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The Ordinary Review Blog Kritik

The Ordinary | Warum ich bisher nicht darüber geschrieben habe.

The Ordinary Review Blog KritikEigentlich sollte dieser Post eine Antwort auf Magis aktuelles Video über die Marke The Ordinary des Hautpflegeherstellers Deciem werden. Beim Schreiben merkte ich jedoch, dass mein Kommentar die klassische Länge unter einem YouTube-Video sprengen und tatsächlich auch eine der meistgestellten Fragen der letzten Monate beantworten würde:

„Wann schreibst du eigentlich mal etwas zu The Ordinary?“

Ich nutze die Produkte der vielgehypten Marke nun schon seit über einem Jahr. Wer mehr oder weniger aufmerksam meine Instagramstories verfolgt wird mitbekommen haben, dass ich gelegentlich mal ein Produkt erwähne, es aber noch keine ausgewiesene Review oder Empfehlung auf meinem Blog gibt. Das war ursprünglich in keinster Weise so geplant, sagt aber wohl auch einiges über mein Verhältnis zu Brand aus. In den letzten Monaten habe ich zwar immer wieder in Privatnachrichten auf diese Frage geantwortet, nun ist es an der Zeit, meine Gedanken auch auf dem Blog zu bündeln.

Warum The Ordinary?

Wer mich kennt weiß, dass ich ein passionierter Nachzügler in Sachen Wirkpflege von Paula’s Choice bin. Bereits vor über 10 Jahren kam ich über Foren mit dem System in Kontakt, war aber aufgrund der Komplexität erst einmal abgeschreckt. In den letzten Jahren jedoch vagte ich den Sprung in diese neue Welt und bin seit nunmehr 3-4 Jahren Heavy User. AHA, BHA, Retinol, Vitamin C. Das volle Programm. Warum also wechseln? 

Das ist eine berechtigte Frage. Ich bin mit den Produkten von Paula’s Choice wunderbar klargekommen und habe einige viele Male nachgekauft. Und genau da liegt der springende Punkt. Paula’s Choice fährt mittlerweile eine Preispolitik, die ich so nur im äußersten Notfall mitmachen möchte. Wer lange Jahre Nutzer einer bestimmten Marke ich, kommt um etwaige leichte Preissteigerungen auf lange Sicht sicherlich nicht herum. Einige Produkte, die ich sehr gerne und täglich verwende sind aber allein in den letzten 2-3 Jahren bis zu 5 Euro teuerer geworden, was ich anhand alter Rechnungen nachvollziehen konnte. 

Zudem hebt die Marke in schöner Regelmäßigkeit zur Glamour Shopping Week die Preise an, was den darauffolgenden vermeintlichen Super-Deal schnell etwas egalisiert. Mein Hauptgrund nach Alternativen für Paula’s Choice zu suchen war also der Preis. The Ordinary lockt mit Preisen, die weit unter vergleichbaren Wirkstoffen liegen und monothematisch formulierten Produkten mit hoher Wirksamkeit. Klingt also erstmal genau nach dem, was ich suche. 

The Ordinary Review BloggerDie Ausgangssituation

Ich begab mich also auf die Suche nach Alternativen für mein Resist Anti-Aging 10% AHA-Peeling, welches ich im allabendlichen Wechsel mit dem Resist Anti-Aging 2% BHA Peeling anwendete und dem Clinical 1% Retinol Treatment. (Hier und hier findet ihr meine bisher veröffentlichten Artikel zum Thema.) 

Vorsicht: Ich kann und will hier keine Beratung für einzelne Produkte und Hautsituationen geben. Die obigen Angaben mache ich vor allem, um meine Motivation und auch später die Gründe besser nachvollziehen zu können. Anhand der Prozentzahlen seht ihr, dass meine Haut mittlerweile einiges gewohnt ist. Ich rate JEDEM dazu, es in Sachen Säure und Retinol langsam angehen zu lassen. So verführerisch sie auch sein mögen.

Ich begann klassisch mit 5% AHA, steigerte mich dann auf 8% und könnte 10% mittlerweile täglich anwenden, wenn ich sie nicht mit BHA abwechseln würde. Bei Retinol hielt ich mich an die Steigerung 0,01% auf 0,1% und dann erst auf 1%. Was auch bitter nötig war. Gerade beim Retinol spann meine Haut über lange Wochen und zwar so arg, dass ich kurz davor war, die Intensität wieder herunterzufahren. Ironischerweise begann ich dann zeitgleich mit dem 23%igem Vitamin C von The Ordinary, was meine Haut SO crashte, dass sie ab da über das Retinol nur milde lächelte…

Zu hohe Erwartungen?

Ich machte mich also an die Recherche, windowshoppte mich durch den The Ordinary Onlineshop und las diverse Blogs. Eine Sache fällt nämlich sofort auf:

Der Beratungsanspruch hält sich bei The Ordinary in Grenzen.

Vielleicht gehört das auch zum wissenschaftlichen Image, welches sich die Brand gerne gibt: 
Uns bekommt man nicht an jeder Ecke. Wir sind was für einen erlauchten Kreis Eingeweihter. 

Und genau da liegt eines der Probleme. Während beispielsweise Paula’s Choice eine wirklich umfangreiche und gut verständliche Beratungsarbeit leistet, sollte man bei The Ordinary schon einiges an Wissen mitbringen. Auch, weil die Marke gelegentlich etwas gegenteilige Aussagen tätigt, die es zu bewerten gilt. So wird unter den Werbetexten FÜR Säureprodukte darauf hingewiesen, dass diese zwar schnelle Resultate brächten, andere – weniger potente – Mittel aber vorzuziehen wären.  Ja, was denn nun? Kaufen oder sein lassen? 

Auch die vielen Prozentangaben und Bezeichnungen, die aus einem Chemie-Lehrbuch stammen könnten, sind sicherlich nicht sofort durchschaubar. Hier muss also einiges an Basiswissen – und der Wille zum Googlen (!) – mitgebracht werden. Hat man sich aber erst einmal eingelesen und herausgefunden, welche Produkte man nun gerne ausprobieren würde, steht man vor der nächsten Hürde. 

The Ordinary ist bisher in Deutschland offiziell nicht erhältlich. 

Die einzige Bezugsquelle aus einem deutschen Onlineshop heraus ist Asos. Die Produkte werden allerdings auch hier aus dem Ausland verschickt und so kann es zu Verzögerungen kommen. Auch Paula’s Choice ist nur sehr limitiert erhältlich, nämlich über den eigenen Onlineshop, der die Produkte ebenfalls aus dem Ausland (den Niederlanden) versendet. Dies geschieht allerdings immer reibungslos und die Sachen sind innerhalb von 2-3 Tagen da. 

Für The Ordinary bleibt alternativ immerhin noch der virtuelle Gang über den Kanal ins UK. WENN denn alles vorrätig ist. Denn das ist ein weiterer Minuspunkt bei The Ordinary:

Selten ist alles vorrätig.

Zumindest in einem Shop. Vor allem bei ASOS vergehen manchmal Wochen bis gewünschte Produkte wieder vorrätig sind und BeautyBay listet in diesem Moment in dem ich diesen Artikel schreibe, ein einziges Produkt, ein pflanzliches Öl. Man muss also warten. Auf die Gefahr hin, dass dann das nächste Produkt out of stock ist. Oder mehrfach bestellen.

Hat einen das lang geplante und ersehnte Paket dann endlich erreicht, kommt zumindest bei mir ein wenig zu oft Ernüchterung auf. Tatsächlich hatte ich ab dem allerersten bestellten Produkt vor über The Ordinary zu berichten. Ich war mir ziemlich sicher, dass da nichts schief gehen konnte, war ich doch durch Paula’s Choice schon an Säuren und Retinol gewöhnt. Allerdings wohl auch verwöhnt. Zumindest, was Konsistenzen angeht. Denn:

Viele Konsistenzen bei The Ordinary sind weder angenehm noch pflegeleicht. 

Zumindest in meinen Augen. Bis zu einem gewissen Grad mache ich gerne Abstriche, wenn ich weiß, dass ein Produkt sich hervorragend in meine Routine integriert und meiner Haut gut tut. Bei The Ordinary ist das Abrollen, Peelen, Pellen und Kleben aber so weit verbreitet, dass ich die meisten Produkte – und auch hier muss ich Magi recht geben – nur noch abends anwende. Was meine Routine stark verkompliziert, da sie allabendlich um mehrere Schritte erweitert werden muss. Hinzu kommt erschwerend, dass einige Produkte per se nicht zusammen verwendet werden sollten und ich so nicht nur meine Abend-, sondern auch meine Morgenroutine umstellen musste.

Morgens wird das Spiel nämlich noch durch die Risikofaktoren „Make Up“ und „Lichtschutzfaktor“ ergänzt. Ein ums andere Mal musste ich auf der Arbeit entsetzt feststellen, dass das, was sich im heimischen Badlicht als smooth und eben erkennen ließ, plötzlich dem Häutungsvorgang einer Schlange glich. Wenn mir die Produkt nicht schon direkt beim Schminken auf der Haut auseinanderfielen… Hier lässt sich erahnen, wo man zugunsten des niedrigen Preises gespart hat. 

Wie gesagt: Wenn ich dafür mit faltenfreier, babyweicher Haut belohnt werden, führe ich diesen Tanz gerne auf. Jeden Tag aufs Neue. Doch jetzt kommt das große ABER:

Für Heavy User von Wirkstoffpflege ist The Ordinary nur bedingt etwas.

Ich lehne mich hier weit aus dem Fenster. Aber in den letzten Monaten beschleicht mich ein Gedanke. Beim Lesen diverser Reviews im Netz bemerkte ich, dass die meisten der durchweg positiven Bewertungen von Menschen zu stammen schienen, die vorher noch nie oder kaum mit Wirkstoffpflege in Berührung kamen. Ich stelle also die steile These auf, dass ein Großteil derer, die eine Verbesserung ihrer Haut sehen, vorher kaum etwas in puncto chemische Peelings und Co. für ihre Haut getan haben. Da ist natürlich erstmal alles ein Gewinn. 

Zwar ist The Ordinary immer noch weit entfernt von beratungsarmer Drogeriepflege, aber schon mal mainstreamiger erhältlich als beispielsweise Paula’s Choice – nämlich bei ASOS. Darüber hinaus wird die Brand seit Monaten auf einschlägigen Kanälen gehypt, was die Zielgruppe maßgeblich vergrößert und den Markt auch dort erschließt, wo Anti-Aging, Peelings und Co. (noch nicht) in diesem Maße stattfinden. 

Liest man darüber hinaus Erfahrungsberichte alter Skincare-Hasen, scheinen die Meinungen jedoch schon etwas nüchterner auszufallen. Und auch ich muss mittlerweile sagen: Der große AHA-Effekt blieb aus. Bisher habe ich keines der getesteten Produkte nachgekauft und einige sogar vor dem Leeren entsorgt. 

The Ordinary Skincare Review

Totalausfall?

Was genau ich testet habe und wie die Produkte für mich ganz persönlich abgeschnitten haben, werde ich euch in einem der nächsten Artikel verraten. Das würde hier den Rahmen sprengen. Es gibt nämlich tatsächlich ein, zwei Produkte, die einen ganz soliden Eindruck hinterlassen haben. Vom Großteil jedoch bin ich ehrlicherweise enttäuscht. Und so wundert es nicht, dass Deciem neben The Ordinary noch weitere, höherpreisigere Marke im Sortiment hat. Wieso sollten sie, wenn mit The Ordinary alles zu erreichen wäre? Bis auf ein Produkt von NIOD – welches ich übrigens hervorragend fand, welches aber nach 14 Tagen bereits leer war (und das für über 50€!) – habe ich diese allerdings noch nicht getestet. 

Vor allem in Sachen Retinol bin ich versucht, wieder in den sauren Apfel zu beissen und 60€ für das Clinical Retinol 1% Treatment von Paula’s Choice auszugeben… 

Wie sind eure Erfahrungen mit The Ordinary? Decken sie sich mit meinen oder seit ihr dort für euch fündig geworden?

P.S:  Alle Produkte wurden von mir selbst gekauft. Es gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

 

Blogging Tipps

Bloggen | 5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Bilde ich mir das nur ein oder wabert zur Zeit ein merkwürdiger Vibe durch das Netz?

Auf der einen Seite ist da ein lauter Wunsch nach Transparenz und Ehrlichkeit. Von Lesern, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen und von Bloggern, die endlich Anerkennung für ihre fortlaufende – jedoch nicht immer von Hunderttausend Herzchen auf Instagram gekrönte – Arbeit bekommen möchten. 

Auf der anderen Seite aufgeblähte Influencer-Blasen und pastellige Hochglanz-Accounts, auf denen das Auge gerne verweilt, die aber so inhaltsleer sind wie ein Boulevardmagazin vor der Tagesschau. Und die dennoch liebend gern als Werberampe genutzt werden, da es am Ende egal zu sein scheint, ob ein Herz nun in Deutschland, Österreich oder Pakistan verteilt wird. In der heutigen Zeit, im Zeitalter des Scrollens und Querlesens sieht auf den ersten Blick sowieso erstmal alles gleich gut aus. 

Und mittendrin eine medial wirksame Welle der Empörung, jetzt alles anderes machen zu wollen. Die jedoch bei vielen ähnlich nachhaltig zu sein scheint, wie der niedliche Selbstversuch von drei ungeschminkten Selfies auf Instagram, nur um danach wieder zu den gewohnt perfekten Fotografen-Shots zurückzukehren. Wo sind wir denn da falsch abgebogen? 

Wir müssen uns von den guten alten Zeiten verabschieden. Als es noch egal war, ob die Daniel Wellington-Uhr im Flat Lay nun im goldenen Schnitt liegt oder nicht.

Damit fordere ich nicht die Rückkehr zu unbelichteten Schnappschüssen am Küchentisch. Auch mein Anspruch ist mit den Jahren gestiegen. An mich und an die Blogosphäre. Ich schaue mir selbst auch gern hübsche Bilder an. Allerdings mit Vorliebe solche, die von jemandem stammen, mit dem ich irgendwie „bonden“ kann. Weil die Person mich kriegt, mich berührt. Nach dem tausendsten stockphoto-artigen Streetstyle Outfit oder dem drölften Travel Diary, welches auch aus dem TUI-Katalog stammen könnte, wird’s selbst mir fad. 

Bloggen Tipps

Aber natürlich freue auch ich mich immer noch wahnsinnig über jedes Like, jeden konstruktiven Kommentar auf einem meiner Kanäle. Alles andere wäre gelogen. Sie sind unser täglich Salz in der Suppe. Sagen sie uns doch, dass das, was wir tun andere Menschen inspiriert, erfreut oder anderweitig irgendwie bewegt. WENN denn ein echter Mensch dahinter steckt und nicht irgendein Bot aus fernen Ländern…

Seit einiger Zeit liegt eine unbequeme Schwere über allem. Und manchmal frage ich mich, ob ich heute – fast 8 Jahre später – noch mal mit einem Blog starten würde. Ich wäre sicherlich weitaus weniger unbedarft als damals. Würde vielleicht auch dazu tendieren, mich akribisch vorzubereiten, zu planen und zu stagen. Weniger aus dem Bauch heraus schreiben und mehr auf die SEO achten…

Halt. Stop! Müsste es nicht genau anders herum laufen? Müssen wir jetzt nicht anfangen, neue – alte – Wege zu gehen? Weg von Optimierung, Zahlen und Pastelltönen? 

Was würde ich heute meinem jüngeren Blogger-Ich raten? Welche Fehler würde ich nicht noch einmal machen wollen und wo hätte ich gerne schon zu Beginn etwas forscher sein dürfen? Immer wieder werde ich gefragt, wie man so einen Blog ins Laufen bringt und ihn danach so lange rollen lässt. Spielen wir also mal Zeitreise und schauen, welche Tipps ich mir vor 8 Jahren gerne mit auf den Weg gegeben hätte. Und die vielleicht auch heute noch Relevanz haben, für all diejenigen, die gerne einen Blog starten möchten. 

5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

1. Bleib dir treu 

Wahrscheinlich der wichtigste und zugleich abgenudelste Punkt von allen. Aber sind wir mal ehrlich. Braucht es heute NOCH einen Foodblog mit Buddha Bowls und Smoothies? NOCH eine nett drapierte Designerhandtasche auf hellem Grund neben schicken Blümchen? Klare und etwas ernüchternde Antwort: Nein. 

Es sei denn, du kannst mit dem gewissen Etwas aufwarten. Mit etwas, was dich von den anderen abhebt. Dein ganz persönlicher roter Faden, den du straight durchziehst und dich nicht verbiegen lässt. Du bist bereit auf Risiko zu gehen und hinter dem zu stehen, was du tust? Dann los! Ansonsten: Lass es.

2. Ganz oder gar nicht 

Überlege dir vorher, wie viel Zeit, Geld und Energie du in deinen Blog stecken möchtest. Brauchst du eigentlich nur eine online verfügbare Datenbank für Rezepte oder Outfits, in die ganz nebenbei auch noch andere schnuppern dürfen? Dann musst du dir keine Gedanken machen. 

Wenn du aber beabsichtigst, deinen Blog in deiner Nische irgendwie bekannter zu machen, eine Bindung zu deiner Community aufzubauen und vielleicht sogar Geld mit ihm zu verdienen, dann mach dich verbindlich. Mach dich bereit, einen Teil deiner Persönlichkeit nach außen zu tragen, Menschen bis zu einem gewissen Punkt an deinem Leben teilhaben zu lassen und gegebenenfalls auch mal in kritischen Austausch zu treten. Denn das füllt ein Blog mit Leben. 

Sei dir auch bewusst, dass gegebenenfalls ein großer Teil deiner Freizeit zwar nicht für den Blog draufgeht, aber durchaus durch ihn beeinflusst werden kann. Überlege dir rechtzeitig, wie du damit umgehen möchtest und wie viel Zeit du aktiv für den Blog aufwenden willst. 

3. Such dir Komplizen

Wenn man sich aktuell so umsieht, könnte man manchmal das Gefühl bekommen, dass die eine der anderen nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnt.

Wieso bekommt sie diese Kooperation und ich nicht?

Muss sie jetzt auch noch was über genau DIESES Thema schreiben?

Soll ich ihr bei dieser Sache helfend oder beratend zur Seite stehen oder könnte das sich für mich negativ auswirken?

Ich glaube, ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass wir Blogger uns ALLE mindestens einmal eine dieser Fragen gestellt haben. Da mache ich mich nicht von frei. Viel cooler und entspannter wird es aber, wenn man andere Blogger nicht als Konkurrenz sieht, sondern als ergänzenden und talentierten Cast neben dem eigenen Blog. 

Am Ende profitiert der Leser, der natürlich auf der Suche nach möglichst vielen verschiedenen Meinungen und Ideen ist. Es ist also völlig egal, ob schon Blogger X und Y ebenfalls etwas zu diesem Thema gesagt oder geschrieben haben. Wenn du den ersten Punkt berücksichtigst und deine ganz persönliche Meinung niederschreibst, ist sie IMMER ein Gewinn. Sie füllt den Pool an – hoffentlich – relevanten und zugänglichen Informationen. 

Darüber hinaus genieße ich es sehr, eine Handvoll wunderbarer Menschen zu haben, die ähnlich wie ich ticken und parallel zu meinem Blog organisch wachsen. Ihr ahnt nicht, wie viele WhatsApp-Nachrichten da manchmal hin und hergehen, um sich zu unterstützen oder wenn wieder irgendwo der Baum brennt. Wenn ich Input brauche oder einfach mal eine Runde Jammern möchte.

So ein „Side Kick“ ist wahnsinnig wichtig. Allerdings rate ich nicht dazu, sich auf Kraft an jemanden heranzuwanzen, um kosten- und bedingungslos Infos abzugreifen. Natürlich fällt so etwas nicht einfach vom Baum. Aber wer kontinuierlich dabei bleibt, wird unweigerlich mit anderen Bloggern zu tun bekommen, von denen vielleicht irgendwann einer euer Tandem-Partner wird. Das Ganze ist – wie alles im Leben – ein Geben und Nehmen. 

4. Tritt einen Schritt zurück

Jetzt kommt ein Punkt, den wir alle gerne mal vergessen. Natürlich könnten wir so vor uns hin leben. Im Hier und Jetzt und ohne uns große Gedanken über unser Handeln und unsere Umwelt zu machen. Auch ich verschwinde gerne mal in meiner ganz eigenen Blase. Da ist es warm und gemütlich.

Schnell merke ich aber, dass es doch ungemein hilft, sich regelmäßig zu reflektieren und mit anderen auszutauschen. Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht und wundern uns, wieso wir dieses und jenes nicht umgesetzt bekommen oder die Interaktion mit unserer Community nicht so ausfällt, wie wir es gerne hätten. 

Da hilft es, einen Schritt zurück zu gehen und das Ganze von außen zu betrachten. Und auch durchaus mal über den Tellerrand zu schauen. Oft vergessen wir das und stellen (zu) spät fest, was uns da alles entgeht. 

Bloggen Tipps

5. Sichere dich rechtlich ab

Irgendwann – und lieber früher als später – kommt man als Blogger in die Situation, sich mit seinem Blog verbindlich zu machen. Auch wenn wir diesen Punkt manchmal gerne hinauszögern wollen. Du musst für das, was du tust einstehen. Mit deinem vollen Namen und einer jederzeit ladungsfähigen Adresse. Das Ganze muss als Text (und nicht als Bild!) in deinem Blog nach maximal zwei Klicks zu finden sein. 

Ja, das stößt vielen von uns sauer auf. Zurecht. Ein gewisses Sicherheitsbedürfnis hat noch niemandem geschadet. Aber wer nach Transparenz und Ehrlichkeit ruft, ist das seinen Mitmenschen schuldig. Auch in Sachen Datenschutz, Bildrechte und Werbekennzeichnung solltest du dich rechtzeitig beraten lassen. 

Natürlich kannst du versuchen, erstmal eine Weile unter dem Radar zu fliegen, aber irgendwann wird dir das auf die Füße fallen. Blogs ohne Impressum und mit fehlender oder fragwürdiger Kennzeichnung kann ich nicht ernst nehmen. Und zum Glück tun dies auch immer mehr Brands ebenso wenig.

(Und ja, auch Rechnungen und Belege sammeln bietet sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt an. Zumindest, wenn du ein Gewerbe anmelden und irgendwann Geld mit dem was du tust verdienen möchtest. Masha hat da die Tage ordentlich was zusammengetragen.

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

Marlene Dietrich

Würde ich heute noch einmal mit dem Bloggen beginnen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Meine Nische habe ich gefunden und bin sehr glücklich damit. Ich habe Erfahrungen gemacht und viel gelernt in den letzten 7 1/2 Jahren. Aus diesen Learnings zehre ich und sie bestimmen, wie ich heute mit verschiedenen Situationen umgehe. Sie zu erlangen war nicht immer einfach. Und ich weiß nicht, wie dieser Prozess heute aussehen würde. Eigentlich möchte ich mir das auch gar nicht vorstellen…

Vielleicht wäre ich eine dieser Ladies, die ihr Wirken komplett auf Instagram fokussieren. In unserer heutigen  – sehr visuellen und schnelllebigen Zeit – ist das manchmal ein verlockender Gedanke. Ein Blog bedeutet eine deutliche Mehrarbeit. Manchmal fühlt es sich so an, als kämen die Gäste nur still und leise für einen Drink hinein, schauten in die Ecken und zögen dann wieder von Dannen. Die Interaktion findet heute tatsächlich eher im Social Media statt. Unterwegs ist schnell mal auf Instagram oder Facebook kommentiert.

So ein Blog wirkt da doch etwas behäbiger. Aber vielleicht macht genau das den Reiz aus. Er ist wie das bequeme Sofa nach Feierabend, das Soulfood bei Mama, meine Homebase. Ich bin froh, dieses Baby zu haben und seit vielen Jahren mit Leben zu füllen.

Doch, wahrscheinlich würde ich es noch mal machen. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅

Hier findet du meine bisher erschienenen Artikel zum Thema Bloggen:

Kennzeichnung von Werbung

 

Früher war alles besser? Meine Anfänge 

Vegane Dupes Nars Benefit Mac

Vegane und tierversuchsfreie Dupes | Nars Orgasm, Benefit Hoola & Mac Paint Pot

Vegane und tierversuchsfreie Dupes Nars Benefit Mac

Vegane und tierversuchsfreie Dupes? – Challenge accepted!

Erinnert ihr euch an euer erstes richtiges Beauty-Produkt? Und damit meine ich nicht die 08/15 Wimperntusche aus der Drogerie oder die Creme, die man mitnahm, weil sie gerade im Angebot war. Ich meine diesen einen besonderen Lippenstift, die ganz bestimmte Foundation oder diese furchtbar gehypte Mascara. Dieses eine Produkt, auf das man gespart hat. Reviews gelesen und es sich ganz bewusst gekauft hat. 

Drei dieser Produkte habe ich sogar immer noch und auch nach Jahren tun sie immer noch mehr oder weniger gut ihren Dienst. Das mag damit zusammen hängen, dass sie allesamt aus der konventionellen Kosmetik stammen – Konservierungsstoffe olé! Nachteil dessen: Sind sie zwar alle (durch Zufall) vegan, aber nicht tierversuchsfrei. 

Aus einem launigen Instastory-Abend heraus entsprang dann die Idee zu diesem Artikel und ich hatte eine Mission: Kann ich meine Kandidaten durch vegane und tierversuchsfreie Dupes ersetzen? Mission accepted! Eine Suchanfrage bei Google und sofort leuchteten mit einige Nachahmungen – sogenannte Dupes – entgegen. Doch wie nah kommen diese an das Original heran? 

Es beginnt schon mit der Definition. Was genau ist ein Dupe? Und was muss ein Produkt können, um solch einer Bezeichnung würdig zu sein? Den einen reicht es, wenn die Farbe des Endergebnisses dem des Originals annähernd gleicht. Andere wiederum erwarten, dass das Produkt auch im Auftrag ähnlich performt. Und die ganz Strengen geben auch in puncto Haltbarkeit keinen Millimeter nach. 

Also habe ich drei Produkte auf den Prüfstand gestellt und mir einige ausgewiesene Dupes näher angesehen. Eigentlich war ich auch auf der Suche nach einer Alternative zum Soleil de Tan von Chanel, welches seit Jahren nahezu unangetastet in meiner Schublade versauert. Und tatsächlich wurde ich fündig. Allerdings ist dieser Dupe nur tierversuchsfrei, nicht aber vegan, so dass er hier keine Erwähnung findet. Da suche ich also weiter. 

Vegane Dupes Mac Paint Pot Nabla Cream Eyeshadow

Mac Paint Pot vs. Nabla Cream Eyeshadow

Dieser Kandidat schummelte sich erst ins Rennen, nachdem das Soleil de Tan ausgeschied. Aber eigentlich hätte ihn ihn gleich auf dem Schirm haben müssen, denn auch MAC ist leider nicht komplett cruelty free. 

Seit vielen Jahren verwende ich relativ regelmäßig einen Mac Paint Pot als Eyeshadow Base, nachgekauft habe ich ihn aber bestimmt schon drei, vier Jahre nicht mehr. Meine Farbe ist „Painterly“ und anscheinend stehe ich damit relativ allein auf weiter Flur. Denn wer als Make Up Guru etwas auf sich hält, verwendet das deutlich gelbstichigere „Soft Ochre“. Mir erschien es – bisher zumindest – allerdings zu unpassend für meinen Hautton.

Dank Shenja stieß ich nun auf Nabla Cosmetics und ihre Cream Eyeshadows, die besagten Paint Pots sehr ähnlich sein sollen. Sie empfiehlt vor allem „Underpainting“ als Lidschattenbase und hier taumele ich ein bisschen ins „Äpfel mit Birnen vergleichen“. Denn anders als die Namensähnlichkeit vermuten lässt,  sind die beiden farblich so weit auseinander wie eben „Painterly“ und „Soft Ochre“. 

Für letzteren wäre „Underpainting“ allerdings ein famoser Dupe, auch und vor allem was die Farbe angeht. So bleibt mir vor allem ein Vergleich in Textur und Auftrag. Ich hoffe, ihr seht es mir nach. 

Vegane Dupes Mac Paint Pot Painterly Soft Ochre

In Deckkraft und Haltbarkeit stehen sich beide in meinen Augen in nichts nach. Allerdings merkt man bei Auftrag einen deutlichen Unterschied: Ist der Paint Pot von Mac cremig-samtig, kommt der Cream Eyeshadow von Nabla ziemlich backsig-klebrig daher. Auf dem Foto seht ihr gut den Fingerabdruck, der im Cream Eyeshadow unweigerlich verbleibt, während der Paint Pot eine homogenere Masse bildet.

Dieser lässt sich mit dem Finger leicht auftragen, wobei er fast pudrig wird und sich noch relativ lange verblenden lässt. Die Pigmentierung ist solide, so dass der Lidschatten schon in einer Schicht deckt, er sich aber auch gut schichten lässt.

Der Cremelidschatten von Nabla hingehen ist pastiger und schnell erwische ich zu viel. Daran muss ich mich gewöhnen. Auch trocknet er deutlich schneller weg. Ich muss fix sein. Schon nach wenigen Sekunden lässt sich das Produkt kaum noch einarbeiten und wird fleckig. Wenn ich jedoch zügig arbeite und wenig Produkt verwende, erziele ich ein sehr brauchbares Ergebnis und Eyeshadows kommen auf beiden gut zur Geltung.

Vegane Dupes Mac Paint PotDie gelbstichigere Farbe ist für mich noch etwas ungewohnt. „Painterly“ verschmilzt nahezu mit meinem Lid, so dass es aussieht wie immer. Minus der roten Äderchen. „Underpainting“ hingegen sieht schon aus wie ein fertiger Lidschatten und wäre mir allein deutlich zu gelb. Es sieht einfach „falsch“ aus. Als Basis für weitere Farbaufträge ist der Cream Eyeshadow allerdings tatsächlich gut geeignet und das Produkt mit ein wenig Übung ein würdiger – und günstigerer – Ersatz für die Paint Pots. Allen voran wohl für „Soft Ochre“. 

Mac Paint Pot: 5 g / 25 €
Nabla Cream Eyeshadow: 5 ml / 11,50 €Vegane Dupes Benefit Hoola W7 Honolulu The Balm Bahama Mama

Benefit Hoola vs. W7 Honolulu vs. The Balm Bahama Mama

Lange Zeit war „Hoola“ von Benefit DER Geheimtipp unter den Bronzern. Im Gegensatz zu heute waren bis vor einigen Jahren nahezu alle Bronzer mehr oder weniger stark mit Glitzer- oder Schimmerpartikel versetzt. Es war beinahe unmöglich ein mattes Sonnenpuder zu bekommen.

„Hoola“ war da eine damals sehr gehypte Neuerung und so übersah man gern, dass dieser Bronzer für die geneigte Mitteleuropäerin oftmals viel zu dunkel – und zu orangestichtig – war. 

Heute lachen wir darüber, hat doch mittlerweile fast jede Firma erkannt, dass auch matte Produkte (und Bronzing Powder in mehr als zwei Farbtönen) ein Muss sind. Damals aber war „Hoola“ DAS große Ding. 

Und auch ich erlag seinem Charme. Allerdings erwarb ich ihn – fast neuwertig – Second Hand in einem Forum. Inklusive Kerbe, denn die hat die Vorbesitzerin fabriziert. Mittlerweile dürfte der Bronzer an die 8 Jahre alt sein und an der Tatsache, dass man eben jene Kerbe noch gut sehen kann, erahnt man, dass ich ihn nicht allzu oft getragen habe. Er ist mir einfach an 345 Tagen im Jahr zu dunkel. Auch gibt es mittlerweile einfach schönere Formulierungen und Texturen. „Hoola“ hat sein Alleinstellungsmerkmal verloren. Dennoch habe ich mich – schon aus Nostalgiegründen – auf die Suche nach ordentlichen Dupes gemacht.

„Honolulu“ von W7 zeigt hier deutlich wo das Häschen langhoppelt. Zumindest die Verpackung ruft ganz laut nach „Hoola“. Quadratisch, rosa und mit einer weißen Blüte bedruckt. Auch in Sachen Kickback tun sich die beiden nichts. Wer das Puder mit einem Pinsel aufträgt, sollte dabei zart vorgehen, da einem sonst das Puder um die Ohren staubt. Auch „Bahama Mama“ kann sich hier übrigens einreihen, allerdings fügt sich die Verpackung hier in den Stil von The Balm ein und versucht nicht ein allzu auffälliger Dupe zu sein.

Unter der Softbox, von oben nach unten: Benefit Hoola, W7 Honolulu, The Balm Bahama MamaVegane Dupes Benefit Hoola Swatches

Im Tageslicht, von oben nach unten: Benefit Hoola, W7 Honolulu, The Balm Bahama Mama
Vegane Dupes Bronzer Benefit Hoola

W7s „Honolulu“ ist zwar absolut matt, aber deutlich dunkler als „Hoola“ und bringt noch mal einen zusätzlichen Schwung Rot mit sich. Verpackung hin oder her, dieser Dupe ist nur mäßig gelungen. „Bahama Mama“ von The Balm kommt da schon näher ran. Ich würde sogar behaupten, dass dieser Bronzer einen Hauch aschiger und somit für neutrale und kühle Töne besser geeignet ist. 

Komplett kühl sollte ein Bronzer übrigens sowieso nie sein. Damit das Ergebnis natürlich aussieht, sollte das Produkt immer auch einen Stich Rot beinhalten, genauso wie echte Sonnenbräune eben auch. Daher wird Bronzer vor allem dazu verwendet, dass Gesicht etwas „anzuwärmen“, nachdem man ihm vorher mit Make Up oft jedwede Rötung genommen hat. Denn dies kann schnell etwas zu maskenhaft aussehen. Bronzer gibt dem Make Up den letzten Schliff und dem Gesicht etwas Leben zurück.

Zum Konturieren eignet er sich hingegen weniger. Hier sollten tatsächlich eher neutrale Töne angewandt werden, da es hier um die Illusion von Schatten geht. Bronzer an den klassischen Konturen auf getragen, sieht dagegen oft matschig und dreckig aus.  

Benefit Hoola: 8 g / 34,99 €
W7 Honolulu: 6 g / 4,49 €
The Balm Bahama Mama: 7,08 g / 19,99 €

Vegane Dupes Nars Orgasm Milani Luminoso Sleek Rose Gold

Nars Orgasm vs. Sleek Rose Gold vs. Milani Luminoso

An dieser Challenge hing mein Herz besonders. Ich LIEBE „Orgasm“ von Nars. Zwar ist Nars Gründer François Nars selbst seines Zeichens Veganer und gab für seine Produkte bisher keine Tierversuche in Auftrag, jedoch gehört der Konzern zu Shiseido. Im Entstehungsprozess dieses Artikel wurde zudem öffentlich, dass Nars nun leider auch beabsichtigt auf dem chinesischen Festland zu verkaufen, was dazu führt, dass die Produkte – zumindest für diesen Markt – getestet werden MÜSSEN. 

Umso wichtiger, dass hier ein gescheiter Dupe gefunden wird. Im Netz geistern einige Vorschläge rum, die aber entweder nicht vegan sind oder am Ende nicht das halten, was sie versprechen. 

Der genaue Vergleich war hier gar nicht so einfach. Zwar ist „Orgasm“ von Nars von Haus aus eher sheer und auch für sehr helle Hauttöne geeignet, doch ist mein Exemplar mittlerweile SO alt, dass es aufgrund von Austrocknung eine sehr harte Oberfläche besitzt und kaum noch Farbe abgibt. 

„Orgasm“ war lange Zeit ziemlich einzigartig in seiner Farbwahl. Ein zartes, frisches Pink mit einem Hauch Peach und zartem güldenen Schimmer. Diese Farbe passt immer. DER Dupe schlechthin ist laut Internet die Farbe „Rose Gold“ von Sleek und auch Milanis „Luminoso“ wird immer mal wieder ins Rennen gebracht. 

Im Tageslicht, in mehreren Schichten aufgetragen und von oben nach unten: Nars Orgasm, Sleek Rose Gold, Milani Luminoso.
Vegane Dupes Nars Orgasm Swatches

Im Tageslicht und in nur einer Schicht aufgetragen: Sleek Rose Gold (oben) und Nars Orgasm (unten) 

Vegane Dupes Nars Orgasm Sleek Rose Gold

Allen gemeinsam ist ein zarter pfirsichfarbener Schimmer. „Luminoso“ von Milani ist ein wunderschönes Coral, welches mit „Orgasm“ allerdings ansonsten nicht viel gemein hat. Eine – wohl dosiert – sehr schöne und schimmernde Farbe, die einen sofort frisch und munter aussehen lässt und gerade noch genug Pinkanteile enthält, dass sie sowohl zu Nude- als auch zu Rosétönen tragbar ist.

„Rose Gold“ von Sleek kommt der Sache schon näher, ist jedoch in Natura deutlich pinker als es auf Bilder zuerst den Anschein macht. Auch im Finger-Swatch ist „Rose Gold“ a) viel stärker pigmentiert und b) pinker. Mit dem Pinsel auf die Wangen aufgetragen egalisiert sich der Unterschied jedoch fast, allerdings ist auch hier eine leichte Hand gefragt, um ein ähnliches Ergebnis wie mit dem „Orgasm“ von Nars zu erhalten. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Blush eine tolle Alternative für alle dunkleren Hauttypen ist, die mit Nars zu wenig Performance erreichen. 

Ich mag alle drei Blushes sehr gern und trage sie abwechselt. „Rose Gold“ von Sleek kommt so nah an „Orgasm“ von Nars heran, dass ich es tatsächlich – wenn auch nicht als Zwilling – zumindest als kleine Schwester bezeichnen würde. „Luminoso“ von Milani ist eine neue, sehr lieb gewonnene Farbe, die ich aktuell fast täglich trage. Sie ersetzt nebenbei auch noch spielend den Highlighter. Mehr peachiges Bling-Bling mit einem Hauch Pink geht kaum. 

Nars Orgasm: 4,8 g / 30 $
Sleek Rose Gold: 8 g / 5,99 €
Milani Luminoso: 3,5 g / 9,95 €

To Dupe Or Not To Dupe

Vegane und tierversuchsfreie Dupes zu finden ist nicht ganz einfach, aber auch kein Ding der Unmöglichkeit. Zwar ist das Karmin immer noch nicht ganz aus der Kosmetikindustrie verschwunden, aber es gibt zunehmend Hersteller, die auf diesen unveganen Inhaltsstoff verzichten. Und auch Tierversuche geraten immer mehr in Verruf, beziehungsweise es steigt die Nachfrage an cruelty free Produkten. 

100%ige Dupes habe ich in meinem Vergleich nicht gefunden, wohl aber Produkte die SEHR nah an das Original herankommen. Ein positiver Nebeneffekt ist auf alle Fälle, dass sich mit den oben genannten Alternativen zudem oft auch noch bares Geld sparen lässt. Die (vegane) Sahne auf Kuchen sozusagen. 

Habt ihr noch einen Geheimtipp auf Lager? Oder ein heißgeliebtes erstes Kosmetikprodukt, dem ihr vielleicht immer noch nachtrauert? Verratet es mir gerne in den Kommentaren. 

P.S.: Alle Produkt wurden von mir selbst gekauft. Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Kennzeichnung von Werbung

Kennzeichnung von Werbung auf Blogs | Wer, was, warum?

Kennzeichnung von WerbungMit der Kennzeichnung von Werbung auf Blogs, YouTube, Instagram und Co. ist es wie mit medizinischer Beratung im Internet. 4 Experten, 5 Meinungen. Seit Jahren werden sich die Köpfe heiß geredet, die ein oder andere Sau wird durchs Dorf getrieben und keiner weiß so wirklich was Sache ist. Noch komplizierter wird es, weil zwischen „Bewegt-Bildern“ (YouTube) und „Stand-Bildern“ (Blog) unterschieden wird. Ich beziehe mich – da ich selber einer bin – auf die Richtlinien für Blogger. Dieser Text ist keine juristische Beratung und kratzt sicherlich nur an der Oberfläche. Er ist bei weitem auch nicht vollständig. Aber er ist ein Versuch.

Ich biete euch hier ganz sicher nicht den heiligen Gral. Dann würde ich jetzt sofort die Tastatur loslassen, mir ein Haus auf den Bahamas kaufen und mir mit einem Workshop „Richtige Kennzeichnung von Werbung“ eine goldene Nase verdienen. Ich kann euch aber sagen wie ICH es handhabe, nachdem ich in den letzten Monaten vermehrt verschiedene offizielle Meinungen zu dem Thema gehört habe. 

Gleich vorweg: Ich glaube, dass kein Blogger glücklich mit der Bezeichnung „Werbung“ ist.
Denn es trifft im Kern nicht das, was Blogger machen. Das sehe ich auch immer wieder in der Diskussion. Fragt man einen Anwalt oder einen Menschen der Landesmedienanstalt, wie sich Werbung definiert, kommt oft „WERBUNG muss überall dort stehen, wo es nicht mehr um die alleinige Meinung des Bloggers geht. Nämlich dann, wenn er bezahlt wird.“ oder „Sobald ein Unternehmen möchte, dass positiv berichtet wird, ist es Werbung.“ (Erst dann?)

Autsch. Da jault jeder Blogger laut auf. Reichweite kann man kaufen, Meinung nicht. (Ich gehe hier vom Idealfall aus.) Und bisher bekam ich bei keiner bezahlten Kooperation die Vorgabe in dieser oder jener Weise zu berichten. Mir sind NOCH NIE Bildmotive, Textbausteine oder ähnliches vorgegeben worden. Da wäre ich auch sofort im Tyrannosaurus Rex-Modus. 

But wait: Die Meinung ist meine und die Kooperationsvereinbarung ist relativ ergebnisoffen? Also ist das, was ich tue im Grunde nicht kennzeichnungspflichtig? So einfach ist das leider nicht. Ich für meinen Teil habe für mich aktuell folgende Lösung gefunden. Andere werden es anders handhaben. Wieso ich mich gerade hierfür entschieden haben, erläuterte ich euch im weiteren Artikel. 

Kennzeichnung von Werbung auf EIN BISSCHEN VEGAN 

Kennzeichnung auf dem Blog

  • Sobald ich  für die Erstellung eines Artikels Geld erhalte , schreibe ich im Artikel VOR dem ersten Satz das Wort WERBUNG. Egal, ob ich es als passend empfinde oder nicht. 
  • Unter dem Artikel erläuterte ich noch einmal, dass und warum ich bezahlt wurde.
  • Wenn ich für einen Artikel mit Produkten unterstützt werde, kennzeichne ich diese unter dem Text als PR Sample. Das ist allerdings die Kür, keine Pflicht und muss nicht unbedingt sein. Solange das Produkt bedingungslos zur Verfügung gestellt wurde, man mir also keine Vorgaben macht, wie ich es zu präsentieren habe.
  • Affiliate-Links bekommen ein * im Text und werden am Ende noch einmal kurz erklärt.

Kennzeichnung auf Instagram

  • Werde ich für ein Posting auf Instagram bezahlt, schreibe ich direkt unter dem Bild und vor dem Text WERBUNG. Dazu setze ich im Posting den Hashtag #Werbung. (Die Landesmedienanstalten sprechen hier von „gut sichtbar“, also nicht als #ad an 37. Stelle der Hashtags oder in einem Kommentar!)
  • Wenn ich es nicht vergesse, kennzeichne ich PR Samples mit dem Hashtag #PRSample. Hier wieder Kür, keinen Pflicht.

Kennzeichnung auf Facebook

  • Hier wird es etwas tricky. Denn Postings mit Links zu Blogartikeln mit bezahlten Inhalten sowie bezahlte Facebook Postings als solche darf nur schalten, wer einen blauen Haken hat. Allen anderen bleibt die zeit- und nervenraubende Alternative eine Werbeanzeige zu erstellen. Diese darf allerdings nur als „Dark Post“ laufen, sprich: Sie erscheint nicht im eigentlichen Feed meiner Seite zum Blog, sondern wird als Anzeige nur im Feed der ausgewählten Zielgruppe ausgespielt. Auch in dieser Art der Anzeige schreibe ich vor dem eigentlich Text das Wort WERBUNG und setze den Hashtag.

Warum überhaupt kennzeichnen?

Wichtigster Grund für Kennzeichnung von Werbung überhaupt: Die Leser. 

Entgegen anders lautender Behauptungen habe ich nie nennenswertes negatives Feedback auf einen mit WERBUNG gekennzeichneten Post bekommen. Weder lief die Leserschaft Sturm, noch sank die Reichweite. Ich glaube, meine Leser kennen mich so gut und sind so lange dabei, dass ich Ihnen niemals etwas präsentieren würde, was ich allein aufgrund eines Budgets total knorke finde oder weniger (oder mehr Herzblut) in einem Artikel stecke, der finanziell unterstützt wird. Ich prüfe sehr genau, ob eine Kooperation zu mir und dem Blog passt und ja, auch ob sie für meine Leser relativ und interessant ist. Auf dem Blog plötzlich Bratpfannen, Hundefutter oder Babytragen zu entdecken, würde uns wohl alle irgendwie erstaunen…

Ebenso prüfe ich, ob eine Kooperation in dieser Form zeitgleich auch auf drölfzig anderen Blogs erscheint. Denn sind wir mal ehrlich: Wir wollen uns ja alle ein wenig einzigartig fühlen, oder?

Mindestens genauso wichtig aber ist eine Kennzeichnung auch für und vor dem Gesetzgeber. Und hier wird es RICHTIG kniffelig. Denn im Grunde stoßen hier zwei Giganten aufeinander, die eigentlich das Gleiche wollen, sich aber selbst nicht ganz einig sind. Immer wieder hört man vom Telemediengesetz und dem Rundfunkstaatsvertrag. Und mindestens genauso oft hört man, dass beides vielleicht für YouTuber gelte, aber doch nicht für Blogger. Oder? 

Bisher gibt es noch keine Gesetzesvorgaben. Nur das Urteil eines Landesgerichtes. Für Print gelten die Landespressegesetze, die sehr genaue Formulierungen vorgeben. Für Blogger wiederum gelten die Telemediengesetze und diese schreiben bisher keine eindeutigen Formulierungen vor. Alle Rechtsexperten, die ich zu diesem Thema haben sprechen hören, sagten, dass man erstmal abwarten müsse, wie andere Gerichte entscheiden würden. Das sei alles noch sehr individuell.

Aber: Es arbeitet. Und vieles passiert, ohne dass wir es mitbekommen. Denn viele Streitigkeiten werden mit Vergleichen und somit außergerichtlich gelöst. Von denen erfährt die breite Öffentlichkeit also gar nichts. 

Was ist denn nun aber richtig? 

Probleme wegen Nicht-Kennzeichnung oder unzureichender Kennzeichnung kann man in Deutschland von zwei Stellen bekommen: Den Medienanstalten und den Gerichten. Erstere wirken in ihrer Form als Kontroll- und Aufsichtsbehören und schauen, ob alles rechtskonform abläuft und man sich an die Regeln hält. Es gibt eine einfach erklärte PDF der Medienanstalten, in der ihr schwarz auf weiß findet, was DIESE für korrekt erachten. Angesprochen sind vor allem YouTuber, aber vieles lässt sich hier tatsächlich auch auf Blogger übertragen. 

Allerdings gibt es ein paar Haken: So steht geschrieben, dass „Produktplatzierungen“ erst ab einem (Gesamt)Wert von 1.000€ gekennzeichnet werden müssen. Und auch die Kennzeichnung an sich ist für mich ein wenig schwammig. Von #sponsored über #ad bis hin zu „powered by“ ist alles möglich. Man sei einzig der  „Wahrheit und Klarheit“ verpflichtet. Womit bei „Unterstützt durch…“ schon wieder ein schmaler Grat erreicht ist. Denn „klar“ ist da nichts. Eine Unterstützung kann in vielerlei Hinsicht erfolgen. 

Auch „sponsored by“ wird anderswo kritisch gesehen, da in englischer Sprache. Ja, man sollte heutzutage davon ausgehen, dass jeder Deutsche der englischen Sprache soweit mächtig ist, diesen Satzbaustein zu verstehen. Aber er ist eben nicht EINDEUTIG. Und hier kommen die Gerichte ins Spiel.

Medienanstalten vs. Zivilgerichte 

Sind die Medienanstalten offensichtlich noch recht entspannt unterwegs, droht hier das eigentliche – und schnell sehr teure – Problem: Zivilklagen. 

Denn nicht eindeutige Kennzeichnungen, mögliche Wettbewerbsverzerrung und andere Dinge können beispielsweise von Mitbewerbern abgemahnt werden. Und da sich die Unternehmen untereinander schwerlich wegen Kennzeichnungsvergehen im Social Media Bereich abmahnen würde, da dies ihren eigenen Handlungsspielraum extrem einschränken würde, muss der Blogger ran. Zwar sind auch die Auftraggeber solcher Kooperationen abmahnfähig, aber den Kopf hinhalten muss immer erst einmal derjenige, dessen Name im Impressum steht.

Wenn ich mir anschauen, wer heutzutage schon die ganz dicken Fische an Land zieht und wie jung diese Kandidaten meist sind, kann ich nur hoffen, dass sie diesbezüglich gut beraten werden. Mein Appell auch hier an Auftraggeber: Informiert euch und informiert die Blogger. Von einigen wenigen Kunden bekomme ich mittlerweile tatsächlich schon in der ersten (!) Anfrage ausführliche Briefings (!), in denen klar kommuniziert wird, dass eine deutliche Kennzeichnung Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist (!). So muss das sein. Allerdings hört man auch von Stellen, die beim Honorar gerne noch was drauf legen, damit diese nicht erfolgt…

Fazit

Ihr seht: Ein weites Feld. Und wenn es abschließende, in Stein gemeißelte Urteile gäbe, würden wir nicht alle so viel darüber diskutieren. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie manche Blogger dieses Wort meiden wie der Teufel das Weihwasser und sich in verschwurbelten Nettigkeiten ergießen. Aber egal wie man es dreht und wendet und wen man fragt: Einig sind sich alle dabei, dass man mit WERBUNG als Kennzeichnung im Titel oder vor dem ersten Satz nicht falsch macht. 

Den Weg gehe ich gerne mit. Sicherlich gäbe es charmantere Formulierungen, die einem Wortästheten nicht gleich die Nackenhaare kräuseln und die sich etwas gefälliger in den Textflow einfügen. Kann man sicher machen, aber ich gehen auf Nummer Sicher. 

Bis es hoffentlich irgendwann mal definitive Lösungen für dieses Problem gibt. 

adventswürfel ein bisschen vegan

5 Jahre | ein bisschen vegan feiert und ihr könnt gewinnen.

ein bisschen vegan bloggeburtstagMoin,

beinahe hätte es diesen Post gar nicht gegeben. Sicherlich hätte man den 5. Bloggeburtstag ordentlich aufziehen können. Immerhin las ich mal, dass nur eine verschwindend geringe Zahl von Blogs älter als 3 Jahre wird.  Aber das hätte Planung verlangt. Und Vorbereitung.  Beides Dinge, die ich in der Vorweihnachtszeit schon beruflich so sehr investieren muss, dass für private Dinge kaum etwas übrig bleibt. (Psst, ich habe noch nicht einmal Weihnachtsgeschenke…)

Naja. Aber 5 Jahre sind eine lange Zeit. Ich habe viele Stunden und Tage in mein digitales Wohnzimmer gesteckt. Mich über schlechte Bilder geärgert, das Licht verflucht und nicht die passenden Worte gefunden. Aber auch tolle Menschen kennengelernt, wunderbare Produkte entdeckt und viel über das Netz, die Menschen an sich und vor allem über mich gelernt. Das ist schon was. Aber dann auch wieder so normal für mich geworden, dass ich diesen Tag eigentlich übergehen wollte. Es ist wie mit dem Valentinstag. Ein bisschen Liebe jeden Tag, statt einmal im Jahr das große Spektakel.  Und dann fällt der Tag auch noch mitten in die Adventszeit! Die Chroniken und Timelines sind voll mit Adventskalendern und Gewinnspielen, die sich gegenseitig übertrumpfen. Höher, schneller, weiter. Da wären wir dann wieder bei Planung und Vorbereitung….

adventswürfel ein bisschen vegan

Und dann kommt es manchmal ganz anders.

So schnörkellos wie ich in solchen Dingen manchmal bin, so schnörkellos ist auch der „Adventskranz“, den ich seit letztem Jahr zuhause anzünde. Erstanden habe ich ihn auf dem Weihnachtsmarkt hier in der Stadt, am Stand des örtlichen Berufsbildungszentrums. Er rief sofort meinen Namen: Minimalistisch, ohne Gedöns und mit einem kleinen Mittelfinger gegen all den Weihnachtskitsch. Nachdem ich im Netz ein paar Bilder postete, wurde ich immer wieder darauf angesprochen und musste jedes Mal bedauerlicherweise antworten, dass es diesen „Kranz“ leider nicht zu kaufen gibt. Er war quasi eine „Limited Edition“.

Bis mich meine Mutter letzte Woche darauf aufmerksam machte, dass das BBZ eben genau diese Adventswürfel wieder vorrätig hat. Tja. Und so kommt ihr nun doch in den Genuss eines kleine Bloggeburtstagsgewinnspiel. Irgendwie leicht anti-zyklisch – immerhin haben wir bald schon den 3. Advents – aber dadurch auch wieder irgendwie absolut passend. Und schließlich ist nach Weihnachten vor Weihnachten 😉

Und dann wird doch ein bisschen gefeiert.

Wer diesen charmanten Adventswürfel also demnächst sein Eigen nennen möchte, schreibe mir bis Dienstag, 09.12.2014 um 20.00 Uhr einen Kommentar unter diesen Post und verrät mir, wie er auf ein bisschen vegan aufmerksam wurde. Wer mag, darf mir auch gerne ein Like auf Facebook oder Instagram schenken. Ich freue mich über eure Nachrichten. Mitmachen darf jede*r mit einer Postadresse in Deutschland, wer über 18 Jahre alt ist oder eine Erlaubnis der Erziehungsberechtigten hat. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Bitte gebt eine gültige E-Mail-Adresse an. Erhalte ich innerhalb von 48 Stunden keine Antwort wird neu ausgelost. Ich werde das Paket noch diese Woche zur Post bringen, damit ihr mit Glück wenigstens noch die dritte Kerze darauf einzünden könnt 😉

Nun wünsche ich allen Teilnehmer*innen viel Glück und wünsche euch noch
eine schöne Adventszeit!

„Wie, du bloggst?!“

 

Obiges Videos wurde mir gestern während der blogst Twitterparty in die Timeline gespült und war schlussendlich der Auslöser dafür, dass ich mich hinsetzte und endlich niederschrieb, was mich schon eine ganze Weile beschäftigt. 

Ich fühle mich immer ein bisschen kriminell. Oder wie ein Mitglied in einem ganz geheimen Geheimbund, von dem andere nur eine leise Ahnung haben und bei dem man seine Mitgliedschaft lieber verschweigt. Aber heute muss ich es gestehen:

Ich blogge.

Ich spüre die Blicke einiger Kolleginnen förmlich auf mir. Dieses wissende, fragende, sich aber doch nicht trauende. Dieses „Ich habe da mal eine Frage in Sachen Internet. Kannst du mir helfen? Du bist da ja ganz schön aktiv, wie ich gestern gesehen habe.“. Und dann doch nicht weiterfragen. Sicher, es ist eine Illusion zu denken, dass niemand wüsste was ich täte. Die Welt ist ein Dorf. Über Umwege hat selbst meine Chefin mitbekommen was ich mache. (und mich bis jetzt nicht vor die Tür gesetzt.) Aber geschätzte 75%-80% der Personen mit denen ich jeden Tag zu tun habe interessiert sich so gut wie nicht für das Internet und das pralle Leben darin. Dabei braucht man nur meinen Namen bei Google einzugeben und weiß was ich so treibe. Dafür müsste man allerdings seine comfort zone aus Favoritenleistenbewohnern wie Wikipedia, Zalando und der DB-Auskunft verlassen. Und meine private Facebookchronik sehr genau lesen. Denn ich halte mich dort in Sachen Blog zurück.

Und da beginnt das Nebulöse. Für viele Menschen ab 30+ hat das Internet immer noch etwas anrüchiges. Es raubt Zeit und Hirnzellen und wird privat nur von Menschen genutzt die entweder keine Freunde haben oder zu viele und jedes Wochenende um die Häuser ziehen. Und die auch sonst nichts sinnvolles zu tun haben.

„Bloggen? Habe ich mal gehört. Das ist so etwas wie Tagebuch schreiben, oder? Aber da kann ja jeder mitlesen? Oh, diese Jugend! Immer dieses Mitteilungsbedürfnis. Denk doch an deine Sicherheit! Irgendwann holt dich das ein. Lade bloß keine Partybilder hoch. Und erzähle nicht so viel Privates!“

Vielleicht sollte ich mehr drüber reden. Aber was soll ich sagen“? „Hey, ich schreibe einen Blog. Über Veganismus. Über Kosmetik und Mode. Und was ich sonst noch so erlebe. Und es gibt tatsächlich Menschen, die es interessiert.“ Während mein Umfeld über seine Kinder, die Arbeit und seine Sorgen spricht? Ich schäme mich immer ein bisschen. Und halte das was ich tue für ziemlich irrelevant. Ich traue mich nicht mir herauszunehmen zu erzählen, dass ich einen großen Teil meiner Freizeit für das Bloggen verwende. Das ich abends manchmal bis zu zwei, drei Stunden an einem Artikel sitze. Das ich recherchiere, ausprobiere, verwerfe, grübele, tüftele. Das ich das alles neben meinem Vollzeitjob tue. Wie gern hätte ich meiner Lieblingskollegin von meinem Besuch bei Pure Schönheit am Freitag erzählt. Aber was soll ich sagen? „Ich war dort und habe darüber übrigens im Internet berichtet?“ 

Es hat mich einiges an Überwindung gekostet (und tut es manchmal auch heute noch) auf einer Messe auf Firmen zuzugehen und zu sagen: „Ich bin Bloggerin. Kennen Sie einbisschenvegan.de? Das ist meine Seite.“ Die Reaktionen darauf sind sehr unterschiedlich. Der Großteil schaut einen tatsächlich an als käme man von einem anderen Stern. Der andere fragt interessiert nach oder weiß sogar um was es geht. Sind wir doch nicht so unwichtig? Darf ich mich ernst genommen fühlen? 

Ja, warum eigentlich nicht? Das Bloggen hat mir nichts genommen. Vielmehr hat es mein Leben bereichert. Im Video beschreiben viele das Bloggen als Heimat. Da ist was dran. Ich in den letzten vier Jahren vieles gelernt und erleben dürfen. Dinge, von denen ich zuvor nur träumen durfte. Ich habe viele neue Menschen über dieses „Bloggen“ kennengelernt, wenn oft auch erstmal nur im Internet. Aber wisst ihr was? Das ist eine feine Sache. Denn die meisten Menschen verstellen sich nicht im Netz (bzw. nicht mehr als sonst auch…), sind keine sexbesessenen Monster oder vereinsamte Soziopath_innen. Sie sind so wie ich neugierig, interessiert und unterhalten sich gerne. Egal wo sie wohnen. Sie kommen zu mir in meine kleine Heimat und ich besuche sie in ihrer. Ich habe in den letzten Jahren neue Orte gesehen, Messen und Events besucht und war sogar in der Onlineausgabe der Zeit vertreten. Weiß hier kein Mensch. Schön blöd eigentlich.

Bloggen IST relevant. Nach diesem Video glaube ich es sogar ein bisschen. 

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