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Fair Fashion Vegane Mode

Tchibo | Lieblingskleid mit ECO-LOGIC Bio-Baumwolle

Fair Fashion Vegane Mode Bio-Baumwolle

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Es kommt vor, dass ich gefragt werde, wo ich etwas, das ich gerade trage, her habe.

Ich bin niemand, die sich dann in geheimnisvolles Schweigen hüllt, sondern muss reflexartig Antwort geben. Lautet diese Zalando, Asos oder das örtliche Modehaus ist die Sache schnell gegessen. Da ich allerdings häufig faire, biologische und/oder explizit vegane Dinge an mir trage, fällt die Antwort manchmal etwas komplexer aus. Ich kann dann ich nicht umhin und verweise darauf, dass das jeweilige Produkt fair oder nachhaltig produziert wurde. Schließlich ist das ein Fakt, den man durchaus in die Welt posaunen kann. Die ersten Reaktionen sind dann meist sehr ähnlich. 

„Uuuh, das ist doch bestimmt total teuer!“ oder „Oh man, diese Ökotante wieder…“

 

Das Schlimmste aber – und das was mich tatsächlich auch persönlich am meisten tangiert – ist, wenn mir jemand mit „Puh, wenn ich DA auch noch drauf achten soll…“ kommt. Oder aber gleich abwinkt á la „Mir ist das egal.“ Schluck.

Zugegeben. Ich stehe auf Mode. Und ich möchte, dass ich sie mit einem guten Gefühl tragen kann. Dafür bin ich auch bereit ein wenig mehr auszugeben. Das passiert immer dann, wenn ich bei einem fancy Label bestelle. Oder Schuhe kaufe. Da gehen schnell mal 150 € und mehr über den digitalen Ladentisch. Und skeptische Blicke meines Umfeldes in meine Richtung. Nachhaltige Mode muss teuer sein. Oder?

Fair Fashion Vegan Tchibo Bio-Baumwolle

Umso mehr liebe ich es, wenn meine Antwort meinem Gegenüber erst ein ungläubiges Staunen und dann ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.  „Wie? Das ist von TCHIBO???“  Denn ein Argument lasse ich heute nicht mehr gelten: Das es ordentlich Geld kostet, einen Unterschied zu machen.

Wer mich kennt weiß, wie sehr ich Tchibo liebe. Ohne Mist. Ich behaupte, dass ich das perfekte Testimonial für diese Marke bin. Seit zig Jahren kaufe ich regelmäßig – und ich meine regelmäßig! – dort ein. Die Schnitte und Farben schmeicheln dem Körper und aktuelle Trends werden aufgegriffen und tragbar umgesetzt. I just love it! Umso schöner finde ich, dass sich da gerade einiges in Sachen Nachhaltigkeit tut. 

Tchibo will klotzen, nicht kleckern. 100% nachhaltiges Handeln ist das erklärte Ziel. Das ist mal eine Ansage! Klein denken kann ja jeder. Bis zum Ziel ist es noch ein Stück Weg, aber genau das ist es, was mir das Vorhaben von Tchibo so sympathisch macht. Sie machen sich eben auf den Weg. Und das auch dem Mainstream heraus.

Sicherlich bringt ein Kleidungsstück von einem 100% fairen, nachhaltigen und veganen Hersteller nochmal eine Extraportion Nachhaltigkeit mit. Aber die Otto-Normal-Verbraucherin kauft eben anderswo ein. Und ist oft einfach nicht so sehr in der Materie, wie ich es vielleicht bin. Wenn sie dann „mal eben“ ein Kleidungsstück mitnimmt, welches irgendwo auf der Welt irgendwas ein wenig besser macht, freue ich mich umso mehr.  Denn 2015 hat jeder 3. Deutsche bei Tchibo ein Textil aus Bio-Baumwolle gekauft. Das ist eine ganze Menge, oder? Schon mal ein Anfang, aber da geht noch was. 

Fair Fashion Vegan Fashion Tchibo

Vor zwei Wochen war ich auf dem Green Carpet Event von Tchibo in Hamburg und durfte in der Front Row – direkt gegenüber von Nena – sitzen. Hossa. Das kann man mal gemacht haben. 

Vorgestellt wurde die neue Kollektion mit ECO-LOGIC Baumwolle. Marie Nasemann und Kolleginnen führten Kleider über den Catwalk, die ich tatsächlich allesamt sofort eingepackt hätte. Besonders angetan hat es mir ein marineblaues Kleid in A-Linien-Form mit einem roségoldenen Reissverschluss. Schöner fester Stoff, der kaum knittert und dessen Baumwollanteil aus dem Appachi ECO-LOGIC Cotton Project von Mani Chinnaswamy stammt. (Der übrigens neben Nena sitzen durfte. Es sei ihm gegönnt.) Dazu ein schön voluminöses Tuch in Grau-Rosé und der Frühling kann kommen.

Das Appachi Projekt schult Farmer vor Ort im nachhaltigen Anbau von Bio-Baumwolle, ohne Pestizide und künstlichen Dünger. Darüber hinaus wird ihnen eine Abnahme ihrer Rohstoffe zu garantierten Preisen gesichert. Zudem kümmert sich das Projekt auch um den Schutz des Ökosystems, in dem die Bio-Baumwolle angebaut wird, denn es gehört zu den artenreichsten der Welt. Alles ziemlich sozialverträglich und umweltschonend also.

Was mich tatsächlich überrascht hat: Tchibo ist der drittgrößte Anbieter von Bio-Baumwolle WELTWELT. 76% der vom Unternehmen eingekauften Baumwolle stammte 2015 bereits aus nachhaltigen Quellen. Ist ist viel. Vor allem für ein Unternehmen, welches sich bio/fair/vegan bisher nicht mal groß auf die Fahne geschrieben hat. Obwohl es das Thema Nachhaltigkeit schon seit 15 Jahren auf dem Schirm hat. 

Wer also gerade auf der Suche nach ein paar nachhaltigeren Stücken für seinen Kleiderschrank ist und wie ich fair und konventionell miteinander verbindet, sollte sich die neue Kollektion mit ECO-LOGIC Bio-Baumwolle unbedingt mal anschauen.

Geheimtipp: Ich werde mich auf alle Fälle für den rosanen Mantel auf die Lauer legen. Vorab konnte ich ihn schon online bewundern und hatte ihn auf dem Event dann endlich in der Hand. Der wird anprobiert! <3

P.S.: *Dies ist eine bezahlte Kooperation mit Tchibo. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

P.S.S.: 1000 Dank an Katrin von Shades of Nature für die Bilder, die an einem verregneten und stürmischen Tag in Köln entstanden sind. Merkt man gar nicht, oder?  

Fair Fashion Biobaumwolle Tchibo Fair Fashion Vegane Mode Biobaumwolle

Fair Fashion Biobaumwolle Tchibo

Minimalismus im Kleiderschrank

Lesetipps | Minimalismus im Kleiderschrank

Minimalismus im Kleiderschrank

„It’s not about owning or doing as little as possible. It’s about owning and doing the right things, things that add value to your life.“ – Curated Closet

Vor einiger Zeit hat er mich endlich gepackt. Dieser Minimalismus. Ob es am Wunsch nach Erneuerung und Veränderung liegt, der uns alle regelmäßig um den Jahreswechsel herum packt? Auf alle Fälle wäre meine Mutter stolz auf mich. Mein Kleiderschrank sieht aus wie gemalt und der Inhalt ist auf das Wesentliche geschrumpft. Ich mag das Gefühl, nur noch Dinge zu besitzen, die mir wirklich wichtig sind, einen festen Platz haben und SINNvoll sind. 

Wie habe ich das denn hingekriegt?

Lang hat’s gedauert. Seit Monaten stehen diverse, einschlägige Ratgeber in meinem Bücherregal. Einige komplett gelesen, einige teilweise. Ich habe hier ein wenig geräumt, da ein wenig ausgemistet. Erste Veränderungen wurden sichtbar. Aber wirklich befriedigend war es nicht. Irgendwie kam es (oder ich) nicht in die Gänge. 

Bis mir neulich beim Blick in mein Bücherregal ein Gedanke durch den Kopf schoss. Ich habe diese gehypten Bücher hier stehen und bin noch keinen wirklichen Schritt weiter. Woran liegt es? Halten sie nicht, was sie versprechen? Liegt es an der Methode? Liegt es an mir? Wieso also nicht mal alle Bücher miteinander vergleichen und auf Herz und Nieren prüfen.

Halten die Gurus des Minimalismus was sie versprechen?

Ich nahm mir also meine drei Expertinnen und führte mir ihre Bücher erneut zu Gemüte. Inklusive Notizen machen, Sätze zweimal lesen und Ausprobieren. Ein bisschen so wie damals in der Schule. Dabei stellte ich eines fest: Der Grundgedanke ist immer der gleiche: „Macht es mich glücklich?“ Egal ob Anuschka Rees, Marie Kondo oder Pia Mester. Am Ende geht es darum, dass das, was wir besitzen uns nicht belastet, sondern sich sinnvoll anfühlt, einen festen Platz in unseren Leben einnimmt und uns glücklich macht. Klingt erstmal ziemlich spirituell, fasst den Kern des Ganzen aber ganz gut zusammen. Egal, ob es um Kleidung, Hausrat oder Bücher geht. 

Aus eigener Erfahrung kann ich nun sagen, dass es ein unglaublich schönes Gefühl ist zu wissen, dass und wo alles seinen Platz hat. Angefangen hat alles damit, dass ich irgendwann beschloss nur noch so etwas wie eine „Capsule Wardrobe“ zu haben. Die paar Teile, die mich und meinen Stil perfekt repräsentieren. Die sitzen, gut aussehen und im Idealfall auch noch fair produziert wurden. Ein sportliches Ziel für jemanden, die sich schon bei etwas so individuellem wie Parfum nicht auf eine Zahl unter 20  einigen kann… Und einen Kleiderschrank hat, der einer einzigen weichen, wabernden Masse gleicht. Aber mir gefällt dieser Gedanke MEINE Dinge gefunden zu haben. (Wie ich insgeheim immer noch auf den einen Signature Duft hoffe…) Ich möchte qualitativ gute Produkte besitzen, von denen ich lange etwas habe, die sich gut anfühlen und ja, mich glücklich machen. 

Minimalismus Curated Closet Marie Kondo Von 100 auf 0?

Aber wie stelle ich das an? Müllsack raus, Schrank auf und alles rein, was auf den ersten Blick nicht gefällt? Erstmal Shoppen gehen und das ideale Leben zusammenkaufen? Oder lieber mit Stift und Block bewaffnen und strategisch vorgehen? Heute das Schlafzimmer, morgen das Bad und nächste Woche die Küche? Ein bisschen was von allem.

Ich habe mir vier Queens of Minimalism mal genauer angesehen, Kernaussagen gesucht und Gemeinsamkeiten und Unterschiede gefunden. 

Minimalismus im Kleiderschrank von Pia Mester

Das dünnste und schnörkelloseste von allen Büchern und im Selbstverlag erschienen. Minimalismus im Kleiderschrank* beinhaltet neben einigen Fragebögen zum Ausloten des eigenen Stils auch Tipps zum Umgang mit den ungeliebten Altlasten und Ratschläge zum Suchen und Finden der richtigen Kleidungsstücke. Die eigentliche Ordnung im Kleiderschrank wird auf zwei Seiten abgehandelt.

Auffallend: Der Fokus liegt hier ganz klar auf dem Recyceln und Weiterverwenden der abgelegten Kleidungsstücke. Wegwerfen ist eigentlich keine Option. Das ist durchaus ein löblicher Ansatz und sollte immer als Erstes in Erwägung gezogen werden. Aber es kann auch hemmen. Mit ein Grund, wieso mich das Buch wahrscheinlich nicht so gekriegt hat wie die anderen drei. Für Ebay, Tauschparty, OxFam, Sozialkaufhaus und Co. muss man Zeit und Muse haben (und eine entsprechende Anlaufstelle vor Ort). Wer das – wie ich – nicht hat oder immer wieder vor sich herschiebt, wird keine wirklichen Erfolge sehen. Das frustriert und am Ende passiert gar nichts. 

Wer wie ich alle vier Bücher gelesen hat, wird merken, dass das Rad hier nicht neu erfunden wurde. „Minimalismus im Kleiderschrank“ ist im Grunde eine Zusammenfassung von „The Curated Closet“ von Anuschka Rees mit einer Prise „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Wer diese beiden Bücher besitzt, braucht das kleine Büchlein nicht. Ich habe es vor allen anderen gelesen und weiß nun, was mir fehlte: Praktische Tipps, um sofort loszulegen, Beispiele und psychologische Hintergründe. Für einen Einstieg in das Thema, der schnell und unkompliziert gelesen werden kann, ist das Büchlein jedoch gut geeignet. 

The Curated Closet von Anuschka Rees

Dieses Buch war der Grund, wieso ich mich dann schlussendlich doch auf den Weg gemacht habe. Hübsch bebildert macht es mehr her, als alle anderen Bücher zusammen. Denn ausser „The Curated Closet einhält keiner der Bücher Fotos. Bei so einem ästhetischen Thema eigentlich ungewöhnlich. Aber vielleicht auch förderlich, weil sich viel Kopfkino abspielt, man nicht durch modische Kniffe von aussen beeinflusst wird und sich tatsächlich mit dem eigenen Kleiderschrankinhalt auseinander setzt.

Anuschka Rees aber hat sich für Bilder entschieden. Diese sind jedoch so clean gehalten, dass sie allenfalls Thesen in Sachen Kombinationsmöglichkeiten, Materialien und Farben unterstreichen. Alles bleibt sehr gefällig fürs Auge und so ist es eine wahre Freude dieses Buch zu lesen. 

Minimalismus im Kleiderschrank Curated Closet

Minimalismus The Curated Closet Aufräumen

The Curated Closet ist mit Abstand der praktischste aller Ratgeber. Hier wird nicht lange gehadert, sondern gleich losgelegt. Anuschka Rees gibt klare Tipps, wie ein Curated Closet oder gar eine Capulse Wardrobe aufgebaut sein sollte. Es werden Zahlen genannt, das Augenmerk auf Schnitte, Farben und Materialien gelegt und sich nicht lange mit Umschichten aufgehalten. Im Gegensatz zu Pia Mester ist Rees nämlich schon etwas mutiger wenn es ums Wegwerfen geht. Vorher steht allerdings etwas Recherche an, damit der Kleiderschrank nicht einfach nur geleert wird und sich nachher sinnlose „Ausgleichskäufe“ anbahnen. Nein, hier gibt es knallharte Tipps und Aufträge und am Ende fühlt man sich dem perfekten, eigenen Stil tatsächlich ein ganzes Stück näher.

„The Curated Closet“ war es auch, das mich dazu brachte meinen Kleiderschrank mal ganz konkret anzugehen und dabei meine beiden Bücher von Marie Kondo zu entstauben und tatsächlich damit zu arbeiten. 

Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert von Marie Kondo

DIE Bibel in Sachen Aufräumen. Zugegebenermaßen war ich nach den ersten Kapiteln allerdings etwas skeptisch. Denn Marie Kondos Guide unterscheidet sich grundlegend von den anderen.

Ihre Herangehensweise an das Thema ist nahezu spirituell. Das muss man mögen. Auch, dass es in ihrem Buch nur noch vor Beispielen wimmelt. Gerade das hat mich zu Anfang gestört. Ein paar Beispiele sind natürlich gut und verdeutlichen Thesen und Gedankengänge. Aber ich will nicht dutzende Stories anderer Menschen lesen, denen es genauso geht wie mir. Ich weiß wo das Häschen lang hoppelt. Was ich brauche sind handfeste Tipps!

Gerade die sucht man bei Kondo – zumindest zu Anfang – vergeblich. Ihre berühmte Falttechnik, auf dem ihre gesamte Kleiderschrank-Philosophie aufbaut, wird nur in wenigen Worten beschrieben. Ein Bild, eine Zeichnung, irgendeine Visualisierung? Fehlanzeige. WTF?!

Minimalismus im Kleiderschrank

Kurz davor das Buch entnervt erneut ins Regal zu stellen, kam mir der Gedanke zu diesem Artikel und ich zwang mich selbst, mir dieses Buch von Anfang bis Ende aufmerksam zu Gemüte zu führen. Ähnlich einer unliebsamen Schullektüre. 

Und am Ende konnte ich doch einiges von der guten Marie Kondo lernen. Beispielsweise, dass es einen nicht direkt in die Hölle bringt, unliebsame Schrankleichen einfach wegzuwerfen, um sein Ziel zu erreichen. Nicht jedes Teil muss auf Teufel komm‘ raus eine neue Bestimmung finden. Diese Erkenntnis zu lesen ist durchaus beruhigend für das eigene Gewissen und führt deutlich schneller zu messbaren – und motivierenden – Erfolgen, als das wochenlange Überlegen und Planen, wie man mit den aussortierten Kleidungsstücken umgehen soll. 

Zudem hat Kondo einige nette Kniffe für den perfekten Schrankinhalt parat. Von dick nach dünn sortieren, von dunkel zu hell. Und auf keinen Fall eine „Maybe“-Kiste anlegen. Was alle anderen Kandidatinnen inbrünstig propagieren, lehnt Kondo strikt ab. Mit der Begründung, dass solche Kisten oder Tüten mit Stücken, bei denen man sich nicht sicher ist, meist einmal befüllt und danach für Monate – wenn nicht Jahre – ungeöffnet und unbesehen im Schrank enden. Hopp oder Top. Jetzt oder nie. Aus Erfahrung kann ich sagen: Sie hat recht.

Meine wichtigsten Learnings aus dem Erstlingswert von Marie Kondo:

  • Ungeliebte Kleidung nicht zu „Hauskleidung“ machen. Zeit zuhause ist auch Zeit unseres Lebens und verdient Kleidung, in der wir uns gut fühlen. Dicker Fallstrick für mich…
  • Kleidungsstücke knittern nicht durch Falze, sondern durch Druck von oben. Daher falten und aufstellen, statt zusammenzulegen und zu stapeln. Erst von mir belächelt, funktioniert das tatsächlich erstaunlich gut. 
  • Kleidung nicht in Jahreszeiten einteilen. Eher nach „wollartig“ & „baumwollartig“. Ich verfahre schon lange so und feiere im Winter den Zwiebellook. Dann gehen auch T-Shirts.

Laut Kondo klärt sich die Frage, ob ein Kleidungsstück bei einem bleiben will in wenigen Sekunden. Sie rät dazu, alles (wirklich alles!) in die Raummitte zu befördern und dann zu erspüren, ob das einzelne Stück einen glücklich macht. Und sich bitte nicht schon beim Ausmisten Gedanken zu machen, wo welches Teil hin soll und es womöglich schon dorthin befördert. Das führt nur zu Frustrationen, zähem Fortschritt und dem Verlust des Überblickes. 

Vor allem in ihrem zweiten Ratgeber wird das noch eine Rolle spielen.

Magic Cleaning – Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben von Marie Kondo

Denn hier geht es um all das, was über den Kleiderschrank hinaus geht. Seien wir mal ehrlich: So einen neckischen, überschaubaren Kleiderschrank mit unserem eigenen, in Baumwolle gegossenen Stil kriegen wir alle gerade noch so hin. Oder? Aber wie sieht es aus mit der Wohnzimmerkommode mit all dem schönen Dekoschnökes? Den Vorratsschränken in der Küche? Und dem Kosmetikschrank im Bad? Das erklärte Ziel ist es, dass auch dort nur Dinge stehen, die wir wirklich BRAUCHEN, uns mit SINN erfüllen und GLÜCKLICH machen. 

Uff. Das Glücksgefühl einer ordentlichen Küchenmaschine kann ich ja gerade noch nachvollziehen. Aber Gummistiefel? Tonpapierreste? Gewürzdosen???  

Auf alle Fälle nehmen ich aus ihrem zweiten Buch folgende Tipps mit:

  • Unbedingt in einem Rutsch ausmisten!!! Nicht jeden Tag ein bisschen.  
  • Nicht nach Zimmern, sondern nach Kategorien aussortieren. Ansonsten wird man nie fertig. Denn die meisten Dinge einer Kategorie befinden sich nicht in einem Raum, sondern sind in Wohnung oder Haus verteilt.
  • Ja, man darf Bücher wegwerfen. Sie haben ihren Sinn erfüllt, in dem Moment, in dem wir sie gelesen haben. Das klingt hart, vor allem für Bibliophile. Schließlich enthalten sie Kulturgut. Statistisch gesehen aber werden die wenigsten Bücher mehrmals gelesen. Ausnahme: Ratgeber. Die sind allerdings auch diejenigen, die am meisten NICHT gelesen werden. Bücher, die uns etwas beibringen sollen werden entweder nach dem Kauf oder nie gelesen. Dieses „Irgendwann“ kommt nie. 
  • Ja, auch Geschenke dürfen weggeworfen werden. Lieber so, als dass wir sie mit einem negativen Gefühl benutzen. Das hat der Schenkende nicht verdient. 
  • Jeder Mensch hat seine individuelle richtige Menge. Ist diese erreicht – und das spüren wir tatsächlich -ist der Prozess beendet. Danach gibt es auch so gut wie keinen Rückfall mehr. 
  • Ziel des Minimalismus ist es nicht, alles bestmöglich zu verstauen, sondern Platz zu gewinnen. Der dann mit Lieblingsstücken sinnvoll gefüllt wird. 

Kondos Minimalismus geht soweit, dass sie jeden Abend ihre Handtasche komplett leer räumt, sich bei den Dingen bedankt und sie an einen festen Platz zurücklegt. Ich muss da immer an meinen Vater denken, der als Soldat jeden Abend sein Barett auf die Anrichte im Flur legte. Dahinein kamen seine Hosengummis, Schlüssel und die Uniformkordel. So waren sie morgens wieder griffbereit. Dieses Ritual habe ich schon als Kind verinnerlicht und sehe es heute noch vor mir. 

Marie Kondos Credo lautet: Das Wegräumen muss einfach sein, nicht das Hervorholen. Hat alles seinen Platz, ist auch ein kleines Chaos schnell zu bewerkstelligen. Dies stellt keinen Rückfall da. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch ihre Gedankengänge zum Thema Putzen. Ich persönlich HASSE es. Die Autorin rät dazu, nicht gleichzeitig aufzuräumen und sauber zu machen. Denn am Chaos sind wir selber schuld, wohingegen Putzen ein Kampf gegen die Natur ist. Aufräumen ordnet die Seele, Putzen beruhigt und läutert. Aufgeräumt werden muss nur einmal im Leben. Dafür aber richtig. Dann fällt das Putzen danach ganz leicht. Sagt sie…

Puh. Das klingt ja irgendwie beruhigend. Und so, als ob auch ich das umsetzen könnte. Natürlich braucht es eigentlich keine Marie Kondo, damit ich weiß, dass es sich in einer aufgeräumten Bude netter lebt. Und ich brauche auch keine Anuschka Rees um zu wissen, dass mir gewisse Schnitte und Farben einfach nicht stehen. Aber sie alle zusammen haben etwas in mir bewirkt. Ich habe nach all den Jahren endlich mal Ordnung in mein Wohnen und in meinen Kleiderschrank gebracht. Und zwar nachhaltig.

Ich merke, dass ich mich meiner individuellen Menge zumindest annähere. Denn es gibt für mich gerade tatsächlich wenig befriedigenderes, als Dinge mit einem Griff zu finden und ebenso schnell wieder wegzusortieren. Es ist noch nicht perfekt. Das merke ich daran, dass es in meiner kleinen Wohnung immer noch Dinge gibt, die hier rum fliegen. Ich weiß aber jetzt, dass es daran liegt, dass sie noch keinen festen Platz gefunden haben. Und ich sehen muss, ob sie den finden werden – oder gehen müssen. Zum Glück bin ich da mittlerweile rigoros. Marie Kondo sagt, dass Menschen, die sich nicht von Dingen trennen können entweder in der Vergangenheit leben oder Angst vor der Zukunft haben. Ich scheine im Hier und Jetzt angekommen zu sein. 

Der Rest. Tja, Mama. Der Rest ist dieser Kampf mit der Natur. 

P.S.: Ich habe alle Bücher selbst gekauft. Es handelt sich bei den Links um Affiliate Links. Solltet ihr die Bücher über diesen Link kaufen, sind sie für euch nicht teurer als ohne, allerdings unterstützt ihr mich beim Kauf mit ein paar Cent. Ich bedanke mich recht herzlich, solltet ihr dies tun. Ansonsten fühlt euch natürlich frei, die Bücher über andere Quellen zu beziehen.
Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Freitag

Vegan Weekend Treat | Wallet Caroline von Freitag

FreitagIm Feng-Shui steht Rot für Reichtum und Fülle. So soll man sein Geld in einem Portemonnaie dieser Farbe aufbewahren, um es zu ehren und zu vermehren. Ha, das klingt easy und schaden kann’s ja nicht. Also hoffe ich auf die Weisheit der alten Chinesen und halte mich seit geraumer Zeit an diese Regel. Und um auf Nummer sicher zu gehen und ein paar Punkte auf der Karma-Skala zu kassieren, verbinde ich das Ganze mit einer Portion Upcycling.

Meine monetäre Reisebegleitung ist seit einigen Wochen Caroline von Freitag. Sie besteht aus alten LKW-Planen, bietet viel Platz für Münzen, Scheine und Karte und ist vor allem eines: Rot. 
Erst haderte ich ein wenig mit der Geldbörse, denn eigentlich bevorzuge sich solche mit Reißverschluss. An die drei Druckknöpfe habe ich mich jedoch schnell gewöhnt und die drei Sekunden, die ich an der Kasse länger zum Schließen des Portemonnaies brauche, sehe ich als kleinen Beitrag in Sachen Entschleunigung. 

Freitag Freitag

Dafür habe ich nun Platz für mindestens 6 Karten, einem passablen Stapel Visitenkarten, meinen alten – und somit noch sehr großen – Personalausweis, den Organspendeausweis und zig Kassenzettel. Und komme dennoch gut an Scheine und Münzen ran. Vor allem das üppige Münzfach erleichtert die Suche nach bestimmten Geldstücken und das Greifen danach enorm. 

Dank der leuchtenden Farbe verschwindet Caroline auch nicht auf Nimmerwiedersehen in der Handtasche. In Natura ist der Farbton etwas dunkler, die Kamera wird der Farbe nicht ganz gerecht. Das Schöne: Jedes Stück von Freitag ist ein Unikat. Ich habe meine Geldbörse im Freitag Store in Hamburg gekauft, jedoch besteht auch die Möglichkeit, sein persönliches Exemplar online zu bestellen. Freitag gibt ganze 3 Jahre Garantie auf seine Produkte und der Erfahrung vieler Bekannter nach zu urteilen, begleiten Accessoires und Taschen der Schweizer Marke einen meist deutlich länger. Eine Investition für länger also.

P.S.: Ich habe die Geldbörse von Freitag selbst gekauft. Dies hat jedoch keinerlei Einfluss auf meine ehrliche Empfehlung. Wie immer gilt: Was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Freitag

Vegan Weekend Treat | Upcycling mit Feuerwear

Feuerwear Rucksack Eric

7.00 Uhr. Die Sonne scheint vorwitzig durch die Schlitze der Jalousien und die Vögel zwitschern bedrohlich heiter. Montagmorgen… „Viel zu früh!“ Kathrin dreht sich noch mal um. „Kaffee ans Bett wäre jetzt toll“. Aber Kathrin muss zur Arbeit und so quält sich aus dem Bett. Streckt sich erst ausgiebig, zieht dann gähnend die Jalousie zur Balkontür hoch.

Und steht Auge in Auge mit einem Feuerwehrmann! Keinen halben Meter voneinander entfernt. Der grinst. Kathrin dankt dem Himmel, dass sie sich am Abend zuvor dazu entschieden hat, zum Schlafen etwas überzuziehen…

Schockschwerenot! Kaffee hatte der Gute leider nicht dabei, aber wach war ich dennoch…

Seitdem hat die Feuerwehr einen besonderen Platz in meinem Herzen und so musste ich nicht lange überlegen, als mich Feuerwear anfunkte, um mir Eric vorzustellen. Auch der kann leider keinen Kaffee kochen. Aber ansonsten eine ganze Menge handlen. 

Eric besteht aus alten Feuerwehrschläuchen und ist somit wasserabweisend und nahezu unkaputtbar. Ideale Voraussetzungen für mich Radfahrerin. In seinem Inneren hat er neben einem großen Hauptfach noch ein Fach für einen 15“-Laptop sowie zwei kleinere Reissverschlussfächer. In einem davon versteckt sich zusätzlich noch ein Karabiner für den Haustürschlüssel. Cleverer Kniff bei so einem Platzwunder. Eric fast locker meinen Wocheneinkauf und ist dank seines verstellbaren Verschlusses je nach Füllmenge in der Größe variabel. So fast er von 17 bis 23 Litern alles, was man so gebrauchen könnte. 

Feuerwear Rucksack Eric

Ich habe den Rucksack von Feuerwear bei meinem letzten Städte-Trip in Belgien dabei und hätte mir keine bessere Reisebegleitung vorstellen können. Die Schnalle lässt sich mit einer Hand öffnen und im Rucksack war ohne Probleme Platz für eine große Wasserflasche, meine Jacke, Kamera, Souvenirs, Handy, Geldbeutel, etc. (und die Sachen vom Freund noch dazu…) Einzig wenn man das winzige Ticket ganz unten im vollen Rucksack sucht wird es etwas kniffelig. Aber dafür sind ja eigentlich die beiden vorderen Taschen da 😉

Die Produkte von Feuerwear werden nachhaltig in Europa produziert und sind Upcycling vom Feinsten. Es gibt sie in den Farben rot, weiß sowie schwarz und alle sind Unikate mit einer eigenen heldenhaften Biografie. Die weißen und roten Unikate bestehen aus Polyestergarn, manchmal finden sich sogar Aufdrucke wie DIN-Nummer oder Bruchstücke des Wortes „Feuerwehr“ auf ihnen. Echte Unikate also. Bei den schwarzen Taschen (wie meiner) werden die Schläuche von innen nach außen gekehrt, so dass die Gummierung zu Tage tritt.

Bei den Schläuchen von Feuerwear handelt es sich um Druckschläuche (im Gegensatz zu Saugschläuchen), die während ihres Einsatzes in der Feuerwehr enormen Kräften ausgesetzt sind. Daher werden sie regelmäßig kontrolliert. Sobald sie rissig oder spröde werden, werden die Schläuche aussortiert und landen mit Glück bei Feuerwear. Hier wird ihnen in Handarbeit neues Leben eingehaucht.

Kurzum: Ein Rucksack zum Pferde stehlen, Städte erkunden und Einkäufe schleppen. Das mit dem Kaffee kriegen wir auch noch hin…

P.S. Der Rucksack wurde mir kostenlos von Feuerwear zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und nur was mich überzeugt, landet auch auf dem Blog.

Feuerwear Rucksack Eric

Klönschnack #7 | Clean Eating Basics, Denise Roobol & Mandala Fashion

Klönschnack ein bisschen vegan Tipps

Heute geht es weiter mit einer neuen Runde Klönschnack. Diesmal mit einem tollen Kochbuch von Hannah Frey, einer kuscheligen Jacke von Mandala und meiner heißgeliebten Daily Bag von Denise Roobol. Let’s get started.

Clean Eating Basics von Hannah Frey

Clean Eating Basics Hannah Frey Rezension

Das Tolle an Hannah von Projekt Gesund Leben ist ja, dass sie das lebt, was sie lehrt. Und dabei dieses ganze „Clean Eating“ selbst nicht immer ganz so genau nimmt. So findet man auf ihren Instagram Account auch mal Softeis, Starbucks und Pizza. Den roten Faden bildet aber das immer das naturbelassene, leckere Essen mit möglichst wenig Zutaten. 

Hannah bietet einen tollen Einstieg für all diejenigen, die den Inhalt ihres Kühl- und Vorratsschrankes ein bisschen aufmöbeln wollen, ihren Alltag aber nicht von 0 auf 100 umkremplen können. Darüber hinaus ergänzt sie mit anderen tollen Dingen, die das Leben noch lebenswerter und gesünder machen. So findet sich zum Beispiel auch ein wenig Yoga im Heft, mit dessen Hilfe sich der Alltag noch gesünder, fitter und ausgeglichener gestalten lässt.

Clean Eating Basics – Hannah Frey, 16,99 €.

Clean Eating Basics Hannah Frey Rezension Clean Eating Basics Hannah Frey Rezensionpunkteklein
Daily Bag von Denise Roobol

Denise Roobol Daily Bag vegan Tasche

Lange habe ich im letzten Jahr mit den Taschen der Rotterdamer Designerin Denise Roobol geliebäugelt, um mir dann Ende des Jahres endlich eine zuzulegen. Und ich habe es nicht bereut. 

Seitdem ist die Daily Bag meine fast ausschließliche Alltagsbegleiterin. Sie lässt sich an zwei kurzen Henkeln in der Hand oder mit einem Schultergurt über eben jeder tragen. DIN A4 Mappen passen ebenso hinein wie mein nicht gerade kleines Denise Roobol Wallet, mein Kalender, meine Beauty Bag, meine Federtasche, Taschentücher, Haarbürste, Powerbank….

Nach vielen weichen und eher „knautschigen“ Taschen wollte ich endlich mal eine, die ihre Form behält und eine gewisse Eleganz ausstrahlt. Die Daily Bag in Dark Grey tut es! Sie macht sich hervorragend als Business Tasche, aber auch beim Stadtbummel. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet und sie zeigt bis jetzt – nach fast drei Monaten im Dauereinsatz – keinen Abrieb oder dergleichen. 

Als nächstes möchte ich mir gerne die Bucket Bag zulegen. Ja, ich weiß. Wieder knautschig. Sorry, ich kann nicht anders…

Daily Bag von Denise Roobol – 149,95 €

Denise Roobol Daily Bag vegan Tasche Denise Roobol Daily Bag vegan Tasche Denise Roobol Daily Bag vegan Taschepunkteklein
Oversized Cardigan von Mandala Fashion

Ich bin eine große Anhängerin des Zwiebellooks. Reine Winter- oder Sommerkleidung gibt es bei mir nur äußerst selten. Dafür liebe ich es „Hamburg über Lübeck“ zu ziehen und habe immer mehrere Cardigans, Hoodies und Blazer im Schrank, die ich munter durchwechsele. 

Allerdings immer in gedeckten Farben. Grau, Schwarz und Blau sind hier eindeutig in der Überzahl. Da musste endlich mal etwas frühlingshafteres her. Und so freue ich mich sehr über die kuschelige After Yoga Cardigan aus 100% Bio Baumwolle von Mandala Fashion. Mit ihrem groben Strick ist sie ein toller Kontrast zu den dünnen Stoffen, die ich gerne trage, hat mit ihren zarten Lyrexfäden in Gürtel und Saum den gewissen Bling Bling und bietet eine schöne und dennoch gedeckte Alternative zu den winterlichen, dunklen Farben. Mein aktueller Lieblingsbegleiter auf der Arbeit und zum Kuscheln auf dem Sofa. 

(Im Übrigen habe ich selten ein so schön verpacktes Paket erhalten. Wie gut sind bitte die Asana Post-Its!? <3 )

Oversized Jacket von Mandala – 139 €

Mandala Cardigan StrickjackeMandala Fashion PaketP.S.: Das Buch und die Jacke  wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Gegen Pelz No Fur ein bisschen vegan

Pelz | Ich dachte, das Thema hätten wir durch…

Gegen Pelz No Fur ein bisschen veganMoin,

ich dachte wirklich, dass Thema wäre durch. Das heute niemand mehr – außer den letzten ignoranten Idioten – Pelz tragen würde. Weil man das einfach nicht macht. Und ich nicht mehr drüber reden müsste. 

Tja, Pustekuchen. Wie naiv ich doch war. Erst der Part in Lina Mallons​ großartigem Artikel zum Thema „Selbst-Ausverkauf als Blogger“ und nun meine zahlreichen Timelines heute morgen. Pelz IST leider immer noch Thema. Karl Lagerfeld erzählt in schöner Regelmäßigkeit, dass er nicht auf Pelz in seiner Mode verzichten möchte. Blogger tragen ihn als neues „It-Accessoire“, weil es vermeintlich Trend ist und Minchen Puhvogel findet es einfach schick. Weil so luxuriös.

Ohne Pelz wären unsere Vorfahren erfroren!

Tja, meine Liebe. Das mag sein. Aber dann geh‘ bitte auch zurück in deine Höhle. Ohne Gore-Tex, Polyester und Zentralheizung. Und belästige uns nicht mit deinem pseudo-evolutionistischem Gedankengut. Komme mir jetzt nicht mit der Frage: „Was würdest du tun, wenn hier morgen eine Eiszeit ausbrechen würde?“ Darüber reden wir dann. Wenn du nicht schon vorher erfroren bist. Weil du es nicht übers Herz gebracht hast, der Katze das Fell über die Ohren zu ziehen.

Eigentlich wollte ich hier einen Text verfassen mit straffen Fakten, Zahlen, Daten, Quellen. Doch dann fragte ich mich: Wozu? Einem Lebewesen aus purem Egoismus – und manchmal bei lebendigem Leibe –  den Pelz vom Körper zu reißen ist scheiße. Und das weißt du. Punkt.

Es ist doch nur das kleine bisschen, da oben am Kragen.

Nein. Das war ein Kanichen, ein Fuchs oder eine Katze. Tiere, die in Einzelhaft dahinvegetieren und dann irgendwann einen Elektroschocker in den Hintern geschoben bekommen, um sie so zu töten, dass der Pelz keinen Schaden nimmt. So wird es gemacht. Fast immer. Und nicht nur ab und an. Es gibt keinen liebevoll gewonnen Pelz. Schmink‘ dir das ab.

Im Grunde sollte dir schon stinken, dass immer mehr Firmen (bspw. Peek & Cloppenburg West und Anson’s), die sich vor einiger Zeit – nach langem Kampf der Tierrechtsbewegung –  vom Pelz abbringen ließen, ihr Versprechen nun wieder brechen. Aus Profitgründen. Logisch. Und weil uns Designer und Influencer erzählen, Pelz wäre schön. Und ließe uns von romantischeren oder wilderen Zeiten träumen. Von Anna Karenina, Dr. Zhivago und dem lonesome Trapper in den Rocky Mountains. Die beiden ersten rodelten jedoch durch den russischen Permafrost-Winter und letzterer jagt sich auch sein Essen selbst. Fängst du dann nächste Woche damit an? Pack‘ dich richtig ein (wusste schon Oma), zieh‘ dir was über die Nieren und stell‘ dich nicht bei 5 Grad über Null im Designerfummel stundenlang zum Fotografieren in die Kälte. Wenn’s denn unbedingt sein muss, gibt es wunderbare Kunstpelze. Mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden. Was manchmal auch zum Problem werden kann.  Mach‘ dich schlau. Fuck Pelz.

Pelz macht hässlich. Und totes Tier um den Hals bringt dir sicher keine Karma-Punkte.