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Vegan Guide München Tipps

Vegan Guide München | Vegan Essen im Bordrestaurant der Deutschland Bahn, LOUIS Hotel und andere Hotspots

Vegan Guide München TippsMünchen war auf meiner persönlichen Landkarte bisher ungefähr so weit weg wie der Mond von der Erde. Ich bin ein Mädchen vom platten Land und kannte den Marienplatz bis letztes Jahr nur aus öffentlich-rechtlichen Vorabendserien oder den Meisterfeiern des FC Bayern Münchens. Da zog mich irgendwie so gar nichts hin. Dachte ich zumindest.

Bis ich dann im letzten Jahr mit der Whale & Dolphin Conservation in der bayrischen Landeshauptstadt weilte und feststellte, dass München doch einiges zu bieten hat. Auch und vor allem für Veganer*innen. Und so freute ich mich enorm, als Sarah von Vegan Guerilla mir Anfang des Jahrs anbot, das von ihr exklusiv für das Bordrestaurant der Deutschen Bahn entwickelte Gericht zu testen. Denn am besten tut man das natürlich im Zug. Während der Fahrt. Damit sich das Ganze auch richtig lohnte, suchte ich mir die weiteste und zugleich bequemste ICE-Strecke aus, die ich finden konnte. Hamburg – München. Ohne Umsteigen, 1. Klasse. Bingo! 

Auf der Hinfahrt ließen wir es uns also enorm gut gehen und verbrachten die 6 Stunden schlemmend, surfend und mit viel Platz im klimatisierten Wagon. (Ein Umstand, den wir später noch sehr zu schätzen wissen sollten, denn in München hatten wir durchgehend 28-33 Grad. Dazu 30-60% Luftfeuchtigkeit und entgegen der Vorhersage nicht einmal Regen oder Gewitter.)

Hier also mein ultimativer Vegan Guide München, für alle, die mal einen Tag (oder auch länger) in der schönen Stadt verbringen und sich ein wenig vegan inspirieren lassen möchten. 

Vegan Guide München Vegan Essen im Bordrestaurant

Vegan Essen im Bordrestaurant der Deutschen Bahn

Doch erstmal zurück auf die Schienen. An das Bordrestaurant der Deutschen Bahn hatte ich nur noch vage Erinnerungen aus Kindertagen. Ich verband es mit teurer Cola, schlechtem Kaffee und Currywurst. Vorsichtiger Optimismus machte sich breit. Es konnte nur besser geworden sein und allein die Tatsache, dass die Bahn mit ihrer Aktion „Mehr als nur Essen – gekocht, gebloggt, geliked“ neue Wege beschreitet und einige Foodblogger ins Boot geholt hat, ließ hoffen.

Und tatsächlich: Ich wurde positiv überrascht. Wenn man bedenkt, dass hier auf engstem Raum und mit wenigen Mitteln Gastronomie betrieben wird, kann sich das aktuelle Angebot wirklich sehen lassen. Es gibt eine Reihe an Gerichten, die über die Klassiker Kartoffelsalat, Currywurst und Erbsensuppe hinausgehen. Mittlerweile werden sogar Vegetarier*innen und selbst Veganer*innen lecker (!) satt. Sarahs Gericht – „Mediterraner Nudelsalat auf kleinem Blattsalat mit ofenfrischer Focaccia“ (bei Bedarf mit gebratenen Sojastreifen) – ist zwar nur im Aktionszeitraum August und September erhältlich, jedoch wird im Hintergrund meines Wissens schon an einem Ausbau des dauerhaften veganen Angebot gefeilt. Mehr zur Aktion #bloggerinfahrt findet ihr hier. 

Das Essen war überraschend frisch, lecker und erstaunlich üppig. Selbst meine – sonst nicht vegan essende Begleitung – war mehr als zufrieden. Auch preislich war das Gericht echt in Ordnung. 12,90 € (plus 3 € für die Sojastreifen) gehen unter diesen Bedingungen mehr als klar. Besonders freut es mich, dass die Bahn die Aktion sehr prominent bewirbt und das Gericht ganz selbstverständlich in das Angebot einfließen lässt. Ich kann mir vorstellen, dass bei der ansprechenden Darbietung auch der eine oder die andere Nicht-Veganer*in zuschlägt und es sich schmecken lässt. Immerhin werden in den 260 Bordrestaurants der ICEs im Monat im Schnitt 12.000 bis 15.000 Aktionsgerichte verkauft.

Vegan Guide München Emiko Hotel Louis

Veganes Buffet im LOUIS Hotel in München

In München angekommen ging es dann gleich weiter mit den veganen Köstlichkeiten. Nachdem ich im letzten Jahr Hals über Kopf dem veganen Frühstücks-Buffet im LOUIS Hotel am Viktualienmarkt verfallen bin, entschieden wir uns diesmal dafür hier sogar zu nächtigen. 3 Nächte, 3 x Frühstück. Yeah! Das Restaurant Emiko liefert in meinen Augen das beste vegane Hotelfrühstück in Deutschland ab. Und das, obwohl es sich nicht mal um ein rein veganes Hotel handelt. Vielmehr führen hier famose vegane Speisen eine friedliche Koexistenz neben anderen – höchstwahrscheinlich ebenso leckeren – nicht veganen Produkten. Viele direkt vom Viktualienmarkt nebenan und in Bio-Qualität.

Hotel und Restaurant sind eine Fusion aus Japan und Frankreich, viel Holz und Moderne. Wir haben uns pudelwohl gefühlt und die Aussicht auf den Alten Peter (Den ich dieses Jahr auch tatsächlich erklommen habe. Schwitz!) sehr genossen. Zwischendurch kam ein richtiges „Zuhause-Gefühl“ auf, denn anders als in vielen anderen Hotels sind die Zimmer im LOUIS tatsächlich sehr heimelig und wohnlich gehalten. Und Psst: Alles sehr, sehr instagramable. 😉 

LOUIS Hotel
Viktualienmarkt 6
80331 München

Vegan Guide München LOUIS Hotel

Vegan Guide München Louis Hotel  Vegan Guide München Louis Hotel Übernachten

Dank der hervorragenden Lage ist man mitten am Puls der Stadt und erreicht viele tolle Spots fußläufig oder nach nur sehr kurzen Fahrten mit Tram, S- oder U-Bahn. Hier möchte ich euch übrigens die wirklich gelungene App der MVV ans Herz legen, die mir im Gewirr des Münchner ÖPNVs sehr geholfen hat. Die Stammstrecke ist nämlich alles anderes als gut ausgebaut, es gibt baustellenbedingt viele Änderungen und man muss des Öfteren Umsteigen.

Ela von Transglobal Pan Party war mir erneut die wunderbarste Stadtführerin, die man sich wünschen könnte und so waren wir Dank ihr immer mit den besten, interessantesten und leckersten Tipps versorgt.

Miin Korean Cosmetics

Fest auf meiner To-Do Liste stand auf alle Fälle Miin Korean Cosmetics. Miin lässt die Herzen aller höher schlagen, die Lust auf süße Verpackungen, Innovationen und asiatische Hautpflege haben. Taki stand mir eine gute Stunde Rede und Antwort und gab mir eine kleine Führung durch den Laden.

In der Vergangenheit kamen mir bei koreanischer Hautpflege vor allem Schneckenschleim, Schweinekollagen und Tierversuche in den Sinn. Aber ich wurde eines besseren belehrt! Mittlerweile hat auch der asiatische Markt den Trend erkannt und so finden sich bei Miin in der Tat neben überraschend vielen veganen Produkten sogar solche aus dem Bereich der zertifizierten Naturkosmetik (!). Ein Gang in das putzige Ladengeschäft lohnt sich also allemal.

Miin Korean Cosmetics
Westenriederstraße 8
80331 München

Mo. – Sa. 10 – 19 Uhr 

Vegan Guide München Miin

Vegane Dumplings bei Ledu Happy Dumpling

Auch für das leibliche Wohl hatte Ela einige Tipps auf Lager und so verschlug es uns abends ins Ledu Happy Dumplings in die Theresienstraße

Der Bestellvorgang ist denkbar einfach. Entweder 10 Dumplings quer Beet oder 10 Dumplings einer Sorte für 7,90 €. Wir entschieden uns für letzteres. Einmal vegetarisch, einmal vegan. Was mich in diesem Imbiss wirklich überrascht hat: Alle Speisen sind bio-zertifiziert, die Dumplings werden in einer Manufaktur in der Nähe von München per Hand geformt. 

Die veganen Dumplings in Kombination mit der Erdnusssoße (?) waren ein GEDICHT. Sie schmeckten meiner Begleitung sogar besser als die vegetarischen. Schade, dass Ledu so weit weg ist, ich könnte da wöchentlich hin. 

Ledu Happy Dumplings
Theresienstraße 18
80333 München

Mo. – Fr. 11.30 – 21.30 Uhr 
Sa. 12 – 22 Uhr 
So. 12 – 21.30 Uhr  

Eis ohne Alles bei Ice Date

Bei Temperaturen um die 30 Grad war ich dankbar für Elas Tipp, dem Ice Date einen Besuch abzustatten. Hier bekommt ihr veganes Eis in Bio-Qualität. Sojafrei, glutenfrei, ohne Haushaltszucker, mit Datteln gesüßt und auf Cashew-Basis. Der erste Bissen ist tatsächlich etwas ungewöhnlich, da dieses Eis DEUTLICH weniger süß ist als alles, was ich bisher an Eisdielen-Eis gegessen habe. Aber ja: Das schmeckt. Mit 2,20 € pro Kugel allerdings selbst für München nicht ganz preiswert. (Teurer war nur meine Kugel Erdbeer-Champagner beim Verrückten Eismacher für 3,50 €. Hust.)

Besonders gut gefällt mir übrigens die Münchner Angewohnheit, immer auch kleinen Klecks einer Sorte nach Wahl zum Probieren obendrauf zu geben. Das war in allen besuchten Eisdielen so und ist mir sonst anderswo auch noch nicht untergekommen.

Ice Date
Amalienstraße 91
80799 München

Mo. – So. 11 – 18 Uhr 

Vegan Guide München Out and About

Auf die Schnelle

Ich wäre kein anständiger Beauty Blogger, wenn ich nicht auch Sephora einen Besuch abgestattet hätte. Die Dependance in der Münchner Filiale von Galeria Kaufhof ist die erste in ganz Deutschland und auch jetzt, Wochen nach der Eröffnung, immer noch sehr gut besucht.

Dementsprechend sahen die Theken leider teilweise auch aus. Trotz zahlreicher Verkäuferinnen waren viele Tester sehr dreckig und verschmiert und einige Teile des Angebotes komplett leergeräumt. Offline wie online ist schon jetzt vieles ausverkauft. Auf Nachfrage erntete ich nur Schulterzucken, gepaart mit einem „Wir wissen leider nicht, ob und wann die Sachen wieder reinkommen.“. 

Sephora München (bei Galeria Kaufhof)
Kaufingerstraße 5
80331 München

Mo. – Sa. 9 – 20 Uhr

Ausgesuchte Naturkosmetik im schnieken Ambiente bekommt ihr bei Tobs The Organic Beauty Store. Hier findet sich unter anderem Marken wie Amala, Eco By Sonya, Esse, Fine, Hiram Green, Kahina Giving Beauty, Und Gretel und Voya. 

Im dazugehörigen SPA könnt ihr euch zudem ordentlich verwöhnen lassen.

Innere Wiener Straße 55
81667 München

Mo. – Fr. 10 – 19 Uhr 
Sa. 10 – 18 Uhr 

Dank Ela (mal wieder) verschlug es mich auch in den Weißglut Concept Store. Hier findet ihr alles, was das Design- und Interieurherz höher schlagen lässt: Geschirr, Karten, Poster, Lampen, Deko, aber auch Kleidung (auch Fair Fashion!). Ideal für Blogger auf der Suche nach Props und alle, die es gerne hübsch/stylisch zuhause haben.

Hohenzollernstraße 8
80801 München

Mo. – Fr. 11 – 19 Uhr
Sa. 10.30 – 18 Uhr 

Ein Geheimtipp aus dem letzten Jahr, für den ich auch diesmal sehr dankbar war, ist übrigens der alte Südfriedhof von München. Die Stadt erschien mir in den Tagen meiner Anwesenheit besonders wuselig und laut, was sicherlich auch mit den stickigen Temperaturen zu tun hatte. Umso dankbarer waren wir für diese Oase der Ruhe, den kühlen Schatten und die ganz besondere Atmosphäre. 

Vegan Guide München

Fazit

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen. Aber dies soll reichen, um euch München (vegan) schmackhaft zu machen. Es lohnt sich nämlich wirklich.

Vorab erreichten mich einige skeptische Nachrichten. München sei weniger geeignet für Vegetarier*innen, geschweige denn Veganer*innen. Das kann ich nicht bestätigen. Klar, Leberkässemmel bekommt man hier an jeder Ecke. Ebenso Weißwürste und Fleischwaren aller Art. Das Klischee wird voll bedient.

Wer sich aber nur ein paar Minuten Zeit nimmt und vorab ein wenig im Netz sucht, wird schnell fündig. Selbst beim Inder um die Ecke, mitten in der Innenstadt, standen vegane Optionen auf der Karte. Und ebenso fußläufig liegt das wunderbare Principessa’s, in dem ihr feinste vegane Macarons bekommt. 

Ihr seht: München vegan ist möglich. Und sehr, sehr lecker. 

Vegan Guide München City Trip

 

P.S.: Die Deutsche Bahn (beziehungsweise die zuständige Agentur) hat mich eingeladen, das Gericht im Bordrestaurant zu probieren und mir die Fahrt mit einem Gutschein versüßt. Die Fahrten Hamburg – München und München – Hamburg gingen also „auf’s Haus“. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Vegane Macarons München Principessa

Checked: Principessa’s München | Vegane Macarons

Vegane Macarons Principessas München

Wenn man gut 2 Wochen nur salz- und geschmacksarme Krankenhauskost zu sich nimmt, kommt einem jedes Gramm bösen weißen Zuckers wie ein Geschenk des Himmels vor. So erging es mir, als mich im letzten Jahr ein Päckchen von Lena in meinem Krankenhausbett erreichte. Darin enthalten 12 farbenfrohe Macarons. In vegan! Ich war aus dem Häuschen. Und habe wohl selten eine Süßspeise so langsam, bedächtig und genüsslich verspeist. Lena hatte sie bei Dawanda bestellt. Sie waren himmlisch!

Als ich nun vor einiger Zeit für die Whale and Dolphin Conservation in München war, erzählte mir Ela von Transglobal Pan Party von einem kleinen Laden, der auch vegane Macarons führen würde. Zufälligerweise lag dieser direkt gegenüber des Restaurants, in dem wir am ersten Abend speisen wollten. HEUREKA! Da war das Logo. Meine Krankenhaus-Survival-Macarons aus dem letzten Jahr stammten genau von hier. Von Principessa’s aus München! 

Rein in den Laden, Theke leergekauft und wohlig grinsend im Hotelzimmer geschlemmt. Sorry an alle, die an diesem Abend keine veganen Macarons mehr abbekommen haben. Die landeten alle in meinem Bauch. Ich bekomme die Sorten nicht mehr ganz zusammen – das Sortiment wechselt regelmäßig – aber von Schokolade und Himbeer über Pistazie und Vanille bis hin zu Salted Caramel ist alles dabei. 

Ich kann allen, die sich irgendwann mal in München und Umgebung aufhalten raten, unbedingt bei Principessa’s vorbeizuschauen. Es lohnt sich! Alle anderen finden die Macarons außerdem auch im Shop und auf Dawanda. Vegane Leckereien können ganz einfach per Telefon oder Mail geordert werden. 

Principessa’s
Radlsteg 2
80331 München

Tel. 089 – 51 66 47 86
info@principessas.de

Dienstag – Freitag 12:00 – 19:00 Uhr
Samstag 11:00 – 18:00 Uhr

Principessas München vegane Macarons

Zero Waste

Weniger Plastik ist Meer | Zero Waste & Mikroplastik

Zero Waste

Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist aufzuwachen.
Diese Zeit ist jetzt.
-Buddha

Es scheint, als sei Zero Waste das neue Vegan. Das neue Bio. Und der neue Minimalismus sowieso. Zero Waste ist gerade in aller Munde. Doch ist der Verzicht auf Müll so einfach? Plastikdosen raus, Ball Mason Jars rein? 

Ich muss euch nicht das drölftausendste Foto adrett verpackten Müslis zeigen. Auch das ist zwar gut und wichtig. Aber Zero Waste ist noch so viel mehr. Daher möchte ich mich heute einem Thema widmen, dass viele höchstwahrscheinlich bisher außer Acht gelassen haben. Und das vor allem viele Veganer*innen interessieren sollte. Auch mir waren die Auswirkungen dieses ganz speziellen Müllproblems nicht klar. Bis ich im Mai auf Einladung der Whale & Dolphin Conservation in München war und einem Workshop beiwohnte, der den Titel „Weniger Plastik ist Meer“ trug. Zusammen mit einigen anderen Bloggern bekamen wir erst die harte Fakten vor den Latz geknallt, um dann Menschen zu treffen, die sich der Problematik schon eine ganze Weile bewusst sind und versuchen etwas dagegen zu tun und mit gutem Beispiel voran zu gehen. 

Facts First

Ich könnte euch jetzt viele schockierende Bilder von Walen und Seevögeln zeigen, deren Mageninhalt fast ausschließlich aus Kunststoff besteht. Davon gibt es – leider – genug. Ich könnte euch auch erzählen, dass diese „Fehlfüllung“ des Magens dazu führt, dass das Gehirn den Tieren meldet, sie seien satt. Und sie so verhungern. Ich könnte euch auch von Walen erzählen, denen ein Stück Plastik den Magen verschliesst, so dass die aufgenommen Nahrung nicht ankommt . Oder die sich in sogenannten „Geisternetzen“ verfangen und so keine Nahrung mehr aufnehmen können. Und das diese Tiere sich dank ihres Ich-Bewusstseins ihrer misslichen Lage bewusst sind, durch ihre großen Fettreserven allerdings noch wochen- und monatelang durch die Meere schwimmen, mit der Gewissheit bald zu sterben. 

The Most Dangerous Species in the Mediterranean

 

Schauen wir uns lieber eine einfache Rechnung an, die so simpel wie erschreckend ist.

Jährlich gelangen im Schnitt 6,4 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere.

Das entspricht dem Gewicht von 48.200 Blauwalen.

Es gibt schätzungsweise noch rund 25.000 dieser Tiere, vielleicht sogar weniger…

Nur 15% dieses Plastikmülls finden sich an der Oberfläche und nur 15% an der Küste (38% des Mülls am Strand sind Zigarettenkippen!). Der Großteil – nämlich 70% – findet sich am Meeresgrund, wo er ohne Sauerstoff und Sonnenlicht kaum zersetzt wird.
Da steht dann auch mal ein Gartenstuhl aufrecht in tausenden Metern Tiefe und verbreitet morbiden Titanic-Charme. Leider genau in dem Gebiet, in denen die großen Säuger auf Nahrungssuche gehen. 

Mindestens genauso erschütternd ist die Tatsache, dass es sich bei den meisten Plastikteilen um solche handelt, die für den einmaligen Gebrauch geschaffen wurden und recyclebar wären.

Was habe ich damit zu tun? Ich werfe meinen Müll nicht in die Natur! 

Und da kommen wir ins Spiel. Die wenigsten von uns wohnen direkt an der Küste. Oder schmeißen ihren Müll bei der Bootstour ins Wasser. Wie kommt er also da hin? Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht die großen Containerschiffe, die Ladung verlieren (oder verlieren wollen…), die das Gros ausmachen. Der meiste Müll kommt über die Flüsse ins Meer. Von uns. Aus dem Hinterland.

Jeder von uns produziert im Schnitt rund 617 kg Müll pro Jahr. Jede*r Einzelne. Und hier beginnt das Problem. Denn rund 80% des Mülls im Meer ist Haushaltsmüll. Nur 20% stammen aus der Schifffahrt. So treiben beispielsweise allein durch die Donau jeden Tag 4,2 Tonnen Kunststoff dem Meer entgegen. 


Damit kommen wir zu einem Aspekt in der Zero Waste Debatte, der leider immer noch häufig außer Acht gelassen wird: Dem Mikroplastik. Vor allem in der Kosmetikindustrie stolpert man aktuell immer wieder über diesen Begriff. Aber auch die Kleidungsindustrie ist ein großer Verursacher von Mikroplastik. 

Unter dem Begriff Mikroplastik versteht man vor allem entweder großen Müll, der im Laufe der Zeit im Meer immer kleiner gerieben wird oder bereits fertige Pellets aus der Industrie. Hier sind vor allem Zusatzstoffe in Peelings, Duschgels, Zahnpasten und Füllstoffe in dekorativer Kosmetik zu nennen. Doch auch die Kleidungsindustrie stellt in puncto Mikroplastik ein durchaus nicht zu vernachlässigendes Problem dar.

Und nicht nur bei der Produktion. Wahrscheinlich greifen vor allem Veganer*innen häufiger zu Kunstfasern als andere Menschen. Der Verzicht von Leder, Wolle und Seide lässt nur wenig Natur übrig. Wer nicht tagtäglich in 100% Baumwolle, Hanf oder Leinen herumlaufen kann oder mag, muss früher oder später auf künstlich hergestellte Stoffe zurückgreifen. Auch bei Funktionskleidung und im Winter ist mit reiner Baumwolle oft das Ende der Fahnenstange schnell erreicht. Ich persönlich trage beispielsweise gerne Mischgewebe mit einem hohen Baumwollanteil, da diese Stoffe länger die Form bewahren und weniger schnell ausleiern oder knittern als zum Beispiel reine Baumwolle. 

Was ich bisher aber nicht wusste: Bei jedem Waschgang gelangen pro synthetischem Kleidungsstück rund 2.000 Faserteilchen (=Mikroplastik) ins Abwasser! Und diese Teilchen können bisher von keiner Waschmaschine herausgefiltert werden. Leider auch nicht ausreichend von Kläranlagen. Was ein Unding ist, wenn man bedenkt, dass es Forscher*innen sehr wohl gelingt für Messungen die winzigen Teile zu filtern. Warum also schafft die Industrie das nicht? Eine Antwort bleibt sie bisher schuldig. Eine Waschmaschine, die Mikroplastik filtern und sammeln kann ist angeblich in Planung. Mehr ist meines Wissens bisher jedoch nicht bekannt. 

Zero Waste Plastik im Meer

Für das Versagen der Kläranlagen spricht auch, dass vor allem nach starken Regenfällen der Plastikgehalt in den Gewässern steigt. Der Regen spült den Müll in die Gullis, die das Wasser wiederum in die Kläranlagen leiten, die dann das – vermeintlich – gereinigte Wasser wieder dem Kreislauf zu führen. Im Übrigens gibt es neuste Erkenntnisse, dass auch Reifenabrieb einen recht großen Anteil am Mikroplastik in den Meeren hat. Auch dieser Abbrieb wird vor allem bei Regen von der Straße in die Kanalisation gespült. 

Ja, und nu? 

Eine Lösung für dieses spezielle Problem habe auch leider ich nicht parat. Und das macht mir ein wenig Angst. Einzig Vermeidung ist hier und jetzt – soweit es eben geht – möglich. Zero Waste ist nichts, was man „mal eben so“ von Heute auf Morgen umsetzen kann. Ich bewundere Menschen wie Shia, die mit ihrem Freund den nicht-recyclebaren Müll so weit runtergeschraubt hat, dass er in ein Weckglas passt.

Mein Credo ist daher zur Zeit nicht Zero Waste sondern Less Waste. Denn hier gibt es keine Unverpackt Läden oder dergleichen. Aber ich frage mich bei jedem Einkauf: Kann ich eine unverpackte Alternative bekommen? Pappe statt Plastik? Es klappt nicht immer. Aber ein Ball Mason Jar für’s Müsli sollte immer drin sein. 

punkteklein

Unverpackte Link-Liebe an die Blogger:

Inka von blickgewinkelt
Theresa von the waitress
Shia von wasteland rebel
Madeleine von dariadaria

Vielen Dank an die tollen Referent*innen:

David Pfender, WDC
Benedikt Tröster, Vaude 
Katrin Schüler, Plastikfreie Zone 
Steffen Kraft, Kraft & Adel 
Nele Prinz, No Plastic Challenge (Ich hoffe inbrünstig auf die Verwirklichung des tollen Buches!)
Franziska Gruber 

P.S. Ich bin von der WDC nach München eingeladen worden. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und nur was mich überzeugt, landet auch auf dem Blog.