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Mein veganer Adventskalender

Franzi Schädel | Mein veganer Adventskalender – Kulinarisch durch die Weihnachtszeit

Mein veganer AdventskalenderMoin,

gefühlt schreibt ja gerade jede*r ein veganes Koch- oder Backbuch. High-Tech Küchengeräte, Superfoods und weiße Tische all over the place. Vegan ist angesagt und das will ausgenutzt werden.

Jetzt also mal wieder eine Kochbuchrezension. Diese fällt aber – oh Wunder – ein wenig anders aus. Aus gutem Grund. Denn ich kenne die Autorin. Sehr gut sogar. Jetzt werdet ihr sagen: „Ach komm‘, ist doch klar, dass die Kritik hier positiv ausfällt. Du kannst ja gar nicht anders.“ Oh doch, könnte ich. Aber wozu meckern, wenn es keinen Grund gibt?

Als mir Franzi von Wo geht’s zum Gemüseregal? im letzten Winter erzählte, dass ihr langgehegter Traum eines eigenen Kochbuches wahr werden würde und sie mir die ersten Bilder für die Rezepte zeigte, wusste ich: Das wird gut. Das wird richtig gut! Da sprang mir eine Heimeligkeit, ein Gefühl von Wärme und Genuss entgegen, ohne bis dahin auch nur einen Löffel verputzt zu haben.

Denn Autorin, Rezept und Bild sind hier eine Einheit. Alles aus einer Hand, entstanden in den eigenen vier Wänden. Mit einer Portion großen Kindheitserinnerungen, einer Menge Soulfood und einer Prise Rafinesse. Und zwar ohne Chi-Chi und superexklusive Zutaten. Franzi wohnt bei mir um die Ecke und ich weiß, was hier zu bekommen ist und vor allem was nicht! Hipper Großstadt-Biomarkt ist nicht. Dafür solider Supermarkt und herzallerliebste Domäne um die Ecke. Für die eine oder andere besondere Zutat gibt es das Internet. Da sind wir doch alle sowieso quasi zu Zuhause, oder? Es gibt also garantiert kein Rezept, was man nicht leicht nachkochen oder zumindest easy abwandeln könnte.

Buch vegan

Nein, das ist kein Backbuch!

Anders als das Titelbild vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei Franzis „Mein veganer Adventskalender“ nicht um ein Backbuch. Ich weiß, dass ihr das schon beim Schreiben besonders wichtig war. Sie wollte die Lücke füllen, zwischen all den Büchern, die entweder das eine oder das andere sind. Ihr Erstling ist eine bunte Mischung aus allem. Es gibt Deftiges und Süßes, Menüs und Geschenke aus der Küche. Gelingsicher und bodenständig. Dank des handlichen Formates und des Preises von 12,99 € ist es auch ein wunderbares Mitbringsel.

Franzi nimmt uns mit durch den Advent. Beginnend mit der obligatorischen Weihnachtsbäckerei (Schließlich will der Stollen für vollen Genuss noch ein wenig ruhen.), hin zu Wohfühlgerichten und Last-Minute Geschenke aus der Küche, bis es dann schließlich an die Feiertage geht, an denen natürlich auch vegan fürstlich geschlemmt werden will.

„Was schmeckt dir denn am besten?“ – „Alles!“

Im Laufe des Jahres durfte ich einiges probieren und verkosten. Manchmal ohne zu wissen, dass es sich um ein Rezept aus dem Buch handelt. Und ausnahmslos alles hat mir geschmeckt! So wie eigentlich immer bei Franzi – schließlich futtere ich mich oft genug durch 😉 Ich bin immer wieder verdutzt wie kreativ und experimentierfreudig sie in der Küche ist. Da sollte ich mir mal eine Scheibe von abschneiden… Und das fällt auch im Buch auf. Zwar gibt es auch die obligatorischen Klassiker wie Stollen, Pfefferkuchen und Punsch, aber auch Gerichte, die man im ersten Moment nicht mit Weihnachten assoziieren würde, die aber durch die Auswahl der Zutatetn und Gewürze wunderbar in diese Zeit des Jahres passen.

Franzi Schädel veganZitronenkekse

Meine Highlights sind der „Spritzige Zitrussalat“, der „Rosenkohl-Cranberry-Salat“ und die „Scharfe Thai-Suppe“. Unbedingt ans Herz legen möchte ich euch auch die „Zitronenkekse“, die nicht nur toll aussehen, sondern auch so herrlich „buttrig“ sind, dass selbst Nicht-Veganer*innen den Unterschied nicht merken dürften.

Die Rezepte sind heimelig – ja, auch hier muss ich dieses Wort verwenden, da es die Sache einfach wunderbar trifft – in Szene gesetzt worden, mit Franzis ganz eigener Liebe zum Detail. Die Bilder machen Lust auf’s Nachmachen und vermitteln ein erleichterndes Gefühl von „Das kriege ich auch hin.“ Authentisch, schnuckelig und nicht „überkandidelt“, wie wir hier zu sagen pflegen.

Front Row oder zweite Reihe?

„Mein veganer Adventskalender“ ist das Potential ganz vorne in meinem Kochbuchregal zu landen. Auch weil es von meiner Besten stammt und ich in der Widmung erwähnt bin („Promi-Moment!“), aber vor allem, weil es was kann. Es gibt sie, diese besonderen Bücher, die man immer wieder zur Hand nimmt. Mit denen man „arbeiten“ kann. Aus denen man nicht nur ein, zwei bestimmte Gerichte immer wieder nachkocht, sondern die fester Bestandteil der Bücherei werden. Das hier ist so eines. Weil es leckere Gerichte bietet, ohne lange Zutatenliste. Die man auch nach Weihnachten noch kocht und backt. Und die sich mit ihrer Bodenständigkeit ins Herz schleichen.

Nur das Orangeat im Stollen nehm‘ ich ihr krumm. (Urgs!) Wobei…Selbst das schmeckt bei Franzi.

Franzi Schädel