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veganes Zimt Zupfbrot

Rezept | Veganes Zimt-Zupfbrot

veganes Zimt-ZupfbrotMit Hefeteig ist das so eine Sache. Entweder man kann ihn oder man kann ihn nicht. Ich kenne Menschen, die sich akribisch ans Rezept halten und mit Thermometer und Waage bewaffnet doch nur ein klägliches Ergebnis fabrizieren. Und dann gibt es diese Magier, die einfach so, ohne jedwede Hilfsmittel, einen phänomenalen Hefeteig aus dem Ärmel schütteln. Eine meiner Kolleginnen gehört dazu. Ihre Zimtschnecken sind der Knaller! Ich selber habe mich nie an Hefeteig herangetraut.

Seit Monaten himmelte ich die wundervollen Pull Apart Breads oder Zupfbrote an, die vor einiger Zeit durch die Blogs geisterten. Die meisten jedoch nicht vegan. Das muss doch auch anders gehen. Aber der Hefeteig… Der große Unbekannte. 

Ich war nie die große Bäckerin. Das hat viele Gründe: Eine winzige Küche ohne Arbeitsfläche, eine zickige Waage, die gerne mal die Arbeit verweigert… Wenn die Lust auf Hefe und Zimt aber irgendwann groß genug ist, dann kommt der impulsive Charakter in mir durch. Manchmal bekomme ich „Grappen im Kopp“ und muss etwas sofort umsetzen. 

Schnell also den Küchenschrank inspiziert und ran an das Experiment. Die Küche sah danach aus wie ein Schlachtfeld. Meine Kastenform hatte ich auf der Arbeit vergessen, ich musste mir mittendrin also noch die meiner Mutter leihen. Zum Teig ausrollen musste ich meine Holzarbeitsplatte – die ich normalweise auf die Herdplatten lege –  auf den Fußboden verfrachten, da die Platten vom Schmelzen der Margarine noch heiß waren. Zwischendurch stelle ich fest, dass ich zu wenig Rohrohzucker im Haus hatte. Also füllte ich mit Hagelzucker auf. Chaos Kitchen deluxe.

Ihr seht: Geht nicht, gibt’s nicht. Keine Ausrede der Welt reicht aus, wenn es um dieses unfassbar leckere Zimt-Zupfbrot geht. 

Zimt-Zupfbrot 

Zutaten:

Für den Hefeteig

  • 400 g Weizenmehl 550
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL gemahlene Vanille
  • 50 g vegane Margarine
  • 100 ml Pflanzendrink
  • 60 ml Wasser
  • No-Egg oder anderen Ei-Ersatz für 2 Eier

Für die Füllung

  • 150 g Zucker (In meinem Fall 100 g Hagelzucker, 50 g Rohrohrzucker)
  • 2 TL Ceylon-Zimt
  • 1/2 TL frisch geriebenen Muskat
  • 50 g vegane Margarine

How To – Der Teig

300 g Mehl, den Zucker, die Hefe und das Salz in einer großen Schüssel vermischen. Das No-Egg in einer kleinen Schüssel schaumig anrühren. Beide beiseite stellen.

Nun die Margarine im Pflanzendrink in einem kleinen Topf schmelzen lassen, das kalte Wasser und die Vanille dazugeben und alles auf etwa 50 Grad abkühlen lassen. Dies ist wichtig, da zu heiße Temperaturen die Hefe killen können und der Teig nichts wird. Aus Ermangelung eines Thermometers habe ich das Ganze Pi mal Daumen gemacht. Hat geklappt.

Nun die flüssigen in die trocknen Zutaten geben und verkneten. Nach und nach den Ei-Ersatz dazugeben und unterrühren. Im Anschluss 2/3 des restlichen Mehls zum Teig geben und noch einige Minuten weiterkneten. Ich habe hierfür die Knethaken des Handrührgerätes verwendet. Eine fancy Küchenmaschine tut es natürlich auch. Der Teig soll noch leicht klebrig sein, sich aber beim Kneten schon zu einer Kugel formen.

Den Teig mit einem Handtuch abgedeckt für 60 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen. Meiner schlummerte mit einer Wärmflasche im Bett.

How To – Die Füllung

In der Zwischenzeit den Zucker für die Füllung mit dem Zimt und dem Muskat vermischen und beiseite stellen. Die Margarine im Topf schmelzen. Eine Kastenform fetten und mehlen. Ich verwendete eine 25er-Form. Wie man auf dem Bild sieht, ist der Teig im Ofen noch mal ordentlich aufgegangen. Nächstes Mal werde ich eine größere Form nehmen. Der Optik halber.

How To – Das Zimt-Zupfbrot

Nun das verbliebene Mehl in den aufgegangenen Teig kneten und diesen auf einer bemehlten Arbeitsfläche so rechteckig wie möglich ausrollen. Mit der geschmolzenen Margarine bestreichen und mit der Zucker-Gewürzmischung bestreuen. 

Den Teig längs in 6 Streifen schneiden und diese aufeinanderlegen. Den Stapel nun in 6 „Päckchen“ schneiden und diese in die Kastenform stapeln. Im Anschluss noch den Teig noch ein paar Minuten gehen lassen, damit er sich gut in die Kastenform schmiegt. 

Den Backofen (Ober- und Unterhitze) auf ca. 180 Grad vorheizen und das Zimt-Zupfbrot für 35-40 Minuten backen. Die Backzeit kann je nach Ofen variieren. 
veganes Zimt Zupfbrot Rezept

Am besten schmeckt das Zimt-Zupfbrot natürlich warm. Um nicht zu sagen PHÄNOMENAL. Durch die Falttechnik in der Form besteht das Brot aus Schichten, die sich relativ leicht und ohne Messer voneinander trennen lassen. Daher der Name. Es ist also perfekt für ein Buffet oder die Sonntagsnachmittagskuchentafel. In einer Frischhaltedose aufbewahrt, schmeckt es auch noch ein oder sogar zwei Tage später sehr lecker. Wer mag, kann es dann noch kurz warm machen. 

Rezept | Vegane Pancakes mit karamellisierten Äpfeln

Vegane Pancakes ein bisschen veganMoin,

dieses Rezept hat den Weg hierher vor allem aus einem Grund geschafft: Damit ich es nicht vergesse. Ich backe so selten, dass ich nächste Woche garantiert nicht mehr weiß, was ich alles in die Schüssel geschmissen habe. Denn diese veganen Pancakes entstanden völlig „aus der lamäng“, sprich ohne wirkliches Rezept.

Schon seit  zwei Tagen verspürte ich unbändige Lust auf Pancakes. Gestern konnte ich schließlich nicht mehr widerstehen. Und sie haben – ohne mich zu sehr selbst loben zu wollen – großartig geschmeckt! Da ich erst beim Backen merkte, dass ich doch kein Backtriebmittel mehr im Haus hatte, kommen die Pancakes somit sogar komplett ohne Backpulver oder dergleichen aus. Wenn euch also am Sonntagmorgen spontan die Lust auf Pancakes überkommt, findet ihr hier ein unkompliziertes, schnelles Rezept ohne viel Gedöns. Die Zutaten habe ich normalerweise immer im Haus.

Für 1 großen oder 2 kleine Hunger (Ergab bei mir 6 Stück):

1 Kaffeebecher Mehl
1 Kaffeebecher Mandelmilch
etwas Rohrohrzucker (Lasst es 2 EL gewesen sein)
1 Prise Salz
etwas Öl (In meinem Fall Sojaöl von Bio Planète, da es einfach da war.)
Zum Schluss habe ich noch 1 TL No-Egg hinzugegeben. Hätte es vielleicht gar nicht gebraucht, aber mich überkam Panik, ob der Teig dickflüssig genug werden würde.

1 Apfel (Ich nahm Braeburn, weil der schön süß-säuerlich ist)
etwas Rohrohrzucker zum Karamellisieren
Ahornsirup Grad A

Mehl, Milch, Zucker, Salz, Öl und gegebenenfalls No-Egg in eine Schüssel geben und mit dem Mixer gut verrühren, damit es keine Klumpen gibt. Den Teig eine Zeit lang ruhen lassen. In der Zwischenzeit den Apfel schneiden und die Pancakes backen. Wenden, wenn sich auf der Oberfläche kleine Bläschen bilden und eher mittlere Hitze wählen. Sonst sind sie eventuell aussen verbrannt und innen nicht durch. Im Anschluss in der Restwärme der Pfanne die Äpfel mit etwas Zucker karamellisieren lassen und zu den Pancakes geben. Ordentlich Ahornsirup drüber und genießen.

Guten Appetit!

 

P.S.: Wie immer kann man wahrscheinlich alles irgendwie ersetzen. Ob es dann aber noch genauso schmeckt, kann ich nicht garantieren 😉

Coolinarisches | Vegan Eton Mess

Ich liebe Baiser. Und Himbeeren. Beides zusammen – in Kombination mit ordentlich Sahne – schmeckt unglaublich lecker, sieht aber eher unspektakulär aus. Wohl ein Grund wieso die Schöpfer dieser kalorienreichen Leckerei sie im 19. Jahrhundert als Eton Mess, sprich „Durcheinander aus Eton“ bezeichneten. Traditionell beim jährlichen Cricket-Turnier der Universität serviert, entwickelte sich dieses Dessert bald zu einem britischen Liebling. Zu Recht wie ich finde.

Leider wird man als Veganer_in mit diesem Nachtisch auf eine wirklich harte Probe gestellt. Denn es gilt nicht nur die Sahne zu ersetzen, was das kleinere Übel sein dürfte. Nein, es braucht auch Baiser (oder Meringue) und die bestehen bekanntlich aus Eischnee. Dank dem Ei-Ersatz No Egg von Orgran ist aber auch das kein allzu großes Problem. Mit dieser Innovation lässt sich tatsächlich veganer Baiser herstellen. Und das ist gar nicht mal so schwer, braucht aber etwas Zeit. Es lohnt sich!

veganetonmess

Zutaten für Baiser für 2 Personen

  • 50 Gramm No-Egg
  • 175 ml Wasser
  • ca. 60 Gramm gesiebter Puderzucker
  • evtl. noch etwas Vanillezucker 

Wer es schokoladig mag, kann auch noch etwas Backkakao dazu geben.

No-Egg mit dem Wasser ca. 5 Minuten schaumig geschlagen, dann esslöffelweise mit dem  Puderzucker vermengen und die Masse noch einmal für weitere 5 Minuten aufschlagen. Nun mit einer Spritztüte oder einem Gefrierbeuteln, in den ein kleines Loch geschnitten wurde, kleine Tupfen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Die Baisers gehen beim Backen noch ganz leicht in die Höhe. Bei 130 Grad Ober- und Unterhitze für ca. 1 1/2 Stunden backen, abkühlen lassen und luftdicht verpacken.

Damit wäre der schwierigste Teil schon gemeistert.

Jetzt benötigt ihr nur noch einen Sahneersatz, den ihr – wenn nötig –  mit etwas Sahnesteif aufschlagt und nach Geschmack mit Puder- und Vanillezucker süßt (Beachtet hierbei, dass die Baisers schon eine gewisse Süße mitbringen!). Traditionell serviert man Eton Mess mit Him- oder Erdbeeren, allerdings sind eurer Fantasie da keine Grenzen gesetzt. Vermengt die Creme vorsichtig mit den Früchten und schichtet sie abwechselnd mit dem Baiser in eine Schale oder gleich in Dessertgläser.

Da die Briten kein „Guten Appetit“ kennen, bleibt mir nur euch ein „Enjoy you meal!“ zu wünschen;)