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Bloggen | Früher war alles besser? | Meine Anfänge

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„Hallo Kathrin, ich selber habe zwar gerade erst angefangen zu bloggen, aber du machst das ja jetzt schon einen ganze Weile. Hast du ein paar Tipps auf Lager, wie ich mehr Leser ansprechen kann? Und wie gehe ich am besten auf Firmen zu, damit sie mich sponsoren. Schreibst du die einfach an? Wie lange hat es bei dir gedauert bis du deinen Blog monetisieren konntest? „

Uff. 

Nach einem kurzen Atemstillstand kann ich der Person diese Mail nicht einmal verübeln. Es wird heute ja so vorgelebt. Blogs müssen ab Minute Eins perfekt sein. „Sich lohnen“. Und im Idealfall sofort Geld abwerfen. 

Und die, die sie schreiben kommen oft schon aus der Branche (Marketing, PR, Studium dessen…). Sie stampfen mit heutigen Mitteln in kurzer Zeit einen astrein SEO-optimierten und hip aussehenden Blog aus dem Boden. Dafür sorgen unter anderem auch diverse „Experten“, die uns Programme verkaufen, wie wir in kurzer Zeit vom Bloggen leben können, Google uns liebt und die Likes auf Instagram uns nur so zufliegen. Auch hat sich mittlerweile ein Gefühl dafür entwickelt was läuft und was eher nicht funktioniert. Leider hat das zur Folge, dass sich viele neue Blogs erschreckend ähneln. 

Heute ist das Risikofreudigste oft eine Tasse Kaffee
auf der weißen Bettdecke

Waren wir früher mutiger? Wahrscheinlich. Ich habe nicht alles aus drei Perspektiven begutachtet und doppelte Böden eingebaut. Heute ist das Risikofreudigste oft ein Tasse Kaffee auf der weißen Bettdecke für ein schniekes Bild auf Instagram.  Vielleicht hätte ich manches Mal weniger Bauch (und Herz) und mehr Kopf sein sollen. Ich weiß es nicht.
Heute wird oft VIEL strategischer an so einen Blog gegangen. Mit einem klar definierten Ziel.
Täglich lese ich in diversen Facebook Gruppen Fragen von neuen Bloggern wie  

„Welche Strategie empfiehlt ihr?“
„Wie bekomme ich mehr Follower?“
„Wie habt ihr euer Thema gefunden? Über welches Thema könnte ich bloggen?“

Pfuuuuuuh. Nochmal tief Luft holen. Kamen wir damals auch so schnell auf den Punkt? Als ich 2009 mit dem Bloggen anfing, lief es ganz genau so ab, wie es damals eben ablief. Thematisch war ich gefestigt und schon Jahre in diversen Foren zum Thema Beauty unterwegs. Dort gab es geschlossene Bereiche, in denen die einzelnen User ihre eigenen kleinen Tagebücher führten und andere Mitglieder teilhaben konnten. An „Beauty Routinen“, „Hauls“ und „Wish Lists“. Nur hieß das damals noch nicht so.

„Hey Kathrin, du hast doch neulich die Maske XY ausprobiert. Wie ist die denn so?“
„Hast du noch mal das Rezept für den Kuchen neulich?“.
„Was könnt ihr denn an Naturkosmetik empfehlen? Gerne vegan. Stelle da gerade um.“ (Ich, 2009)

Und schwups war ich mittendrin. Blogs gab es schon ein paar und so langsam fing man auch an sie zu lesen. Und eines Tages im Dezember – ich saß krank zuhause und hatte meine mutigen 5 Minuten – öffnete ich die Seite von Blogspot und hatte 2 Stunden später meinen ersten Blog erstellt. Ich hatte KEINE Ahnung. Und schrieb drauf los. 

Bloggen Blogging Meine Anfänge

Denn anders als heute, wo dazu geraten wird mindestens 5 fertige Artikel in der Hinterhand zu haben, wuchs der Blog parallel zur Leserschaft. Bis ich meine Statistiken überhaupt entdeckte, dauerte es ein paar Tage. Wow, da liest echt jemand mit! Erst 10, dann 20 und irgendwann tatsächlich mal 100 Leute am Tag. 100 mir völlig fremde Menschen, die schauen, was ich da tue. Und darauf reagieren! Ich war geflasht.

Es gab kein Camp, auf dem man lernen konnte, wie man das mit dem Bloggen anstellt. Kaum nennenswerte Facebookgruppen in denen man sich mit Gleichgesinnten austauschen konnte. Es gab auch nicht mal viele Erfahrungswerte, über die man sich hätte austauschen können. Beauty und Lifestyle Blogs kamen in Deutschland in der breiteren Masse so Mitte der 2000er an. Ich war also eher einer der späten Early Adopter. Aber selbst zwischen 2009 und 2017 liegen Welten.

War früher mehr Lametta?

Der deutlichste Unterschied zu heute: Ich machte einfach. Trial and Error. Rückblickend wäre ich froh und dankbar über den einen oder anderen Tipp gewesen. Das hätte mir viel Zeit und Nerven gespart. Aber ich kannte schlichtweg niemanden, den ich hätte um Rat fragen können. Technisch konnte man mit Blogspot auch ohne große Kenntnisse einiges allein schaffen, inhaltlich tat ich eh was ich wollte und Facebook legte ich mir eigentlich nur privat zu, um mich mit Freunden und Bekannten zu vernetzten. 

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Irgendwann 2010 –  denn damals brauchte es eine Weile, bis sich so ein Blog rumgesprochen hatte – war er da, der Punkt, an dem SIE kam. Die erste Mail von jemanden, der sein Produkt gerne auf meinem Blog platzieren wollte.

HOLLA! Das war ein Gefühl. Irgendwo zwischen Befriedigung („Yeah, es wird jemand auf mich aufmerksam!“), Unsicherheit („An was muss ich alles denken?“) und blanker Panik („Meinen die wirklich mich? Kommt in 10 Minuten eine Mail „Sorry, haben uns vertan.“? Kann ich das?“ Erwartungen. Hoffnungen. Was richtig Offizielles. Waaah!)

Um das abzukürzen: Was folgte waren Jahre des Herantastens, Wachsens, Versuchens, Scheiterns, der Kreativflaute, der Schreibblockaden und der kleinen Durchbrüche. Des nächtlichen Grübelns über Gewerbeanmeldung, Steuern und Rechnungen.
Ich bin froh, da durch zu sein. Hätte man mir vor 7 Jahren erzählt, dass ich mal meine eigene Autorin, Fotografin, Stylistin, Steuer- und Imageberaterin werden würde, ich hätte hysterisch angefangen zu lachen. Und dann geweint. Ich bin über mich hinaus gewachsen. Das kann ich mittlerweile sagen. Ich habe meinen Standpunkt vertreten, gelernt NEIN zu sagen und mich zu verkaufen. Im positiven Sinne. Und das ist manchmal das Allerschwerste.

Es ist ein bisschen so, als würde man an seine Pubertät zurückdenken und sich wünschen, man könne sie nochmal durchleben. Aber bewaffnet mit all der Lebenserfahrung, den Hochs und Tief und Learnings, die man danach gemacht hat. 

Ihr seht, da weht gerade ein leichter Hauch von Nostalgie über den Bildschirm. Wie bei einer alten Omi, die uns von Kinderspielen von früher berichtet und wir dem Ganzen milde lächelnd lauschen, um danach wieder das Smartphone rauszuholen und darüber belustigt zu twittern. 

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Heute läuft das anders. Und das ist bis zu einem gewissen Grad auch gut so. Ich wünsche mir die Anfänge des Bloggens nur bedingt zurück. Vieles hat sich professionalisiert. Das macht mir einiges leichter. Wenn ich ein technisches Problem habe, bekomme ich in Minutenschnelle Hilfe. Ich habe meine Skills weiterentwickelt. Im Storytelling, in der Fotografie und im Umgang mit (potentiellen) Kunden. Wurde ich früher gefragt, was ich da tue, erntete ich selbst auf Messen manchmal fragende Blicke.
„Ach, vorhin war schon eine Kollegin von Ihnen da. Schreiben Sie das zusammen?“
‚Türlich. Es gibt nur einen einzigen Blog und wir sind alle seine Angestellten…

Heute weiß (fast) jeder was Sache ist oder hat den Begriff „Blogger“ zumindest schon mal gehört. Auch wenn die Bilder im Kopf bei den Leuten immer noch SEHR stark auseinander gehen. Das macht den Workflow doch deutlich geschmeidiger.

Das hat aber auch zur Folge, dass Blogs wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es hat sich herumgesprochen, dass man mit ihnen Geld verdienen kann. Doch wie viel Persönlichkeit steckt in einem Blog, der auf dem Reißbrett erstellt wurde? Der nicht durch Blut, Schweiß und Tränen gewachsen ist und voller Leidenschaft kontinuierlich bespielt wird? (Was die eigentliche Herausforderung ist. Durchhaltevermögen.)

Es ist nicht alles schlecht. Ein Hoch aufs Bloggen!

Aber es gibt sie noch, die Menschen, die für etwas brennen und ihre Leidenschaft mit anderen teilen wollen. Die ihre Nische finden und andere mit ihrer Persönlichkeit und ihren Inhalten begeistern. Die Mutigen. Die Neugierigen.

Es sind viel mehr geworden. Die Menschen, die das tun, was ich tue. Es ist ein wunderbares Netzwerk entstanden aus Bloggern, die ähnlich ticken wie ich und mit mir auf einer Wellenlänge surfen. Deren Erfahrungen und Feedback ich in meinem Alltag nicht missen möchte und die tatsächlich zu guten Freunden und Bekannten wurden. Ich habe Kontakte geknüpft zu Partnern und Kunden, die zu mir und dem Blog passen. Konnte durch sie Dinge erleben, die ich früher nicht für möglich gehalten habe.

Und ich habe ganz wunderbare Leser. Ich kann es nicht oft genug sagen. In all den Jahren wart ihr immer interessiert, entspannt, zugewandt und respektvoll. Das ist ein großer Schatz. 

Es heißt, ein Leser verfolgt einen Blog tatsächlich nur zweitrangig aufgrund des Inhalts. Primär folgt er einem Blog – bewusst oder unbewusst – da er die Persönlichkeit des Bloggers dahinter schätzt oder zumindest interessant findet. Da hilft kein Schema F, kein Tutorial und es lässt sich vor allen nicht übers Knie brechen. Nicht in 7 Wochen und nicht in 7 Jahren. Trial and Error. Und Zusammenwachsen. Zusammen wachsen.

Danke. 

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Kennzeichnung von Werbung

Kennzeichnung von Werbung auf Blogs | Wer, was, warum?

Kennzeichnung von WerbungMit der Kennzeichnung von Werbung auf Blogs, YouTube, Instagram und Co. ist es wie mit medizinischer Beratung im Internet. 4 Experten, 5 Meinungen. Seit Jahren werden sich die Köpfe heiß geredet, die ein oder andere Sau wird durchs Dorf getrieben und keiner weiß so wirklich was Sache ist. Noch komplizierter wird es, weil zwischen „Bewegt-Bildern“ (YouTube) und „Stand-Bildern“ (Blog) unterschieden wird. Ich beziehe mich – da ich selber einer bin – auf die Richtlinien für Blogger. Dieser Text ist keine juristische Beratung und kratzt sicherlich nur an der Oberfläche. Er ist bei weitem auch nicht vollständig. Aber er ist ein Versuch.

Ich biete euch hier ganz sicher nicht den heiligen Gral. Dann würde ich jetzt sofort die Tastatur loslassen, mir ein Haus auf den Bahamas kaufen und mir mit einem Workshop „Richtige Kennzeichnung von Werbung“ eine goldene Nase verdienen. Ich kann euch aber sagen wie ICH es handhabe, nachdem ich in den letzten Monaten vermehrt verschiedene offizielle Meinungen zu dem Thema gehört habe. 

Gleich vorweg: Ich glaube, dass kein Blogger glücklich mit der Bezeichnung „Werbung“ ist.
Denn es trifft im Kern nicht das, was Blogger machen. Das sehe ich auch immer wieder in der Diskussion. Fragt man einen Anwalt oder einen Menschen der Landesmedienanstalt, wie sich Werbung definiert, kommt oft „WERBUNG muss überall dort stehen, wo es nicht mehr um die alleinige Meinung des Bloggers geht. Nämlich dann, wenn er bezahlt wird.“ oder „Sobald ein Unternehmen möchte, dass positiv berichtet wird, ist es Werbung.“ (Erst dann?)

Autsch. Da jault jeder Blogger laut auf. Reichweite kann man kaufen, Meinung nicht. (Ich gehe hier vom Idealfall aus.) Und bisher bekam ich bei keiner bezahlten Kooperation die Vorgabe in dieser oder jener Weise zu berichten. Mir sind NOCH NIE Bildmotive, Textbausteine oder ähnliches vorgegeben worden. Da wäre ich auch sofort im Tyrannosaurus Rex-Modus. 

But wait: Die Meinung ist meine und die Kooperationsvereinbarung ist relativ ergebnisoffen? Also ist das, was ich tue im Grunde nicht kennzeichnungspflichtig? So einfach ist das leider nicht. Ich für meinen Teil habe für mich aktuell folgende Lösung gefunden. Andere werden es anders handhaben. Wieso ich mich gerade hierfür entschieden haben, erläuterte ich euch im weiteren Artikel. 

Kennzeichnung von Werbung auf EIN BISSCHEN VEGAN 

Kennzeichnung auf dem Blog

  • Sobald ich  für die Erstellung eines Artikels Geld erhalte , schreibe ich im Artikel VOR dem ersten Satz das Wort WERBUNG. Egal, ob ich es als passend empfinde oder nicht. 
  • Unter dem Artikel erläuterte ich noch einmal, dass und warum ich bezahlt wurde.
  • Wenn ich für einen Artikel mit Produkten unterstützt werde, kennzeichne ich diese unter dem Text als PR Sample. Das ist allerdings die Kür, keine Pflicht und muss nicht unbedingt sein. Solange das Produkt bedingungslos zur Verfügung gestellt wurde, man mir also keine Vorgaben macht, wie ich es zu präsentieren habe.
  • Affiliate-Links bekommen ein * im Text und werden am Ende noch einmal kurz erklärt.

Kennzeichnung auf Instagram

  • Werde ich für ein Posting auf Instagram bezahlt, schreibe ich direkt unter dem Bild und vor dem Text WERBUNG. Dazu setze ich im Posting den Hashtag #Werbung. (Die Landesmedienanstalten sprechen hier von „gut sichtbar“, also nicht als #ad an 37. Stelle der Hashtags oder in einem Kommentar!)
  • Wenn ich es nicht vergesse, kennzeichne ich PR Samples mit dem Hashtag #PRSample. Hier wieder Kür, keinen Pflicht.

Kennzeichnung auf Facebook

  • Hier wird es etwas tricky. Denn Postings mit Links zu Blogartikeln mit bezahlten Inhalten sowie bezahlte Facebook Postings als solche darf nur schalten, wer einen blauen Haken hat. Allen anderen bleibt die zeit- und nervenraubende Alternative eine Werbeanzeige zu erstellen. Diese darf allerdings nur als „Dark Post“ laufen, sprich: Sie erscheint nicht im eigentlichen Feed meiner Seite zum Blog, sondern wird als Anzeige nur im Feed der ausgewählten Zielgruppe ausgespielt. Auch in dieser Art der Anzeige schreibe ich vor dem eigentlich Text das Wort WERBUNG und setze den Hashtag.

Warum überhaupt kennzeichnen?

Wichtigster Grund für Kennzeichnung von Werbung überhaupt: Die Leser. 

Entgegen anders lautender Behauptungen habe ich nie nennenswertes negatives Feedback auf einen mit WERBUNG gekennzeichneten Post bekommen. Weder lief die Leserschaft Sturm, noch sank die Reichweite. Ich glaube, meine Leser kennen mich so gut und sind so lange dabei, dass ich Ihnen niemals etwas präsentieren würde, was ich allein aufgrund eines Budgets total knorke finde oder weniger (oder mehr Herzblut) in einem Artikel stecke, der finanziell unterstützt wird. Ich prüfe sehr genau, ob eine Kooperation zu mir und dem Blog passt und ja, auch ob sie für meine Leser relativ und interessant ist. Auf dem Blog plötzlich Bratpfannen, Hundefutter oder Babytragen zu entdecken, würde uns wohl alle irgendwie erstaunen…

Ebenso prüfe ich, ob eine Kooperation in dieser Form zeitgleich auch auf drölfzig anderen Blogs erscheint. Denn sind wir mal ehrlich: Wir wollen uns ja alle ein wenig einzigartig fühlen, oder?

Mindestens genauso wichtig aber ist eine Kennzeichnung auch für und vor dem Gesetzgeber. Und hier wird es RICHTIG kniffelig. Denn im Grunde stoßen hier zwei Giganten aufeinander, die eigentlich das Gleiche wollen, sich aber selbst nicht ganz einig sind. Immer wieder hört man vom Telemediengesetz und dem Rundfunkstaatsvertrag. Und mindestens genauso oft hört man, dass beides vielleicht für YouTuber gelte, aber doch nicht für Blogger. Oder? 

Bisher gibt es noch keine Gesetzesvorgaben. Nur das Urteil eines Landesgerichtes. Für Print gelten die Landespressegesetze, die sehr genaue Formulierungen vorgeben. Für Blogger wiederum gelten die Telemediengesetze und diese schreiben bisher keine eindeutigen Formulierungen vor. Alle Rechtsexperten, die ich zu diesem Thema haben sprechen hören, sagten, dass man erstmal abwarten müsse, wie andere Gerichte entscheiden würden. Das sei alles noch sehr individuell.

Aber: Es arbeitet. Und vieles passiert, ohne dass wir es mitbekommen. Denn viele Streitigkeiten werden mit Vergleichen und somit außergerichtlich gelöst. Von denen erfährt die breite Öffentlichkeit also gar nichts. 

Was ist denn nun aber richtig? 

Probleme wegen Nicht-Kennzeichnung oder unzureichender Kennzeichnung kann man in Deutschland von zwei Stellen bekommen: Den Medienanstalten und den Gerichten. Erstere wirken in ihrer Form als Kontroll- und Aufsichtsbehören und schauen, ob alles rechtskonform abläuft und man sich an die Regeln hält. Es gibt eine einfach erklärte PDF der Medienanstalten, in der ihr schwarz auf weiß findet, was DIESE für korrekt erachten. Angesprochen sind vor allem YouTuber, aber vieles lässt sich hier tatsächlich auch auf Blogger übertragen. 

Allerdings gibt es ein paar Haken: So steht geschrieben, dass „Produktplatzierungen“ erst ab einem (Gesamt)Wert von 1.000€ gekennzeichnet werden müssen. Und auch die Kennzeichnung an sich ist für mich ein wenig schwammig. Von #sponsored über #ad bis hin zu „powered by“ ist alles möglich. Man sei einzig der  „Wahrheit und Klarheit“ verpflichtet. Womit bei „Unterstützt durch…“ schon wieder ein schmaler Grat erreicht ist. Denn „klar“ ist da nichts. Eine Unterstützung kann in vielerlei Hinsicht erfolgen. 

Auch „sponsored by“ wird anderswo kritisch gesehen, da in englischer Sprache. Ja, man sollte heutzutage davon ausgehen, dass jeder Deutsche der englischen Sprache soweit mächtig ist, diesen Satzbaustein zu verstehen. Aber er ist eben nicht EINDEUTIG. Und hier kommen die Gerichte ins Spiel.

Medienanstalten vs. Zivilgerichte 

Sind die Medienanstalten offensichtlich noch recht entspannt unterwegs, droht hier das eigentliche – und schnell sehr teure – Problem: Zivilklagen. 

Denn nicht eindeutige Kennzeichnungen, mögliche Wettbewerbsverzerrung und andere Dinge können beispielsweise von Mitbewerbern abgemahnt werden. Und da sich die Unternehmen untereinander schwerlich wegen Kennzeichnungsvergehen im Social Media Bereich abmahnen würde, da dies ihren eigenen Handlungsspielraum extrem einschränken würde, muss der Blogger ran. Zwar sind auch die Auftraggeber solcher Kooperationen abmahnfähig, aber den Kopf hinhalten muss immer erst einmal derjenige, dessen Name im Impressum steht.

Wenn ich mir anschauen, wer heutzutage schon die ganz dicken Fische an Land zieht und wie jung diese Kandidaten meist sind, kann ich nur hoffen, dass sie diesbezüglich gut beraten werden. Mein Appell auch hier an Auftraggeber: Informiert euch und informiert die Blogger. Von einigen wenigen Kunden bekomme ich mittlerweile tatsächlich schon in der ersten (!) Anfrage ausführliche Briefings (!), in denen klar kommuniziert wird, dass eine deutliche Kennzeichnung Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist (!). So muss das sein. Allerdings hört man auch von Stellen, die beim Honorar gerne noch was drauf legen, damit diese nicht erfolgt…

Fazit

Ihr seht: Ein weites Feld. Und wenn es abschließende, in Stein gemeißelte Urteile gäbe, würden wir nicht alle so viel darüber diskutieren. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie manche Blogger dieses Wort meiden wie der Teufel das Weihwasser und sich in verschwurbelten Nettigkeiten ergießen. Aber egal wie man es dreht und wendet und wen man fragt: Einig sind sich alle dabei, dass man mit WERBUNG als Kennzeichnung im Titel oder vor dem ersten Satz nicht falsch macht. 

Den Weg gehe ich gerne mit. Sicherlich gäbe es charmantere Formulierungen, die einem Wortästheten nicht gleich die Nackenhaare kräuseln und die sich etwas gefälliger in den Textflow einfügen. Kann man sicher machen, aber ich gehen auf Nummer Sicher. 

Bis es hoffentlich irgendwann mal definitive Lösungen für dieses Problem gibt. 

Elle von Matt & Nat vegan

Vegane Crossbody Bag | Elle von Matt & Nat

Elle von Matt & Nat vegan

Früher lautete mein Wahlspruch: „Ich muss mit meiner Handtasche jederzeit fluchtartig das Land verlassen können.“ Meine Taschen mussten groß sein und mindestens einen DIN 4 Ordner, zwei kleinere Täschchen, meinen Kalender, einen Notizblock, […] sowie allerlei anderes Zeug fassen, von dem ich fest der Meinung war es unbedingt unterwegs zu brauchen.

So schön ich kleinere Taschen schon immer fand, für mich waren sie nicht praktikabel. Was sicherlich auch an meinem Beruf liegt. Unterlagen und Formulare müssen heil von A nach B transportiert werden. Taschentücher, Schreibzeug und Co. sind Pflicht. Und auch mein Freund schiebt mir in schöner Regelmäßigkeit seinen Geldbeutel und/oder die Sonnenbrille unter. Was habe ich immer die feschen Modeblogger mit den neckischen kleinen Täschchen bewundert! Ich aber wäre mir ihnen schlichtweg nicht handlungsfähig gewesen… 

Elle von Matt & Nat vegane Tasche

Doch tatsächlich habe ich vor kurzem eine Tasche gefunden, die mich in fast allen Lebenslagen würdig begleitet. Bei DIN A 4-Ordner kapituliert sie zwar, aber ansonsten gehen die Elle Vinatage von Matt & Nat und ich gerade durch dick und dünn. 

Denn seit einiger Zeit nun schon versuche ich meinen Alltag zu minimalisieren. Das klappt ganz gut und da ich Herausforderungen liebe, mache ich auch vor meiner Handtasche nicht halt. So langsam verstehe ich, dass ich nicht drei verschiedene Lippenstifte, zwei Cremes, eine Bürste und Puder mit mir herumschleppen muss. Zum Nachschminken komme ich eh so gut wie nie, die Hände kann ich mir eincremen bevor ich das Haus verlasse und meine halbe Hausapotheke muss ich auch nicht prophylaktisch mitnehmen. Ich MUSS nicht für alle Eventualitäten gewappnet sein. Loslassen. Risiko eingehen. Alles auf mich zu kommen lassen. Ommmm.

Elle von Matt & Nat schwarz

Elle von Matt & Nat Fächer

Die Elle von Matt & Nat ist groß genug, um ein (manchmal auch zwei…) Geldbeutel, eine Packung Taschentücher, einen Lippenpflegestift, meinen Kalender und noch ein, zwei andere Kleinigkeiten zu fassen. Sie lässt sich bequem über der Schulter und auch quer tragen. Allerdings muss ich hier erwähnen, dass sich der Gurt nicht verstellen lässt. Die Tasche hat drei Innenfächer (Eines davon ist mit einem Reißverschluss zu schließen), ein kleines Zipperfach und eine Handytasche sowie ein schmales Fach für Papiere und Co. vorn. Geschlossen werden die drei Hauptfächer mit einer magnetischen Lasche. 

Alle Taschen der kanadischen Marke Matt & Nat enthalten recycleten Kunststoff aus PET-Flaschen, sind 100% vegan und fair produziert. In Deutschland sind die Tasche in großer Auswahl unter anderem im Le Shop Vegan erhältlich. 

P.S. Die Tasche  Elle von Matt & Nat wurde mir kostenlos von Le Shop Vegan zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und nur was mich überzeugt, landet auch auf dem Blog.

Elle von Matt & Nat vegan

Elle Matt and Nat recycled Plastic

vegane summer essentials

Vegane Summer Essentials | Mit Glanz und Gloria

vegane summer essentials

Puh. Was für ein Wetter! Erst schien es so als würden wir aus dem Frühling direkt in den Herbst regnen und nun schmelzen wir wie Zitronensorbet in der Sonne. Wenn ich es mir wünschen dürfte, wir hätten ganzjährig trockene 23 Grad mit Sonnenschein und ein paar Schäfchenwölkchen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und so müssen wir das Wetter nehmen wie es kommt. Mit all seinen Facetten: Hitze, Gewitter, Schwüle, Regen…

Mit einigen kleinen Änderungen in der täglichen Pflege-Routine ist dies zum Glück ganz leicht. Gefragt sind leichte Texturen, die den deckenden, schweren Konsistenzen der kühleren Jahreszeit Konkurrenz machen. Schwere Düfte können bis zum Winter getrost im Schrank verschwinden und dürfen leichteren, sonnigeren Nuancen Platz machen.

Dank Sonnenstrahlen, weniger Make Up, Salzwasser und leichterer Ernährung dürfen sich viele Menschen im Sommer sowieso über eine schöne(re) Haut freuen, die häufig deutlich pflegeleichter als im Winter ist. Die besten Voraussetzungen für meine Lieblingsprodukte in diesem Monat.

punkteklein

Vegane Summer Essentials

Balea Duschlotion Ginger & Lemon

Ich HASSE klebrige Konsistenzen auf der Haut. Als Sonnenallergikerin hat dies nicht nur etwas mit einem unschönen Hautgefühl zu tun, sondern führt bei zu vielen Emulgatoren, Fetten und Co. auch schnell mal zu Pusteln. Zum Glück ist meine Haut im Sommer deutlich weniger trocken als im Winter und so reicht mir ein Minimum an Pflege. Ideal ist für mich da eine Duschlotion wie die Ginger & Lemon von Balea, die zudem noch einen sommerlich-frischen Duft im Bad verströmt. Damit fällt das Eincremen im Anschluss weg.

balea duschlotion ginger lemon

This Works Skin Deep Golden Elixir

Nachdem ich den letzten Sommer käsig weiß in meinen eigenen vier Wänden verbringen musste, habe ich in diesem Jahr tatsächlich schon etwas Farbe bekommen. Und das, obwohl ich jeden Tag brav meinen Sonnenschutz auftrage. For the record: Es ist also was dran – Man wird auch im Schatten und mit LSF braun. 

Die hart erkämpfte Bräune darf dann auch gerne in Szene gesetzt werden. Hilfreich sind da schimmernde Produkte, die mir aber oft zu grob glitzern oder in der Konsistenz zu ölig sind. Zum Glück habe ich in diesem Monat das Golden Elixir mit 24 Karat Gold (!) von This Works entdeckt. Es schimmert hauchzart, reflektiert das Licht sehr natürlich und zieht dabei sehr gut weg. Das geht selbst bei hohen Temperaturen klar. Es hat zwar seinen Preis, ist jedoch sehr ergiebig und laut einiger Rezensionen auch im Gesicht anwendbar. Dieser Test steht jedoch noch aus. 

Catrice Liquid Glow

Denn für das Gesicht habe ich zur Zeit das Liquid Glow aus der aktuellen Sound of Silence LE von Catrice in Gebrauch. Lange war ich auf der Suche nach einem Ersatz für die Lustre Drops von MAC und just als ich die Hoffnung aufgab, kam Catrice mit diesem Produkt um die Ecke. Für einen dezenten, zart schimmernden Glow mische ich einen Tropfen in meine Tagescreme. Keine harschen Glitzerpartikel, keinen Fettglanz. Ich glaube, ich muss bunkern…

shimmer liquid glow Highlighter

Penhaligon’s Blenheim Bouquet

Holzig, staubtrocken und irgendwie ätherisch. Ein Duft, der immer geht. Keine Spur aufdringlich oder laut. Lustigerweise habe ich ihn durch eine Frau kennengelernt, um dann später zu lesen, dass er eigentlich als reiner Herrenduft konzipiert wurde. Mit so berühmten Trägern wie Prince William und – Winston Churchill [sic!].

Blenheim Bouquet wartet mit Zitrusölen, Gewürzen und Hölzern auf, ohne schwer oder altbacken zu sein. Und das, obwohl der Duft 1902 (!) kreiert wurde! Die über 100 Jahre nimmt man ihm definitiv nicht ab. Kein Vergleich zu den weiblichen Kolleginnen der Zeit, die häufig mit einer ganz speziellen „Seifigkeit“ aufwarten und heute irgendwie aus der Zeit gefallen wirken. 

Blenheim Bouquet ist ein wunderbarer Unisex Duft, der sich mit drei Worten beschreiben lässt: Minimalismus, Klarheit und Eleganz.

Penhaligons Blenheim Bouquet vegan

The Organic Pharmacy Jasmine Night Conditioning Spray

Gerade im Sommer sind reichhaltige Cremes oft ein Zuviel an Pflege. Daher kommt nach meinem Peeling (BHA oder AHA) und dem Retinol nachts häufig nur ein Serum auf die Haut. Für den Extrakick an Feuchtigkeit feuchte ich die Haut davor gerne mit einem Toner an. 

Vor kurzem entdeckte ich das Jasmine Night Conditioning Spray von The Organic Pharmacy bei TK Maxx. Es gleicht aus und regeneriert die Haut über Nacht, für einen strahlenden Teint am nächsten Morgen. 

Primavera Aroma Roll-On Klarer Kopf

Eigentlich mein Retter in der Not bei leichten Kopfschmerzen kühlt das Roll-On „Klarer Kopf“ dank einer großen Portion Minze auch bei hohen Temperaturen. Auf die Pulspunkte aufgetragen fördert es im stickigen Büro die Konzentration, fokussiert und erleichtert das Denkvermögen. Dank der praktischen Größe passt der Roll-On in wirklich jede Tasche und ist schnell zur Hand. 

punkteklein

Als ich diesen Artikel begonnen habe hatten wir hier im Norden 28 Grad und Sonnenschein. Jetzt – bei den Abschlussworten – ist die Temperatur auf 17 Grad gefallen. Und es regnet in Strömen. Was für ein Wetter! Der ideale Zeitpunkt für vegane Summer Essentials, die uns ein Urlaubsfeeling zaubern. Egal wie es vor dem Fenster aussieht. 

Was sind eure Must Haves in diesem Sommer? Verratet sie mir gerne in den Kommentaren. 

vegan summer essentials

Vernetzt | Bei der ZEIT wird es ein bisschen vegan

bannerjuliWie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt widmet sich das Onlinemagazin der ZEIT seit Montag ausgiebig dem Veganismus. Im Rahmen der Themenwoche ging es bisher unter anderem um gesundheitliche Aspekte, die Erfolgsgeschichte des Veganz, vegane „Lobbyisten“ und persönliche Geschichten von Veganerinnen und Veganern. In seinem heutigen Artikel schreibt David Schmidt über die vegane Bloggerszene in Deutschland und hat unter anderem auch mir einige Fragen gestellt. Wie immer wird am Ende natürlich gekürzt, verschoben und verrückt. Aber im Großen und Ganzen ist das übrig geblieben, was ich ihm erzählt habe, bzw. ein Teil davon. Diesen findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen!