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Bloggen | 5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Bilde ich mir das nur ein oder wabert zur Zeit ein merkwürdiger Vibe durch das Netz?

Auf der einen Seite ist da ein lauter Wunsch nach Transparenz und Ehrlichkeit. Von Lesern, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen und von Bloggern, die endlich Anerkennung für ihre fortlaufende – jedoch nicht immer von Hunderttausend Herzchen auf Instagram gekrönte – Arbeit bekommen möchten. 

Auf der anderen Seite aufgeblähte Influencer-Blasen und pastellige Hochglanz-Accounts, auf denen das Auge gerne verweilt, die aber so inhaltsleer sind wie ein Boulevardmagazin vor der Tagesschau. Und die dennoch liebend gern als Werberampe genutzt werden, da es am Ende egal zu sein scheint, ob ein Herz nun in Deutschland, Österreich oder Pakistan verteilt wird. In der heutigen Zeit, im Zeitalter des Scrollens und Querlesens sieht auf den ersten Blick sowieso erstmal alles gleich gut aus. 

Und mittendrin eine medial wirksame Welle der Empörung, jetzt alles anderes machen zu wollen. Die jedoch bei vielen ähnlich nachhaltig zu sein scheint, wie der niedliche Selbstversuch von drei ungeschminkten Selfies auf Instagram, nur um danach wieder zu den gewohnt perfekten Fotografen-Shots zurückzukehren. Wo sind wir denn da falsch abgebogen? 

Wir müssen uns von den guten alten Zeiten verabschieden. Als es noch egal war, ob die Daniel Wellington-Uhr im Flat Lay nun im goldenen Schnitt liegt oder nicht.

Damit fordere ich nicht die Rückkehr zu unbelichteten Schnappschüssen am Küchentisch. Auch mein Anspruch ist mit den Jahren gestiegen. An mich und an die Blogosphäre. Ich schaue mir selbst auch gern hübsche Bilder an. Allerdings mit Vorliebe solche, die von jemandem stammen, mit dem ich irgendwie „bonden“ kann. Weil die Person mich kriegt, mich berührt. Nach dem tausendsten stockphoto-artigen Streetstyle Outfit oder dem drölften Travel Diary, welches auch aus dem TUI-Katalog stammen könnte, wird’s selbst mir fad. 

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Aber natürlich freue auch ich mich immer noch wahnsinnig über jedes Like, jeden konstruktiven Kommentar auf einem meiner Kanäle. Alles andere wäre gelogen. Sie sind unser täglich Salz in der Suppe. Sagen sie uns doch, dass das, was wir tun andere Menschen inspiriert, erfreut oder anderweitig irgendwie bewegt. WENN denn ein echter Mensch dahinter steckt und nicht irgendein Bot aus fernen Ländern…

Seit einiger Zeit liegt eine unbequeme Schwere über allem. Und manchmal frage ich mich, ob ich heute – fast 8 Jahre später – noch mal mit einem Blog starten würde. Ich wäre sicherlich weitaus weniger unbedarft als damals. Würde vielleicht auch dazu tendieren, mich akribisch vorzubereiten, zu planen und zu stagen. Weniger aus dem Bauch heraus schreiben und mehr auf die SEO achten…

Halt. Stop! Müsste es nicht genau anders herum laufen? Müssen wir jetzt nicht anfangen, neue – alte – Wege zu gehen? Weg von Optimierung, Zahlen und Pastelltönen? 

Was würde ich heute meinem jüngeren Blogger-Ich raten? Welche Fehler würde ich nicht noch einmal machen wollen und wo hätte ich gerne schon zu Beginn etwas forscher sein dürfen? Immer wieder werde ich gefragt, wie man so einen Blog ins Laufen bringt und ihn danach so lange rollen lässt. Spielen wir also mal Zeitreise und schauen, welche Tipps ich mir vor 8 Jahren gerne mit auf den Weg gegeben hätte. Und die vielleicht auch heute noch Relevanz haben, für all diejenigen, die gerne einen Blog starten möchten. 

5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

1. Bleib dir treu 

Wahrscheinlich der wichtigste und zugleich abgenudelste Punkt von allen. Aber sind wir mal ehrlich. Braucht es heute NOCH einen Foodblog mit Buddha Bowls und Smoothies? NOCH eine nett drapierte Designerhandtasche auf hellem Grund neben schicken Blümchen? Klare und etwas ernüchternde Antwort: Nein. 

Es sei denn, du kannst mit dem gewissen Etwas aufwarten. Mit etwas, was dich von den anderen abhebt. Dein ganz persönlicher roter Faden, den du straight durchziehst und dich nicht verbiegen lässt. Du bist bereit auf Risiko zu gehen und hinter dem zu stehen, was du tust? Dann los! Ansonsten: Lass es.

2. Ganz oder gar nicht 

Überlege dir vorher, wie viel Zeit, Geld und Energie du in deinen Blog stecken möchtest. Brauchst du eigentlich nur eine online verfügbare Datenbank für Rezepte oder Outfits, in die ganz nebenbei auch noch andere schnuppern dürfen? Dann musst du dir keine Gedanken machen. 

Wenn du aber beabsichtigst, deinen Blog in deiner Nische irgendwie bekannter zu machen, eine Bindung zu deiner Community aufzubauen und vielleicht sogar Geld mit ihm zu verdienen, dann mach dich verbindlich. Mach dich bereit, einen Teil deiner Persönlichkeit nach außen zu tragen, Menschen bis zu einem gewissen Punkt an deinem Leben teilhaben zu lassen und gegebenenfalls auch mal in kritischen Austausch zu treten. Denn das füllt ein Blog mit Leben. 

Sei dir auch bewusst, dass gegebenenfalls ein großer Teil deiner Freizeit zwar nicht für den Blog draufgeht, aber durchaus durch ihn beeinflusst werden kann. Überlege dir rechtzeitig, wie du damit umgehen möchtest und wie viel Zeit du aktiv für den Blog aufwenden willst. 

3. Such dir Komplizen

Wenn man sich aktuell so umsieht, könnte man manchmal das Gefühl bekommen, dass die eine der anderen nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnt.

Wieso bekommt sie diese Kooperation und ich nicht?

Muss sie jetzt auch noch was über genau DIESES Thema schreiben?

Soll ich ihr bei dieser Sache helfend oder beratend zur Seite stehen oder könnte das sich für mich negativ auswirken?

Ich glaube, ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass wir Blogger uns ALLE mindestens einmal eine dieser Fragen gestellt haben. Da mache ich mich nicht von frei. Viel cooler und entspannter wird es aber, wenn man andere Blogger nicht als Konkurrenz sieht, sondern als ergänzenden und talentierten Cast neben dem eigenen Blog. 

Am Ende profitiert der Leser, der natürlich auf der Suche nach möglichst vielen verschiedenen Meinungen und Ideen ist. Es ist also völlig egal, ob schon Blogger X und Y ebenfalls etwas zu diesem Thema gesagt oder geschrieben haben. Wenn du den ersten Punkt berücksichtigst und deine ganz persönliche Meinung niederschreibst, ist sie IMMER ein Gewinn. Sie füllt den Pool an – hoffentlich – relevanten und zugänglichen Informationen. 

Darüber hinaus genieße ich es sehr, eine Handvoll wunderbarer Menschen zu haben, die ähnlich wie ich ticken und parallel zu meinem Blog organisch wachsen. Ihr ahnt nicht, wie viele WhatsApp-Nachrichten da manchmal hin und hergehen, um sich zu unterstützen oder wenn wieder irgendwo der Baum brennt. Wenn ich Input brauche oder einfach mal eine Runde Jammern möchte.

So ein „Side Kick“ ist wahnsinnig wichtig. Allerdings rate ich nicht dazu, sich auf Kraft an jemanden heranzuwanzen, um kosten- und bedingungslos Infos abzugreifen. Natürlich fällt so etwas nicht einfach vom Baum. Aber wer kontinuierlich dabei bleibt, wird unweigerlich mit anderen Bloggern zu tun bekommen, von denen vielleicht irgendwann einer euer Tandem-Partner wird. Das Ganze ist – wie alles im Leben – ein Geben und Nehmen. 

4. Tritt einen Schritt zurück

Jetzt kommt ein Punkt, den wir alle gerne mal vergessen. Natürlich könnten wir so vor uns hin leben. Im Hier und Jetzt und ohne uns große Gedanken über unser Handeln und unsere Umwelt zu machen. Auch ich verschwinde gerne mal in meiner ganz eigenen Blase. Da ist es warm und gemütlich.

Schnell merke ich aber, dass es doch ungemein hilft, sich regelmäßig zu reflektieren und mit anderen auszutauschen. Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht und wundern uns, wieso wir dieses und jenes nicht umgesetzt bekommen oder die Interaktion mit unserer Community nicht so ausfällt, wie wir es gerne hätten. 

Da hilft es, einen Schritt zurück zu gehen und das Ganze von außen zu betrachten. Und auch durchaus mal über den Tellerrand zu schauen. Oft vergessen wir das und stellen (zu) spät fest, was uns da alles entgeht. 

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5. Sichere dich rechtlich ab

Irgendwann – und lieber früher als später – kommt man als Blogger in die Situation, sich mit seinem Blog verbindlich zu machen. Auch wenn wir diesen Punkt manchmal gerne hinauszögern wollen. Du musst für das, was du tust einstehen. Mit deinem vollen Namen und einer jederzeit ladungsfähigen Adresse. Das Ganze muss als Text (und nicht als Bild!) in deinem Blog nach maximal zwei Klicks zu finden sein. 

Ja, das stößt vielen von uns sauer auf. Zurecht. Ein gewisses Sicherheitsbedürfnis hat noch niemandem geschadet. Aber wer nach Transparenz und Ehrlichkeit ruft, ist das seinen Mitmenschen schuldig. Auch in Sachen Datenschutz, Bildrechte und Werbekennzeichnung solltest du dich rechtzeitig beraten lassen. 

Natürlich kannst du versuchen, erstmal eine Weile unter dem Radar zu fliegen, aber irgendwann wird dir das auf die Füße fallen. Blogs ohne Impressum und mit fehlender oder fragwürdiger Kennzeichnung kann ich nicht ernst nehmen. Und zum Glück tun dies auch immer mehr Brands ebenso wenig.

(Und ja, auch Rechnungen und Belege sammeln bietet sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt an. Zumindest, wenn du ein Gewerbe anmelden und irgendwann Geld mit dem was du tust verdienen möchtest. Masha hat da die Tage ordentlich was zusammengetragen.

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

Marlene Dietrich

Würde ich heute noch einmal mit dem Bloggen beginnen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Meine Nische habe ich gefunden und bin sehr glücklich damit. Ich habe Erfahrungen gemacht und viel gelernt in den letzten 7 1/2 Jahren. Aus diesen Learnings zehre ich und sie bestimmen, wie ich heute mit verschiedenen Situationen umgehe. Sie zu erlangen war nicht immer einfach. Und ich weiß nicht, wie dieser Prozess heute aussehen würde. Eigentlich möchte ich mir das auch gar nicht vorstellen…

Vielleicht wäre ich eine dieser Ladies, die ihr Wirken komplett auf Instagram fokussieren. In unserer heutigen  – sehr visuellen und schnelllebigen Zeit – ist das manchmal ein verlockender Gedanke. Ein Blog bedeutet eine deutliche Mehrarbeit. Manchmal fühlt es sich so an, als kämen die Gäste nur still und leise für einen Drink hinein, schauten in die Ecken und zögen dann wieder von Dannen. Die Interaktion findet heute tatsächlich eher im Social Media statt. Unterwegs ist schnell mal auf Instagram oder Facebook kommentiert.

So ein Blog wirkt da doch etwas behäbiger. Aber vielleicht macht genau das den Reiz aus. Er ist wie das bequeme Sofa nach Feierabend, das Soulfood bei Mama, meine Homebase. Ich bin froh, dieses Baby zu haben und seit vielen Jahren mit Leben zu füllen.

Doch, wahrscheinlich würde ich es noch mal machen. 

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Hier findet du meine bisher erschienenen Artikel zum Thema Bloggen:

Kennzeichnung von Werbung

 

Früher war alles besser? Meine Anfänge 

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Bloggen | Früher war alles besser? | Meine Anfänge

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„Hallo Kathrin, ich selber habe zwar gerade erst angefangen zu bloggen, aber du machst das ja jetzt schon einen ganze Weile. Hast du ein paar Tipps auf Lager, wie ich mehr Leser ansprechen kann? Und wie gehe ich am besten auf Firmen zu, damit sie mich sponsoren. Schreibst du die einfach an? Wie lange hat es bei dir gedauert bis du deinen Blog monetisieren konntest? „

Uff. 

Nach einem kurzen Atemstillstand kann ich der Person diese Mail nicht einmal verübeln. Es wird heute ja so vorgelebt. Blogs müssen ab Minute Eins perfekt sein. „Sich lohnen“. Und im Idealfall sofort Geld abwerfen. 

Und die, die sie schreiben kommen oft schon aus der Branche (Marketing, PR, Studium dessen…). Sie stampfen mit heutigen Mitteln in kurzer Zeit einen astrein SEO-optimierten und hip aussehenden Blog aus dem Boden. Dafür sorgen unter anderem auch diverse „Experten“, die uns Programme verkaufen, wie wir in kurzer Zeit vom Bloggen leben können, Google uns liebt und die Likes auf Instagram uns nur so zufliegen. Auch hat sich mittlerweile ein Gefühl dafür entwickelt was läuft und was eher nicht funktioniert. Leider hat das zur Folge, dass sich viele neue Blogs erschreckend ähneln. 

Heute ist das Risikofreudigste oft eine Tasse Kaffee
auf der weißen Bettdecke

Waren wir früher mutiger? Wahrscheinlich. Ich habe nicht alles aus drei Perspektiven begutachtet und doppelte Böden eingebaut. Heute ist das Risikofreudigste oft ein Tasse Kaffee auf der weißen Bettdecke für ein schniekes Bild auf Instagram.  Vielleicht hätte ich manches Mal weniger Bauch (und Herz) und mehr Kopf sein sollen. Ich weiß es nicht.
Heute wird oft VIEL strategischer an so einen Blog gegangen. Mit einem klar definierten Ziel.
Täglich lese ich in diversen Facebook Gruppen Fragen von neuen Bloggern wie  

„Welche Strategie empfiehlt ihr?“
„Wie bekomme ich mehr Follower?“
„Wie habt ihr euer Thema gefunden? Über welches Thema könnte ich bloggen?“

Pfuuuuuuh. Nochmal tief Luft holen. Kamen wir damals auch so schnell auf den Punkt? Als ich 2009 mit dem Bloggen anfing, lief es ganz genau so ab, wie es damals eben ablief. Thematisch war ich gefestigt und schon Jahre in diversen Foren zum Thema Beauty unterwegs. Dort gab es geschlossene Bereiche, in denen die einzelnen User ihre eigenen kleinen Tagebücher führten und andere Mitglieder teilhaben konnten. An „Beauty Routinen“, „Hauls“ und „Wish Lists“. Nur hieß das damals noch nicht so.

„Hey Kathrin, du hast doch neulich die Maske XY ausprobiert. Wie ist die denn so?“
„Hast du noch mal das Rezept für den Kuchen neulich?“.
„Was könnt ihr denn an Naturkosmetik empfehlen? Gerne vegan. Stelle da gerade um.“ (Ich, 2009)

Und schwups war ich mittendrin. Blogs gab es schon ein paar und so langsam fing man auch an sie zu lesen. Und eines Tages im Dezember – ich saß krank zuhause und hatte meine mutigen 5 Minuten – öffnete ich die Seite von Blogspot und hatte 2 Stunden später meinen ersten Blog erstellt. Ich hatte KEINE Ahnung. Und schrieb drauf los. 

Bloggen Blogging Meine Anfänge

Denn anders als heute, wo dazu geraten wird mindestens 5 fertige Artikel in der Hinterhand zu haben, wuchs der Blog parallel zur Leserschaft. Bis ich meine Statistiken überhaupt entdeckte, dauerte es ein paar Tage. Wow, da liest echt jemand mit! Erst 10, dann 20 und irgendwann tatsächlich mal 100 Leute am Tag. 100 mir völlig fremde Menschen, die schauen, was ich da tue. Und darauf reagieren! Ich war geflasht.

Es gab kein Camp, auf dem man lernen konnte, wie man das mit dem Bloggen anstellt. Kaum nennenswerte Facebookgruppen in denen man sich mit Gleichgesinnten austauschen konnte. Es gab auch nicht mal viele Erfahrungswerte, über die man sich hätte austauschen können. Beauty und Lifestyle Blogs kamen in Deutschland in der breiteren Masse so Mitte der 2000er an. Ich war also eher einer der späten Early Adopter. Aber selbst zwischen 2009 und 2017 liegen Welten.

War früher mehr Lametta?

Der deutlichste Unterschied zu heute: Ich machte einfach. Trial and Error. Rückblickend wäre ich froh und dankbar über den einen oder anderen Tipp gewesen. Das hätte mir viel Zeit und Nerven gespart. Aber ich kannte schlichtweg niemanden, den ich hätte um Rat fragen können. Technisch konnte man mit Blogspot auch ohne große Kenntnisse einiges allein schaffen, inhaltlich tat ich eh was ich wollte und Facebook legte ich mir eigentlich nur privat zu, um mich mit Freunden und Bekannten zu vernetzten. 

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Irgendwann 2010 –  denn damals brauchte es eine Weile, bis sich so ein Blog rumgesprochen hatte – war er da, der Punkt, an dem SIE kam. Die erste Mail von jemanden, der sein Produkt gerne auf meinem Blog platzieren wollte.

HOLLA! Das war ein Gefühl. Irgendwo zwischen Befriedigung („Yeah, es wird jemand auf mich aufmerksam!“), Unsicherheit („An was muss ich alles denken?“) und blanker Panik („Meinen die wirklich mich? Kommt in 10 Minuten eine Mail „Sorry, haben uns vertan.“? Kann ich das?“ Erwartungen. Hoffnungen. Was richtig Offizielles. Waaah!)

Um das abzukürzen: Was folgte waren Jahre des Herantastens, Wachsens, Versuchens, Scheiterns, der Kreativflaute, der Schreibblockaden und der kleinen Durchbrüche. Des nächtlichen Grübelns über Gewerbeanmeldung, Steuern und Rechnungen.
Ich bin froh, da durch zu sein. Hätte man mir vor 7 Jahren erzählt, dass ich mal meine eigene Autorin, Fotografin, Stylistin, Steuer- und Imageberaterin werden würde, ich hätte hysterisch angefangen zu lachen. Und dann geweint. Ich bin über mich hinaus gewachsen. Das kann ich mittlerweile sagen. Ich habe meinen Standpunkt vertreten, gelernt NEIN zu sagen und mich zu verkaufen. Im positiven Sinne. Und das ist manchmal das Allerschwerste.

Es ist ein bisschen so, als würde man an seine Pubertät zurückdenken und sich wünschen, man könne sie nochmal durchleben. Aber bewaffnet mit all der Lebenserfahrung, den Hochs und Tief und Learnings, die man danach gemacht hat. 

Ihr seht, da weht gerade ein leichter Hauch von Nostalgie über den Bildschirm. Wie bei einer alten Omi, die uns von Kinderspielen von früher berichtet und wir dem Ganzen milde lächelnd lauschen, um danach wieder das Smartphone rauszuholen und darüber belustigt zu twittern. 

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Heute läuft das anders. Und das ist bis zu einem gewissen Grad auch gut so. Ich wünsche mir die Anfänge des Bloggens nur bedingt zurück. Vieles hat sich professionalisiert. Das macht mir einiges leichter. Wenn ich ein technisches Problem habe, bekomme ich in Minutenschnelle Hilfe. Ich habe meine Skills weiterentwickelt. Im Storytelling, in der Fotografie und im Umgang mit (potentiellen) Kunden. Wurde ich früher gefragt, was ich da tue, erntete ich selbst auf Messen manchmal fragende Blicke.
„Ach, vorhin war schon eine Kollegin von Ihnen da. Schreiben Sie das zusammen?“
‚Türlich. Es gibt nur einen einzigen Blog und wir sind alle seine Angestellten…

Heute weiß (fast) jeder was Sache ist oder hat den Begriff „Blogger“ zumindest schon mal gehört. Auch wenn die Bilder im Kopf bei den Leuten immer noch SEHR stark auseinander gehen. Das macht den Workflow doch deutlich geschmeidiger.

Das hat aber auch zur Folge, dass Blogs wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es hat sich herumgesprochen, dass man mit ihnen Geld verdienen kann. Doch wie viel Persönlichkeit steckt in einem Blog, der auf dem Reißbrett erstellt wurde? Der nicht durch Blut, Schweiß und Tränen gewachsen ist und voller Leidenschaft kontinuierlich bespielt wird? (Was die eigentliche Herausforderung ist. Durchhaltevermögen.)

Es ist nicht alles schlecht. Ein Hoch aufs Bloggen!

Aber es gibt sie noch, die Menschen, die für etwas brennen und ihre Leidenschaft mit anderen teilen wollen. Die ihre Nische finden und andere mit ihrer Persönlichkeit und ihren Inhalten begeistern. Die Mutigen. Die Neugierigen.

Es sind viel mehr geworden. Die Menschen, die das tun, was ich tue. Es ist ein wunderbares Netzwerk entstanden aus Bloggern, die ähnlich ticken wie ich und mit mir auf einer Wellenlänge surfen. Deren Erfahrungen und Feedback ich in meinem Alltag nicht missen möchte und die tatsächlich zu guten Freunden und Bekannten wurden. Ich habe Kontakte geknüpft zu Partnern und Kunden, die zu mir und dem Blog passen. Konnte durch sie Dinge erleben, die ich früher nicht für möglich gehalten habe.

Und ich habe ganz wunderbare Leser. Ich kann es nicht oft genug sagen. In all den Jahren wart ihr immer interessiert, entspannt, zugewandt und respektvoll. Das ist ein großer Schatz. 

Es heißt, ein Leser verfolgt einen Blog tatsächlich nur zweitrangig aufgrund des Inhalts. Primär folgt er einem Blog – bewusst oder unbewusst – da er die Persönlichkeit des Bloggers dahinter schätzt oder zumindest interessant findet. Da hilft kein Schema F, kein Tutorial und es lässt sich vor allen nicht übers Knie brechen. Nicht in 7 Wochen und nicht in 7 Jahren. Trial and Error. Und Zusammenwachsen. Zusammen wachsen.

Danke. 

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