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Radico Brown Dark Brown

Pflanzenhaarfarbe von Radico | Dark Brown & Brown

Radico Brown Dark Brown

Moin,

vielleicht erinnert ihr euch: Im letzten Herbst habe ich nach jahrelanger Abstinenz mal wieder Pflanzenhaarfarbe (PHF) an mein Haupthaar gelassen. Ich färbte damals  – nach einem ziemlichen Hype im Netz – mit „Wine Red“ von Radico, was mir bei meinem dunkelbraunen Naturton ein sattes Kastanienbraun mit deutlichem Rotanteil bescherte. Insgeheim erhoffte ich mir eine kräftigere Rotfärbung, rechnete aber nicht wirklich damit. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Meine Artikel aus dem Oktober 2014 findet ihr hier.

Und ich wurde tatsächlich überrascht. Nicht von der Farbe. In diesem Punkt muss ich mich einfach damit abfinden, dass da ohne vorheriges Aufhellen nichts läuft. Aber die Pflegewirkung haute mich um! Die Haare ließen sich leicht mit lauwarmem Wasser auspülen und fühlte sich danach gepflegt an, wie nach einer guten Haarkur. Zudem blieb die Farbe sehr lange satt und schön, was mich nun dazu bewogen hat wieder zu Radico zu greifen.

Denn nach nunmehr 5 Monaten ist, zumindest im Sonnenlicht, doch ein deutlicher Ansatz zu sehen. Diesen wollte ich eleminieren und auch wieder zu meiner Naturhaarfarbe zurückkehren. Rot hin oder her. Das bin einfach nicht ich.  Mein Hautton mag es eher kühl. Und vor allem rote PHF hat leider die Angewohnheit mit der Zeit immer heller und wärmer zu werden, da sich das schwarze Indigo in der Haarfarbe schneller auswäscht als das rote Henna.

Die Inhaltsstoffe

Die gängigen Pflanzenhaarfarben bestehen immer aus Henna (und je nach Farbton auch aus einem mehr oder weniger großen Anteil Indigo). Dazu kommen Kräuter, Wurzeln und Blüten, die entweder die Farbe intensivieren, besonders pflegen oder schützen. Hier eine Auswahl an Zutaten der PHF von Radico:

Henna (Lawsonia Inermis) – Hauptsächliches Haarfärbemittel, färbt rot, bringt Glanz.

Indigo (Indigofera Tinctoria) – Haarfärbemittel, färbt schwarz.

Bhringrai (Eclipta Alba)  – Pflegt und sorgt für Beständigkeit der Farbe

Manjistha (Rubia Cordifolia) – Färbt intensiv, dunkelt die Farbe ab & pflegt die Kopfhaut.

Hibiscus (Hibiscus Rosa Sinensis) – Hilft gegen Schuppen, schenkt Glanz.

Amla (Emblica Officialis) – Dunkelt die Farbe ab, hilft gegen Verblassen und Ergrauen.

Methi (Trigonella Foenum-graecum) – Intensiviert vorhandene Farbe.

Kaffee (Coffea Arabica) – Träger für dunkle Farbe, intensiviert und hält die Farbe.

Die Anwendung

Da ich befürchtete die Nuance „Dark Brown“ könnte zu dunkel werden, entschied ich mich dazu sie mit „Brown“ zu mischen. Ich wählte das Verhältnis 2/3 „Brown“ und 1/3 „Dark Brown“ und rührte die Farbe mit lauwarmem Wasser an. Im Gegensatz zu Henna mag es Indigo nämlich nicht zu heiß, die Temperatur sollte 50 Grad nicht überschreiten. Auch sollte die Farbe nicht sauer angerührt werden. Danach ließ ich sie eine gute Viertelstunde ziehen und trug den Brei dieses Mal aufs handtuchfeuchte Haar –  kopfüber über der Wanne – auf. Danach begab ich mich in die selbige und wusch die Masse nach 1 1/2 Stunden wieder aus. Denn bereits bei „Wine Red“ stellte ich zumindest bei mir fest, dass ewig lange Einwirkzeiten (wie ich sie früher praktizierte) nicht nötig sind, nur unnötigen Aufwand bedeuten und am Ende auch kein deutlich besseres Farbergebnis erzielen.

Leider unterscheidet sich die PHF von Radico im Geruch auch nicht sonderlich von schnödem Henna. Es soll Menschen geben, die ihn mögen. Ich muss dabei immer an eine Mischung aus Heuboden, Headshop und feuchtem Wald denken. Und leider gibt sich das auch erst nach gut und gerne zwei bis drei Wochen. Zeit braucht es auch bis zur endgültigen Farbentwicklung. PHF dunkelt durch Oxidation noch ca. 5 Tage nach, wäscht sich allerdings in den ersten zwei bis drei Wäschen auch wieder ein bisschen aus. Wem das Ergebnis direkt nach dem Färben also noch nicht intensiv genug ist, sollte vor allem bei hellem Haar noch einige Zeit mit der zweiten Runde warten.

Das Ergebnis

Haarfarben auf Hennabasis werden nie ganz kühl, sondern haben immer einen leicht rötlichen Einschlag. Dennoch gefällt mir das Ergebnis sehr gut. Mein Ansatz ist nicht mehr zu sehen und graue Haare sind jetzt – vor der ersten Wäsche zumindest – tatsächlich abgedeckt. Ich würde den Ton als „Espresso“ bezeichnen. Der Rotton ist deutlich abgemildert und die Farbe schön satt. An den naturgemäß etwas trockeneren Spitzen ist die Farbe natürlich heller, aber ansonsten kommt sie schon sehr nah an meine Naturhaarfarbe heran.

Fazit: Dabei bleibe ich. Auch wenn ich nun eigentlich keine weitere Farbveränderung brauche, kann ich mir gut vorstellen die Farbe auch in Zukunft immer mal wieder anzuwenden. PHF lagert sich nach und nach auf dem Haaren ab und macht sie so dicker und griffiger. Zudem ist die Pflegewirkung so toll, dass sie fast wie wie Kur wirkt. Perfekt zur Farbauffrischung zwischendurch.

Einzig einen Wunsch hätte ich: Dass die Hersteller endlich ein paar Cent mehr in die Hand nehmen und den Farben medizinische Handschuhe beilegen, statt dieser unmöglich großen, rutschenden Plastikdingern. Sie fallen IMMER von den Händen. Vor allem beim Auftragen von Henna, welches man aufgrund der Konsistenz gut in die Haare einarbeiten, fast kneten muss. Normalerweise kaufe ich vorher wohlweislich andere Handschuhe. Diesmal vergaß ich es und es war eine einzige Sauerei…

Ebenfalls gefärbt und berichtet haben unter anderem auch Tried It Out (Brown), Nadines Testwelt (Dark Brown), Naturradottir (Copper Brown), Bissen fürs Gewissen (Golden Brown), Mexicolita (Wine Red), Chaosköppsche (Mahagony), Owl Night Long (Burgundy), Kunterkatha (Burgundy), Leonas Lalaland (Copper Brown) und  Juli Cosmetics (Brown).

Aufgenommen abends (und ungeschminkt) vor der Light Box
Radico KunstlichtAufgenommen bei indirektem SonnenlichtRadico Haarfarbe Dunkelbraun Braun

radico wine red ein bisschen vegan

Radico Wine Red | Pflanzenhaarfarbe mit WOW-Effekt

radico wine red ein bisschen vegan

Moin,

einigen von euch werden es auf den Social Media Kanälen bereits mitbekommen haben: Nach meinen letzten – sehr ernüchternden – Erfahrungen mit Henna, habe ich mich mal wieder an Pflanzenhaarfarbe (PHF) getraut. Das Ganze ist nun gute vier Wochen her. Zeit also, Revue passieren zu lassen.

Ich hatte mir geschworen, dass mit dem Henna nie wieder zu versuchen. Es dauerte Monate, wenn nicht gar Jahre, bis ich die Reste aus meinen Haaren raus hatte. Überfärben ging nur bedingt, irgendwann kamen die hellroten, kaputten Spitzen immer raus. Ich musste also brav warten und die Reste Stück für Stück beim Friseur rausschneiden lassen.

Einmal Henna und nie wieder?

Dennoch blieb der Wunsch, den ich seit jeher hatte: Mal so richtig schön rot auf dem Kopf sein.  „Schön“ heißt für mich vor allem langanhaltend und nicht karottenrot. Chemie fiel mir in der Vergangenheit immer sehr schnell wieder aus den Haaren, kommt seit der Umstellung auf vegane und tierversuchsfreie Kosmetik natürlich auch nur noch bedingt in Frage. Von dem Schaden, den die Haare davon tragen ganz zu schweigen. Henna Pur wurde mit der Zeit immer heller und wärmer. Das was ich nicht wollte. Zudem war mir der Aufwand zu groß. Um soviel wie möglich aus dem Rot herauszuholen, färbte ich nach der amerikanischen Methode. Das bedeutete, dass ich das Henna (für die bessere Pflege) mit Joghurt und Milch statt Wasser anrührte  und die Klackermatsche (zum Lösen der roten Pigmente) für mindestens 2 Stunden bei sehr niedriger Temperatur im Ofen stehen hatte. Danach kam das Ganze für mindestens 6 Stunden auf dem Kopf. Damals war ich Schülerin oder in Ausbildung. Heute für mich so gar nicht mehr umzusetzen.

Als ich dann aber die Pflanzenhaarfarbe von Radico* in der Farbe Wine Red bei Mexicolita entdeckte, war es um mich geschehen. Sie erzählte was von „super pflegend“, „leuchtendes Rot“, „tolle Haltbarkeit der Farbe“. Noch dazu machten mich die in dem Henna enthaltenen indischen Kräuter, die ich bereits von den Produkten von Khadi her kannte, ziemlich neugierig. Ein Blick auf Mexis Ausgangshaarfarbe ließ den Puls wieder etwas sinken. Leuchtendes Rot ist bei dunkelbraunem Haar mit PHF schlichtweg nicht möglich. Aber ich wollte es zumindest mal ausprobieren. Gesagt, getan. Nach einer schlaflosen Nacht mit Henna, zwei Plastikhauben und einer Wollmütze auf dem Kopf weiß ich, dass ich das SO nie wieder machen werde. Mein zweiter Versuch einen Tag später (Ich hatte die Befürchtung nicht alles erwischt zu haben) zeigte, dass auch kürzere Einwirkzeiten zum gleichen Ergebnis führen. So rührte ich das Henna mit warmem Wasser und etwas Zitronensaft an und ließ es abgedeckt ca. 2 Stunden ziehen. Danach 1 1/2 bis 2 Stunden auf den Kopf und ausgespült.

Jetzt sag‘ schon, wie war’s?

Vorweg einmal ein paar Dinge, die man sich bewusst machen muss. Am besten bevor man mit dem Henna anfängt.

  • Henna sind getrocknete, zu Pulver gemahlene Pflanzenteile. Das heißt, die fertige Masse wird niemals so geschmeidig und flüssig wie chemische Färbemittel. Sie gleicht eher ziemlich genau einem Brei. Durch die enthaltenen Kräuter ist die PHF von Radico sogar noch etwas krümeliger als pures Henna. Den beigefügten Färbepinsel finde ich somit zwar ganz nett gedacht, aber in der Handhabung völlig sinnlos.
  • PHF oxidiert. Das heißt, die Farbe dunkelt noch 3-5 Tage nach der Anwendung nach. Das führt auch zu einer Intensivierung der Farbe. Also nicht gleich seufzen, wenn direkt nach dem Färben das Ergebnis vielleicht nicht ganz so ausfällt wie gewünscht.
  • PHF riecht. Henna umso mehr. Es gibt Vergleiche von Kräuterwiese bis Ziegenstall. Die Farbe von Radico riecht zugegebernermaßen etwas weniger als Henna Pur, der Duft bleibt dennoch eine ganze Weile im Haar und kommt auch die ersten 1-2 Wäschen im nassen Haar wieder durch. Da helfen nur duftintensive Shampoos und Pflegeprodukte. Es soll aber sogar Menschen geben, die den Geruch mögen 😉
  • Zu Henna-Zeiten hatte ich direkt nach dem Färben erst einmal ein Nest auf dem Kopf. Was schwer zu entwirren ist, wenn man nur mit warmen Wasser ausspülen darf. Meine Haare brauchten gut und gerne 2-3 Tage, um sich wieder völlig zu „entfalten“ und zu glänzen. Ich war also auf alle vorbereitet.

Tja und was soll ich sagen: An dem Hype ist was dran. Es fing damit an, dass sich meine Haare tatsächlich mit warmen Wasser ausspülen ließen. Und beim Kämmen mit dem grobzinkigem Kamm keinerlei Knoten aufwiesen. Ich kam durch sie durch, als hätte ich eine gute Maske verwendet. Ich war baff. Was ich im ersten Moment nach dem Trocknen fälschlicherweise als „Ach du Sch…, du hast ja Stellen nicht erwischt!“ interpretierte, entpuppte sich als sehr natürliche Färbung der PHF, die die Haare fast gesträhnt erscheinen lassen. Es wird an den vereinzelten, ausgeblichenen Stellen des Sommers liegen. Die Farbe hat quasi „Spiel“. Die Haare waren von der ersten Minute an sehr gepflegt, glatt, glänzend und gesättigt. Ein Gefühl, welches ich von Henna Pur so nicht kannte. Da hat Mexi nicht zu viel versprochen. Obwohl die ersten Wäschen immer noch eine ziemlich orange Soße aus den Haaren lief, haben sie kaum an Leuchtkraft und Farbe eingebüßt. Im Gegenteil. Beim reinen Henna hat man meist das Problem, dass sich die kleineren, schwarzen Pigmente schnell verabschieden, was immer mehr zum warmen „Erröten“ führt. Bei der PHF von Radico ist es eher so, dass ich das Gefühl habe, die roten Pigmente verschwinden langsam und die Haare werden einfach wieder immer brauner. Ganz kühl wird es nie werden. Das schafft Henna einfach nicht. Um euch die Entwicklung der Farbe besser zeigen zu können, habe ich euch eine kleine Kollage gebastelt. Meine Ausgangsfarbe kann man auf dem Bild oben rechts erahnen. Ich würde es als kühles Dunkelbraun bezeichnen.

Radico Wine Red Farbentwicklung

Auch fünf Wochen danach ist die Farbe noch sehr satt, der Glanz wirklich außergewöhnlich und die Pflegewirkung ein Traum. Das mag auch an der Kombination mit meinem neuen Shampoo liegen, aber meine Spitzen waren noch nie so weich und die Haar so gut zu handeln. Jetzt im Herbst gefällt mir der Rotstich im Haar sehr gut. Zum Winter hin könnte ich mir jedoch vorstellen wieder etwas dunkler zu werden. Radico bietet zum Glück eine breite Range an Farben, so dass auch Dunkelköpfe und Blondinen fündig werden dürften. Die Farbe soll – im Gegensatz zu herkömmlichen Henna – auch sehr gut zur Grauabdeckung geeignet sein.

Incis

Manjistha (Rubia Cordifolia)*, Bhringraj (Eclipta Alba)*, Amla (Emblica Officinalis)*, Henna (Lawsonia Inermis)*, Hibiscus (Hibiscus Rosa Sinensis)*. *organic ingredients

100 g Haarfarbenpuder reichen bei meiner Länge für eine großzüßige Anwendung und eine Ansatzbehandlung. Dafür einfach etwas weniger Pulver anrühren oder den fertig zubereiteten Mix einfrieren. Erhältlich ist die PHF von Radico unter anderem in der Amarathus Lounge, bei Najoba, in der Naturdrogerie oder bei Wolkenseifen. Der Preis bewegt sich je nach Anbieter zwischen 9,90 € und 10,95 €.

Puh, der Artikel wurde jetzt doch länger als geplant. Aber das Färben der Haare verändert die Wirkung einer Person doch maßgeblich und auch langlebig, so dass ich mich doch etwas tiefer mit der Materie auseinandergesetzt habe. Je mehr Infos für euch, umso besser.

Habt ihr die Pflanzenhaarfarben von Radico selbst bereits ausprobiert? Wie sind eure Erfahrungen damit? Ich bin gespannt, vor allem auf Berichte von Anwender*innen der Brauntöne 😉

*1. Packung sponsored by
Amarathus Lounge