica Design Tasche Sumann Spirit Schmuck Sumann Grunert Schmuck Hamburg Alsterein bisschen vegan

Achtsamkeit ein bisschen vegan

Achtsamkeit im Alltag | Von Hamsterrädern, Apfelpunsch und Overalls.

Achtsamkeit ein bisschen vegan
„Gehe ganz in deinen Handlungen auf
und denke, es wäre deine letzte Tat.“
Buddha

„… und denke, es wäre deine letzte Tat.“ Puh. Starke Worte. Kann ich immer so leben, dass ich im nächsten Moment tot umfallen könnte und meinen Frieden mit mir hätte? Meine letzten Worte wären beinahe „Guck mal, da gibt es Waffeln. Die könnten wir auch mal wieder essen.“ geworden. Wer mich kennt wird jetzt lachen und sagen TYPISCH! Und Waffeln sind sicherlich nicht das schlechteste, an das man in seinen letzten Momenten denken kann. Aber wenig spirituell….

Doch eigentlich geht es auch gar nicht darum, in jeder Minuten leicht entrückt und beschwingt 5 cm über dem Boden zu schweben. Immer völlig tiefenentspannt und mit sich im Reinen zu sein. Denn da ist immer noch der Alltag. Wir gehen wie immer viel zu spät aus dem Haus und kommen abgehetzt auf der Arbeit an. Oder versuchen zwischen Terminen, Haushalt und Einkauf noch irgendwie die Freundin einzuschrieben. Auf die wir uns zwar bannig freuen, weil wir sie seit Wochen nicht gesehen haben, die jetzt aber eigentlich so gar nicht in den Zeitplan passt. Um dann spät abends im Bett zu liegen und festzustellen, dass wir völlig platt sind. Und dennoch das Gefühl haben irgendwie nichts Sinnvolles geschafft, geschweige denn irgendwas für uns getan zu haben. Aber jetzt noch aufraffen und die Pflichteinheit Yoga abspuhlen? Damit man „wenigstens etwas“ für sich getan hat? Ja. Naja. Vielleicht. Nein. Gäääähn.

Tchibo Kuschelmantel

Seien wir mal ehrlich: Innere Ruhe, Balance und eine gesunde Portion Achtsamkeit ist nicht jedem gegeben. Für die meisten ist das ein ganzes Stück Arbeit. Ich sitze immer wieder ehrfürchtig vor diversen Blogs und Büchern und bewundere diese großartigen Frauen, die es einfach immer schaffen entspannt, glücklich und zufrieden auszusehen. Aber machen wir uns nichts vor: Auch Lady Lockenlicht des Yoga hat mal einen schlechten Tag. Doch wie machen die das? Was ist das Geheimnis?

Wann hast du zuletzt etwas ganz bewusst getan?

Sie halten ihre innere Flamme am lodern. Wohl dosiert kann sie Wärme spenden, Dunkelheit erhellen und Funken überspringen lassen. Und wer kennt nicht die beruhigende Wirkung, wenn man lange genug in eine Kerzenflamme starrt? Doch Feuer kann auch übermächtig werden, verzehren und verbrennen. Oder aber die Flamme droht zu verglimmen und das Feuer zu erlöschen. Dann muss sie wieder aufgepäppelt werden. Keine Sorge, das hier wird jetzt jetzt Ratgeber in Sachen Achtsamkeit mit verschwurbelten Meditationsanleitungen, Engelsgesang und entrücktem Dauergrinsen. Die Wahrheit ist nämlich viel einfacher – und bodenständiger.

Deine innere Flamme kannst du natürlich auch im Yoga Studio, bei teuren Retreats und mit einem Personal Life Coach neu entfachen. Aber mal ehrlich: Schon einige wenige Änderungen zu Hause können in Sachen Achtsamkeit eine ganze Menge bewirken: Eine Viertelstunde früher aufstehen, um den Kaffee oder Tee am Morgen zu genießen und nicht hinunterzustürzen. Einen festen Abend in der Woche, in dem du etwas ganz für dich alleine tust: Ein langes Bad, bewusst einen Film schauen  – ohne Social Media im Hintergrund – oder ein neues Rezept ausprobieren. Regelmäßige Spaziergänge in der Natur, ein gutes Buch… Die Möglichkeiten sind endlos und zum Teil wirklich leicht umzusetzen. Einfach mal die Seele baumeln lassen.

Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.

Für mich bedeutet dies ganz konkret, dass ich jeden Morgen fünf Minuten für ein kleines Ritual nehme. Egal was danach kommt, die müssen sein. Ich ziehe meine Karte aus dem Mircales Now Card Deck von Gabby Bernstein, versprühe einige Spritzer eines selbstgemachten Aromasprays und wende mein Aura Soma Pomander an. Man mag an all das glauben oder nicht. Ihr könnt auch einen Handstand machen, eine Tasse Tee trinken oder ein Lied summen. Wichtig ist, dass es zum Ritual wird. Ihr es regelmäßig und in eben diesem Augenblick tut. Wiederholungen führen im Hirn zu positiven Veränderungen, schaffen eine Atmosphäre von Konstanz und Stabilität und lassen euch ganz anders in den Tag starten. Und das Gute: Solche kleinen Rituale lassen sich überall einbauen. Auch auf Reisen oder im Job (Ok, da wird das gegebenenfalls mit dem Handstand schwierig…). Euer Hirn verbindet mit ihnen Heimeligkeit und ihr könnt so überall einen kleinen „Kraftort“ schaffen.

Tchibo 0001 klein

Abends kuschele ich mich dann mit meinem Overall oder dem Kuschelmantel von Tchibo* (Beides aus Baumwolle der Cotton made in Africa Kampagne) ein, koche mir eine schöne Tasse Tee und genieße die Stunden, die ich ganz für mich habe. In denen niemand etwas von mir will, ich keine To Do-Listen abarbeiten muss und genieße die Ruhe. Das klappt zugegebenermaßen nicht immer. Oft frisst der Blog die Abendstunden. Oder die Familie fordert ihre wohlverdiente Aufmerksamkeit. Aber da liegt es an mir, bewusst kleine Auszeiten zu schaffen.  Das war nicht immer leicht, aber im letzten halben Jahr habe ich mehr denn je gemerkt, dass ich selbst in der Hand habe, wie ich mein Leben lebe, mit Herausforderungen umgehe und eben auch für mich sorgen muss.  Und da fangen wir doch mal gleich mit an. Zum Beispiel mit einem leckeren Apfelpunsch.

Apfel Punsch

Seit vielen, vielen Jahren trinke ich hier auf dem Jahrmarkt immer diesen einen, ganz bestimmten Apfelpunsch.  Diesen habe ich nun versucht nachzubrauen und so kommt auch ihr in den Genuss dieses köstlichen Herzenswärmers.

Ihr braucht für einen Becher:

  • 200 ml naturtrüben Apfelsaft
  • 1 Schuss Orangensaft
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 TL Ceylon Zimt
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise getrocknete Vanille
  • 4 Nelken

Gebt alles in einen Topf, erhitzt es langsam (nicht kochen!) und gießt es dann durch ein Sieb oder einen Filter ab. Lecker! Dazu ein gutes Buch und ihr werdet sehen: Achtsam sein tut gut. Und ist gar nicht so schwer. Es muss nicht „Dein Leben 2.0“ sein. Keine 180 Grad-Drehung. Manchmal reichen auch schon 5 Minuten. Probier‘ es aus!

Copyright Bild 1+3: Franzi Schädel (franzitrifftdieliebe.de)

Meditation

*unverbindliches Warenmuster,
dankenswerterweise von Tchibo zur Verfügung gestellt.