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Vegan Guide München Tipps

Vegan Guide München | Vegan Essen im Bordrestaurant der Deutschland Bahn, LOUIS Hotel und andere Hotspots

Vegan Guide München TippsMünchen war auf meiner persönlichen Landkarte bisher ungefähr so weit weg wie der Mond von der Erde. Ich bin ein Mädchen vom platten Land und kannte den Marienplatz bis letztes Jahr nur aus öffentlich-rechtlichen Vorabendserien oder den Meisterfeiern des FC Bayern Münchens. Da zog mich irgendwie so gar nichts hin. Dachte ich zumindest.

Bis ich dann im letzten Jahr mit der Whale & Dolphin Conservation in der bayrischen Landeshauptstadt weilte und feststellte, dass München doch einiges zu bieten hat. Auch und vor allem für Veganer*innen. Und so freute ich mich enorm, als Sarah von Vegan Guerilla mir Anfang des Jahrs anbot, das von ihr exklusiv für das Bordrestaurant der Deutschen Bahn entwickelte Gericht zu testen. Denn am besten tut man das natürlich im Zug. Während der Fahrt. Damit sich das Ganze auch richtig lohnte, suchte ich mir die weiteste und zugleich bequemste ICE-Strecke aus, die ich finden konnte. Hamburg – München. Ohne Umsteigen, 1. Klasse. Bingo! 

Auf der Hinfahrt ließen wir es uns also enorm gut gehen und verbrachten die 6 Stunden schlemmend, surfend und mit viel Platz im klimatisierten Wagon. (Ein Umstand, den wir später noch sehr zu schätzen wissen sollten, denn in München hatten wir durchgehend 28-33 Grad. Dazu 30-60% Luftfeuchtigkeit und entgegen der Vorhersage nicht einmal Regen oder Gewitter.)

Hier also mein ultimativer Vegan Guide München, für alle, die mal einen Tag (oder auch länger) in der schönen Stadt verbringen und sich ein wenig vegan inspirieren lassen möchten. 

Vegan Guide München Vegan Essen im Bordrestaurant

Vegan Essen im Bordrestaurant der Deutschen Bahn

Doch erstmal zurück auf die Schienen. An das Bordrestaurant der Deutschen Bahn hatte ich nur noch vage Erinnerungen aus Kindertagen. Ich verband es mit teurer Cola, schlechtem Kaffee und Currywurst. Vorsichtiger Optimismus machte sich breit. Es konnte nur besser geworden sein und allein die Tatsache, dass die Bahn mit ihrer Aktion „Mehr als nur Essen – gekocht, gebloggt, geliked“ neue Wege beschreitet und einige Foodblogger ins Boot geholt hat, ließ hoffen.

Und tatsächlich: Ich wurde positiv überrascht. Wenn man bedenkt, dass hier auf engstem Raum und mit wenigen Mitteln Gastronomie betrieben wird, kann sich das aktuelle Angebot wirklich sehen lassen. Es gibt eine Reihe an Gerichten, die über die Klassiker Kartoffelsalat, Currywurst und Erbsensuppe hinausgehen. Mittlerweile werden sogar Vegetarier*innen und selbst Veganer*innen lecker (!) satt. Sarahs Gericht – „Mediterraner Nudelsalat auf kleinem Blattsalat mit ofenfrischer Focaccia“ (bei Bedarf mit gebratenen Sojastreifen) – ist zwar nur im Aktionszeitraum August und September erhältlich, jedoch wird im Hintergrund meines Wissens schon an einem Ausbau des dauerhaften veganen Angebot gefeilt. Mehr zur Aktion #bloggerinfahrt findet ihr hier. 

Das Essen war überraschend frisch, lecker und erstaunlich üppig. Selbst meine – sonst nicht vegan essende Begleitung – war mehr als zufrieden. Auch preislich war das Gericht echt in Ordnung. 12,90 € (plus 3 € für die Sojastreifen) gehen unter diesen Bedingungen mehr als klar. Besonders freut es mich, dass die Bahn die Aktion sehr prominent bewirbt und das Gericht ganz selbstverständlich in das Angebot einfließen lässt. Ich kann mir vorstellen, dass bei der ansprechenden Darbietung auch der eine oder die andere Nicht-Veganer*in zuschlägt und es sich schmecken lässt. Immerhin werden in den 260 Bordrestaurants der ICEs im Monat im Schnitt 12.000 bis 15.000 Aktionsgerichte verkauft.

Vegan Guide München Emiko Hotel Louis

Veganes Buffet im LOUIS Hotel in München

In München angekommen ging es dann gleich weiter mit den veganen Köstlichkeiten. Nachdem ich im letzten Jahr Hals über Kopf dem veganen Frühstücks-Buffet im LOUIS Hotel am Viktualienmarkt verfallen bin, entschieden wir uns diesmal dafür hier sogar zu nächtigen. 3 Nächte, 3 x Frühstück. Yeah! Das Restaurant Emiko liefert in meinen Augen das beste vegane Hotelfrühstück in Deutschland ab. Und das, obwohl es sich nicht mal um ein rein veganes Hotel handelt. Vielmehr führen hier famose vegane Speisen eine friedliche Koexistenz neben anderen – höchstwahrscheinlich ebenso leckeren – nicht veganen Produkten. Viele direkt vom Viktualienmarkt nebenan und in Bio-Qualität.

Hotel und Restaurant sind eine Fusion aus Japan und Frankreich, viel Holz und Moderne. Wir haben uns pudelwohl gefühlt und die Aussicht auf den Alten Peter (Den ich dieses Jahr auch tatsächlich erklommen habe. Schwitz!) sehr genossen. Zwischendurch kam ein richtiges „Zuhause-Gefühl“ auf, denn anders als in vielen anderen Hotels sind die Zimmer im LOUIS tatsächlich sehr heimelig und wohnlich gehalten. Und Psst: Alles sehr, sehr instagramable. 😉 

LOUIS Hotel
Viktualienmarkt 6
80331 München

Vegan Guide München LOUIS Hotel

Vegan Guide München Louis Hotel  Vegan Guide München Louis Hotel Übernachten

Dank der hervorragenden Lage ist man mitten am Puls der Stadt und erreicht viele tolle Spots fußläufig oder nach nur sehr kurzen Fahrten mit Tram, S- oder U-Bahn. Hier möchte ich euch übrigens die wirklich gelungene App der MVV ans Herz legen, die mir im Gewirr des Münchner ÖPNVs sehr geholfen hat. Die Stammstrecke ist nämlich alles anderes als gut ausgebaut, es gibt baustellenbedingt viele Änderungen und man muss des Öfteren Umsteigen.

Ela von Transglobal Pan Party war mir erneut die wunderbarste Stadtführerin, die man sich wünschen könnte und so waren wir Dank ihr immer mit den besten, interessantesten und leckersten Tipps versorgt.

Miin Korean Cosmetics

Fest auf meiner To-Do Liste stand auf alle Fälle Miin Korean Cosmetics. Miin lässt die Herzen aller höher schlagen, die Lust auf süße Verpackungen, Innovationen und asiatische Hautpflege haben. Taki stand mir eine gute Stunde Rede und Antwort und gab mir eine kleine Führung durch den Laden.

In der Vergangenheit kamen mir bei koreanischer Hautpflege vor allem Schneckenschleim, Schweinekollagen und Tierversuche in den Sinn. Aber ich wurde eines besseren belehrt! Mittlerweile hat auch der asiatische Markt den Trend erkannt und so finden sich bei Miin in der Tat neben überraschend vielen veganen Produkten sogar solche aus dem Bereich der zertifizierten Naturkosmetik (!). Ein Gang in das putzige Ladengeschäft lohnt sich also allemal.

Miin Korean Cosmetics
Westenriederstraße 8
80331 München

Mo. – Sa. 10 – 19 Uhr 

Vegan Guide München Miin

Vegane Dumplings bei Ledu Happy Dumpling

Auch für das leibliche Wohl hatte Ela einige Tipps auf Lager und so verschlug es uns abends ins Ledu Happy Dumplings in die Theresienstraße

Der Bestellvorgang ist denkbar einfach. Entweder 10 Dumplings quer Beet oder 10 Dumplings einer Sorte für 7,90 €. Wir entschieden uns für letzteres. Einmal vegetarisch, einmal vegan. Was mich in diesem Imbiss wirklich überrascht hat: Alle Speisen sind bio-zertifiziert, die Dumplings werden in einer Manufaktur in der Nähe von München per Hand geformt. 

Die veganen Dumplings in Kombination mit der Erdnusssoße (?) waren ein GEDICHT. Sie schmeckten meiner Begleitung sogar besser als die vegetarischen. Schade, dass Ledu so weit weg ist, ich könnte da wöchentlich hin. 

Ledu Happy Dumplings
Theresienstraße 18
80333 München

Mo. – Fr. 11.30 – 21.30 Uhr 
Sa. 12 – 22 Uhr 
So. 12 – 21.30 Uhr  

Eis ohne Alles bei Ice Date

Bei Temperaturen um die 30 Grad war ich dankbar für Elas Tipp, dem Ice Date einen Besuch abzustatten. Hier bekommt ihr veganes Eis in Bio-Qualität. Sojafrei, glutenfrei, ohne Haushaltszucker, mit Datteln gesüßt und auf Cashew-Basis. Der erste Bissen ist tatsächlich etwas ungewöhnlich, da dieses Eis DEUTLICH weniger süß ist als alles, was ich bisher an Eisdielen-Eis gegessen habe. Aber ja: Das schmeckt. Mit 2,20 € pro Kugel allerdings selbst für München nicht ganz preiswert. (Teurer war nur meine Kugel Erdbeer-Champagner beim Verrückten Eismacher für 3,50 €. Hust.)

Besonders gut gefällt mir übrigens die Münchner Angewohnheit, immer auch kleinen Klecks einer Sorte nach Wahl zum Probieren obendrauf zu geben. Das war in allen besuchten Eisdielen so und ist mir sonst anderswo auch noch nicht untergekommen.

Ice Date
Amalienstraße 91
80799 München

Mo. – So. 11 – 18 Uhr 

Vegan Guide München Out and About

Auf die Schnelle

Ich wäre kein anständiger Beauty Blogger, wenn ich nicht auch Sephora einen Besuch abgestattet hätte. Die Dependance in der Münchner Filiale von Galeria Kaufhof ist die erste in ganz Deutschland und auch jetzt, Wochen nach der Eröffnung, immer noch sehr gut besucht.

Dementsprechend sahen die Theken leider teilweise auch aus. Trotz zahlreicher Verkäuferinnen waren viele Tester sehr dreckig und verschmiert und einige Teile des Angebotes komplett leergeräumt. Offline wie online ist schon jetzt vieles ausverkauft. Auf Nachfrage erntete ich nur Schulterzucken, gepaart mit einem „Wir wissen leider nicht, ob und wann die Sachen wieder reinkommen.“. 

Sephora München (bei Galeria Kaufhof)
Kaufingerstraße 5
80331 München

Mo. – Sa. 9 – 20 Uhr

Ausgesuchte Naturkosmetik im schnieken Ambiente bekommt ihr bei Tobs The Organic Beauty Store. Hier findet sich unter anderem Marken wie Amala, Eco By Sonya, Esse, Fine, Hiram Green, Kahina Giving Beauty, Und Gretel und Voya. 

Im dazugehörigen SPA könnt ihr euch zudem ordentlich verwöhnen lassen.

Innere Wiener Straße 55
81667 München

Mo. – Fr. 10 – 19 Uhr 
Sa. 10 – 18 Uhr 

Dank Ela (mal wieder) verschlug es mich auch in den Weißglut Concept Store. Hier findet ihr alles, was das Design- und Interieurherz höher schlagen lässt: Geschirr, Karten, Poster, Lampen, Deko, aber auch Kleidung (auch Fair Fashion!). Ideal für Blogger auf der Suche nach Props und alle, die es gerne hübsch/stylisch zuhause haben.

Hohenzollernstraße 8
80801 München

Mo. – Fr. 11 – 19 Uhr
Sa. 10.30 – 18 Uhr 

Ein Geheimtipp aus dem letzten Jahr, für den ich auch diesmal sehr dankbar war, ist übrigens der alte Südfriedhof von München. Die Stadt erschien mir in den Tagen meiner Anwesenheit besonders wuselig und laut, was sicherlich auch mit den stickigen Temperaturen zu tun hatte. Umso dankbarer waren wir für diese Oase der Ruhe, den kühlen Schatten und die ganz besondere Atmosphäre. 

Vegan Guide München

Fazit

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen. Aber dies soll reichen, um euch München (vegan) schmackhaft zu machen. Es lohnt sich nämlich wirklich.

Vorab erreichten mich einige skeptische Nachrichten. München sei weniger geeignet für Vegetarier*innen, geschweige denn Veganer*innen. Das kann ich nicht bestätigen. Klar, Leberkässemmel bekommt man hier an jeder Ecke. Ebenso Weißwürste und Fleischwaren aller Art. Das Klischee wird voll bedient.

Wer sich aber nur ein paar Minuten Zeit nimmt und vorab ein wenig im Netz sucht, wird schnell fündig. Selbst beim Inder um die Ecke, mitten in der Innenstadt, standen vegane Optionen auf der Karte. Und ebenso fußläufig liegt das wunderbare Principessa’s, in dem ihr feinste vegane Macarons bekommt. 

Ihr seht: München vegan ist möglich. Und sehr, sehr lecker. 

Vegan Guide München City Trip

 

P.S.: Die Deutsche Bahn (beziehungsweise die zuständige Agentur) hat mich eingeladen, das Gericht im Bordrestaurant zu probieren und mir die Fahrt mit einem Gutschein versüßt. Die Fahrten Hamburg – München und München – Hamburg gingen also „auf’s Haus“. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Leo's Juice & Burger Lübeck

Checked: Leo’s Juice & Burger in Lübeck

Leo's Juice & Burger Lübeck

Was gibt es bei 30 Grad aufwärts Schöneres als Burger und Fritten? Eben. Also habe ich an einem der heißesten Tage des Jahres Leo’s Juice and Burger in Lübeck einen Besuch abgestattet.

Wenn es new vegan food in town gibt, muss ich es natürlich ausprobieren. Kommt man in Hamburg mittlerweile als Veganer*in recht easy durch die Stadt, muss man in Lübeck zumindest einmal mehr hinschauen. Zwar ist die Auswahl in den letzten Jahren etwas größer geworden, aber das Wachstum ist bei weitem nicht so groß wie in anderen deutschen Gegenden. 

Umso schöner, dass es auch bei Leo’s Juice & Burger eine vegane Option gibt. Wobei die Betonung tatsächlich auf EINE liegt. Anders als bei Peter Pane, wo Veganer*innen aus dem köstlichen Vollen schöpfen können, bietet das Leo’s genau einen vegetarischen und einen veganen Burger an. 

Das Interieur ist eine Mischung aus amerikanischem Diner und mexikanischer Bar. Tex-Mex-Vibe olé! Eine Einrichtung, die mich sofort anspricht. Die aber leider auch nicht barrierefrei ist. Zwar gibt es neben den hohen Bartischen und -stühlen auch lounge-ige Sessel, aber die Toiletten liegen ein Stockwerk tiefer. Ohne Aufzug. Schade. 

Das Bestellsystem sticht dafür hervor. Auf den Tischen liegen neben einer Getränkekarte Formulare, auf denen der Gast seine Wünsche ankreuzt. Es gibt verschiedene Brotsorten (auch glutenfreies), viele fleischhaltige Burger und eben einen vegetarischen sowie einen veganen. Dafür finden sich auf der Karte neben normalen Kartoffel- und Süßkartoffelfritten auch Gemüsefritten aus Karotten und Pastinaken. Allerdings muss man für die zum Ketchup greifen, denn die Mayos sind nicht vegan. Und es gibt Salat. Natürlich.

Die Getränkekarte bietet neben den obligatorischen hausgemachten Juices und Smoothies auch Säfte aus der Region, Fritz Kola und Fritz Limo sowie das Möllner Eulenspiegel Bier. (Wer das mal in die Finger bekommt: Probieren!)

Leo's Juice & Burger Lübeck

Ich mache also brav meine Kreuzchen und fühle mich ein wenig wie bei der Wahl. Nur das es hier nicht um den neuen Bürgermeister, sondern um „the next vegan burger star“ geht. Ein bisschen enttäuscht bin ich, dass der vegane Kandidat bei Leo’s Juice & Burger ohne Patty daher kommt. Er setzt ganz auf gegrilltes Gemüse. Für die Figur sicherlich besser und auch für Zöliakie-Geplagte eine gute Option. Aber in einen Burger gehört für mich ein Patty. So. 

Dafür ist das Tomaten Relish ausgesprochen lecker. Der restliche Burger aber tatsächlich auch. Sollte man mit omnivoren Freund*innen hier stranden, wird man als Veganer*in nicht verhungern. Man wird sogar ganz anständig und lecker satt. Zum expliziten Burger-Gelage würde ich jedoch die Konkurrenz vorziehen.

Die Gemüsefritten sind bei meinem Besuch leider aus, daher entscheide ich mich für die herkömmliche Variante als Beilage. Wobei die gar nicht so herkömmlich sind. Anders als sonst gewohnt sind diese Pommes nämlich keine Stifte, sondern sehen vielmehr aus wie frittierte Bratkartoffeln. Pommes in Scheiben. Lecker sind sie auf alle Fälle. 

Leo's Juice & Burger Lübeck

Für den Burger, die Pommes und eine Cucumis Gurke (Lavendel gibt es leider nicht) bezahle ich um die 13 €. Der Service ist sehr freundlich, bemüht und schnell. Allerdings bin ich eben auch an einem sehr (!) heißen Wochentag um die Mittagszeit da. Ich vermag nicht zu sagen, wie sich das am Wochenende gestaltet. Einzig die Musik ist mir einen Hauch zu laut. Die könnte tatsächlich stören, wenn man beabsichtigt sich zu unterhalten. Das Publikum ist während meines Besuchs absolut gemischt. Von Familien über Handwerker bis hin zu Bankern ist alles dabei. Wer sich an eventuellem Straßenlärm nicht stört, kann auch draußen in der Sonnen sitzen. 

Leo’s Juice & Burger
Mühlenstraße 49
23552 Lübeck

Tischreservierung über Telefon oder Facebook.
0451 39 774 590 

Geöffnet: Montag bis Samstag von 11 Uhr bis open end

Leo's Juice & Burger Lübeck

Leo's Juice & Burger Lübeck

Restaurant | Loving Hut in Hamburg

Nach unserem Besuch im Veganz entschlossen wir uns am Samstag noch spontan das Loving Hut zu Besuchen.

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Loving Hut, ein Name der immer wieder fällt, wenn es um vegane Restaurants in der Hafenstadt geht. Hierbei handelt es sich  um eine internationale Kette asiatischer Restaurants mit weltweit über 145 Filialen, einige davon in Deutschland. Da ich wusste, dass Franzi vom Gemüseregal am selben Tag das Restaurant in Hannover testete, schrieb ich ihr kurzerhand, um die Lage zu peilen. Ihre Antwort war überschwänglich begeistert. Vor allem von den „Meeresfrüchten“. Wir waren also sehr gespannt. 

Und wurden leider nicht ganz überzeugt.

Die Räume in der Markusstraße sind hell und freundlich und ganz im asiatischen Bambus-Stil eingerichtet. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass die Wandfarbe schon bessere Zeiten gesehen hat und das die Dekoration wahrscheinlich schon eine ganze Weile an der Wand hängt. Die Karte ist üppig und zu 100% vegan und glutamatfrei. Wir entschieden uns jeweils für eine Vor- und eine Hauptspeise. Ich bekam zuerst zwei Summerolls mit Hoisin-Soße (3,90 €) und danach Barbecue-Grillspieße mit Champignons und Paprika (9,50 €). Mein Freund entschied sich für zwei gebratene Frühlingsrollen (3,50 €) und Loving Cha – geröstetes Soja-Fleisch, mariniert mit Barbecue-Soße, Brokkoli und gebratenem Reis (9,50 €).

Meine Vorspeise.

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Für 3,90 € absolut okay. Dafür, dass das Reispapier sehr zäh und kaum zu schneiden war, kann der Koch wahrscheinlich nichts. Das allerdings die Frühlingsrollen meines Freundes halb so groß waren und das gleiche kosteten finde ich nicht okay. Auch wenn sie offensichtlich selbst gemacht waren. 

Beim Abräumen der Vorspeise wurden wir gebeten unser Besteck zu behalten. Für mich leider ein absolutes No-Go. Das verwirrte mich anscheinend so, dass vom Hauptgang leider kein Bild existiert;) Im Prinzip aßen wir aber beide das gleiche. Das Fleisch war identisch mariniert, nur anders angerichtet, die Soße war die selbe und auch das Gemüse zum Teil gleich. 

Mein Gericht ist auf der Startseite des Loving Hut auf der linken Seite abgebildet und sah in Natura leider wenig üppig aus. Es begann damit, dass wir beide Bratreis bekommen sollten, bei beiden aber der Reis nur gekocht war. Zudem hätte es definitiv mehr Soße sein können. Das Fleisch war sehr lecker mariniert, aber überschaubar. Ich hatte auf meinen drei Spießen je zwei Stücke Fleisch (nicht drei wie auf dem Bild), zwei Stück Zucchini und zwei Stück Ananas. Die Champignons waren bereits auf der Karte durchgestrichen. Aber wo war die Paprika? Die Salatdeko bestand aus einem Blatt Eisberg und etwas geraspelter Möhre. Alles in allem kratze das Gericht für DAS Geld hart an meiner Toleranzgrenze. Meinem Freund ging es ähnlich. Sein angekündigter Brokkoli bestand aus vier kleinen Stücken. Er wurde leider nicht satt.

Auch fiel mir auf, dass alle Stellen an denen in der Karte das Wort „Bio“ stand mit Tipp-Ex übermalt wurden. Sehr schade, denn ich vermute, dass die Preise leider nicht angepasst wurden. 

Zwei Sätze zu den Toiletten: Sie waren sehr sauber und zum Hände abtrocknen lagen frische kleine Handtücher breit, die nach einmaliger Benutzung weggeworfen werden. So etwas bin ich sonst nur von besseren Hotels gewohnt. Daumen hoch! Doch finde es nur ich merkwürdig, dass auf dem Damen-WC eines veganen Restaurants Muscheln und getrocknete Seesterne drapiert werden??

Fazit

Ich freue mich immer sehr, wenn ich ein neues veganes Restaurant entdecke. Und ich bin auch gerne bereit den einen oder anderen Euro mehr auszugeben. Beim Loving Hut hatte ich aber leider – trotz der netten Bedienung – das Gefühl, dass hier mit einem Trend Geld gemacht werden soll. Klar, vegan ist in. Außer unserem waren alle Tische reserviert und der Laden füllte sich während unseres Besuches zusehends. Aber für 9,50 € erwarte ich zum einen genau das was auf der Karte steht (oder eine Erläuterung vorab wieso nicht) und mehr als 6 kleine Stücken Fleisch mit klebrigem Reis und etwas Soße. Abblätternde Wandfarbe muss auch nicht sein. Und ein neues Paar Besteck für den Hauptgang setze ich voraus und möchte nicht erst danach fragen müssen. 

Sollte ich mal wieder auf der Ecke sein und dringend etwas veganes zu essen suchen, würde ich sicherlich wieder dort einkehren. Das Essen war nicht schlecht. Das Fleisch war wie gesagt sehr gut mariniert (Das würde ich gerne auch so hinbekommen!), aber es gab in beiden Fällen etwas anderes als beschrieben und vor allem deutlich zu wenig. Schade eigentlich. Ich hoffe, wir haben einfach nur einen schlechten Tag erwischt.

Restaurant Altdeutsche Bierstube – Tessenower Manufaktur Groß Grönau.

Aktualisierung Februar 2014:

Leider hat das Restaurant Tessenower Manufaktur – Altdeutsche Bierstube Ende letzten Jahres seine Türen geschlossen. Die Manufaktur als solche – und somit die Produktion der leckeren Senfe, Öle und Co. – bleibt bestehen und ist hier zu erreichen. Auch ein Bio-Catering-Service wird weiterhin geboten.

Anlässlich unseres 3. Jahrestages lud mich mein Freund letzte Woche zu einem Essen in meinem neuen Lieblingsrestaurant Tessenower Manufaktur – Altdeutsche Bierstube in Groß Grönau vor den Toren von Lübeck ein .

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Entdeckt haben wir es durch Zufall. Wir waren zu einer Veranstaltung im Ort eingeladen und auf dem Weg zurück zum Auto, als mir ein Banner ins Auge sprang, dass auf ein Bio-Restaurant hinwies. Neugierig schaute ich auf die Karte und machte einen Luftsprung: Vielfältige, regional-saisonale Gerichte, viele davon vegetarisch oder sogar vegan. Ein baldiger Besuch war schnell beschlossene Sache.

So kam es, dass wir tatsächlich kurz darauf anlässlich eines Geburtstages in das Restaurant Altdeutsche Bierstube (Was mit den Vorbesitzern wirklich nur noch den Namen gemein hat) einkehrten. Wer ein bisschen vegan bei Facebook verfolgt, wird gelesen haben wie begeistert ich damals schon war.

Geschmack ist erlernbar.

Nun stand also unser zweiter Besuch an und auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.  Sowohl Ambiente und Service, als auch das Essen waren wieder vorzüglich. Mit ein Grund hierfür ist sicherlich das Konzept von Susen Winkler und Michael Schaake den Menschen wieder den Geschmack naturbelassener Lebensmittel nahe zu bringen, frei nach dem Motto: „Geschmack ist erlernbar.“ Tessenower steht für Produkte und Speisen, die fair, transparent, sozial und ökologisch-nachhaltig hergestellt und zubereitet werden.

Spannenderweise ist der Koch selbst gar kein Veganer, legt aber großen Wert darauf vegane Speisen abseits des Mainstreams anzubieten. Ein Grund, wieso mir die Karte gleich so positiv ins Auge fiel: Vegane Gerichte stehen wie selbstverständlich neben Fisch und Fleisch und bieten so viel Freiraum für Familienfeste und Co. bei denen sowohl die Veganerin als auch der „notorische Fleischesser“ glücklich werden. Ein sehr nettes und ausführliches Gespräch mit Herrn Schaake zeigte sogar, dass das Verhältnis Veggie:Fleischesser bei ungefähr 50:50 liegt und sich auch immer mehr Nicht-Veganer_innen für rein pflanzliche Gerichte entscheiden – und begeistert sind.

Da die Betreiber_innen auf eine aktive und offen-ehrliche Kommunikation zwischen Verbraucher_innen, Händler_innen und Lieferanten setzen, ist das Bio-Restaurant auch für Allergiker_innen „aller Art“ absolut empfehlenswert. Jedes Gericht wird frisch und mit saisonalen Zutaten aus der Region zubereitet und kann individuell angepasst werden. Neben einer monatlich wechselnden Speisekarte gibt es einen wöchentlichen Mittagstisch und saisonale Angebot wie aktuell zum Beispiel Spargel. Jeden Montag ist Flammkuchentag. Der Gast kann aus bis zu vier Belegen pro Flammkuchen wählen und soviel essen wie er möchte. Auch hier wird übrigens an die Veganer_innen gedacht!

Gute Qualität zu fairen Preisen

Die Preise für den veganen Mittagstisch bewegen sich meist zwischen sechs und neun Euro, die für die Hauptspeisen belaufen sich auf ca. 12 bis 14 Euro.

Das Restaurant ist Montag bis Sonntag von 12.00 bis 22.00 Uhr geöffnet (Mittwoch Ruhetag) und bietet Sitzplätze im reetgedeckten Bauernhaus, aber auch eine Terrasse mit wunderschönem Blick auf Feld, Wald und Weide.

Als besonderes Schmankerl wird ein kostenloser Shuttle-Service von und nach Lübeck (+20km) geboten. So steht einem Probieren aus der hervorragenden Weinauswahl nichts im Wege;) Um die Speisen auf den Punkt zubereiten und servieren zu können wird um eine (Online-) Reservierung gebeten.

Mein Menü

Leider hatte ich nur mein Smartphone dabei, daher sind die Bilder leider nicht so farbintensiv wie in natura. Glaubt mir, es war eine Augenweide!

Zuerst gab es frisches Brot mit einem Paprika-Schoko-Chili-Pesto und für mich einen Prosecco (für meinen Freund einen Perlmant).

Vorweg einen Gruß aus der Küche: Minestrone mit in Harissa eingelegten Gürkchen.

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Die Vorspeise: Zucchini trifft auf Erdbeere und Chili

Vorspeise

Hauptgang: Polenta mit Wildkräutern und Erdbeeren

Hauptgang

Der Nachtisch: Dessert vegan, bestehend aus Erdbeerkompott, Erdbeersorbet und Espressosorbet

Dessert

(Ja, im Kompott war ich leider vor dem Bild schon drin. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten…).

Zum Abschluss gab es noch zwei Espressi und (unvegane) Petit Fours. An veganen Alternativen wird aber gearbeitet habe ich mir sagen lassen;)

Fazit

Ich bin aufrichtig und völlig begeistert. Die „Tessenower“ sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend, der Service ausgezeichnet. Man spürt, dass alle mit großer Lust, Idealismus und Herz dabei sind. Es wird auf wirklich hohem Niveau gekocht und serviert, was eine willkommene Abwechslung zu dem ist, was man in meinen Breitengraden sonst so an vegetarisch-veganem Essen bekommt. Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch, der sehr bald folgen wird. Als nächstes steht das Flammkuchenessen auf dem Plan:)

Einen Überblick über die Produkte der Tessenower Manufaktur findet ihr hier. (Psst, der Bärlauch-Senf ist eine Wucht!)

 

Café Affenbrot in Lübeck

Nachdem wir gestern fleißig das Grunz-Mobil der Albert-Schweitzer-Stiftung unterstützt haben, zogen wir danach weiter ins Café Affenbrot in die Kanalstraße/Ecke Glockengießerstraße, um uns angemessen zu stärken. Das Affenbrot ist ein vegetarisch-veganes Bistro, das ich vor vielen Jahren recht regelmäßig besuchte. In den letzten Jahren wurde das etwas weniger, auch weil ich bei den letzten beiden Besuchen nicht wirklich zufrieden war, was vor allem an den sehr langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Aktionen (Karte bekommen, Bestellung, Servieren) lag. Da Franzi aber noch nie dort war entschieden wir uns, es noch einmal zu versuchen.

Die Zielgruppen des Affenbrot sind ganz klar junge Familien mit Kindern und Menschen, die bewusst, biologisch und vegetarisch speisen möchten. Mir kommt es vor als hätte es in früheren Zeiten mehr vegane Gerichte auf der Karte gegeben, aber auch so lässt sich einiges finden und vieles auch veganisieren. Das Café befindet sich im Werkhof und bietet eine leicht hippie-reske Inneneinrichtung mit viel Holz und Farbe, einen Wintergarten und einen großen Aussenbereich, direkt am Wasser (Fotos siehe hier). Es werden nur Lebensmittel aus biologisch-ökologischem Anbau verwendet und alle Gerichte frisch zubereitet. Auch die Getränkeauswahl kann sich sehen lassen und bietet einige ausgefallene Genüsse. Die Speisekarte findet ihr hier.

Ich entschied mich für den Tofuburger für 4,50 € und einen Soja Latte Macchiato für 3,30 €. Beides kam überraschend schnell und schmeckte sehr gut. Einzig den Preis des Burgers muss ich trotz Vollkornbrötchen, Tofubällchen und veganer Remoulade etwas bemängeln, denn auf dem Bild könnt ihr erahnen wie klein er war. Das rührt sicherlich da her, dass das Café Affenbrot als vegetarisches Bistro hier in der Gegend ein absolutes Alleinstellungsmerkmal hat und so gut wie keine Konkurrenz hat. Wer aber den einen oder anderen Euro mehr nicht scheut, Wert auf biologische Lebensmittel legt und nach einem anstrengenden Stadtbummel die Ruhe am Kanal genießen möchte (manchmal unterbrochen von Kinder“lärm“), ist hier genau richtig.

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