Schlagwort-Archive: Blogger

Tipps für mehr Nachhaltigkeit einfach

5 Tipps | Wie du ganz einfach ein bisschen nachhaltiger wirst

Wie du ganz einfach ein bisschen nachhaltiger wirst

*Werbung

Auch wenn ich mir auf die virtuelle Fahne geschrieben habe diese Welt ein wenig grüner, veganer und nachhaltiger zu machen, bin auch ich nicht Mutter Theresa. Fragt man mich nach Tipps, habe ich in der Theorie sofort zig wunderbare Ratschläge zur Hand, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten können. In der Praxis muss ich mir jedoch immer noch des Öfteren an die eigene Nase fassen. 

Als ich zum nächste Woche stattfindenden Re:Mind Kongress eingeladen wurde, war das ein guter Moment, um mal wieder mein eigenes Verhalten zu reflektieren. Initiiert wird das Ganze von re:BLOG, dem Nachhaltigkeitsblog von OTTO. Mit OTTO verbindet mich eine Geschichte, die ihre Wurzeln schon in meiner frühen Kindheit hat. Wir waren immer ein „OTTO-Haushalt“ und so bestellte ich meine Kleidung zu Teenagerzeiten dort schon lange bevor es Zalando und Co. gab. Erst aus dem Katalog, später online. Nachhaltig war damals aber noch so gar nichts. Weder bei OTTO, noch bei mir. Das hat sich aber offensichtlich geändert. Bei beiden. 

Nun hat OTTO mit dem Re:Mind Kongress ein Event ins Leben gerufen, bei dem Mitarbeiter*innen, Blogger und inspirierende Speaker zusammenkommen und gemeinsam in Sachen Nachhaltig brainstormen und neue Ideen entwickeln. Ich werde euch an diesem Tag in den Instagram Stories ein wenig mitnehmen. Das wird sicher großartig!

Vorab aber habe ich mir ein paar ganz eigene Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit gemacht und darüber, wie wir sie ganz einfach in unser Leben integrieren können. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅

Denn im Grunde ist sie überall. In der feschen Jacke von diesem hippen Fair Fashion Label, im neuen Unverpackt-Laden um die Ecke und in der Technologie des neuen Elektroautos. Aber wo ist sie in deinem Leben? In MEINEM?

Man könnte den Eindruck bekommen, Nachhaltigkeit sei entweder besonders anstrengend oder besonders teuer. Manchmal sogar beides. Das mag auf den ersten Blick tatsächlich so erscheinen. Nachhaltigkeit wirkt im Netz meist cool, fesch und angesagt. Aber seien wir mal ehrlich: Sind wir das auch? Manchmal vielleicht. Aber meistens ist unser Alltag routiniert, durchschnittlich und eben – alltäglich. Und genau da können wir auch eine ganze Menge tun. Müssen wir sogar. 

In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich diverse Test durchgeführt, die meinen ökologischen Fußabdruck bestimmen. Und egal wie ausgefeilt oder oberflächlich diese Tests waren, das Ergebnis war immer verheerend. Selbst ich, die sich eigentlich immer ziemlich nachhaltig fand, brauche, wenn ich so weiter mache wie bisher, am Ende 2 Erden auf. Zwei! Obwohl ich kein Auto besitze, jede Woche an die 25-30 km mit dem Rad zurücklege (Wow, so addiert klinge ich plötzlich regelrecht sportlich…) und mich seit fast 15 Jahren konsequent fleisch-und fischfrei ernähre. Diese letzte Tatsache hat mir übrigens die meisten Pluspunkte verschafft. Mehr sogar noch als der Verzicht aufs Auto. 

Da ich weiß, dass ich mit meinem Radfahrerinnendasein aber ziemlich alleine da stehe und ich nur eine Handvoll Menschen in meinem direkten Umfeld kenne, die sich ähnlich konsequent fleisch- und fischlos ernähren, möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen, wie der ökologische Fußabdruck meiner restlichen Mitmenschen aussieht.  

5 Tipps, wie du ganz einfach ein bisschen nachhaltiger wirst

Ich kann und will niemandem sein Auto verbieten. Es geht genug Tage, an denen ich meine Führerscheinlosigkeit verfluche. Aber die meist Zeit komme ich wunderbar damit klar. Auch will ich auf niemanden mit dem Finger zeigen, weil er Fleisch isst. Ich freue mich zwar, wenn ich Menschen zum Verzicht inspirieren kann, aber Missionierung liegt mir fern.

Es gibt aber ein paar Dinge, die jeder von uns – unabhängig von seiner Ernährungsform oder seiner Mobilität – tun kann. 

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Blogger

1. Vermeide Umverpackungen

Müll meiden. Klingt abgedroschen, ist aber so. Zugegeben, nicht jeder lebt in einer Großstadt und hat die Möglichkeit Lebensmittel unverpackt einzukaufen. Dennoch können wir darauf achten Dinge zu kaufen, die mit möglichst wenig Umverpackungen auskommen.

Plastik zu vermeiden ist immer eine gute Sache. Darüber hinaus werden aber gerade in der Kosmetik viele Tuben und Flaschen zusätzlich nochmal in unnötigen Umkartons verpackt. Und diese oft auch noch mal in Plastik eingeschweißt… Das muss nicht sein. Mittlerweile gibt es viele Firmen, die bewusst auf Umkartons verzichten oder ihre Produkte sogar ganz ohne Verpackung verkaufen.

2.  Keine Plastiktüten mehr

Plastiktüten sollten wir aus hoffentlich bekannten Gründen meiden. Mittlerweile bieten viele Supermärkte Papiertüten an. Am besten ist es jedoch, seine eigene Tasche mitzubringen. Ich gestehe, dass auch ich da nicht immer dran denke, obwohl hier gefühlt 30 Baumwolltaschen herumfliegen. Nur in meiner Handtasche befindet sich nie eine, wenn ich sie spontan brauche… Da gelobe ich Besserung. Wenn ich doch mal eine Plastiktüte kaufe muss,  wird sie von mir immer mehrmals benutzt oder im Nachhinein als Müllbeutel verwendet. 

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Zero Waste

Besonders fies sind diese kleine Plastiktüten an den Obst- und Gemüseständen. Da kaufen wir schon extra lose Produkte und stehen dann doch vor dem Problem, sie für den Transport möglichst ökologisch zu verpacken. Zum Glück gibt es mittlerweile nachhaltige Alternativen, die so leicht sind, dass sie auch mal problemlos an der Kasse mitgewogen werden können ohne uns in den Ruin zu stürzen. In den Baumwollbeuteln können Lebensmittel sogar im Kühlschrank aufgewahrt werden. Etwas, was man mit Plastikbeuteln tunlichst vermeiden sollte. 

3. Bitte vergiss den Kaffeebecher nicht

Am nachhaltigsten (und auch am entspanntesten) ist es sicher seinen Kaffee ab sofort nur noch vor Ort in kleinen inhabergeführten Cafés zu trinken. Manchmal ist das jedoch nicht möglich.

Für solche Fälle sollten wir uns angewöhnen einen Mehrwegbecher in der Tasche zu haben. Klar, der nimmt Platz weg und wir müssen an ihn denken. Ich kenne das Problem nur zu gut. Aber für mindestens fünf Lippenstifte, die kleine Hausapotheke und den steinschweren Ersatzakku fürs Smartphone haben wir auch Platz, oder? 

Mittlerweile bekommt man in verschiedenen Läden sogar einen kleinen Rabatt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Hilfreich ist es natürlich dessen Volumen zu kennen, denn „Venti“ passt nicht in „Grande“. Logisch.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Coffee To Go Mehrwegbecher

4. Kaufe so oft wie möglich Fair Trade ein

Es gibt ein Missverständnis, mit dem ich immer wieder konfrontiert werde und dem man nur allzu leicht auf den Leim gehen kann: Man setzt „biologisch“ und „fair gehandelt“ gleich.

Dem ist jedoch nicht so. Bei Biosiegeln handelt es sich um Zertifikate, die unter anderem etwas über Umweltschutzaspekte, Bodenqualität und Schadstofffreiheit aussagen. Je nach Siegel sind die Richtlinien unterschiedlich hart.

Fair Trade ist in erster Linie ein Sozialsiegel, welches die Bedingungen der Menschen, die in Anbau und Handel involviert sind, verbessern soll. Biologischer Anbau ist hierbei erwünscht, aber nicht zwingend notwenig. Denn zu hohe Standards könnten viele Produzenten in ärmsten Produzentengruppen von vorne herein ausschließen. Allerdings führen faire Bedingungen auf lange Sicht meist nachhaltig zu einem biologischen Anbau, so dass beide Siegel mittlerweile zum Großteil einhergehen. Genau genommen müsste mein Aufruf also lauten: Kaufe so oft wie möglich biologisch und Fair Trade ein.

Ja, das kostet ein paar Cents oder manchmal auch Euros mehr und ist für den wöchentlichen Großeinkauf sicher nicht wirklich realistisch. Aber gerade für Dauerbrenner wie Kaffee, Reis oder Tee, die fast jeder von uns regelmäßig konsumiert, wäre das ein Anfang. Wenn ihr also das nächste Mal eine Packung Kaffee für zu Hause oder die Mitarbeiterküche auf der Arbeit mitbringt, greift doch mal zu fair gehandeltem Kaffee. 

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Kaffee Fair Trade

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Zero Waste

5. Lass den Motor mal aus

Ja, nun kommt sie doch, die kleine Spitze in Richtung Autofahrer. Ich sehe ein, dass es mit Kind und Kegel nicht so leicht ist heutzutage ohne Auto durchs Leben zu kommen. Aber wenn wir ehrlich sind, lassen sich viele Wege durchaus mit Bahn, Bus, Rad oder zu Fuß erledigen. Meist hält uns nur die eigenen Bequemlichkeit davon ab. 

Klar, es dauert länger. Und manchmal ist es kalt und nass. Aber wusstest du, dass Menschen, die jeden Tag ein wenig zu Fuß gehen – und damit meine ich nicht Walken oder Joggen, nur simples Gehen – fitter sind als die, die regelmäßig Rad fahren? Wir schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe und tun was für uns und unsere Umwelt. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅

Ihr seht: Ein bisschen was geht immer. Und macht schon einen Unterschied. Die Sahne auf dem Kuchen wäre dann, sich auch darüber hinaus zu informieren und vielleicht doch irgendwann einen Fuß in einen Fair Fashion Laden zu setzen, den Stromanbieter zu wechseln oder doch noch mal den Fleischkonsum zu überdenken. Aber mit ein paar kleinen Änderungen könnt ihr schon viel bewegen. 

Wie nachhaltig bist du? Du hast es in der Hand. 

Tipps für mehr Nachhaltigkeit Blog

*P.S.: Dies ist eine bezahlte Kooperation mit re:Blog by OTTO. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Digital Detox

Warum ich kein Digital Detox mache. Ein Plädoyer für das Internet.

Digital Detox

Die sozialen Medien gehören für unsere Generation dazu wie das tägliche Zeitunglesen oder die 20 Uhr-Tagesschau. Der Wecker klingelt, die Augen sind noch nicht ganz auf und der erste Griff geht zum Smartphone. Erstmal die News checken, erstmal unterhalten lassen. Dann kann der Tag starten. Beschwingt, informiert und inspiriert. So soll es zumindest sein. Oftmals lässt mich der morgendliche Blick auf das iPhone aber verwirrt und zweifelnd zurück…

Wir lassen uns blenden vom Schein eines Smartphone-Displays. Einlullen von Stimmen aus den Lautsprechern, die 2 Oktaven zu hoch drahtseiltanzen, um die Stimme der besten Freundin sein zu können. Wir lassen uns ziehen in den Strudel der digitalen Konformität. Hinein in die pastellige Wohlfühlblase.

Ideale und Prinzipien werden manchmal schneller über Bord geworfen als ein meuternder Matrose. Manches Bild nicht geteilt, manches Wort nicht gesagt. „Weil es nicht in den Feed passt.“ Mancher Kontakt wird fallengelassen. Oder intensiviert. Weil er sich zwischen zwei Bilder quetschen lässt. Und uns auch sonst gut zu Pass kommt. Wieder einmal wird einmal zu viel abgewogen. Abgelehnt. Misstrauisch beäugt. Oder aber wir landen in einem Pfuhl aus Missgunst, Hass und intellektuellen Tieffliegern. Je nachdem, in welcher Ecke wir gerade uns bewegen. 

Das Leben ist eine Entscheidung. Für oder gegen etwas.

Und die fällt nicht immer leicht. Verführerisch der goldene Glanz. Mein Herz hüpft immer noch bei jedem Kommentar, bei jeder Nachricht. Oder aber erzittert kurz, denn auch Kritik verteilt sich heute so viel schneller und leichter. Auch meine Augen schielen auf die Zahl der Likes oder Zugriffe. Wo bekommt man schon so direkt Feedback für das, was man tut? In der analogen Welt geht der Chef nicht durch die Büros und verteilt Herzchen. Viel leichter bittet es sich zum Personalgespräch, wenn etwas nicht läuft. Wir alle sehnen uns danach gesehen zu werden und Lob für das zu bekommen, was wir tun. Weil wir im Idealfall viel Herzblut und Energie hineinstecken. Machen wir uns nichts vor: Am Ende des Tages wollen wir alle geliebt werden. Aber zu welchem Preis?

Ich will mich freimachen von einem Zirkus, in dem ich eh nie auftreten wollte. Dem ich aber – bedingt durch meine Job als Blogger – unweigerlich angehöre. Und dennoch plane ich meinen Instagram Feed nicht wie meine Steuererklärung (Ehrlich gesagt plane ich nicht mal die…) oder lege mir einen Fotoboy zu, der mich auf Abruf in Szene setzt. Alle Bilder, auf denen ich selbst zu sehen bin und die über ein Selfie hinausgehen, entstehen durch nervenaufreibendes Trial & Error. 

Manchmal erwische ich mich aber doch dabei, dass ich nervös werde, wenn ich Nachrichten nicht sofort beantworten kann. Da bin ich pflichtbewusst. Nur niemanden allzu lange warten lassen. (Fast) jeder hat schließlich eine Antwort verdient und wartet darauf.
Oder aber ich ertappe mich dabei Maß zu nehmen. Zu vergleichen. Haben zu wollen. Da muss ich dann meine eigene Medienkompetenz zu Rate ziehen. Und manchmal auch den imaginären Stecker. 

Sofort kommt mir das böse Wort mit D in den Sinn – „Digital Detox“. Einfach mal aussteigen, sich erden und auf das Wesentliche besinnen. Das macht auf dem ersten Blick für mich auch Sinn. Eine Art Kurzurlaub von der Community. Ankündigen, dass einmal nicht zeitnah eine Antwort kommt. Sich vor Informationen und Verpflichtungen verschließen und durchatmen. 

Aber ist Digital Detox langfristig eine Lösung? WILL ich mich überhaupt komplett disconnecten? Von einer Community, die mir so viel zurück gibt? In den letzten Monaten ist der Austausch – auch Dank Instagram Stories – noch mal intensiver geworden. Interagiert wird dieser Tage kaum noch auf den Blogs, sondern in den sozialen Netzwerken. Das ist schneller, direkter und oft auch einfacher zu handhaben. Zwischen Kaffeetasse und Kugelschreiber passt halt immer noch ein Kommentar. 

Digital Detox Ja oder Nein

Ich mag es zu sehen, welche Ideen und Gedanken Menschen haben, die mich irgendwie und irgendwo abholen. Ich mag es beim morgendlichen Zurechtmachen noch ein YouTube-Video zu sehen, in der Mittagspause die neuste Nachrichten zu lesen und abends noch ein wenig durch die Blogs und Accounts zu surfen.

Ich liebe es, meine Erfahrungen und Sichtweisen zu teilen und Reaktionen von anderen dafür zu bekommen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich meine kleine Blase als „Community“ bezeichnen würde. Mit einigen Menschen habe ich regelmäßigen Austausch, andere schneien mal kurz herein und lassen einen Gedanken da. Ich beschäftige mich leidenschaftlich gern mit den Dingen, die ich auf dem Blog bespreche. Nur mittlerweile eben auch öffentlich. 

Das Prinzip „Was ich nicht sehe, ist nicht da.“ nicht mehr. Es gibt nicht DAS echte Leben und DAS Internet. Die Grenzen sind fließend und das Netz nicht mehr nur dazu da, um Märchen und Visionen zu erschaffen. Hier findet jetzt das pralle Leben statt. Mit allen Höhen und Tiefen. 

Ich glaube daher nicht, dass wir uns dem Internet anpassen müssen. Wir müssen es so gestalten, wie wir es gerne hätten! Es zu einem Ort machen, von dem man sich nicht erholen muss. Wir müssen es mit unseren Werten füllen, aber auch mit unseren Ansprüchen. Und die dürfen gerne über die immer gleichen Kaffeetassen auf den immer gleichen weißen Hotelbetten hinausgehen. Wir dürfen einen Anspruch stellen an ein „Hallo“ und „Tschüss“ und „Vielen Dank“. Wie man in den Wald hineinruft. Oder was man in sein Smartphone tippt…

Und zum Glück gibt es sie noch immer. Die Momente, in denen man diese eine Szenerie festhalten möchte. Diesen einen besonderen Augenblick, in dem alles stimmt. Und feststellt, dass das Bild mit der Realität leider (oder zum Glück) immer noch ganz und gar nicht mithalten kann. Da muss ich mich an meine eigene Nase fassen und das Smartphone auch mal in der Tasche lassen… So ein klitzekleines bisschen Digital Detox ist okay.

Blogging Tipps

Bloggen | 5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

Bilde ich mir das nur ein oder wabert zur Zeit ein merkwürdiger Vibe durch das Netz?

Auf der einen Seite ist da ein lauter Wunsch nach Transparenz und Ehrlichkeit. Von Lesern, die sich nicht länger für dumm verkaufen lassen wollen und von Bloggern, die endlich Anerkennung für ihre fortlaufende – jedoch nicht immer von Hunderttausend Herzchen auf Instagram gekrönte – Arbeit bekommen möchten. 

Auf der anderen Seite aufgeblähte Influencer-Blasen und pastellige Hochglanz-Accounts, auf denen das Auge gerne verweilt, die aber so inhaltsleer sind wie ein Boulevardmagazin vor der Tagesschau. Und die dennoch liebend gern als Werberampe genutzt werden, da es am Ende egal zu sein scheint, ob ein Herz nun in Deutschland, Österreich oder Pakistan verteilt wird. In der heutigen Zeit, im Zeitalter des Scrollens und Querlesens sieht auf den ersten Blick sowieso erstmal alles gleich gut aus. 

Und mittendrin eine medial wirksame Welle der Empörung, jetzt alles anderes machen zu wollen. Die jedoch bei vielen ähnlich nachhaltig zu sein scheint, wie der niedliche Selbstversuch von drei ungeschminkten Selfies auf Instagram, nur um danach wieder zu den gewohnt perfekten Fotografen-Shots zurückzukehren. Wo sind wir denn da falsch abgebogen? 

Wir müssen uns von den guten alten Zeiten verabschieden. Als es noch egal war, ob die Daniel Wellington-Uhr im Flat Lay nun im goldenen Schnitt liegt oder nicht.

Damit fordere ich nicht die Rückkehr zu unbelichteten Schnappschüssen am Küchentisch. Auch mein Anspruch ist mit den Jahren gestiegen. An mich und an die Blogosphäre. Ich schaue mir selbst auch gern hübsche Bilder an. Allerdings mit Vorliebe solche, die von jemandem stammen, mit dem ich irgendwie „bonden“ kann. Weil die Person mich kriegt, mich berührt. Nach dem tausendsten stockphoto-artigen Streetstyle Outfit oder dem drölften Travel Diary, welches auch aus dem TUI-Katalog stammen könnte, wird’s selbst mir fad. 

Bloggen Tipps

Aber natürlich freue auch ich mich immer noch wahnsinnig über jedes Like, jeden konstruktiven Kommentar auf einem meiner Kanäle. Alles andere wäre gelogen. Sie sind unser täglich Salz in der Suppe. Sagen sie uns doch, dass das, was wir tun andere Menschen inspiriert, erfreut oder anderweitig irgendwie bewegt. WENN denn ein echter Mensch dahinter steckt und nicht irgendein Bot aus fernen Ländern…

Seit einiger Zeit liegt eine unbequeme Schwere über allem. Und manchmal frage ich mich, ob ich heute – fast 8 Jahre später – noch mal mit einem Blog starten würde. Ich wäre sicherlich weitaus weniger unbedarft als damals. Würde vielleicht auch dazu tendieren, mich akribisch vorzubereiten, zu planen und zu stagen. Weniger aus dem Bauch heraus schreiben und mehr auf die SEO achten…

Halt. Stop! Müsste es nicht genau anders herum laufen? Müssen wir jetzt nicht anfangen, neue – alte – Wege zu gehen? Weg von Optimierung, Zahlen und Pastelltönen? 

Was würde ich heute meinem jüngeren Blogger-Ich raten? Welche Fehler würde ich nicht noch einmal machen wollen und wo hätte ich gerne schon zu Beginn etwas forscher sein dürfen? Immer wieder werde ich gefragt, wie man so einen Blog ins Laufen bringt und ihn danach so lange rollen lässt. Spielen wir also mal Zeitreise und schauen, welche Tipps ich mir vor 8 Jahren gerne mit auf den Weg gegeben hätte. Und die vielleicht auch heute noch Relevanz haben, für all diejenigen, die gerne einen Blog starten möchten. 

5 Tipps für mein jüngeres Blogger-Ich

1. Bleib dir treu 

Wahrscheinlich der wichtigste und zugleich abgenudelste Punkt von allen. Aber sind wir mal ehrlich. Braucht es heute NOCH einen Foodblog mit Buddha Bowls und Smoothies? NOCH eine nett drapierte Designerhandtasche auf hellem Grund neben schicken Blümchen? Klare und etwas ernüchternde Antwort: Nein. 

Es sei denn, du kannst mit dem gewissen Etwas aufwarten. Mit etwas, was dich von den anderen abhebt. Dein ganz persönlicher roter Faden, den du straight durchziehst und dich nicht verbiegen lässt. Du bist bereit auf Risiko zu gehen und hinter dem zu stehen, was du tust? Dann los! Ansonsten: Lass es.

2. Ganz oder gar nicht 

Überlege dir vorher, wie viel Zeit, Geld und Energie du in deinen Blog stecken möchtest. Brauchst du eigentlich nur eine online verfügbare Datenbank für Rezepte oder Outfits, in die ganz nebenbei auch noch andere schnuppern dürfen? Dann musst du dir keine Gedanken machen. 

Wenn du aber beabsichtigst, deinen Blog in deiner Nische irgendwie bekannter zu machen, eine Bindung zu deiner Community aufzubauen und vielleicht sogar Geld mit ihm zu verdienen, dann mach dich verbindlich. Mach dich bereit, einen Teil deiner Persönlichkeit nach außen zu tragen, Menschen bis zu einem gewissen Punkt an deinem Leben teilhaben zu lassen und gegebenenfalls auch mal in kritischen Austausch zu treten. Denn das füllt ein Blog mit Leben. 

Sei dir auch bewusst, dass gegebenenfalls ein großer Teil deiner Freizeit zwar nicht für den Blog draufgeht, aber durchaus durch ihn beeinflusst werden kann. Überlege dir rechtzeitig, wie du damit umgehen möchtest und wie viel Zeit du aktiv für den Blog aufwenden willst. 

3. Such dir Komplizen

Wenn man sich aktuell so umsieht, könnte man manchmal das Gefühl bekommen, dass die eine der anderen nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnt.

Wieso bekommt sie diese Kooperation und ich nicht?

Muss sie jetzt auch noch was über genau DIESES Thema schreiben?

Soll ich ihr bei dieser Sache helfend oder beratend zur Seite stehen oder könnte das sich für mich negativ auswirken?

Ich glaube, ich lehne mich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass wir Blogger uns ALLE mindestens einmal eine dieser Fragen gestellt haben. Da mache ich mich nicht von frei. Viel cooler und entspannter wird es aber, wenn man andere Blogger nicht als Konkurrenz sieht, sondern als ergänzenden und talentierten Cast neben dem eigenen Blog. 

Am Ende profitiert der Leser, der natürlich auf der Suche nach möglichst vielen verschiedenen Meinungen und Ideen ist. Es ist also völlig egal, ob schon Blogger X und Y ebenfalls etwas zu diesem Thema gesagt oder geschrieben haben. Wenn du den ersten Punkt berücksichtigst und deine ganz persönliche Meinung niederschreibst, ist sie IMMER ein Gewinn. Sie füllt den Pool an – hoffentlich – relevanten und zugänglichen Informationen. 

Darüber hinaus genieße ich es sehr, eine Handvoll wunderbarer Menschen zu haben, die ähnlich wie ich ticken und parallel zu meinem Blog organisch wachsen. Ihr ahnt nicht, wie viele WhatsApp-Nachrichten da manchmal hin und hergehen, um sich zu unterstützen oder wenn wieder irgendwo der Baum brennt. Wenn ich Input brauche oder einfach mal eine Runde Jammern möchte.

So ein „Side Kick“ ist wahnsinnig wichtig. Allerdings rate ich nicht dazu, sich auf Kraft an jemanden heranzuwanzen, um kosten- und bedingungslos Infos abzugreifen. Natürlich fällt so etwas nicht einfach vom Baum. Aber wer kontinuierlich dabei bleibt, wird unweigerlich mit anderen Bloggern zu tun bekommen, von denen vielleicht irgendwann einer euer Tandem-Partner wird. Das Ganze ist – wie alles im Leben – ein Geben und Nehmen. 

4. Tritt einen Schritt zurück

Jetzt kommt ein Punkt, den wir alle gerne mal vergessen. Natürlich könnten wir so vor uns hin leben. Im Hier und Jetzt und ohne uns große Gedanken über unser Handeln und unsere Umwelt zu machen. Auch ich verschwinde gerne mal in meiner ganz eigenen Blase. Da ist es warm und gemütlich.

Schnell merke ich aber, dass es doch ungemein hilft, sich regelmäßig zu reflektieren und mit anderen auszutauschen. Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht und wundern uns, wieso wir dieses und jenes nicht umgesetzt bekommen oder die Interaktion mit unserer Community nicht so ausfällt, wie wir es gerne hätten. 

Da hilft es, einen Schritt zurück zu gehen und das Ganze von außen zu betrachten. Und auch durchaus mal über den Tellerrand zu schauen. Oft vergessen wir das und stellen (zu) spät fest, was uns da alles entgeht. 

Bloggen Tipps

5. Sichere dich rechtlich ab

Irgendwann – und lieber früher als später – kommt man als Blogger in die Situation, sich mit seinem Blog verbindlich zu machen. Auch wenn wir diesen Punkt manchmal gerne hinauszögern wollen. Du musst für das, was du tust einstehen. Mit deinem vollen Namen und einer jederzeit ladungsfähigen Adresse. Das Ganze muss als Text (und nicht als Bild!) in deinem Blog nach maximal zwei Klicks zu finden sein. 

Ja, das stößt vielen von uns sauer auf. Zurecht. Ein gewisses Sicherheitsbedürfnis hat noch niemandem geschadet. Aber wer nach Transparenz und Ehrlichkeit ruft, ist das seinen Mitmenschen schuldig. Auch in Sachen Datenschutz, Bildrechte und Werbekennzeichnung solltest du dich rechtzeitig beraten lassen. 

Natürlich kannst du versuchen, erstmal eine Weile unter dem Radar zu fliegen, aber irgendwann wird dir das auf die Füße fallen. Blogs ohne Impressum und mit fehlender oder fragwürdiger Kennzeichnung kann ich nicht ernst nehmen. Und zum Glück tun dies auch immer mehr Brands ebenso wenig.

(Und ja, auch Rechnungen und Belege sammeln bietet sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt an. Zumindest, wenn du ein Gewerbe anmelden und irgendwann Geld mit dem was du tust verdienen möchtest. Masha hat da die Tage ordentlich was zusammengetragen.

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich die gleichen Fehler machen. Aber ein bisschen früher, damit ich mehr davon habe.“

Marlene Dietrich

Würde ich heute noch einmal mit dem Bloggen beginnen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Meine Nische habe ich gefunden und bin sehr glücklich damit. Ich habe Erfahrungen gemacht und viel gelernt in den letzten 7 1/2 Jahren. Aus diesen Learnings zehre ich und sie bestimmen, wie ich heute mit verschiedenen Situationen umgehe. Sie zu erlangen war nicht immer einfach. Und ich weiß nicht, wie dieser Prozess heute aussehen würde. Eigentlich möchte ich mir das auch gar nicht vorstellen…

Vielleicht wäre ich eine dieser Ladies, die ihr Wirken komplett auf Instagram fokussieren. In unserer heutigen  – sehr visuellen und schnelllebigen Zeit – ist das manchmal ein verlockender Gedanke. Ein Blog bedeutet eine deutliche Mehrarbeit. Manchmal fühlt es sich so an, als kämen die Gäste nur still und leise für einen Drink hinein, schauten in die Ecken und zögen dann wieder von Dannen. Die Interaktion findet heute tatsächlich eher im Social Media statt. Unterwegs ist schnell mal auf Instagram oder Facebook kommentiert.

So ein Blog wirkt da doch etwas behäbiger. Aber vielleicht macht genau das den Reiz aus. Er ist wie das bequeme Sofa nach Feierabend, das Soulfood bei Mama, meine Homebase. Ich bin froh, dieses Baby zu haben und seit vielen Jahren mit Leben zu füllen.

Doch, wahrscheinlich würde ich es noch mal machen. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅

Hier findet du meine bisher erschienenen Artikel zum Thema Bloggen:

Kennzeichnung von Werbung

 

Früher war alles besser? Meine Anfänge 

vegan beauty favorites

Vegan Beauty Favorites July 2017 | Sandelholz, Vitamin C & Bum Bum Cream

vegan beauty favorites

Long time no see. Und dennoch wird hier im Hintergrund natürlich fleißig weiter geplant und getestet. Es ist also mal wieder an der Zeit für ein paar „Vegan Beauty Favorites“. Die ich eigentlich viel öfter mal zeigen sollte. 

Denn als Blogger bekomme ich natürlich einiges an PR-Sample angeboten (oder auch unangekündigt zugeschickt), allerdings nehme ich (nur noch) einen Bruchteil davon an. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass ich mittlerweile ganz gut weiss, was meine Haut mag und was nicht. Ich kenne meinen Aktionsradius, in dem ich mich bewegen kann – und will – und teste nur noch sehr ausgewählt neue Produkte.

Vegan Beauty Favorites 2017 

In den letzten Wochen gab es aber tatsächlich wieder ein paar, die mich auf lange Sicht begeistern konnten. Darüber hinaus sind auch einige Kandidaten dabei, die ich mir selbst gekauft habe. Zum Glück führen Erfahrung und viel Recherche vorab dazu, dass ich kaum noch Fails zu verbuchen habe. Aber manchmal bin ich auch einfach auf den ersten Blick hin und weg…

eco cosmetics – AfterSun Shower – Cooling Shower Gel*

Auch wenn ich eco cosmetics immer noch als eher unsexy und die Produkte als klassische Naturkosmetik empfinde – sehr öko, sehr reichhaltig, typischer Duft, wenig moderne Wirkstoffe -, hat mich dieses Produkt angenehm überrascht.

Das AfterSun Duschgel ist eine Wohltat an den aktuell sehr warm-schwülen Tagen. Schon unter der Dusche bereitet es ein erquickendes, kühles Hautgefühl, das auch nach der Brause noch eine ganze Weile anhält. Erfrischung pur! Es könnte für meinen Geschmack allerdings etwas weniger flüssig sein, denn bei der Dosierung muss man etwas aufpassen, um nicht zu viel Produkt zu verschwenden. 

Why to buy:  Dieses wunderbar kühle Hautgefühl.

Abel – Red Santal Eau de Parfum

Hier kommt die volle Dröhnung Sandelholz. Kontemplativ, holzig und den Körper sanft umspielend. Das hier ist Naturparfum der Extraklasse. Abel versteht es, Düfte zu kreieren, die anders sind. Langlebig, ausgewogen und hochklassig. Das hat seinen Preis. Allerdings ist das Parfum durch seine Intensität und Haltbarkeit so sparsam in der Anwendung, dass ich mit meinen 15 ml eine ganze Weile auskommen werde.

Für mich ist Red Santal der perfekte Duft, wenn ich weder süß, noch blumig riechen möchte, mir irgendwie alles zu viel ist und ich ein wenig Erdung brauche. Und Professionalität, Klarheit und Ruhe ausstrahlen möchte. 

(Als nächstes möchte ich dann unbedingt noch den White Vetiver testen.)

Why to buy: A Yogaclass in a bottle!

vegane Beauty Favoriten July 2017

Mukti – Vital C Elixir

Nachdem sich das Vitamin C Serum von The Ordinary leider als nicht kompatibel mit meiner Haut herausgestellt hat, war ich auf der Suche nach einer Alternative. Naturkosmetik hatte ich da gar nicht auf dem Schirm, bis mir von Sarina das Vital C Elixir von Mukti empfohlen wurde. 

Ich hatte erst nur eine Probe und habe mir nun die Fullsize zugelegt. Der Preis ist nicht ohne, allerdings scheint meine Haut dieses Produkt zu lieben! Vitamin C wirkt unterstützend gegen Sonnenschäden und soll für einen frischen, gleichmäßigen Teint sorgen.

Etwas, was ich nach einigen Wochen der Anwendung bestätigen kann. Ich merke sofort, wenn ich das Serum mal einen Morgen nicht anwende. Der Dropper macht die Dosierung etwas schwierig und ich muss sehr aufpassen, nicht zu viel Produkt zu verwenden und es somit zu verschwenden. Es lässt sich jedoch gut verteilen und harmoniert mit den restlichen Produkten meiner aktuellen Skincare Routine. Ein Punkt bei dem das körnige Serum von The Ordinary leider versagt hat.

Sicherlich ist die Konzentration an Vitamin C hier nicht ganz so hoch, dennoch verschafft es mir ein gutes Hautgefühl und ist dazu sogar noch zertifizierte Naturkosmetik. Das Vital C Elixier ist sofort zu einer wichtigen Komponente in meiner täglichen Pflege geworden.

Why to buy: Vitamin C gegen Sonnenschäden und für einen ebenmäßigen Teint.Vegan Beauty Favorites July 2017

Ileur – Gold Luminosity – Gold Hyaluron Mangosteen Moisturizing Skin Serum*

Mangosteen ist mir schon durch die Beauty Drops PM von The Skin Owl ein Begriff. Und so war ich auf das Gold Luminosity Serum der neuen Savue-Eigenmarke Ileur mehr als gespannt.

Die gesamte Inci-Liste liest sich äußerst famos: Hyaluron (bekanntlich einer der wenigen besonders wirksamen Inhaltsstoffe in der Kosmetik), MSM (organischer Schwefel, ebenfalls ein Stoff, denn ich – innerlich, wie äußerlich – sehr schätze), Gold (straffend), Silber (entzündungshemmend) und Alginat für die Feuchtigkeit.

Auch wenn ich das mit dem Gold eher für etwas gimmicky halte, versprüht es zumindest einen Hauch von Luxus. Das Serum kommt bei mir vor allem abends zum Einsatz, ist schön leicht, spendend Feuchtigkeit. Es zieht komplett ein und klebt nicht auf der Haut. Einer meiner Standards in meiner aktuellen Skincare Routine. 

Why to buy: Viel Hyaluron und MSM, reizarm formuliert. 

Sol de Janeiro – Brazilian Bum Bum Cream

Mit diesem Produkt verbindet mich eine regelrechte Hass-Liebe. Monatelang wurde es mir von diversen US-YouTubern unter die Nase gehalten. Ich wollte es, ich wollte es wirklich. Aber die Bum Bum Cream war in Deutschland nicht zu bekommen und eine Bestellung bei Sephora scheute ich. 

Und dann war sie plötzlich da. In Deutschland. Bei Douglas. Zu einem Preis, der mich kurz zucken ließ. 75 ml kosten 16,99 €, 240 ml sogar 39,99 €. What the…!? Und tatsächlich verließ ich den Laden mehrere Mal unverrichteter Dinge. Bis ich irgendwann einknickte. Vorher ließ ich mir von offizieller Seite bestätigen, dass diese Creme cruelty free und vegan ist. Dieses Produkt darf also in meinen „Vegan Beauty Favorites“ nicht fehlen. 

Und sie alle haben recht: Man kauft diese Creme nicht wegen der angeblich straffenden Wirkung. Und auch nicht wegen des subtilen Schimmers. Man kauft die Bum Bum Cream wegen des Duftes! Diese Creme verströmt einen so leckeren, intensiven, lang anhaltenden Duft, dass ich sie haben MUSSTE!

Er wird beschrieben als Mischung aus Pistazie und Karamell. Allerdings empfinde ich diese Umschreibung als foodiger als sie tatsächlich ist. Vielmehr riecht sie nach Sommer in der Karibik. Sommer, Sonne, ein wenig frische Frucht, ein wenig warme Süße. Dieser Duft ist ein Gedicht! Und zum Glück extrem langanhaltend. Immer wieder las ich von Menschen, die nur diese Creme trugen und auf ihr „Parfum“ angesprochen wurden. (Im Übrigen erzählte mir die Verkäuferin bei Douglas die gleiche Geschichte.)

Und tatsächlich verwende ich die Bum Bum Cream deswegen auch als Parfumersatz. Sparsam dosiert auf den Armen und maximal am Dekolleté. Das reicht völlig. Und verlängert die Haltbarkeit der Creme um ein Vielfaches. Für den Popo wäre sie mir schlichtweg zu schade. 

Why to buy: Der Duft, Kinder. Der Duft! Sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

vegane favoriten beauty Kosmetik

P.S:: Bei den mit einem * gekennzeichneten Produkten handelt es sich um PR-Samples. Diese wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Bloggen

Bloggen | Früher war alles besser? | Meine Anfänge

Bloggen

„Hallo Kathrin, ich selber habe zwar gerade erst angefangen zu bloggen, aber du machst das ja jetzt schon einen ganze Weile. Hast du ein paar Tipps auf Lager, wie ich mehr Leser ansprechen kann? Und wie gehe ich am besten auf Firmen zu, damit sie mich sponsoren. Schreibst du die einfach an? Wie lange hat es bei dir gedauert bis du deinen Blog monetisieren konntest? „

Uff. 

Nach einem kurzen Atemstillstand kann ich der Person diese Mail nicht einmal verübeln. Es wird heute ja so vorgelebt. Blogs müssen ab Minute Eins perfekt sein. „Sich lohnen“. Und im Idealfall sofort Geld abwerfen. 

Und die, die sie schreiben kommen oft schon aus der Branche (Marketing, PR, Studium dessen…). Sie stampfen mit heutigen Mitteln in kurzer Zeit einen astrein SEO-optimierten und hip aussehenden Blog aus dem Boden. Dafür sorgen unter anderem auch diverse „Experten“, die uns Programme verkaufen, wie wir in kurzer Zeit vom Bloggen leben können, Google uns liebt und die Likes auf Instagram uns nur so zufliegen. Auch hat sich mittlerweile ein Gefühl dafür entwickelt was läuft und was eher nicht funktioniert. Leider hat das zur Folge, dass sich viele neue Blogs erschreckend ähneln. 

Heute ist das Risikofreudigste oft eine Tasse Kaffee
auf der weißen Bettdecke

Waren wir früher mutiger? Wahrscheinlich. Ich habe nicht alles aus drei Perspektiven begutachtet und doppelte Böden eingebaut. Heute ist das Risikofreudigste oft ein Tasse Kaffee auf der weißen Bettdecke für ein schniekes Bild auf Instagram.  Vielleicht hätte ich manches Mal weniger Bauch (und Herz) und mehr Kopf sein sollen. Ich weiß es nicht.
Heute wird oft VIEL strategischer an so einen Blog gegangen. Mit einem klar definierten Ziel.
Täglich lese ich in diversen Facebook Gruppen Fragen von neuen Bloggern wie  

„Welche Strategie empfiehlt ihr?“
„Wie bekomme ich mehr Follower?“
„Wie habt ihr euer Thema gefunden? Über welches Thema könnte ich bloggen?“

Pfuuuuuuh. Nochmal tief Luft holen. Kamen wir damals auch so schnell auf den Punkt? Als ich 2009 mit dem Bloggen anfing, lief es ganz genau so ab, wie es damals eben ablief. Thematisch war ich gefestigt und schon Jahre in diversen Foren zum Thema Beauty unterwegs. Dort gab es geschlossene Bereiche, in denen die einzelnen User ihre eigenen kleinen Tagebücher führten und andere Mitglieder teilhaben konnten. An „Beauty Routinen“, „Hauls“ und „Wish Lists“. Nur hieß das damals noch nicht so.

„Hey Kathrin, du hast doch neulich die Maske XY ausprobiert. Wie ist die denn so?“
„Hast du noch mal das Rezept für den Kuchen neulich?“.
„Was könnt ihr denn an Naturkosmetik empfehlen? Gerne vegan. Stelle da gerade um.“ (Ich, 2009)

Und schwups war ich mittendrin. Blogs gab es schon ein paar und so langsam fing man auch an sie zu lesen. Und eines Tages im Dezember – ich saß krank zuhause und hatte meine mutigen 5 Minuten – öffnete ich die Seite von Blogspot und hatte 2 Stunden später meinen ersten Blog erstellt. Ich hatte KEINE Ahnung. Und schrieb drauf los. 

Bloggen Blogging Meine Anfänge

Denn anders als heute, wo dazu geraten wird mindestens 5 fertige Artikel in der Hinterhand zu haben, wuchs der Blog parallel zur Leserschaft. Bis ich meine Statistiken überhaupt entdeckte, dauerte es ein paar Tage. Wow, da liest echt jemand mit! Erst 10, dann 20 und irgendwann tatsächlich mal 100 Leute am Tag. 100 mir völlig fremde Menschen, die schauen, was ich da tue. Und darauf reagieren! Ich war geflasht.

Es gab kein Camp, auf dem man lernen konnte, wie man das mit dem Bloggen anstellt. Kaum nennenswerte Facebookgruppen in denen man sich mit Gleichgesinnten austauschen konnte. Es gab auch nicht mal viele Erfahrungswerte, über die man sich hätte austauschen können. Beauty und Lifestyle Blogs kamen in Deutschland in der breiteren Masse so Mitte der 2000er an. Ich war also eher einer der späten Early Adopter. Aber selbst zwischen 2009 und 2017 liegen Welten.

War früher mehr Lametta?

Der deutlichste Unterschied zu heute: Ich machte einfach. Trial and Error. Rückblickend wäre ich froh und dankbar über den einen oder anderen Tipp gewesen. Das hätte mir viel Zeit und Nerven gespart. Aber ich kannte schlichtweg niemanden, den ich hätte um Rat fragen können. Technisch konnte man mit Blogspot auch ohne große Kenntnisse einiges allein schaffen, inhaltlich tat ich eh was ich wollte und Facebook legte ich mir eigentlich nur privat zu, um mich mit Freunden und Bekannten zu vernetzten. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅

Irgendwann 2010 –  denn damals brauchte es eine Weile, bis sich so ein Blog rumgesprochen hatte – war er da, der Punkt, an dem SIE kam. Die erste Mail von jemanden, der sein Produkt gerne auf meinem Blog platzieren wollte.

HOLLA! Das war ein Gefühl. Irgendwo zwischen Befriedigung („Yeah, es wird jemand auf mich aufmerksam!“), Unsicherheit („An was muss ich alles denken?“) und blanker Panik („Meinen die wirklich mich? Kommt in 10 Minuten eine Mail „Sorry, haben uns vertan.“? Kann ich das?“ Erwartungen. Hoffnungen. Was richtig Offizielles. Waaah!)

Um das abzukürzen: Was folgte waren Jahre des Herantastens, Wachsens, Versuchens, Scheiterns, der Kreativflaute, der Schreibblockaden und der kleinen Durchbrüche. Des nächtlichen Grübelns über Gewerbeanmeldung, Steuern und Rechnungen.
Ich bin froh, da durch zu sein. Hätte man mir vor 7 Jahren erzählt, dass ich mal meine eigene Autorin, Fotografin, Stylistin, Steuer- und Imageberaterin werden würde, ich hätte hysterisch angefangen zu lachen. Und dann geweint. Ich bin über mich hinaus gewachsen. Das kann ich mittlerweile sagen. Ich habe meinen Standpunkt vertreten, gelernt NEIN zu sagen und mich zu verkaufen. Im positiven Sinne. Und das ist manchmal das Allerschwerste.

Es ist ein bisschen so, als würde man an seine Pubertät zurückdenken und sich wünschen, man könne sie nochmal durchleben. Aber bewaffnet mit all der Lebenserfahrung, den Hochs und Tief und Learnings, die man danach gemacht hat. 

Ihr seht, da weht gerade ein leichter Hauch von Nostalgie über den Bildschirm. Wie bei einer alten Omi, die uns von Kinderspielen von früher berichtet und wir dem Ganzen milde lächelnd lauschen, um danach wieder das Smartphone rauszuholen und darüber belustigt zu twittern. 

⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅⋅
Heute läuft das anders. Und das ist bis zu einem gewissen Grad auch gut so. Ich wünsche mir die Anfänge des Bloggens nur bedingt zurück. Vieles hat sich professionalisiert. Das macht mir einiges leichter. Wenn ich ein technisches Problem habe, bekomme ich in Minutenschnelle Hilfe. Ich habe meine Skills weiterentwickelt. Im Storytelling, in der Fotografie und im Umgang mit (potentiellen) Kunden. Wurde ich früher gefragt, was ich da tue, erntete ich selbst auf Messen manchmal fragende Blicke.
„Ach, vorhin war schon eine Kollegin von Ihnen da. Schreiben Sie das zusammen?“
‚Türlich. Es gibt nur einen einzigen Blog und wir sind alle seine Angestellten…

Heute weiß (fast) jeder was Sache ist oder hat den Begriff „Blogger“ zumindest schon mal gehört. Auch wenn die Bilder im Kopf bei den Leuten immer noch SEHR stark auseinander gehen. Das macht den Workflow doch deutlich geschmeidiger.

Das hat aber auch zur Folge, dass Blogs wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es hat sich herumgesprochen, dass man mit ihnen Geld verdienen kann. Doch wie viel Persönlichkeit steckt in einem Blog, der auf dem Reißbrett erstellt wurde? Der nicht durch Blut, Schweiß und Tränen gewachsen ist und voller Leidenschaft kontinuierlich bespielt wird? (Was die eigentliche Herausforderung ist. Durchhaltevermögen.)

Es ist nicht alles schlecht. Ein Hoch aufs Bloggen!

Aber es gibt sie noch, die Menschen, die für etwas brennen und ihre Leidenschaft mit anderen teilen wollen. Die ihre Nische finden und andere mit ihrer Persönlichkeit und ihren Inhalten begeistern. Die Mutigen. Die Neugierigen.

Es sind viel mehr geworden. Die Menschen, die das tun, was ich tue. Es ist ein wunderbares Netzwerk entstanden aus Bloggern, die ähnlich ticken wie ich und mit mir auf einer Wellenlänge surfen. Deren Erfahrungen und Feedback ich in meinem Alltag nicht missen möchte und die tatsächlich zu guten Freunden und Bekannten wurden. Ich habe Kontakte geknüpft zu Partnern und Kunden, die zu mir und dem Blog passen. Konnte durch sie Dinge erleben, die ich früher nicht für möglich gehalten habe.

Und ich habe ganz wunderbare Leser. Ich kann es nicht oft genug sagen. In all den Jahren wart ihr immer interessiert, entspannt, zugewandt und respektvoll. Das ist ein großer Schatz. 

Es heißt, ein Leser verfolgt einen Blog tatsächlich nur zweitrangig aufgrund des Inhalts. Primär folgt er einem Blog – bewusst oder unbewusst – da er die Persönlichkeit des Bloggers dahinter schätzt oder zumindest interessant findet. Da hilft kein Schema F, kein Tutorial und es lässt sich vor allen nicht übers Knie brechen. Nicht in 7 Wochen und nicht in 7 Jahren. Trial and Error. Und Zusammenwachsen. Zusammen wachsen.

Danke. 

Bloggen Blogging

Kennzeichnung von Werbung

Kennzeichnung von Werbung auf Blogs | Wer, was, warum?

Kennzeichnung von WerbungMit der Kennzeichnung von Werbung auf Blogs, YouTube, Instagram und Co. ist es wie mit medizinischer Beratung im Internet. 4 Experten, 5 Meinungen. Seit Jahren werden sich die Köpfe heiß geredet, die ein oder andere Sau wird durchs Dorf getrieben und keiner weiß so wirklich was Sache ist. Noch komplizierter wird es, weil zwischen „Bewegt-Bildern“ (YouTube) und „Stand-Bildern“ (Blog) unterschieden wird. Ich beziehe mich – da ich selber einer bin – auf die Richtlinien für Blogger. Dieser Text ist keine juristische Beratung und kratzt sicherlich nur an der Oberfläche. Er ist bei weitem auch nicht vollständig. Aber er ist ein Versuch.

Ich biete euch hier ganz sicher nicht den heiligen Gral. Dann würde ich jetzt sofort die Tastatur loslassen, mir ein Haus auf den Bahamas kaufen und mir mit einem Workshop „Richtige Kennzeichnung von Werbung“ eine goldene Nase verdienen. Ich kann euch aber sagen wie ICH es handhabe, nachdem ich in den letzten Monaten vermehrt verschiedene offizielle Meinungen zu dem Thema gehört habe. 

Gleich vorweg: Ich glaube, dass kein Blogger glücklich mit der Bezeichnung „Werbung“ ist.
Denn es trifft im Kern nicht das, was Blogger machen. Das sehe ich auch immer wieder in der Diskussion. Fragt man einen Anwalt oder einen Menschen der Landesmedienanstalt, wie sich Werbung definiert, kommt oft „WERBUNG muss überall dort stehen, wo es nicht mehr um die alleinige Meinung des Bloggers geht. Nämlich dann, wenn er bezahlt wird.“ oder „Sobald ein Unternehmen möchte, dass positiv berichtet wird, ist es Werbung.“ (Erst dann?)

Autsch. Da jault jeder Blogger laut auf. Reichweite kann man kaufen, Meinung nicht. (Ich gehe hier vom Idealfall aus.) Und bisher bekam ich bei keiner bezahlten Kooperation die Vorgabe in dieser oder jener Weise zu berichten. Mir sind NOCH NIE Bildmotive, Textbausteine oder ähnliches vorgegeben worden. Da wäre ich auch sofort im Tyrannosaurus Rex-Modus. 

But wait: Die Meinung ist meine und die Kooperationsvereinbarung ist relativ ergebnisoffen? Also ist das, was ich tue im Grunde nicht kennzeichnungspflichtig? So einfach ist das leider nicht. Ich für meinen Teil habe für mich aktuell folgende Lösung gefunden. Andere werden es anders handhaben. Wieso ich mich gerade hierfür entschieden haben, erläuterte ich euch im weiteren Artikel. 

Kennzeichnung von Werbung auf EIN BISSCHEN VEGAN 

Kennzeichnung auf dem Blog

  • Sobald ich  für die Erstellung eines Artikels Geld erhalte , schreibe ich im Artikel VOR dem ersten Satz das Wort WERBUNG. Egal, ob ich es als passend empfinde oder nicht. 
  • Unter dem Artikel erläuterte ich noch einmal, dass und warum ich bezahlt wurde.
  • Wenn ich für einen Artikel mit Produkten unterstützt werde, kennzeichne ich diese unter dem Text als PR Sample. Das ist allerdings die Kür, keine Pflicht und muss nicht unbedingt sein. Solange das Produkt bedingungslos zur Verfügung gestellt wurde, man mir also keine Vorgaben macht, wie ich es zu präsentieren habe.
  • Affiliate-Links bekommen ein * im Text und werden am Ende noch einmal kurz erklärt.

Kennzeichnung auf Instagram

  • Werde ich für ein Posting auf Instagram bezahlt, schreibe ich direkt unter dem Bild und vor dem Text WERBUNG. Dazu setze ich im Posting den Hashtag #Werbung. (Die Landesmedienanstalten sprechen hier von „gut sichtbar“, also nicht als #ad an 37. Stelle der Hashtags oder in einem Kommentar!)
  • Wenn ich es nicht vergesse, kennzeichne ich PR Samples mit dem Hashtag #PRSample. Hier wieder Kür, keinen Pflicht.

Kennzeichnung auf Facebook

  • Hier wird es etwas tricky. Denn Postings mit Links zu Blogartikeln mit bezahlten Inhalten sowie bezahlte Facebook Postings als solche darf nur schalten, wer einen blauen Haken hat. Allen anderen bleibt die zeit- und nervenraubende Alternative eine Werbeanzeige zu erstellen. Diese darf allerdings nur als „Dark Post“ laufen, sprich: Sie erscheint nicht im eigentlichen Feed meiner Seite zum Blog, sondern wird als Anzeige nur im Feed der ausgewählten Zielgruppe ausgespielt. Auch in dieser Art der Anzeige schreibe ich vor dem eigentlich Text das Wort WERBUNG und setze den Hashtag.

Warum überhaupt kennzeichnen?

Wichtigster Grund für Kennzeichnung von Werbung überhaupt: Die Leser. 

Entgegen anders lautender Behauptungen habe ich nie nennenswertes negatives Feedback auf einen mit WERBUNG gekennzeichneten Post bekommen. Weder lief die Leserschaft Sturm, noch sank die Reichweite. Ich glaube, meine Leser kennen mich so gut und sind so lange dabei, dass ich Ihnen niemals etwas präsentieren würde, was ich allein aufgrund eines Budgets total knorke finde oder weniger (oder mehr Herzblut) in einem Artikel stecke, der finanziell unterstützt wird. Ich prüfe sehr genau, ob eine Kooperation zu mir und dem Blog passt und ja, auch ob sie für meine Leser relativ und interessant ist. Auf dem Blog plötzlich Bratpfannen, Hundefutter oder Babytragen zu entdecken, würde uns wohl alle irgendwie erstaunen…

Ebenso prüfe ich, ob eine Kooperation in dieser Form zeitgleich auch auf drölfzig anderen Blogs erscheint. Denn sind wir mal ehrlich: Wir wollen uns ja alle ein wenig einzigartig fühlen, oder?

Mindestens genauso wichtig aber ist eine Kennzeichnung auch für und vor dem Gesetzgeber. Und hier wird es RICHTIG kniffelig. Denn im Grunde stoßen hier zwei Giganten aufeinander, die eigentlich das Gleiche wollen, sich aber selbst nicht ganz einig sind. Immer wieder hört man vom Telemediengesetz und dem Rundfunkstaatsvertrag. Und mindestens genauso oft hört man, dass beides vielleicht für YouTuber gelte, aber doch nicht für Blogger. Oder? 

Bisher gibt es noch keine Gesetzesvorgaben. Nur das Urteil eines Landesgerichtes. Für Print gelten die Landespressegesetze, die sehr genaue Formulierungen vorgeben. Für Blogger wiederum gelten die Telemediengesetze und diese schreiben bisher keine eindeutigen Formulierungen vor. Alle Rechtsexperten, die ich zu diesem Thema haben sprechen hören, sagten, dass man erstmal abwarten müsse, wie andere Gerichte entscheiden würden. Das sei alles noch sehr individuell.

Aber: Es arbeitet. Und vieles passiert, ohne dass wir es mitbekommen. Denn viele Streitigkeiten werden mit Vergleichen und somit außergerichtlich gelöst. Von denen erfährt die breite Öffentlichkeit also gar nichts. 

Was ist denn nun aber richtig? 

Probleme wegen Nicht-Kennzeichnung oder unzureichender Kennzeichnung kann man in Deutschland von zwei Stellen bekommen: Den Medienanstalten und den Gerichten. Erstere wirken in ihrer Form als Kontroll- und Aufsichtsbehören und schauen, ob alles rechtskonform abläuft und man sich an die Regeln hält. Es gibt eine einfach erklärte PDF der Medienanstalten, in der ihr schwarz auf weiß findet, was DIESE für korrekt erachten. Angesprochen sind vor allem YouTuber, aber vieles lässt sich hier tatsächlich auch auf Blogger übertragen. 

Allerdings gibt es ein paar Haken: So steht geschrieben, dass „Produktplatzierungen“ erst ab einem (Gesamt)Wert von 1.000€ gekennzeichnet werden müssen. Und auch die Kennzeichnung an sich ist für mich ein wenig schwammig. Von #sponsored über #ad bis hin zu „powered by“ ist alles möglich. Man sei einzig der  „Wahrheit und Klarheit“ verpflichtet. Womit bei „Unterstützt durch…“ schon wieder ein schmaler Grat erreicht ist. Denn „klar“ ist da nichts. Eine Unterstützung kann in vielerlei Hinsicht erfolgen. 

Auch „sponsored by“ wird anderswo kritisch gesehen, da in englischer Sprache. Ja, man sollte heutzutage davon ausgehen, dass jeder Deutsche der englischen Sprache soweit mächtig ist, diesen Satzbaustein zu verstehen. Aber er ist eben nicht EINDEUTIG. Und hier kommen die Gerichte ins Spiel.

Medienanstalten vs. Zivilgerichte 

Sind die Medienanstalten offensichtlich noch recht entspannt unterwegs, droht hier das eigentliche – und schnell sehr teure – Problem: Zivilklagen. 

Denn nicht eindeutige Kennzeichnungen, mögliche Wettbewerbsverzerrung und andere Dinge können beispielsweise von Mitbewerbern abgemahnt werden. Und da sich die Unternehmen untereinander schwerlich wegen Kennzeichnungsvergehen im Social Media Bereich abmahnen würde, da dies ihren eigenen Handlungsspielraum extrem einschränken würde, muss der Blogger ran. Zwar sind auch die Auftraggeber solcher Kooperationen abmahnfähig, aber den Kopf hinhalten muss immer erst einmal derjenige, dessen Name im Impressum steht.

Wenn ich mir anschauen, wer heutzutage schon die ganz dicken Fische an Land zieht und wie jung diese Kandidaten meist sind, kann ich nur hoffen, dass sie diesbezüglich gut beraten werden. Mein Appell auch hier an Auftraggeber: Informiert euch und informiert die Blogger. Von einigen wenigen Kunden bekomme ich mittlerweile tatsächlich schon in der ersten (!) Anfrage ausführliche Briefings (!), in denen klar kommuniziert wird, dass eine deutliche Kennzeichnung Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist (!). So muss das sein. Allerdings hört man auch von Stellen, die beim Honorar gerne noch was drauf legen, damit diese nicht erfolgt…

Fazit

Ihr seht: Ein weites Feld. Und wenn es abschließende, in Stein gemeißelte Urteile gäbe, würden wir nicht alle so viel darüber diskutieren. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie manche Blogger dieses Wort meiden wie der Teufel das Weihwasser und sich in verschwurbelten Nettigkeiten ergießen. Aber egal wie man es dreht und wendet und wen man fragt: Einig sind sich alle dabei, dass man mit WERBUNG als Kennzeichnung im Titel oder vor dem ersten Satz nicht falsch macht. 

Den Weg gehe ich gerne mit. Sicherlich gäbe es charmantere Formulierungen, die einem Wortästheten nicht gleich die Nackenhaare kräuseln und die sich etwas gefälliger in den Textflow einfügen. Kann man sicher machen, aber ich gehen auf Nummer Sicher. 

Bis es hoffentlich irgendwann mal definitive Lösungen für dieses Problem gibt.