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Fair Fashion Shopping Guide

Fair Fashion Shopping Guide | Shops & Labels

Fair Fashion Shopping Guide

In den letzten Jahren hat sich – zum Glück – einiges in Sachen Fair Fashion getan und die Auswahl hat sich deutlich vergrößert. Vorbei die Zeiten, in denen sich achtsame Menschen in Sack und Asche (und gedämpfte Naturtöne) hüllen mussten. Und da ich immer wieder nach Quellen für fair produzierte Kleidung und Accessoires gefragt werde, habe ich in diesem Fair Fashion Shopping Guide ein paar für euch zusammengetragen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend erweitert, soll euch aber einen kleinen Einblick in die bunte und abwechslungsreiche Welt der Fair Fashion geben. Sie wird regelmäßig ergänzt, gerne auch mit euren Empfehlungen.

Vorweg ist wichtig zu erwähnen, dass Fair Fashion nicht immer vegan und vegan Mode nicht immer fair ist. Alle hier in der Liste befindlichen Brands und Shop produzieren und verkaufen fair produzierte Produkte. Wenn ein Label oder ein Shop – nach meinem Kenntnisstand – ausschließlich vegane Produkte verkauft, kennzeichne ich dies mit einem V dahinter. In den übrigen Fällen bitte ich euch, selbst ein Augenmerk auf die Rohstoffe und Material zu richten. (Was aber eigentlich nie eine schlechte Idee ist. Irren ist menschlich, ne?)

Selbstverständlich sind auch Etsy, Dawanda und Second-Hand (Online)Shops gute Optionen, um nachhaltig, vegan und oft auch fair einzukaufen. Hier soll es aber primär um Neuware und klassische Onlineshops gehen. 

In einem weiteren Artikel werde ich dann noch mal auf vegane Mode im Speziellen eingehen. Diesen werde ich dann auch hier verlinken. 

Fair Fashion Onlineshops mit verschiedenen Labels

Avocado Store

Comazo (Lingerie und Dessous)

Cyroline

Dear Goods 

Fairbleiben

Fairtragen

Glore

Greenality

Grüne Wiese

Grundstoff 

Loveco V

Maas Natur

Miwai

Möon

Mr. & Mrs. Green V

muso kuroni V

Populi

Studio Jux

Roots of Compassion (Das Urgestein der Tierrechtsszene!) V

Vantastic Moments (Lingerie und Dessous) V

Waschbär

Zündstoff

Fair Fashion Labels mit eigenem Onlineshop

Aikyou (BHs für kleine Größen und Prothesen-BHs) V

Alma & Lovis

Armed Angels

Bleed V 

Blutsgeschwister

Börd Shört V

Braintree

Denkefair (Wallets & Bags) V

Deuter 

Filippa K

Frieda Sand

Funktionschnitt

Goodsociety (Jeans) V

Green Shirts V

Grüne Erde

Hati Haiti (Casual + Yoga Wear) V

HempAge V

Hessnatur 

Hey Honey (Yoga Wear) V

Hoodlamb (Winterjacken) V

Jack Wolfskin 

Jan ’n June 

Jaya organic + fair yoga wear V

Kings of Indigo (Ganz viel Denim) V

Komodo

Kuyichi (Jeans) V

LangerChen (Mäntel, Jacken, Parka) V

Lanius 

Lena Schokolade V

L’Herbe Rouge

Lillika Eden V

Living Crafts (Unterwäsche, Nachtwäsche, Basics)

Lovjoi V

Mandala Fashion (Organic & Fair Yoga Wear) V

Motte Klamotte V

Mud Jeans (Jeans zum Kaufen und Leihen) V

MYMARINI – Ethical Swimwear V

Myrka Studios V

Nomads Clothing

Nudie Jeans Co.

OGNX Organic Apparel (Yoga Wear, designt und produziert in Europa) V

Onzie V

People Tree

Quagga (Outdoor- & Winterjacken) V

Rabbit Revolution V

Recolution V

Roka Fair Clothing 

ThokkThokk V

Tizz Undies & Loungewear V

Tranquillo

Snulicious 

Stanley & Stella V

Stella McCartney

Stoffbruch

Vaude

Wellicious (Yoga & Lounge Wear)

Wunderwerk

Faire und/oder vegane Taschen

Angela Roi V

Bootsmann Kiel

Bridge & Tunnel (Neben Taschen auch Sweater)

CosÌ CosÌ V

Denise Roobol V

Feuerwear V

Freitag (Neben Taschen auch Fashion Basics)

Gunas New York V

Henties (Taschen aus Kork und Piñatex) V

Matt & Nat V

Qwstion

von Holzhausen V

Faire und/oder vegane Accessoires 

2nd Liar (Uhren aus Holz) V

CosÌ CosÌ V

Folkdays

Fremdformat V

Kerbholz (Uhren und Sonnenbrille aus Holz)

SeeMe V

Viu Eyewear V

w.r.yuma (Sonnenbrillen aus Autoamaturen, Plastikflaschen und Bambus) V

Zimelien (Veganer Schmuck aus Hamburg ohne Konfliktmineralien) V

Faire und/oder vegane Schuhe

avesu (Onlineshop mit verschiedenen Marken) V

Bahatika V

Beyond Skin V

By Blanch V

DOGO Shoes V

Ethletic V

Nae Vegan Shoes V

Po-Zu V

Shoezuu V

Toms

Vegetarian Shoes V

Veja

Wills London V

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Ab sofort findet ihr den Fair Fashion Shopping Guide auch rechts in der Sidebar. Solltet ihr also demnächst wieder mal wieder auf der Suche nach fairer Mode sein, einfach auf das Bild in der Sidebar klicken und ihr landet hier. 

Fair Fashion Shopping Guide Brand Shops

Fast Fashion vs Slow Fashion

Kolumne | Die Fast Fashion Falle

Fast Fashion vs Slow Fashion
Gesucht: Der perfekte Trench. Blau, fair und vegan.

Ich bin auf der Suche nach einem Trenchcoat. Seit Jahren und immer mal wieder. Weil er meinen minimalisierten Kleiderschrank super ergänzen und für lange Zeit dort einziehen würde. Er sollte dunkelblau sein und die Größe L/40 haben. Soweit, so einfach. Kompliziert wird es in dem Moment, in dem er dazu auch noch fair produziert und vegan sei soll.

Auf die Schnelle ging ich also die einschlägigen Fair Fashion Quellen durch und wurde ernüchtert. Was ich online fand war entweder nicht in meiner Größe zu bekommen, zu kurz oder schlichtweg – subjektiv gesehen – zu teuer. Bei einem Stadtbummel gestern verschlug es mich dann tatsächlich in diverse Fast Fashion Shops. „Ich werde die Jacke ja mindestens 5 Jahren tragen und in Ehren halten. Da geht das schon mal klar.“ Dachte ich mir. Trenchcoats sind zum Glück gerade in. Was die Sache erstmal einfacher zu machen scheint. Aber auch der Grund allen Übels ist.

Denn was ich dort vorfand, rief meine innere Vernunftsministerin auf den Plan. Da sind zum einen die bescheiden Bedingungen für die Arbeiter*innen, die uns allen bewusst sind, die wir aber nur zu gerne schnell mal beiseite schieben. Aber da ist auch die immer schlechter werdende Qualität. Ich habe einige Menschen in meinem Bekanntenkreis, für die beispielsweise Esprit immer ein leuchtendes Beispiel für solide Qualität und „was Besseres“ war (und auch immer noch ist…) Was ich gestern sah war jedoch ein Graus: Super dünne Stoffe, schlecht verarbeitete Nähte, Materialen, die so anfällig für Fussel sind, dass die Jacke schon im Laden aussah, als würde daneben eine Katze wohnen. Und das alles zu Preisen, zu denen ich locker auch schon fair produzierte Teile bekommen hätte.

Fast Fashion at its best. Denn „Fast“ heißt in dem Falle nicht nur, dass die Kleidungsstücke schnell und ohne Rücksicht auf Langlebigkeit zusammengeschustert werden, sondern auch, dass sie in nullkommanichts wieder out of fashion sind. Was heute gekauft wird, ist in vier Wochen vielleicht schon wieder aus der Mode. Oder existiert nicht mehr, weil es die Waschmaschine nicht überlebt hat… Und was heute nicht gekauft wird, ist in zwei Wochen schon nicht mehr erhältlich. Also: Schnell, schnell! 

Slow Fashion vs Fast Fashion


Fast Fashion vs Slow Fashion

Im Gegensatz dazu steht der ursprüngliche Gedanke von Mode, den auch heute noch viele Fair Fashion Label verfolgen: Vom Design über die Produktion bis hin zum Verkauf an die Endkunden ist alles in einer Hand. Denn dies gilt als Zeichen von hoher Qualität. Bei fairen Bedingen für alle Beteiligten und unter Berücksichtigung ökologischer Ressourcen verlangsamt das den Herstellungsprozess natürlich deutlich. Das macht Fashion zu „Slow Fashion“.

Auch die üblichen Verdächtigen in Sachen Fast Fashion verfahren nach dem „Alles in einer Hand“-Prinzip. Allerdings nicht aus einem Qualitätsgedanken heraus, sondern um Abläufe kurz und den Gewinn hoch zu halten. H&M, Zara und Co. bringen im Jahr gut 12-24(!) Kollektionen auf den Markt. Damit das funktioniert und die Margen stattlich bleiben, gilt es die Abläufe zu „optimieren“.

Am Design wird gespart, viel lieber lässt man sich von Designern „inspirieren“. Kleidungsstücke werden en masse vorproduziert, damit die Herstellungskosten so niedrig wie irgend möglich gehalten werden können. Überschuss wird „verworfen“, bei sehr guten Verkäufen bleibt keine Zeit zur Nachproduktion, schließlich steht die neue Kollektion schon in den Startlöchern. Mit ein Grund, wieso It-Pieces schnell auf Nimmerwiedersehen ausverkauft sind. Was das „Haben wollen“-Gefühl und den Druck auf den Käufer zusätzlich erhöht. 

Ich mache mich davon nicht frei. Auch ich bin hin und wieder der festen Überzeugung, dass ich DAS Teil unbedingt brauche. Da hilft nur eines: Einatmen, ausatmen und nochmal drüber nachdenken. Ich habe ein paar Regeln aufgestellt, nach denen ich entscheide, ob ich ein Kleidungsstück kaufe oder nicht. Und zum Glück ist da noch meine innere Vernunftsministerin, die mich in solchen Momenten daran erinnert. 

Fazit: Kathrin ist auch weiterhin erstmal ohne Trench. Dafür mit einem Bad Buy weniger. 

P.S.: Es ist endlich mal an der Zeit, meinen Artikel mit Tipps und Links zu veganer und fairer Mode zu überarbeiten. Ich werde mich in den nächsten Wochen mal dransetzen. Seit 2013 ist – zum Glück – einiges passiert. 

Fair Fashion Vegane Mode

Tchibo | Lieblingskleid mit ECO-LOGIC Bio-Baumwolle

Fair Fashion Vegane Mode Bio-Baumwolle

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Es kommt vor, dass ich gefragt werde, wo ich etwas, das ich gerade trage, her habe.

Ich bin niemand, die sich dann in geheimnisvolles Schweigen hüllt, sondern muss reflexartig Antwort geben. Lautet diese Zalando, Asos oder das örtliche Modehaus ist die Sache schnell gegessen. Da ich allerdings häufig faire, biologische und/oder explizit vegane Dinge an mir trage, fällt die Antwort manchmal etwas komplexer aus. Ich kann dann ich nicht umhin und verweise darauf, dass das jeweilige Produkt fair oder nachhaltig produziert wurde. Schließlich ist das ein Fakt, den man durchaus in die Welt posaunen kann. Die ersten Reaktionen sind dann meist sehr ähnlich. 

„Uuuh, das ist doch bestimmt total teuer!“ oder „Oh man, diese Ökotante wieder…“

 

Das Schlimmste aber – und das was mich tatsächlich auch persönlich am meisten tangiert – ist, wenn mir jemand mit „Puh, wenn ich DA auch noch drauf achten soll…“ kommt. Oder aber gleich abwinkt á la „Mir ist das egal.“ Schluck.

Zugegeben. Ich stehe auf Mode. Und ich möchte, dass ich sie mit einem guten Gefühl tragen kann. Dafür bin ich auch bereit ein wenig mehr auszugeben. Das passiert immer dann, wenn ich bei einem fancy Label bestelle. Oder Schuhe kaufe. Da gehen schnell mal 150 € und mehr über den digitalen Ladentisch. Und skeptische Blicke meines Umfeldes in meine Richtung. Nachhaltige Mode muss teuer sein. Oder?

Fair Fashion Vegan Tchibo Bio-Baumwolle

Umso mehr liebe ich es, wenn meine Antwort meinem Gegenüber erst ein ungläubiges Staunen und dann ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.  „Wie? Das ist von TCHIBO???“  Denn ein Argument lasse ich heute nicht mehr gelten: Das es ordentlich Geld kostet, einen Unterschied zu machen.

Wer mich kennt weiß, wie sehr ich Tchibo liebe. Ohne Mist. Ich behaupte, dass ich das perfekte Testimonial für diese Marke bin. Seit zig Jahren kaufe ich regelmäßig – und ich meine regelmäßig! – dort ein. Die Schnitte und Farben schmeicheln dem Körper und aktuelle Trends werden aufgegriffen und tragbar umgesetzt. I just love it! Umso schöner finde ich, dass sich da gerade einiges in Sachen Nachhaltigkeit tut. 

Tchibo will klotzen, nicht kleckern. 100% nachhaltiges Handeln ist das erklärte Ziel. Das ist mal eine Ansage! Klein denken kann ja jeder. Bis zum Ziel ist es noch ein Stück Weg, aber genau das ist es, was mir das Vorhaben von Tchibo so sympathisch macht. Sie machen sich eben auf den Weg. Und das auch dem Mainstream heraus.

Sicherlich bringt ein Kleidungsstück von einem 100% fairen, nachhaltigen und veganen Hersteller nochmal eine Extraportion Nachhaltigkeit mit. Aber die Otto-Normal-Verbraucherin kauft eben anderswo ein. Und ist oft einfach nicht so sehr in der Materie, wie ich es vielleicht bin. Wenn sie dann „mal eben“ ein Kleidungsstück mitnimmt, welches irgendwo auf der Welt irgendwas ein wenig besser macht, freue ich mich umso mehr.  Denn 2015 hat jeder 3. Deutsche bei Tchibo ein Textil aus Bio-Baumwolle gekauft. Das ist eine ganze Menge, oder? Schon mal ein Anfang, aber da geht noch was. 

Fair Fashion Vegan Fashion Tchibo

Vor zwei Wochen war ich auf dem Green Carpet Event von Tchibo in Hamburg und durfte in der Front Row – direkt gegenüber von Nena – sitzen. Hossa. Das kann man mal gemacht haben. 

Vorgestellt wurde die neue Kollektion mit ECO-LOGIC Baumwolle. Marie Nasemann und Kolleginnen führten Kleider über den Catwalk, die ich tatsächlich allesamt sofort eingepackt hätte. Besonders angetan hat es mir ein marineblaues Kleid in A-Linien-Form mit einem roségoldenen Reissverschluss. Schöner fester Stoff, der kaum knittert und dessen Baumwollanteil aus dem Appachi ECO-LOGIC Cotton Project von Mani Chinnaswamy stammt. (Der übrigens neben Nena sitzen durfte. Es sei ihm gegönnt.) Dazu ein schön voluminöses Tuch in Grau-Rosé und der Frühling kann kommen.

Das Appachi Projekt schult Farmer vor Ort im nachhaltigen Anbau von Bio-Baumwolle, ohne Pestizide und künstlichen Dünger. Darüber hinaus wird ihnen eine Abnahme ihrer Rohstoffe zu garantierten Preisen gesichert. Zudem kümmert sich das Projekt auch um den Schutz des Ökosystems, in dem die Bio-Baumwolle angebaut wird, denn es gehört zu den artenreichsten der Welt. Alles ziemlich sozialverträglich und umweltschonend also.

Was mich tatsächlich überrascht hat: Tchibo ist der drittgrößte Anbieter von Bio-Baumwolle WELTWELT. 76% der vom Unternehmen eingekauften Baumwolle stammte 2015 bereits aus nachhaltigen Quellen. Ist ist viel. Vor allem für ein Unternehmen, welches sich bio/fair/vegan bisher nicht mal groß auf die Fahne geschrieben hat. Obwohl es das Thema Nachhaltigkeit schon seit 15 Jahren auf dem Schirm hat. 

Wer also gerade auf der Suche nach ein paar nachhaltigeren Stücken für seinen Kleiderschrank ist und wie ich fair und konventionell miteinander verbindet, sollte sich die neue Kollektion mit ECO-LOGIC Bio-Baumwolle unbedingt mal anschauen.

Geheimtipp: Ich werde mich auf alle Fälle für den rosanen Mantel auf die Lauer legen. Vorab konnte ich ihn schon online bewundern und hatte ihn auf dem Event dann endlich in der Hand. Der wird anprobiert! <3

P.S.: *Dies ist eine bezahlte Kooperation mit Tchibo. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

P.S.S.: 1000 Dank an Katrin von Shades of Nature für die Bilder, die an einem verregneten und stürmischen Tag in Köln entstanden sind. Merkt man gar nicht, oder?  

Fair Fashion Biobaumwolle Tchibo Fair Fashion Vegane Mode Biobaumwolle

Fair Fashion Biobaumwolle Tchibo

Minimalismus im Kleiderschrank

Lesetipps | Minimalismus im Kleiderschrank

Minimalismus im Kleiderschrank

„It’s not about owning or doing as little as possible. It’s about owning and doing the right things, things that add value to your life.“ – Curated Closet

Vor einiger Zeit hat er mich endlich gepackt. Dieser Minimalismus. Ob es am Wunsch nach Erneuerung und Veränderung liegt, der uns alle regelmäßig um den Jahreswechsel herum packt? Auf alle Fälle wäre meine Mutter stolz auf mich. Mein Kleiderschrank sieht aus wie gemalt und der Inhalt ist auf das Wesentliche geschrumpft. Ich mag das Gefühl, nur noch Dinge zu besitzen, die mir wirklich wichtig sind, einen festen Platz haben und SINNvoll sind. 

Wie habe ich das denn hingekriegt?

Lang hat’s gedauert. Seit Monaten stehen diverse, einschlägige Ratgeber in meinem Bücherregal. Einige komplett gelesen, einige teilweise. Ich habe hier ein wenig geräumt, da ein wenig ausgemistet. Erste Veränderungen wurden sichtbar. Aber wirklich befriedigend war es nicht. Irgendwie kam es (oder ich) nicht in die Gänge. 

Bis mir neulich beim Blick in mein Bücherregal ein Gedanke durch den Kopf schoss. Ich habe diese gehypten Bücher hier stehen und bin noch keinen wirklichen Schritt weiter. Woran liegt es? Halten sie nicht, was sie versprechen? Liegt es an der Methode? Liegt es an mir? Wieso also nicht mal alle Bücher miteinander vergleichen und auf Herz und Nieren prüfen.

Halten die Gurus des Minimalismus was sie versprechen?

Ich nahm mir also meine drei Expertinnen und führte mir ihre Bücher erneut zu Gemüte. Inklusive Notizen machen, Sätze zweimal lesen und Ausprobieren. Ein bisschen so wie damals in der Schule. Dabei stellte ich eines fest: Der Grundgedanke ist immer der gleiche: „Macht es mich glücklich?“ Egal ob Anuschka Rees, Marie Kondo oder Pia Mester. Am Ende geht es darum, dass das, was wir besitzen uns nicht belastet, sondern sich sinnvoll anfühlt, einen festen Platz in unseren Leben einnimmt und uns glücklich macht. Klingt erstmal ziemlich spirituell, fasst den Kern des Ganzen aber ganz gut zusammen. Egal, ob es um Kleidung, Hausrat oder Bücher geht. 

Aus eigener Erfahrung kann ich nun sagen, dass es ein unglaublich schönes Gefühl ist zu wissen, dass und wo alles seinen Platz hat. Angefangen hat alles damit, dass ich irgendwann beschloss nur noch so etwas wie eine „Capsule Wardrobe“ zu haben. Die paar Teile, die mich und meinen Stil perfekt repräsentieren. Die sitzen, gut aussehen und im Idealfall auch noch fair produziert wurden. Ein sportliches Ziel für jemanden, die sich schon bei etwas so individuellem wie Parfum nicht auf eine Zahl unter 20  einigen kann… Und einen Kleiderschrank hat, der einer einzigen weichen, wabernden Masse gleicht. Aber mir gefällt dieser Gedanke MEINE Dinge gefunden zu haben. (Wie ich insgeheim immer noch auf den einen Signature Duft hoffe…) Ich möchte qualitativ gute Produkte besitzen, von denen ich lange etwas habe, die sich gut anfühlen und ja, mich glücklich machen. 

Minimalismus Curated Closet Marie Kondo Von 100 auf 0?

Aber wie stelle ich das an? Müllsack raus, Schrank auf und alles rein, was auf den ersten Blick nicht gefällt? Erstmal Shoppen gehen und das ideale Leben zusammenkaufen? Oder lieber mit Stift und Block bewaffnen und strategisch vorgehen? Heute das Schlafzimmer, morgen das Bad und nächste Woche die Küche? Ein bisschen was von allem.

Ich habe mir vier Queens of Minimalism mal genauer angesehen, Kernaussagen gesucht und Gemeinsamkeiten und Unterschiede gefunden. 

Minimalismus im Kleiderschrank von Pia Mester

Das dünnste und schnörkelloseste von allen Büchern und im Selbstverlag erschienen. Minimalismus im Kleiderschrank* beinhaltet neben einigen Fragebögen zum Ausloten des eigenen Stils auch Tipps zum Umgang mit den ungeliebten Altlasten und Ratschläge zum Suchen und Finden der richtigen Kleidungsstücke. Die eigentliche Ordnung im Kleiderschrank wird auf zwei Seiten abgehandelt.

Auffallend: Der Fokus liegt hier ganz klar auf dem Recyceln und Weiterverwenden der abgelegten Kleidungsstücke. Wegwerfen ist eigentlich keine Option. Das ist durchaus ein löblicher Ansatz und sollte immer als Erstes in Erwägung gezogen werden. Aber es kann auch hemmen. Mit ein Grund, wieso mich das Buch wahrscheinlich nicht so gekriegt hat wie die anderen drei. Für Ebay, Tauschparty, OxFam, Sozialkaufhaus und Co. muss man Zeit und Muse haben (und eine entsprechende Anlaufstelle vor Ort). Wer das – wie ich – nicht hat oder immer wieder vor sich herschiebt, wird keine wirklichen Erfolge sehen. Das frustriert und am Ende passiert gar nichts. 

Wer wie ich alle vier Bücher gelesen hat, wird merken, dass das Rad hier nicht neu erfunden wurde. „Minimalismus im Kleiderschrank“ ist im Grunde eine Zusammenfassung von „The Curated Closet“ von Anuschka Rees mit einer Prise „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Wer diese beiden Bücher besitzt, braucht das kleine Büchlein nicht. Ich habe es vor allen anderen gelesen und weiß nun, was mir fehlte: Praktische Tipps, um sofort loszulegen, Beispiele und psychologische Hintergründe. Für einen Einstieg in das Thema, der schnell und unkompliziert gelesen werden kann, ist das Büchlein jedoch gut geeignet. 

The Curated Closet von Anuschka Rees

Dieses Buch war der Grund, wieso ich mich dann schlussendlich doch auf den Weg gemacht habe. Hübsch bebildert macht es mehr her, als alle anderen Bücher zusammen. Denn ausser „The Curated Closet einhält keiner der Bücher Fotos. Bei so einem ästhetischen Thema eigentlich ungewöhnlich. Aber vielleicht auch förderlich, weil sich viel Kopfkino abspielt, man nicht durch modische Kniffe von aussen beeinflusst wird und sich tatsächlich mit dem eigenen Kleiderschrankinhalt auseinander setzt.

Anuschka Rees aber hat sich für Bilder entschieden. Diese sind jedoch so clean gehalten, dass sie allenfalls Thesen in Sachen Kombinationsmöglichkeiten, Materialien und Farben unterstreichen. Alles bleibt sehr gefällig fürs Auge und so ist es eine wahre Freude dieses Buch zu lesen. 

Minimalismus im Kleiderschrank Curated Closet

Minimalismus The Curated Closet Aufräumen

The Curated Closet ist mit Abstand der praktischste aller Ratgeber. Hier wird nicht lange gehadert, sondern gleich losgelegt. Anuschka Rees gibt klare Tipps, wie ein Curated Closet oder gar eine Capulse Wardrobe aufgebaut sein sollte. Es werden Zahlen genannt, das Augenmerk auf Schnitte, Farben und Materialien gelegt und sich nicht lange mit Umschichten aufgehalten. Im Gegensatz zu Pia Mester ist Rees nämlich schon etwas mutiger wenn es ums Wegwerfen geht. Vorher steht allerdings etwas Recherche an, damit der Kleiderschrank nicht einfach nur geleert wird und sich nachher sinnlose „Ausgleichskäufe“ anbahnen. Nein, hier gibt es knallharte Tipps und Aufträge und am Ende fühlt man sich dem perfekten, eigenen Stil tatsächlich ein ganzes Stück näher.

„The Curated Closet“ war es auch, das mich dazu brachte meinen Kleiderschrank mal ganz konkret anzugehen und dabei meine beiden Bücher von Marie Kondo zu entstauben und tatsächlich damit zu arbeiten. 

Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert von Marie Kondo

DIE Bibel in Sachen Aufräumen. Zugegebenermaßen war ich nach den ersten Kapiteln allerdings etwas skeptisch. Denn Marie Kondos Guide unterscheidet sich grundlegend von den anderen.

Ihre Herangehensweise an das Thema ist nahezu spirituell. Das muss man mögen. Auch, dass es in ihrem Buch nur noch vor Beispielen wimmelt. Gerade das hat mich zu Anfang gestört. Ein paar Beispiele sind natürlich gut und verdeutlichen Thesen und Gedankengänge. Aber ich will nicht dutzende Stories anderer Menschen lesen, denen es genauso geht wie mir. Ich weiß wo das Häschen lang hoppelt. Was ich brauche sind handfeste Tipps!

Gerade die sucht man bei Kondo – zumindest zu Anfang – vergeblich. Ihre berühmte Falttechnik, auf dem ihre gesamte Kleiderschrank-Philosophie aufbaut, wird nur in wenigen Worten beschrieben. Ein Bild, eine Zeichnung, irgendeine Visualisierung? Fehlanzeige. WTF?!

Minimalismus im Kleiderschrank

Kurz davor das Buch entnervt erneut ins Regal zu stellen, kam mir der Gedanke zu diesem Artikel und ich zwang mich selbst, mir dieses Buch von Anfang bis Ende aufmerksam zu Gemüte zu führen. Ähnlich einer unliebsamen Schullektüre. 

Und am Ende konnte ich doch einiges von der guten Marie Kondo lernen. Beispielsweise, dass es einen nicht direkt in die Hölle bringt, unliebsame Schrankleichen einfach wegzuwerfen, um sein Ziel zu erreichen. Nicht jedes Teil muss auf Teufel komm‘ raus eine neue Bestimmung finden. Diese Erkenntnis zu lesen ist durchaus beruhigend für das eigene Gewissen und führt deutlich schneller zu messbaren – und motivierenden – Erfolgen, als das wochenlange Überlegen und Planen, wie man mit den aussortierten Kleidungsstücken umgehen soll. 

Zudem hat Kondo einige nette Kniffe für den perfekten Schrankinhalt parat. Von dick nach dünn sortieren, von dunkel zu hell. Und auf keinen Fall eine „Maybe“-Kiste anlegen. Was alle anderen Kandidatinnen inbrünstig propagieren, lehnt Kondo strikt ab. Mit der Begründung, dass solche Kisten oder Tüten mit Stücken, bei denen man sich nicht sicher ist, meist einmal befüllt und danach für Monate – wenn nicht Jahre – ungeöffnet und unbesehen im Schrank enden. Hopp oder Top. Jetzt oder nie. Aus Erfahrung kann ich sagen: Sie hat recht.

Meine wichtigsten Learnings aus dem Erstlingswert von Marie Kondo:

  • Ungeliebte Kleidung nicht zu „Hauskleidung“ machen. Zeit zuhause ist auch Zeit unseres Lebens und verdient Kleidung, in der wir uns gut fühlen. Dicker Fallstrick für mich…
  • Kleidungsstücke knittern nicht durch Falze, sondern durch Druck von oben. Daher falten und aufstellen, statt zusammenzulegen und zu stapeln. Erst von mir belächelt, funktioniert das tatsächlich erstaunlich gut. 
  • Kleidung nicht in Jahreszeiten einteilen. Eher nach „wollartig“ & „baumwollartig“. Ich verfahre schon lange so und feiere im Winter den Zwiebellook. Dann gehen auch T-Shirts.

Laut Kondo klärt sich die Frage, ob ein Kleidungsstück bei einem bleiben will in wenigen Sekunden. Sie rät dazu, alles (wirklich alles!) in die Raummitte zu befördern und dann zu erspüren, ob das einzelne Stück einen glücklich macht. Und sich bitte nicht schon beim Ausmisten Gedanken zu machen, wo welches Teil hin soll und es womöglich schon dorthin befördert. Das führt nur zu Frustrationen, zähem Fortschritt und dem Verlust des Überblickes. 

Vor allem in ihrem zweiten Ratgeber wird das noch eine Rolle spielen.

Magic Cleaning – Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben von Marie Kondo

Denn hier geht es um all das, was über den Kleiderschrank hinaus geht. Seien wir mal ehrlich: So einen neckischen, überschaubaren Kleiderschrank mit unserem eigenen, in Baumwolle gegossenen Stil kriegen wir alle gerade noch so hin. Oder? Aber wie sieht es aus mit der Wohnzimmerkommode mit all dem schönen Dekoschnökes? Den Vorratsschränken in der Küche? Und dem Kosmetikschrank im Bad? Das erklärte Ziel ist es, dass auch dort nur Dinge stehen, die wir wirklich BRAUCHEN, uns mit SINN erfüllen und GLÜCKLICH machen. 

Uff. Das Glücksgefühl einer ordentlichen Küchenmaschine kann ich ja gerade noch nachvollziehen. Aber Gummistiefel? Tonpapierreste? Gewürzdosen???  

Auf alle Fälle nehmen ich aus ihrem zweiten Buch folgende Tipps mit:

  • Unbedingt in einem Rutsch ausmisten!!! Nicht jeden Tag ein bisschen.  
  • Nicht nach Zimmern, sondern nach Kategorien aussortieren. Ansonsten wird man nie fertig. Denn die meisten Dinge einer Kategorie befinden sich nicht in einem Raum, sondern sind in Wohnung oder Haus verteilt.
  • Ja, man darf Bücher wegwerfen. Sie haben ihren Sinn erfüllt, in dem Moment, in dem wir sie gelesen haben. Das klingt hart, vor allem für Bibliophile. Schließlich enthalten sie Kulturgut. Statistisch gesehen aber werden die wenigsten Bücher mehrmals gelesen. Ausnahme: Ratgeber. Die sind allerdings auch diejenigen, die am meisten NICHT gelesen werden. Bücher, die uns etwas beibringen sollen werden entweder nach dem Kauf oder nie gelesen. Dieses „Irgendwann“ kommt nie. 
  • Ja, auch Geschenke dürfen weggeworfen werden. Lieber so, als dass wir sie mit einem negativen Gefühl benutzen. Das hat der Schenkende nicht verdient. 
  • Jeder Mensch hat seine individuelle richtige Menge. Ist diese erreicht – und das spüren wir tatsächlich -ist der Prozess beendet. Danach gibt es auch so gut wie keinen Rückfall mehr. 
  • Ziel des Minimalismus ist es nicht, alles bestmöglich zu verstauen, sondern Platz zu gewinnen. Der dann mit Lieblingsstücken sinnvoll gefüllt wird. 

Kondos Minimalismus geht soweit, dass sie jeden Abend ihre Handtasche komplett leer räumt, sich bei den Dingen bedankt und sie an einen festen Platz zurücklegt. Ich muss da immer an meinen Vater denken, der als Soldat jeden Abend sein Barett auf die Anrichte im Flur legte. Dahinein kamen seine Hosengummis, Schlüssel und die Uniformkordel. So waren sie morgens wieder griffbereit. Dieses Ritual habe ich schon als Kind verinnerlicht und sehe es heute noch vor mir. 

Marie Kondos Credo lautet: Das Wegräumen muss einfach sein, nicht das Hervorholen. Hat alles seinen Platz, ist auch ein kleines Chaos schnell zu bewerkstelligen. Dies stellt keinen Rückfall da. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch ihre Gedankengänge zum Thema Putzen. Ich persönlich HASSE es. Die Autorin rät dazu, nicht gleichzeitig aufzuräumen und sauber zu machen. Denn am Chaos sind wir selber schuld, wohingegen Putzen ein Kampf gegen die Natur ist. Aufräumen ordnet die Seele, Putzen beruhigt und läutert. Aufgeräumt werden muss nur einmal im Leben. Dafür aber richtig. Dann fällt das Putzen danach ganz leicht. Sagt sie…

Puh. Das klingt ja irgendwie beruhigend. Und so, als ob auch ich das umsetzen könnte. Natürlich braucht es eigentlich keine Marie Kondo, damit ich weiß, dass es sich in einer aufgeräumten Bude netter lebt. Und ich brauche auch keine Anuschka Rees um zu wissen, dass mir gewisse Schnitte und Farben einfach nicht stehen. Aber sie alle zusammen haben etwas in mir bewirkt. Ich habe nach all den Jahren endlich mal Ordnung in mein Wohnen und in meinen Kleiderschrank gebracht. Und zwar nachhaltig.

Ich merke, dass ich mich meiner individuellen Menge zumindest annähere. Denn es gibt für mich gerade tatsächlich wenig befriedigenderes, als Dinge mit einem Griff zu finden und ebenso schnell wieder wegzusortieren. Es ist noch nicht perfekt. Das merke ich daran, dass es in meiner kleinen Wohnung immer noch Dinge gibt, die hier rum fliegen. Ich weiß aber jetzt, dass es daran liegt, dass sie noch keinen festen Platz gefunden haben. Und ich sehen muss, ob sie den finden werden – oder gehen müssen. Zum Glück bin ich da mittlerweile rigoros. Marie Kondo sagt, dass Menschen, die sich nicht von Dingen trennen können entweder in der Vergangenheit leben oder Angst vor der Zukunft haben. Ich scheine im Hier und Jetzt angekommen zu sein. 

Der Rest. Tja, Mama. Der Rest ist dieser Kampf mit der Natur. 

P.S.: Ich habe alle Bücher selbst gekauft. Es handelt sich bei den Links um Affiliate Links. Solltet ihr die Bücher über diesen Link kaufen, sind sie für euch nicht teurer als ohne, allerdings unterstützt ihr mich beim Kauf mit ein paar Cent. Ich bedanke mich recht herzlich, solltet ihr dies tun. Ansonsten fühlt euch natürlich frei, die Bücher über andere Quellen zu beziehen.
Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Kork Lerke Henties

Henties | Taschen und Rucksäcke aus Kork

Kork Lerke Henties

Als ich vor ein paar Wochen auf der Designmesse Blickfang in Hamburg war, hatte ich mir vorweg nicht allzu viel davon versprochen. Ob da wirklich was veganes – und womöglich auch noch faires –  dabei sein würde? Umso überraschter war ich, gleich zwei „alte Bekannte“ dort zu finden. Neben Revivo Candela, die ich euch bereits hier vorgestellt habe, fand ich auch die tollen Taschen aus Kork von Henties dort, die mir ebenfalls bereits durch Instagram ein Begriff waren.

Ich war überrascht, WIE weich der Korkstoff sich tatsächlich anfühlt. Soft, anschmiegsam und weit weg von der guten alten Korkpinnwand. Henties aus Lüneburg verbindet den Rohstoff Kork mit gewachster Baumwolle, Kunstleder, maritimer Kordel aus Segeltau und minimalistischem Design zu veganen und fair produzierten Taschen und Rucksäcken. Leider traf ich Rike auf der Blickfang nicht persönlich an. Aber wie das Leben so spielt, kamen wir nur kurze Zeit später durch gewundene Pfade und durch Dritte doch zusammen. 

Um den Korkstoff – den Henties unter anderem in Portugal bei einem Familienunternehmen bezieht, welches bereits im 19. Jhd. produzierte – so weich zu bekommen, wird der Kork erst einmal ein halbes Jahr getrocknet. Danach wird er gedämpft, gekocht und mit einem natürlichen Kleber fest verklebt. Im Anschluss werden die Platten hauchdünn geschnitten und patchworkartig zusammengesetzt. 

Für den nachhaltigen Rohstoff Kork werden die Korkeichen nach 25 Jahren erstmal schält. Währenddessen verhindern die ausgedehnten Wälder Bodenerosion in den mediterranen Gegenden und sorgen für eine gute Klimabilanz, denn sie filtern jährlich fast 15 Millionen Tonnen CO2 aus der Luft. 

Herties Lerke Rucksack

Nun hat eines dieser Schätzchen aus Kork also seinen Weg zu mir gefunden. Lerke begleitet mich seitdem und ist dabei ein echter Multitasker. Sie kann als Rucksack oder als Tasche getragen werden und glänzt hier vor allem als entspannte Begleitung für jeden Tag. Zu voll gepackt zu werden mag sie nicht, aber dafür habe ich ja meinen Feuerwear Rucksack Eric. Lerke hingegen ist von Haus aus federleicht und fasst locker die Sieben Sachen, die man (höchstwahrscheinlich eher „frau“) jeden Tag mit sich herumträgt. Kalender, Geldbeutel, Handy, Ladegerät, Make Up-Täschen oder auch ein Buch passen locker hinein. Der Taschenrucksack besteht aus Korkstoff und gewachster senfgelber Baumwolle. Im inneren weißen Steppfutter finden sich eine Reißverschluss- und eine Handtasche.

Die Pflege ist denkbar einfach. Leichte Flecken lassen sich mit einem feuchten Tuch entfernen, bei härteren Verschmutzungen reicht Kernseife oder Spülmittel. Eine leichte Patina gehört dazu und gibt dem Korkstoff nach einer Weile einen ganz besonderen Charme.

Gewinnspiel 

Aufgepasst, wer nun auch auf den Geschmack gekommen ist und mal Hand an den wunderbaren Kork legen möchte. Rieke und ich möchten eine*n von euch mit der feschen Paula beschenken. Ob Kosmetik oder Tüddelkram: Da passt alles rein, was man sonst in großen Taschen nie wiederfindet. Wer das Täschen in frischem Mint gewinnen möchte, verrät mir bis Sonntag, 20.11. um 20:00 Uhr, in den Kommentaren was in der Paula Platz finden soll. Denkt bitte daran, eine gültige E-Mail-Adresse anzugeben, unter der ich euch im Falle eines Gewinns erreichen kann. Kommentare ohne E-Mail-Adresse werden nicht gewertet. 

paula-mint

Rechtliches:

Das Gewinnspiel ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland (oder einer deutschen Postanschrift), die das 18. Lebensjahr vollendet oder das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten haben. Jede*r Teilnehmer*in kann nur einmal und im eigenen Namen teilnehmen. Eine Barauszahlung oder ein Umtausch des Gewinns ist nicht möglich. Unter allen korrekten Einsendungen ein*e Gewinner*in ausgelost, die per Mail benachrichtigt wird. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Adresse der/des Gewinner*in wird zwecks Gewinnversendung an Henties weitergeleitet. Es besteht kein Anspruch auf Geltendmachung gegenüber der Ausrichterin der Verlosung.

*Lerke und Paula wurden mir kostenlos von Rike Henties zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Lerke Henties Kork

Freitag

Vegan Weekend Treat | Wallet Caroline von Freitag

FreitagIm Feng-Shui steht Rot für Reichtum und Fülle. So soll man sein Geld in einem Portemonnaie dieser Farbe aufbewahren, um es zu ehren und zu vermehren. Ha, das klingt easy und schaden kann’s ja nicht. Also hoffe ich auf die Weisheit der alten Chinesen und halte mich seit geraumer Zeit an diese Regel. Und um auf Nummer sicher zu gehen und ein paar Punkte auf der Karma-Skala zu kassieren, verbinde ich das Ganze mit einer Portion Upcycling.

Meine monetäre Reisebegleitung ist seit einigen Wochen Caroline von Freitag. Sie besteht aus alten LKW-Planen, bietet viel Platz für Münzen, Scheine und Karte und ist vor allem eines: Rot. 
Erst haderte ich ein wenig mit der Geldbörse, denn eigentlich bevorzuge sich solche mit Reißverschluss. An die drei Druckknöpfe habe ich mich jedoch schnell gewöhnt und die drei Sekunden, die ich an der Kasse länger zum Schließen des Portemonnaies brauche, sehe ich als kleinen Beitrag in Sachen Entschleunigung. 

Freitag Freitag

Dafür habe ich nun Platz für mindestens 6 Karten, einem passablen Stapel Visitenkarten, meinen alten – und somit noch sehr großen – Personalausweis, den Organspendeausweis und zig Kassenzettel. Und komme dennoch gut an Scheine und Münzen ran. Vor allem das üppige Münzfach erleichtert die Suche nach bestimmten Geldstücken und das Greifen danach enorm. 

Dank der leuchtenden Farbe verschwindet Caroline auch nicht auf Nimmerwiedersehen in der Handtasche. In Natura ist der Farbton etwas dunkler, die Kamera wird der Farbe nicht ganz gerecht. Das Schöne: Jedes Stück von Freitag ist ein Unikat. Ich habe meine Geldbörse im Freitag Store in Hamburg gekauft, jedoch besteht auch die Möglichkeit, sein persönliches Exemplar online zu bestellen. Freitag gibt ganze 3 Jahre Garantie auf seine Produkte und der Erfahrung vieler Bekannter nach zu urteilen, begleiten Accessoires und Taschen der Schweizer Marke einen meist deutlich länger. Eine Investition für länger also.

P.S.: Ich habe die Geldbörse von Freitag selbst gekauft. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine ehrliche Empfehlung. Wie immer gilt: Was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

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