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Fair Fashion Shopping Guide

Fair Fashion Shopping Guide | Shops & Labels

Fair Fashion Shopping Guide

In den letzten Jahren hat sich – zum Glück – einiges in Sachen Fair Fashion getan und die Auswahl hat sich deutlich vergrößert. Vorbei die Zeiten, in denen sich achtsame Menschen in Sack und Asche (und gedämpfte Naturtöne) hüllen mussten. Und da ich immer wieder nach Quellen für fair produzierte Kleidung und Accessoires gefragt werde, habe ich in diesem Fair Fashion Shopping Guide ein paar für euch zusammengetragen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend erweitert, soll euch aber einen kleinen Einblick in die bunte und abwechslungsreiche Welt der Fair Fashion geben. Sie wird regelmäßig ergänzt, gerne auch mit euren Empfehlungen.

Vorweg ist wichtig zu erwähnen, dass Fair Fashion nicht immer vegan und vegan Mode nicht immer fair ist. Alle hier in der Liste befindlichen Brands und Shop produzieren und verkaufen fair produzierte Produkte. Wenn ein Label oder ein Shop – nach meinem Kenntnisstand – ausschließlich vegane Produkte verkauft, kennzeichne ich dies mit einem V dahinter. In den übrigen Fällen bitte ich euch, selbst ein Augenmerk auf die Rohstoffe und Material zu richten. (Was aber eigentlich nie eine schlechte Idee ist. Irren ist menschlich, ne?)

Selbstverständlich sind auch Etsy, Dawanda und Second-Hand (Online)Shops gute Optionen, um nachhaltig, vegan und oft auch fair einzukaufen. Hier soll es aber primär um Neuware und klassische Onlineshops gehen. 

In einem weiteren Artikel werde ich dann noch mal auf vegane Mode im Speziellen eingehen. Diesen werde ich dann auch hier verlinken. 

Fair Fashion Onlineshops mit verschiedenen Labels

Avocado Store

Comazo (Lingerie und Dessous)

Cyroline

Dear Goods 

Fairbleiben

Fairtragen

Glore

Greenality

Grüne Wiese

Grundstoff 

Loveco V

Maas Natur

Miwai

Möon

Mr. & Mrs. Green V

muso kuroni V

Populi

Studio Jux

Roots of Compassion (Das Urgestein der Tierrechtsszene!) V

Vantastic Moments (Lingerie und Dessous) V

Waschbär

Zündstoff

Fair Fashion Labels mit eigenem Onlineshop

Aikyou (BHs für kleine Größen und Prothesen-BHs) V

Alma & Lovis

Armed Angels

Bleed V 

Blutsgeschwister

Börd Shört V

Braintree

Denkefair (Wallets & Bags) V

Deuter 

Filippa K

Frieda Sand

Funktionschnitt

Goodsociety (Jeans) V

Green Shirts V

Grüne Erde

Hafendieb (Street Wear aus Hamburg)

Hati Haiti (Casual + Yoga Wear) V

HempAge V

Hessnatur 

Hey Honey (Yoga Wear) V

Hoodlamb (Winterjacken) V

Jack Wolfskin 

Jan ’n June 

Jaya organic + fair yoga wear V

Kings of Indigo (Ganz viel Denim) V

Komodo

Kuyichi (Jeans) V

LangerChen (Mäntel, Jacken, Parka) V

Lanius 

Lena Schokolade V

L’Herbe Rouge

Lillika Eden V

Living Crafts (Unterwäsche, Nachtwäsche, Basics)

Lovjoi V

Mandala Fashion (Organic & Fair Yoga Wear) V

Motte Klamotte V

Mud Jeans (Jeans zum Kaufen und Leihen) V

MYMARINI – Ethical Swimwear V

Myrka Studios V

Nomads Clothing

Nudie Jeans Co.

OGNX Organic Apparel (Yoga Wear, designt und produziert in Europa) V

Onzie V

People Tree

Quagga (Outdoor- & Winterjacken) V

Rabbit Revolution V

Recolution V

Roka Fair Clothing 

ThokkThokk V

Tizz Undies & Loungewear V

Tranquillo

Snulicious 

Stanley & Stella V

Stella McCartney

Stoffbruch

Thought Clothing

Vaude

Wellicious (Yoga & Lounge Wear)

Wunderwerk

Faire und/oder vegane Taschen

Angela Roi V

Bootsmann Kiel

Bridge & Tunnel (Neben Taschen auch Sweater)

CosÌ CosÌ V

Denise Roobol V

Feuerwear V

Freitag (Neben Taschen auch Fashion Basics)

Gunas New York V

Henties (Taschen aus Kork und Piñatex) V

Matt & Nat V

Qwstion

von Holzhausen V

Faire und/oder vegane Accessoires 

2nd Liar (Uhren aus Holz) V

CosÌ CosÌ V

Folkdays

Fremdformat V

Kerbholz (Uhren und Sonnenbrille aus Holz)

SeeMe V

Viu Eyewear V

w.r.yuma (Sonnenbrillen aus Autoamaturen, Plastikflaschen und Bambus) V

Zimelien (Veganer Schmuck aus Hamburg ohne Konfliktmineralien) V

Faire und/oder vegane Schuhe

avesu (Onlineshop mit verschiedenen Marken) V

Bahatika V

Beyond Skin V

By Blanch V

DOGO Shoes V

Ethletic V

Nae Vegan Shoes V

Po-Zu V

Shoezuu V

Toms

Vegetarian Shoes V

Veja

Wills London V

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Ab sofort findet ihr den Fair Fashion Shopping Guide auch rechts in der Sidebar. Solltet ihr also demnächst wieder mal wieder auf der Suche nach fairer Mode sein, einfach auf das Bild in der Sidebar klicken und ihr landet hier. 

Fair Fashion Shopping Guide Brand Shops

Vegan Tierversuche Vergleich

Eine Reise durch den Label-Dschungel | Ist Naturkosmetik immer vegan? Und vegan immer tierversuchsfrei? Und wie viel Natur steckt wirklich drin?

Vegan Tierversuche Vergleich

„Wie? Ist The Body Shop nicht mehr vegan?!“
(Nein, nur einige Produkte. Zudem gehört die Marke zu L’oréal. Die führen Tierversuche durch. Was sicher keine*n Veganer*in kalt lässt.)

„Ist vegan. Tierversuchsfrei? Klar, das meinte ich damit auch. Ist ja quasi das gleiche.“
(Nein, ist es nicht.)

„Ich dachte Balea ist 100% vegan?“
(Nein, aber tierversuchsfrei.)

Diese und ähnliche Sätze lese ich zur Zeit immer wieder im Netz. In manchen Diskussionen geraten Begrifflichkeiten manchmal ordentlich durcheinander. Und man kann es den Menschen nicht mal verübeln. Denn die Sache ist ganz schön kompliziert.

Schaut man sich die Etiketten der Produkte dann einmal genauer an, wird es nicht gerade einfacher. Ist das nun Naturkosmetik oder natürliche Kosmetik? Bio oder konventionell? Da kann man schnell den Überblick verlieren, was einige Firmen auch gerne marketingtechnisch ausnutzen. Es werden ein paar Blümchen auf die Tube und das Wort „natürlich“ auf das Label gedruckt und schon glaubt Minchen Puhvogel sich 1a Natur Pur auf die Haut zu cremen. Versuchen wir also ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Dieser Artikel will und kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Aber zumindest einladen sich mit dem Thema etwas näher auseinander zu setzen.

Wie jetzt?

Gleich vorweg und um die Eingangsfragen zu beantworten: Vegan ist nicht gleichbedeutend mit tierversuchsfrei.  Vegan bedeutet, dass ein Produkt und die gesamte Produktionskette frei von tierlichen Rohstoffen ist. Schon da interpretieren einige Firmen gerne locker. Manche beziehen diese Aussage nur auf Rohstoffe toter Tiere, was Bienenwachs und Lanolin ausschließen würde. So kann es in seltenen Fällen sein, dass ein Produkt einer Marke als vegan deklariert ist, es aber nicht ist. Hier hilft nur das genaue Studium der Inci-Listen.

Vegane Produkte gibt es sowohl in der konventionellen, als auch in der natürlichen Kosmetik. Und umgekehrt kann in der Naturkosmetik wiederum Tier enthalten sein. Vaseline beispielweise ist vegan, besteht aber aus Erdölderivaten, die  in der Naturkosmetik verboten sind. Und wird häufig von Firmen produziert, die Tierversuche durchführen. Fiese Kiste.  Denn die „super natürliche“ Creme mit Kräutern aus Wildsammlung und allem drum und dran plus zig Siegeln auf der Packung kann Bienenwachs enthalten. Und ist somit nicht mehr vegan. Noch kniffeliger wird es in Sachen Tierversuchen. Keine Firma schreibt drauf „An Tieren getestet“. Dafür werben einige damit keine Tierversuche durchzuführen, was durch multinationale Verstrickungen mit Mutterkonzernen leider manchmal an Wert verliert.

Tierversuche an kosmetischen Endprodukten sind in der EU seit 2004 gesetzlich verboten, Versuche auch an einzelnen Rohstoffen seit 2011. Gänzlich tierversuchsfrei, inklusive Importe,  ist die EU seit 2013. Offiziell. Denn sobald ein Rohstoff nicht nur in der Kosmetik, sondern beispielsweise auch in Farben oder Reinigungsmitteln verwendet werden kann, wird er getestet. Es sei denn, die Firma entscheidet sich bewusst für Alternativen. Wer auf Nummer Sicher gehen will achtet auf das Leaping Bunny, das Kaninchen mit der schützenden Hand darüber, die Veganblume der Vegan Society oder eines der vielen Naturkosmetiklabel. Sie alle schließen Tierversuche aus. Mehr dazu weiter unten.

Alles Natur, oder was?

Doch damit sind wir schon beim nächsten Thema: Ist Naturkosmetik immer bio? Und was darf sich „Naturkosmetik“ nennen? Da es keine einheitliche, international gültige Definition gibt, ist man dazu übergegangen Kosmetik dann als natürlich zu bezeichnen, wenn vor allem einige Inhaltsstoffe NICHT enthalten sind. Darunter fallen Polyethylenglykol (PEG), Silikone, Parabene, synthetische Duftstoffe, Paraffine und andere Erdölprodukte. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Siegeln, die Marken durch Zertifizierungen erwerben können, um es den Kund*innen einfacher zu machen. Einige der gängigsten möchte ich euch kurz vorstellen. Denn der Markt wächst. Lag der Umsatz im Jahr 2012 noch bei 860 Millionen Euro, ist er im Jahr 2014 schon auf 1 Milliarde Euro angewachsen. Im Vergleich zur konventionellen Industrie immer noch der weitaus geringere Teil. Aber das Interesse der Kund*innen wächst. Da lohnt es, sich mal etwas näher mit der Materie zu beschäftigen.

BDIH Label

BDIH
Das Siegel des Bundesverbandes der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. gibt es seit Februar 2001. Um dieses Label tragen zu dürfen müssen pflanzliche Rohstoffe einer festgelegten Liste soweit es möglich ist aus ökologischem Ausgangsmaterial bestehen. Um sich als „bio“ zu bezeichnen müssen 95% der Rohstoffe (ohne Wasser und Mineralien) in Bioqualität enthalten sein. Der Einsatz von Rohstoffen toter Wirbeltiere (z.B. Nerzöl, Collagen, Emuöl, Frischzellen…) ist untersagt. Zudem bekommt ein Produkt das Siegel nur, wenn mindestens 60% der anderen Produkte der Marke die BDIH-Standards ebenfalls erfüllen. Mehr Infos hier.

Ecocert Label

Ecocert
Das Label mit Sitz in Frankreich prüft seit 2002 Kosmetik auf ökologische und biologische Qualität. 95% der verwendeten Rohstoffe müssen hierbei natürlichen Ursprungs sein. Desweiteren wird in zwei Label unterschieden. Das Zertifikat „Ökologische und biologische Kosmetik“ bekommt ein Produkt, wenn mind. 95% der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Bei „Naturkosmetik“ muss dieser Anteil nur 50% betragen. Weitere Infos hier.

Natrue Siegel

NaTrue
Dieses Label erlaubt neben naturreinen Stoffen auch naturnahe sowie naturidentische Stoffe. Erstere entstammen natürlichen Stoffen, werden aber chemisch modifiziert, wenn ihre Wirkung nicht durch naturreine Stoffe erreicht werden kann. Ein Beispiel hierfür sind Tenside. Naturidentische Stoffe entsprechen in ihrer Zusammensetzung natürlichen Stoffen, können aber nicht in ausreichender Menge oder Qualität gewonnen werden. Sie werden synthetisch erzeugt, wie beispielweise Mineralien oder Konservierungsstoffe.

Darüber hinaus ist das Label in drei Kategorien eingeteilt. „Naturkosmetik“ (früher mit einem Stern gekennzeichnet) muss Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs, aber nicht aus biologischem Anbau enthalten. Es gibt Untergrenzen für naturreine Stoffe und Obergrenzen für naturnahe. „Naturkosmetik mit Bio-Anteil“ (früher zwei Sterne) enthält mind. 70% Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau. Auch hier gibt es Ober- und Untergrenzen, die noch straffer ausgelegt sind. Die höchste Stufe „Biokosmetik“ (früher drei Sterne) bezeichnet Produkte, bei denen 95% der natürlichen und naturnahen Stoffe aus biologischem Anbau stammen. Hier sind die Grenzen am strengsten gezogen.

Der Vorteil dieses Labels ist, dass es international verbreitet und zertifizierte Kosmetik somit überall leicht zu identifizieren ist. Die tatsächliche Einstufung ist aber seit Abschaffung der Sterne etwas schwieriger nachzuvollziehen. Es sei denn, die Marke druckt den Bio-Anteil selbst gut sichtbar auf die Verpackung, wie beispielsweise Primavera in der letzten Grafik.  Für mehr Infos zu NaTrue hier entlang.

demeter Siegel

demeter
Dieses Label gilt als eines der strengsten. Während die meisten Label zumindest teilweise auch konventielle Inhaltsstoffe zulassen, müssen hier 100% der Inhaltsstoffe aus kontrolliertem biologischen Anbau stammen und 90% davon sogar noch den sehr strengen demeter Standards entsprechen. Mehr Infos hier. (Wichtige Ergänzung einer Leserin, die mir bekannt war, aber leider durch die Lappen ging: demeter schreibt für seine Landwirt*innen bestimmte anthroposophische Richtlinien – auch im Anbau von pflanzlichen Rohstoffen – vor. So wird der Boden beispielsweise mit zerstoßenenen Halbedelsteinen gedüngt, welche eine gewisse Zeit in Kuhhörnern verpackt im Boden lagern.)

Die der Erwerb eines solchen Labels die Firmen viel Geld kostet, verzichten einige darauf. Gerade im Ausland ist die „Label-Affinität“ häufig nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland, wo sehr viel Wert auf Regeln und Normen gelegt wird. Als Beispiel möchte ich hier Skandinavien nennen. Kulturell bedingt ist das Vertrauen untereinander, zumindest von außen betrachtet, oft deutlich größer als in Mitteleuropa, was auch an der geringeren Einwohnerzahl liegen mag. Überspitzt gesagt kennt über zig Ecken fast jeder jeden und Strukturen sind häufig transparenter. Ein Grund, wieso sich am Ende der Inci-Listen oftmals kein Label, sondern ein Vermerk á la „Entspricht den Richtlinien der EU-Verordnung für Naturkosmetik“ zu finden ist. Das glaubt man dann einfach. Weil es wenig Grund zum Zweifeln gibt.

Labels gegen Tierversuche

Im Bereich der Tierversuchsfreiheit haben sich im Laufe der Zeit einige Label etabliert, die nur an Produkte vergeben werden, die nicht an Tieren getestet wurden, bzw. Inhaltsstoffe enthalten, die in der Vergangenheit – vor Einführung des Verbotes – mal getestet wurden, es aber aktuell nicht mehr werden. Bekannt sind vor allem die Veganblume, das Leaping Bunny und das Kaninchen mit schützender Hand des Deutschen Tierschutzbundes und des Internationalen Herstellerverbandes gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V..

Da die Zertifzierung mit einem solchen Label auch hier mit nicht geringen Kosten verbunden ist, verzichten einige, gerade kleinere oder jüngere, Unternehmen auf sie und kennzeichnen mit eigenen Aufdrucken.

Vegane Label

Und ist das nun vegan?

Ebenso verhält es sich mit der Veganblume der Vegan Society, das einzige Label, welches zeitgleich Veganismus UND Tierversuchsfreiheit garantiert. 100% vegane Produkte zu identifizieren ist nämlich gar nicht so einfach. So macht es einem ein Label – ob nun selbst erschaffen oder offiziell – doch um einiges leichter. Denn bei Inhaltsstoffen wie Fettsäuren, Hyaluron und Lecithin kommt auch der größte Inci-Nerd ins Straucheln: Diese und noch einige andere Stoffe können nämlich sowohl pflanzlichen als auch tierlichen Ursprungs sein. Hier hilft zur entgültigen Klärung meist nur eine Email an den Händler. Mit manchmal frustrierendem Ausgang. Oder auch mal gar keiner Antwort. Da hilft eine deutliche Kennzeichnung ungemein.

 Fazit

Ihr seht: Es ist kein easy Sonntagnachmittagsspaziergang im Label-Dschungel. Aber er ist machbar. Immer mehr Händler*innen und Firmen erkennen die Wichtigkeit einer deutlichen Deklaration. Denn die Kund*innen sind immer informierter, stellen Fragen und wollen wissen woher die Stoffe stammen, die sich sich auf die Haut auftragen. Zu Recht. Zum Glück bietet das Netz heutzutage eine Fülle an Informationen, die leicht zugänglich sind. Man muss sie nur lesen können. Das mag manches Mal etwas kniffelig sein, wer sich aber an die obigen Label hält, legt schon mal einen guten Start hin.