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Papas Arrugadas ein bisschen vegan

Sommer im Februar | Spanische Tapas vegan – Papas Arrugadas, Pimientos Padrón & Tinto de Verano.

Papas Arrugadas ein bisschen vegan

Moin,

beim Verfassen dieses Artikels habe ich höchstwahrscheinlich schon leicht einen im Tee. Schuld ist die Food Photographie. Doch fangen wir von vorne an:

Am Samstag war ich zum ersten Mal in meinem Leben Tapas essen. Und ich sage mal so: Es HÄTTE gut werden können. Wären da nicht die zum Teil unverschämten Preise, die Ahnung, dass viele der Speisen nicht frisch zubereitet waren und die Tatsache, dass man selbst mir als Neuling keine Pellkartoffeln als Papas Arrugadas vorsetzen sollte…. Mein Experimentiergeist war geweckt und so habe ich mich heute gleich mal daran gemacht dieses einfache, aber herrliche Gericht nachzubasteln.

Im Prinzip ist es ganz simpel. Man nehme für 2 Personen knapp 1 kg kleine, ungefähr gleich große Kartoffeln. Perfekt sind diejenigen, welche hier als Röstkartoffeln oder Drillinge angeboten werden. Diese werden in einem Topf knapp mit Wasser bedeckt. Puristen nehmen Meerwasser. Da mir der Weg an die Ostsee dann aber doch zu weit war, fügte ich 1/2 Tasse Salz hinzu. Danach wird der Topf mit einem Küchenkrepp abgedeckt, damit der Dampf entweichen kann und die Kartoffeln kurz aufgekocht. Im Anschluss werden sie bei mittlerer Hitze 20-25 Minuten gar gekocht. In der Zwischenzeit geht es an die Mojo Verde, die traditionell zu Papas Arrugadas gereicht wird. Ich hielt mich ungefähr an dieses Rezept, nahm aus Ermangelung an frischem Koriander jedoch getrockneten. 2 TL sollten da ausreichen.

In die Mojo verde kommen:

1 Bund glatte Petersilie
2 TL getrockneter Koriander
1 grüne Bratpaprika
2 Knoblauchzehen
1-2 TL Salz
2 TL frisch gemahlenen, schwarzen Pfeffer
1/2 TL Kreuzkümmel
einen Schuss Zitronensaft
1/2 Tasse Olivenöl

Die Zutaten grob zerkleinern und mit einem Stabmixer vermengen. Es wird geraten etwas Wasser hinzuzugeben, sollte die Masse zu dick werden. Bei mir war dies jedoch nicht der Fall.

Papas Arrugadas ein bisschen vegan

In der Zwischenzeit sollten die Kartoffeln gar sein und das Wasser kann abgegossen werden. Die Kartoffeln verbleiben im Topf – der wieder mit Küchenkrepp abgedeckt wird – und ruhen nun noch 1/2 Stunde auf der ausgeschalteten (!), aber noch warmen Herdplatte. Zwischendurch hin und wieder am Topf rütteln, damit nichts anbrennt. Die Papas bekommen nun ihre weiße Kruste und werden leicht runzelig. Ich habe die Zeit genutzt und parallel noch ein paar Bratpaprika in die Pfanne gehauen. Mit grobem Meersalz bestreut werden daraus feinste Pimientos Padrón.

Und wo bleibt da der Schwips?

Am Samstag stand etwas auf der Karte, was ich so merkwürdig fand, dass ich es probieren musste: Rotwein mit Sprite. Bitte was?!  Weinliebhaber*innen bitte jetzt aufhören zu lesen.
Die Spanier*innen nennen das etwas poetischer „Tinto de Verano“, was soviel heißt wie „Dunkler des Sommers“. Und genau so schmeckt er auch. Herrlich frisch und fruchtig. Ein perfekter Drink für laue Abende. In Spanien wohl aber auch ein gern genossener Begleiter zum Essen und so holte ich mir heute ein wenig Sommer in den kalten Abend. In der Tapas-Bar kam das Getränk in wunderschöner Farbschichtung, die ich für’s Foto natürlich unbedingt auch erreichen wollte.

Tja, was soll ich sagen: Ich versuchte es einmal. Nichts. Ich googelte, nahm ein neues Glas (für die Optik!) und versuchte es ein zweites Mal. Nichts. Beim dritten Mal gab ich auf. Und hatte drei Gläser „Tinto de Verano“ hier stehen. Und da man ja nichts verkommen lassen will….

Guten Appetit oder besser gesagt: ¡Que aproveche! *hicks*

P.S.: Ich verwendete übrigens den „Le Sweet Filou“, da dieser nach Internetrecherchen vegan ist und nicht mit Gelantine und Co. geklärt wird. Zudem schmeckt er ganz hervorragend in einem „Tinto de Verano“ und ist so günstig, dass man das Experiment ruhig wagen kann 😉 Ich habe den Wein bei Famila gekauft, er dürfte aber auch in anderen Supermärkten erhältlich sein.