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Altkleider FairWertung

FairWertung & Tchibo | Wohin mit den Altkleidern?

Altkleider FairWertung

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Wie viel Kleidung braucht ein Mensch eigentlich?

Wenn es nach der Bekleidungsindustrie geht eine ganze Menge. War das Fashion-Jahr früher in Frühling/Sommer und Herbst/Winter eingeteilt, wirft die Branche mittlerweile monatlich neue Kollektionen auf den Markt. Begehrt, limitiert und häufig auch schnell ausverkauft. (Warum das so ist und was das mit der Modeindustrie und am Ende auch mit uns Konsumenten macht, habe ich hier schon einmal zusammengefasst.)

Ebenso kurz wie die Verweildauer der Kleidung in den Stores ist dann auch die Halbwertszeit von Trends. Weniges überdauert eine Saison, manches hält nicht mal ein paar Wochen durch. Und umso größer sind die Berge von Klamotten die unsereins so im Kleiderschrank, in Kartons und im Keller zu verstauen hat. Es gab Zeiten, in denen ich sicherlich für ein paar Wochen keine Wäsche hätte waschen müssen und doch immer komplett angezogen gewesen wäre…

Nach einer großen Decluttering-Aktion Anfang des Jahres hat sich mein Bestand zum Glück deutlich reduziert. Übrig blieben nur die Stücke, in denen ich mich wohl fühle, die mir ein gutes Gefühl geben und die von langlebiger Qualität sind. Und im Idealfall auch noch fair produziert wurden.

Mir fiel auf, wie viele Teile ich besitze, die ich nur sehr selten oder sogar nie getragen hatte. Denn auch wenn mein Kleiderschrank eine große Auswahl bot: Am Ende trug ich doch immer die selben Sachen. Einige so oft, dass sich Verschleißerscheinungen zeigten. Mein Berg an aussortierten Kleidungsstücken bestand also aus Neuem, Neuwertigen, gut Erhaltenem und einigem, was definitiv weg konnte.  

Doch wohin mit aussortierter Kleidung? Wer Zeit und Muse hat, kann sein Glück bei Kleiderkreisel und anderen Verkaufsplattformen im Netz versuchen. Oxfam, Second-Hand-Läden und Sozialkaufhäuser sind ebenfalls eine gute Idee. Aber was ist mit den ganzen Altkleidercontainern, die überall an den Straßenrändern stehen? Sind die seriös?

Altkleider nachhaltig verwerten mit FairWertung

Tchibo und der Dachverband FairWertung e.V. haben sich zusammengetan, um genau dieser Fragen auf den Grund zu gehen. Ich muss gestehen, dass ich den Altkleidersammlungen in Containern oder Säcken immer etwas skeptisch gegenüberstand. Kommen die Sachen wirklich bei Hilfsbedürftigen an oder wird die Kleidung irgendwo in die Welt verschifft? Werden meine ehemals geliebten Teile tatsächlich zu Putzlappen verarbeitet? 

Zeit, ein wenig Licht ins Dunkel des Altkleiderbusiness zu werfen. Ziel des Dachverbandes FairWertung – dem über 120 gemeinnützige Organisationen und Tochtergesellschaften angehören – ist es, die Lebensdauer eines Kleidungsstückes zu verlängern und die Recyclingfähigkeit zu verbessern. Tchibo wiederum hat sich vor über 10 Jahren auf den Weg gemacht, sein Ziel von 100%iger Nachhaltigkeit schrittweise umzusetzen. Da liegt es nahe, dass beide Unternehmen sich zusammen tun, um Transparenz in die Verwertung von Altkleidern zu bringen und darüber aufzuklären, wie und wo sie auch nach dem Aussortieren noch gut ankommen.

Altkleider FairWertung Tchibo

Werfen wir also einen Blick auf die ersten Fragen, die mir im Zuge von Altkleidersammlungen in den Sinn kamen.

Worauf muss ich achten, um einen seriösen Verwerter zu finden?

Im Altkeiderbusiness wird tatsächlich einiges an Schmu betrieben. Wäschekörbe, die über den Gartenzaun geworfen werden. Unternehmer, die sich Logos mieten und mit Fake-Adressen und vermeintlich humanitärem Ansatz Klamotten abgreifen, um sie überteuert zu verkaufen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, achtet auf das Logo FairWertung der Deutschen Kleiderstiftung oder gibt seine Sachen direkt in Sozialkaufhäusern und Kleiderkammern von gemeinnützigen Organisationen ab. Auf der Homepage von FairWertung findet ihr ein praktisches Tool über das ihr seriöse Abgabestellen in eurer Nähe suchen könnt. Alleine in meiner Kleinstadt gibt es drei. 

Was passiert mit meiner Spende?

Trotz Kleiderkreisel und Co. wird in Deutschland immer noch viel mehr Kleidung gespendet als gebraucht wird. In den Shops, Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern wird gut erhaltene Kleidung direkt an Menschen mit weniger Kaufkraft weiterverkauft.

Alles was in Containern und Säcken gesammelt wird landet meist sofort bei Textilsortierbetrieben. Ebenso die Überschüsse aus Kleiderkammern und Second-Hand-Shops. Hier wird die Kleidung sorgsam sortiert. Alles, was nicht mehr verwendet werden kann, wird an Recyclingfirmen verkauft und zu Putzlappen, Malervlies oder Innenverkleidung von Autos. Ja, an dem Gerücht ist also etwas dran. Allerdings sorgt FairWertung dafür, dass der Erlös hieraus wieder seiner sozialen Arbeit zu Gute kommt. Was noch tragbar ist, wird als Second-Hand-Kleidung weiterverkauft. Vornehmlich nach Osteuropa und Afrika. 

Wird so nicht der Kleidermarkt vor Ort kaputt gemacht? 

Früher nahm man an, dass Second-Hand-Kleidung aus dem Ausland den örtlichen Handel kaputt macht. Laut FairWertung weiß man heute mittlerweile, dass die Textilproduktion vornehmlich aus anderen Gründen – wie schwierige Standortbedingungen, Korruption, hohe Energiekosten und fehlenden Ersatzteile –  in diesen Ländern rückläufig ist und der Handel mit Altkleidern eher noch Arbeitsplätze schafft. Im In- und Ausland. Durch gemeinnützige Sammlungen kommen Menschen mit niedrigerer Kaufkraft und aus ärmeren Regionen darüber hinaus zu qualitativ hochwertiger und modischer Kleidung zu fairen Preisen. 

Was kann ich eigentlich alles spenden?

Neben der klassischen Oberbekleidung für Erwachsene und Kinder werden auch Hüte und Mützen sowie Tischdecken, Bettwäsche und Schuhe gesammelt. Natürlich gewaschen und am liebsten gut erhalten. 

Ihr seht: Eure aussortierten Kleidungsstücke können tatsächlich noch Gutes tun! Auch ich selbst habe den Artikel zum Anlass genommen, mich noch einmal mit meinem Bestand auseinander zu setzen. Es gibt nämlich immer noch ein paar Stücke, von denen ich mich einfach nicht trennen konnte, die ich aber auch nicht mehr trage. Das wird jetzt in Angriff genommen!

#TchiboGutGemacht 

FairWertung Altkleider

*P.S.: Dies ist eine bezahlte Kooperation mit Tchibo. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin kostenlos zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Natürlich gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 

Fair Fashion Shopping Guide

Fair Fashion Shopping Guide | Shops & Labels

Fair Fashion Shopping Guide

In den letzten Jahren hat sich – zum Glück – einiges in Sachen Fair Fashion getan und die Auswahl hat sich deutlich vergrößert. Vorbei die Zeiten, in denen sich achtsame Menschen in Sack und Asche (und gedämpfte Naturtöne) hüllen mussten. Und da ich immer wieder nach Quellen für fair produzierte Kleidung und Accessoires gefragt werde, habe ich in diesem Fair Fashion Shopping Guide ein paar für euch zusammengetragen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend erweitert, soll euch aber einen kleinen Einblick in die bunte und abwechslungsreiche Welt der Fair Fashion geben. Sie wird regelmäßig ergänzt, gerne auch mit euren Empfehlungen.

Vorweg ist wichtig zu erwähnen, dass Fair Fashion nicht immer vegan und vegan Mode nicht immer fair ist. Alle hier in der Liste befindlichen Brands und Shop produzieren und verkaufen fair produzierte Produkte. Wenn ein Label oder ein Shop – nach meinem Kenntnisstand – ausschließlich vegane Produkte verkauft, kennzeichne ich dies mit einem V dahinter. In den übrigen Fällen bitte ich euch, selbst ein Augenmerk auf die Rohstoffe und Material zu richten. (Was aber eigentlich nie eine schlechte Idee ist. Irren ist menschlich, ne?)

Selbstverständlich sind auch Etsy, Dawanda und Second-Hand (Online)Shops gute Optionen, um nachhaltig, vegan und oft auch fair einzukaufen. Hier soll es aber primär um Neuware und klassische Onlineshops gehen. 

In einem weiteren Artikel werde ich dann noch mal auf vegane Mode im Speziellen eingehen. Diesen werde ich dann auch hier verlinken. 

Fair Fashion Onlineshops mit verschiedenen Labels

Avocado Store

Comazo (Lingerie und Dessous)

Cyroline

Dear Goods 

Fairbleiben

Fairtragen

Glore

Greenality

Grüne Wiese

Grundstoff 

Loveco V

Maas Natur

Miwai

Möon

Mr. & Mrs. Green V

muso kuroni V

Populi

Studio Jux

Roots of Compassion (Das Urgestein der Tierrechtsszene!) V

Vantastic Moments (Lingerie und Dessous) V

Waschbär

Zündstoff

Fair Fashion Labels mit eigenem Onlineshop

Aikyou (BHs für kleine Größen und Prothesen-BHs) V

Alma & Lovis

Armed Angels

Bleed V 

Blutsgeschwister

Börd Shört V

Braintree

Denkefair (Wallets & Bags) V

Deuter 

Filippa K

Frieda Sand

Funktionschnitt

Goodsociety (Jeans) V

Green Shirts V

Grüne Erde

Hafendieb (Street Wear aus Hamburg)

Hati Haiti (Casual + Yoga Wear) V

HempAge V

Hessnatur 

Hey Honey (Yoga Wear) V

Hoodlamb (Winterjacken) V

Jack Wolfskin 

Jan ’n June 

Jaya organic + fair yoga wear V

Kings of Indigo (Ganz viel Denim) V

Komodo

Kuyichi (Jeans) V

LangerChen (Mäntel, Jacken, Parka) V

Lanius 

Lena Schokolade V

L’Herbe Rouge

Lillika Eden V

Living Crafts (Unterwäsche, Nachtwäsche, Basics)

Lovjoi V

Mandala Fashion (Organic & Fair Yoga Wear) V

Motte Klamotte V

Mud Jeans (Jeans zum Kaufen und Leihen) V

MYMARINI – Ethical Swimwear V

Myrka Studios V

Nomads Clothing

Nudie Jeans Co.

OGNX Organic Apparel (Yoga Wear, designt und produziert in Europa) V

Onzie V

People Tree

Quagga (Outdoor- & Winterjacken) V

Rabbit Revolution V

Recolution V

Roka Fair Clothing 

ThokkThokk V

Tizz Undies & Loungewear V

Tranquillo

Snulicious 

Stanley & Stella V

Stella McCartney

Stoffbruch

Thought Clothing

Vaude

Wellicious (Yoga & Lounge Wear)

Wunderwerk

Faire und/oder vegane Taschen

Angela Roi V

Bootsmann Kiel

Bridge & Tunnel (Neben Taschen auch Sweater)

CosÌ CosÌ V

Denise Roobol V

Feuerwear V

Freitag (Neben Taschen auch Fashion Basics)

Gunas New York V

Henties (Taschen aus Kork und Piñatex) V

Matt & Nat V

Qwstion

von Holzhausen V

Faire und/oder vegane Accessoires 

2nd Liar (Uhren aus Holz) V

CosÌ CosÌ V

Folkdays

Fremdformat V

Kerbholz (Uhren und Sonnenbrille aus Holz)

SeeMe V

Viu Eyewear V

w.r.yuma (Sonnenbrillen aus Autoamaturen, Plastikflaschen und Bambus) V

Zimelien (Veganer Schmuck aus Hamburg ohne Konfliktmineralien) V

Faire und/oder vegane Schuhe

avesu (Onlineshop mit verschiedenen Marken) V

Bahatika V

Beyond Skin V

By Blanch V

DOGO Shoes V

Ethletic V

Nae Vegan Shoes V

Po-Zu V

Shoezuu V

Toms

Vegetarian Shoes V

Veja

Wills London V

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Ab sofort findet ihr den Fair Fashion Shopping Guide auch rechts in der Sidebar. Solltet ihr also demnächst wieder mal wieder auf der Suche nach fairer Mode sein, einfach auf das Bild in der Sidebar klicken und ihr landet hier. 

Fair Fashion Shopping Guide Brand Shops

Fast Fashion vs Slow Fashion

Kolumne | Die Fast Fashion Falle

Fast Fashion vs Slow Fashion
Gesucht: Der perfekte Trench. Blau, fair und vegan.

Ich bin auf der Suche nach einem Trenchcoat. Seit Jahren und immer mal wieder. Weil er meinen minimalisierten Kleiderschrank super ergänzen und für lange Zeit dort einziehen würde. Er sollte dunkelblau sein und die Größe L/40 haben. Soweit, so einfach. Kompliziert wird es in dem Moment, in dem er dazu auch noch fair produziert und vegan sei soll.

Auf die Schnelle ging ich also die einschlägigen Fair Fashion Quellen durch und wurde ernüchtert. Was ich online fand war entweder nicht in meiner Größe zu bekommen, zu kurz oder schlichtweg – subjektiv gesehen – zu teuer. Bei einem Stadtbummel gestern verschlug es mich dann tatsächlich in diverse Fast Fashion Shops. „Ich werde die Jacke ja mindestens 5 Jahren tragen und in Ehren halten. Da geht das schon mal klar.“ Dachte ich mir. Trenchcoats sind zum Glück gerade in. Was die Sache erstmal einfacher zu machen scheint. Aber auch der Grund allen Übels ist.

Denn was ich dort vorfand, rief meine innere Vernunftsministerin auf den Plan. Da sind zum einen die bescheiden Bedingungen für die Arbeiter*innen, die uns allen bewusst sind, die wir aber nur zu gerne schnell mal beiseite schieben. Aber da ist auch die immer schlechter werdende Qualität. Ich habe einige Menschen in meinem Bekanntenkreis, für die beispielsweise Esprit immer ein leuchtendes Beispiel für solide Qualität und „was Besseres“ war (und auch immer noch ist…) Was ich gestern sah war jedoch ein Graus: Super dünne Stoffe, schlecht verarbeitete Nähte, Materialen, die so anfällig für Fussel sind, dass die Jacke schon im Laden aussah, als würde daneben eine Katze wohnen. Und das alles zu Preisen, zu denen ich locker auch schon fair produzierte Teile bekommen hätte.

Fast Fashion at its best. Denn „Fast“ heißt in dem Falle nicht nur, dass die Kleidungsstücke schnell und ohne Rücksicht auf Langlebigkeit zusammengeschustert werden, sondern auch, dass sie in nullkommanichts wieder out of fashion sind. Was heute gekauft wird, ist in vier Wochen vielleicht schon wieder aus der Mode. Oder existiert nicht mehr, weil es die Waschmaschine nicht überlebt hat… Und was heute nicht gekauft wird, ist in zwei Wochen schon nicht mehr erhältlich. Also: Schnell, schnell! 

Slow Fashion vs Fast Fashion


Fast Fashion vs Slow Fashion

Im Gegensatz dazu steht der ursprüngliche Gedanke von Mode, den auch heute noch viele Fair Fashion Label verfolgen: Vom Design über die Produktion bis hin zum Verkauf an die Endkunden ist alles in einer Hand. Denn dies gilt als Zeichen von hoher Qualität. Bei fairen Bedingen für alle Beteiligten und unter Berücksichtigung ökologischer Ressourcen verlangsamt das den Herstellungsprozess natürlich deutlich. Das macht Fashion zu „Slow Fashion“.

Auch die üblichen Verdächtigen in Sachen Fast Fashion verfahren nach dem „Alles in einer Hand“-Prinzip. Allerdings nicht aus einem Qualitätsgedanken heraus, sondern um Abläufe kurz und den Gewinn hoch zu halten. H&M, Zara und Co. bringen im Jahr gut 12-24(!) Kollektionen auf den Markt. Damit das funktioniert und die Margen stattlich bleiben, gilt es die Abläufe zu „optimieren“.

Am Design wird gespart, viel lieber lässt man sich von Designern „inspirieren“. Kleidungsstücke werden en masse vorproduziert, damit die Herstellungskosten so niedrig wie irgend möglich gehalten werden können. Überschuss wird „verworfen“, bei sehr guten Verkäufen bleibt keine Zeit zur Nachproduktion, schließlich steht die neue Kollektion schon in den Startlöchern. Mit ein Grund, wieso It-Pieces schnell auf Nimmerwiedersehen ausverkauft sind. Was das „Haben wollen“-Gefühl und den Druck auf den Käufer zusätzlich erhöht. 

Ich mache mich davon nicht frei. Auch ich bin hin und wieder der festen Überzeugung, dass ich DAS Teil unbedingt brauche. Da hilft nur eines: Einatmen, ausatmen und nochmal drüber nachdenken. Ich habe ein paar Regeln aufgestellt, nach denen ich entscheide, ob ich ein Kleidungsstück kaufe oder nicht. Und zum Glück ist da noch meine innere Vernunftsministerin, die mich in solchen Momenten daran erinnert. 

Fazit: Kathrin ist auch weiterhin erstmal ohne Trench. Dafür mit einem Bad Buy weniger. 

P.S.: Es ist endlich mal an der Zeit, meinen Artikel mit Tipps und Links zu veganer und fairer Mode zu überarbeiten. Ich werde mich in den nächsten Wochen mal dransetzen. Seit 2013 ist – zum Glück – einiges passiert. 

Vegan Weekend Treat | Upcycling mit Feuerwear

Feuerwear Rucksack Eric

7.00 Uhr. Die Sonne scheint vorwitzig durch die Schlitze der Jalousien und die Vögel zwitschern bedrohlich heiter. Montagmorgen… „Viel zu früh!“ Kathrin dreht sich noch mal um. „Kaffee ans Bett wäre jetzt toll“. Aber Kathrin muss zur Arbeit und so quält sich aus dem Bett. Streckt sich erst ausgiebig, zieht dann gähnend die Jalousie zur Balkontür hoch.

Und steht Auge in Auge mit einem Feuerwehrmann! Keinen halben Meter voneinander entfernt. Der grinst. Kathrin dankt dem Himmel, dass sie sich am Abend zuvor dazu entschieden hat, zum Schlafen etwas überzuziehen…

Schockschwerenot! Kaffee hatte der Gute leider nicht dabei, aber wach war ich dennoch…

Seitdem hat die Feuerwehr einen besonderen Platz in meinem Herzen und so musste ich nicht lange überlegen, als mich Feuerwear anfunkte, um mir Eric vorzustellen. Auch der kann leider keinen Kaffee kochen. Aber ansonsten eine ganze Menge handlen. 

Eric besteht aus alten Feuerwehrschläuchen und ist somit wasserabweisend und nahezu unkaputtbar. Ideale Voraussetzungen für mich Radfahrerin. In seinem Inneren hat er neben einem großen Hauptfach noch ein Fach für einen 15“-Laptop sowie zwei kleinere Reissverschlussfächer. In einem davon versteckt sich zusätzlich noch ein Karabiner für den Haustürschlüssel. Cleverer Kniff bei so einem Platzwunder. Eric fast locker meinen Wocheneinkauf und ist dank seines verstellbaren Verschlusses je nach Füllmenge in der Größe variabel. So fast er von 17 bis 23 Litern alles, was man so gebrauchen könnte. 

Feuerwear Rucksack Eric

Ich habe den Rucksack von Feuerwear bei meinem letzten Städte-Trip in Belgien dabei und hätte mir keine bessere Reisebegleitung vorstellen können. Die Schnalle lässt sich mit einer Hand öffnen und im Rucksack war ohne Probleme Platz für eine große Wasserflasche, meine Jacke, Kamera, Souvenirs, Handy, Geldbeutel, etc. (und die Sachen vom Freund noch dazu…) Einzig wenn man das winzige Ticket ganz unten im vollen Rucksack sucht wird es etwas kniffelig. Aber dafür sind ja eigentlich die beiden vorderen Taschen da 😉

Die Produkte von Feuerwear werden nachhaltig in Europa produziert und sind Upcycling vom Feinsten. Es gibt sie in den Farben rot, weiß sowie schwarz und alle sind Unikate mit einer eigenen heldenhaften Biografie. Die weißen und roten Unikate bestehen aus Polyestergarn, manchmal finden sich sogar Aufdrucke wie DIN-Nummer oder Bruchstücke des Wortes „Feuerwehr“ auf ihnen. Echte Unikate also. Bei den schwarzen Taschen (wie meiner) werden die Schläuche von innen nach außen gekehrt, so dass die Gummierung zu Tage tritt.

Bei den Schläuchen von Feuerwear handelt es sich um Druckschläuche (im Gegensatz zu Saugschläuchen), die während ihres Einsatzes in der Feuerwehr enormen Kräften ausgesetzt sind. Daher werden sie regelmäßig kontrolliert. Sobald sie rissig oder spröde werden, werden die Schläuche aussortiert und landen mit Glück bei Feuerwear. Hier wird ihnen in Handarbeit neues Leben eingehaucht.

Kurzum: Ein Rucksack zum Pferde stehlen, Städte erkunden und Einkäufe schleppen. Das mit dem Kaffee kriegen wir auch noch hin…

P.S. Der Rucksack wurde mir kostenlos von Feuerwear zur Verfügung gestellt. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und nur was mich überzeugt, landet auch auf dem Blog.

Feuerwear Rucksack Eric

mi*wai | Inez Bjørg David über Veganismus, faire Mode und Eiersalat.

Wer ein bisschen vegan schon etwas länger verfolgt weiß, dass vegane, faire und ökologische Mode & Accessoires bei mir eine sehr große Rolle spielen. Zuletzt beleuchtete ich mein Herzensthema im Shorty Vegan Guide des Vegan Blogger Collective. Meine Liste kann nun um eine Bezugsquelle erweitert werden: mi*wai.

Vor kurzem stieß ich in dem Onlineshop auf diesen  Ring aus Messing, fair trade gefertigt von einer Fraueninitative in Kenia. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme und forschte ein bisschen nach. 

ring

Von der Mutter, Schauspielerin, Yogini & Veganerin Inez Bjørg David ins Leben gerufen zeigt mi*wai, dass ökologische Mode – Eco Fashion – heutzutage nicht mehr gleichzusetzen ist mit Jesuslatschen und Strickpullis. Sie bietet schicke und tragbare Kleidung für alle Geschlechter und Altersklassen, Schuhe und Accessoires von Labeln wie Keregan, Dutch Basics, slowmo und Monkee Genes an. Darüber hinaus achtet mi*wai auf größtmögliche Nachhaltigkeit. So wird nur klimaneutral verschickt, das Büro mit Ökostrom versorgt, ethisch korrekt finanziert, bio-regional gegessen und ökologisch geputzt. Wahre Ökologisten! 

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copyright Mirjam Knickriem

Und damit nicht genug:  Inez hat sich bereiterklärt mir ein paar Fragen zu beantworten, die mir natürlich sofort auf den Nägeln brannten.

Auch an dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank für deine kostbare Zeit, liebe Inez! 

punkteklein

1. Wann und wie trat der Veganismus in dein Leben? Gab es einen Schlüsselmoment?

Es war mitten im Dreh für Doc meets Dorf. Ein Regisseur von einem anderem Projekt hatte mir ein Buch ans Herz gelegt: The China Study. Das hatte ich ewig rumliegen und fing dann während des Drehs endlich mit dem Lesen an. Es war für mich dann eine schnelle Bauchentscheidung ganz vegan zu leben. Also seit November 2012.

2. Wie sieht es in deinem Alltag aus? Ist veganes Leben als Schauspielerin möglich? Du bist was Catering und Garderobe/Maske angeht ja sicherlich stark von anderen Menschen abhängig. Und wie hält es deine Familie damit?

Wenn ich koche, dann immer vegan. Wenn Mirko kocht, nicht unbedingt – das heißt er kocht dann zusätzlich was für sich, und wenn die Kinder dann auch ein Würstchen haben wollen, dann dürfen sie das auch. Beim Dreh ist das eigentlich einfach, da man als Schauspielerin gerne besondere (oder wie einige Caterer vielleicht sagen würden: „schwierige“ Wünsche äußern darf. Das es aber gut schmeckt oder tatsächlich Veganes auf den Teller kommt ist nicht unbedingt gegeben – einigen Caterer haben mir schon Käse serviert 😉

3. Mit deiner Firma mi*wai vertreibst du faire und ökologische Kleidung, auch vegane Stücke sind darunter. Welches vegane Kleidungsstück trägst du persönlich denn zur Zeit am liebsten?

Bei Mode muss man sagen, dass es was Kleidung betrifft relativ einfach ist – keine Seide, keine Wolle. Bei Schuhen gibt es mittlerweile auch einige tolle Labels. Im Moment trage ich vor allem gerne meinen Parka von Leibschneider.

4. Verrätst du uns deine vegane Leibspeise und vielleicht auch das Rezept dazu?

Ist es langweilig, wenn ich wieder meinen Eiersalat erwähne? 😉 Das Rezept habe ich schon in meinem Blog gepostet. Ich liebe liebe liebe aber diesen Eiersalat und könnte ihn jeden Tag essen!

5. Welches vegane Kosmetikprodukt darf bei dir im Bad und/oder auf Reisen auf keinen Fall fehlen?
 
Ich mag die Granatapfel Tagescreme von Weleda sehr gern. 
 
6. Und zu guter Letzt: Für welches Lebensmittel oder Gericht müsste unbedingt noch ein adäquater veganer Ersatz gefunden werden? Gibt es etwas, das du vermisst?
 
Hmmm….Die Käsewurst! Was das ist? So was wie Wienerwürstchen mit Käse innendrin. 
 

punkteklein

 

Mir scheint, ich muss „The China Study“ doch endlich mal lesen. Bisher schreckte mich der dicke Wälzer etwas ab, aber er scheint ja doch sehr inspirierend zu sein 😉 

Wer sich nun auch von dieser wunderbaren Frau und der tollen Mode in ihrem Shop inspirierend lassen hat, kann sich bis zum 15.12.2013 ab einem Einkaufswert von 50 € einen Rabatt von 10 € sichern. Einfach beim Kauf den Code vegan2013 angeben und die Welt ein bisschen besser machen 😉

mi*wai
Sredzkistraße 6
10435 Berlin

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Shorty Vegan Guide | Part 7 | Fair Fashion

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Nachdem wir uns im Shorty Vegan Guide nun schon mit Ernährung, Literatur und pflegender und schmückender Kosmetik beschäftigt haben, darf ich euch heute eines meiner absoluten Lieblingsthemen vorstellen: Fair Fashion und Accessoires.

Kurz gesagt ist jedes Kleidungsstück vegan, dass nicht aus komplett oder in Teilen aus Wolle, Pelz, Seide oder Leder besteht. Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Ist es auch, wenn man auf einige feine Details achtet.

Die versteckten Übeltäter

Produkte, die auf den ersten Blick vegan erscheinen sind es nicht zwangsläufig. Es sei denn natürlich, sie sind klar als solche gekennzeichnet. Achtet man aber auf einige wenige „Fallstricke“, steht der veganen Einkaufsfreude nichts im Wege:

  • Schuhinnensohlen. Häufig bestehen sie auch bei Kunstlederschuhe aus Leder. Meist st das in der Produktbeschreibung aber deutlich gekennzeichnet.
  • Klebstoff von Taschen, Kunstlederjacken, Schuhen und Co.. Anders als in Deutschland ist in manchen Ländern die Verwendung von Klebstoffen auf Fischmehlbasis nicht verboten. „Glücklicherweise“ riechen Produkte bei denen diese verwendet wurde meist so penetrant, dass sie schnell zu identifizieren sind.
  • Applikationen an Jacken und Accesoires. Hier wird leider immer wieder Kaninchen- oder Katzenfell verwendet. Meist sind aber auch diese relativ leicht zu identifizieren, da Echtpelz meist weicher und feiner ist als faux fur und am „Boden“ deutliche Knüpfstellen zu erkennen sind.
  • Patches an Hosen. Selbst Kuyichi – für mich DIE Marke, wenn es um faire und ökologischen Jeans geht – hat bis vor kurzem Leder für diese Labels verwendet.
  • Knöpfe aus Perlmutt oder Horn
  • Die unterschiedlichen Arten von Wolle wie Alpaka, Mohair, Kaschmir, Merino und Angora, die häufig auch nur als solche (ohne den Zusatz „Wolle“) gekennzeichnet werden. Auch Stoffe wie Tweed und Loden beinhalten Wolle.

Let’s go shopping!

Bei der Wahl des richtigen Kleidungsstückes sollte man sich zuerst einmal über die persönlichen Prioritäten im Klaren werden. Schick, günstig und auch qualitativ hochwertig vegan einzukaufen ist überhaupt kein Problem, weder in der Großstadt noch auf dem platten Land. Kleidung aus Baumwolle, Mischgewebe und anderen Naturfasern, genauso wie Kunstlederprodukte sind überall leicht erhältlich.

Etwas kniffeliger wird es bei Schuhen, denn meiner Erfahrung nach gibt es zwischen günstigen Kunstlederschuhen und speziell entwickelten veganen Schuhen meist zwei große Qualitätsunterschiede: Zum einen der Geruch, der bei höherpreisigen veganen Schuhen einfach um Längen besser ist als der bei Kunstledertretern, zum anderen die Belüftung: In Schuhen aus Materialien wie Vegetan Bucky schwitzen meine Füße DEUTLICH weniger als in normalem faux leather. Hier rate ich jeder und jedem nicht zu sparen und lieber ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen, auch auf die Gefahr hin online bestellen und gegebenenfalls umtauschen zu müssen. Es lohnt sich und die Schuhe halten meiner Erfahrung nach sehr, sehr lange ohne abgelaufen auszusehen. Wobei ich persönlich 60-120 Euro für ein paar Schuhe, das ich jahrelang trage nicht als zu teuer empfinde. Für „gute“ Lederschuhe zahlt man meist sogar noch mehr.

fairlabel

Und die Menschen?

Wer noch einen Schritt weiter gehen will achtet nicht nur auf die Einhaltung von Tier-, sondern auch auf die von Menschen-, Kinder- und Arbeitnehmerrechten. Denn was nützt das schönste und günstigste Shirt, wenn für die Produktion Kinder 14 Stunden am Tag schuften, Menschen ungeschützt mit Chemikalien hantieren und Menschen erschossen werden, weil sie sich gewerkschaftlich organisieren wollen? Von mangelnder Schulbildung und Hunger aufgrund von Minimalstlöhnen ganz zu schweigen.

Die alte Mär fair und ökologisch produzierte Mode sei teuer und unansehnlich ist mittlerweile gänzlich überholt. Längst ist es möglich sich von Kopf bis Fuß korrekt UND schick einzukleiden. Seien es nun Oberbekleidung, Unterwäsche, Schuhe oder Accessoires, im Netz ist alles nur einen Mausklick entfernt. Vor Ort einzukaufen ist freilich immer noch eine kniffelige Sache, zumindest wenn man nicht in Berlin, Hamburg oder München wohnt.

Welche Zertifizierungen gibt es?

Die wohl häufigsten Label in der Textilbranche sind GOTS (Global Organic Textile Standart), das Fair Trade Siegel und das IVN-Qualitätssiegel. Dabei ist zu beachten, dass einige Labels vornehmlich auf ökologische Rohstoffe hinweisen, andere nur auf soziale Produktion und wieder andere beides vereinen. Eine schöne Übersicht über die verschiedenen Siegel und Zertifikate findet ihr unter anderem hier.

Onlineshops, Brands und Boutiquen

Hier möchte ich euch einen kleinen Überblick über die gängisten Bezugsquellen für fair/bio/vegane Kleidung, Schuhe und Accessoires geben. Wer die entsprechenden Schlagworte in eine Suchmaschine eingibt und die Augen offen hält, wird noch viel, viel mehr finden. Nicht alle Shops sind rein vegan, aber alle führen zumindest eine große Auswahl veganer Produkte.

Deutschland

Armed Angels 

Avesu 

Bleed 

Dear Goods 

denkefair 

Ethletic

FairBleiben 

Fairtragen 

Fritzi aus Preußen 

Good Wear 

Greenality 

Hess Natur 

Kuyichi 

Motte Klamotte 

Lanius

Lena Schokolade

Lovjoi

Marlowe Nature 

miwai 

Roots Of Compassion 

Umasan 

Wearpositive

Green Shirts – Social Eco Wear  

 

Auswärts

Beyond Skin  (UK)

Denise Roobol  (NL) 

Matt & Nat (CAN)

Muso Koroni (AUT)

Vegan Cross (Secret Society of Vegans) (UK)

Vegetarian Shoes  (UK)

 

Yoga Wear

Bee Athletica

Mandala Fashion

OGNX Yoga

Very Yoga 

Meine persönlichen Shopping Tipps

  • eBay. Hier habe ich schon oft richtige Schnäppchen entdeckt. Eine niegelnagelneue Matt & Nat für 18 statt 150 €, schicke Second Hand Teile und neue Kuyichi Jeans für die Hälfte oder 2/3 des Ladenpreises. Überhaupt habe ich noch nie eine neue Kuyichi für den vollen Preis gekauft, mittlerweile besitze ich vier Stück
  • etsy. Hier findet ihr wirklich alles. Im Prinzip wie dawanda, nur günstiger und cooler. Zwar dauert die Lieferung aus den vornehmlich aus den USA stammenden Shops etwas länger, aber die Wartezeit lohnt sich eigentlich immer! Die Sachen dort sind meist nicht zertifiziert, aber meist in Heim- und Handarbeit entstanden. DIY to the fullest!

ein_bisschen_vegan (16 von 26)

Hose: Kuyichi, Bluse: Hess Natur, Gürtel: Roots of Compassion

ein_bisschen_vegan (7 von 26)

T.-Shirt: Hess Natur, Jeans: Kuiychi, Tasche: Matt & Nat

Fazit

Vegan ist nicht gleich fair und ökologisch, aber besser als nichts. Fair, ökologisch UND vegan noch besser. Und vor allem nicht zwingend teuer. Re-duce, re-use, re-cycle!

Jedes Stück zählt! Niemand erwartet, dass der Kleiderschrank in einer Woche komplett ausgemistet wird. Ich frage mich einfach jedes Mal vor einem Kauf, ob es dieses Kleidungsstück auch in ansprechend fair gibt. Klappt nicht immer, aber wenn, dann freue ich mich besonders.

Nutzt Tauschbörsen wie Kleiderkreisel, stöbert bei eBay und Freunden im Kleiderschrank. Achtet auf Stoffqualität und Verarbeitung. Kauft lieber einmal qualitativ hochwertig und dafür etwas teurer als zweimal billig. Das rächt sich fast immer.

Kauft planvoll: Werdet ihr das Teil wirklich tragen? Lässt es sich mit mindestens drei anderen Kleidungsstücken aus eurem Schrank kombinieren? Oder werdet ihr es eh nie mehr als einmal anziehen?

Zum Schluss noch einen Appell an alle Firmen und Designer: Immer wieder werde ich nach fairer Mode ab Größe 42 gefragt. In diesem Punkt besteht noch massiv Nachholbedarf. Ich würde mich freuen, wenn ich beim nächsten Fashion Guide auch Kleidung in größeren Größen als 38/40 präsentieren könnte;)