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Hallo 2016 | Danke 2015

  Der Satz, den ich zur Zeit wohl am häufigsten höre, lautet: „2016 kann ja nur besser werden.“ 

Nö. 2015 war gut. Richtig, richtig gut. Vielleicht das beste Jahr meines Lebens. Zumindest ab dem 15.05.. Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen, hatte in den Wochen und Monaten danach mehr Glück als Verstand und nun ist die ganze Sache sogar noch vor dem Jahreswechsel zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Nach gut sieben Monaten gar nicht mal so übel. 

Ich hatte unendlich viel Zeit für mich, die ich genossen und genutzt habe. Soviel Freizeit am Stück werde ich bis zur Rente nie wieder haben. Auch wenn sie dann gerne mit mehr Urlaub und Vergnügen gefüllt sein darf. Und ich war in diesem Jahr nicht einmal richtig krank! Na, wenn das nix ist. 

Meine Prioritätenliste hat sich verschoben. Gewaltig. Man liest immer wieder, dass das nach so einem Erlebnis passiert. Für mich sah es aber immer so aus, als wären solche Verschiebungen der Sichtweise eine bewusste Entscheidung, ein mantraartiges Wiederholen von Sätzen wie: „Nein, davon lasse ich mich nicht mehr ärgern. Nicht nach sowas“. 

Aber es ist viel einfacher. Man verschwendet an gewisse Dinge einfach keinen Gedanken mehr. So wie man an einem regenreichen Tag niemals auf die Idee käme sich zum Sonnen in den Liegestuhl zu legen. Sowas macht man einfach nicht! 

Ein Feel Good How-To?

Oft bin ich im letzten halben Jahr gefragt worden, wie ich „das“ denn mache. Gute Frage. Ich weiss es nicht. Wenn ich es wüsste, könnte ich mir wahrscheinlich als Life Coach eine goldenen Nase verdienen. „Es“ war einfach da. Ein unerschütterlicher Optimismus und die glasklare Gewissheit, dass das alles wird. Einfach machen lassen. Enjoy the ride. 

Aber es gibt da doch etwas, das ich mit in 2016 nehmen möchte. Ein paar Kniffe, die ich mir angeeignet habe und die es nun gilt bald auch im wieder einsetztenden Alltag anzuwenden. Denn das ist meine eigentliche Herausforderung. Jetzt kommt nach dem „Einfach machen lassen“ das harte „Daran bleiben“. Denn ich ahne jetzt schon, dass der (berufliche) Alltag mir manches Mal versuchen wird alte Muster unterzujubeln. Ich muss gestehen: Der Mensch vergisst ja schnell. War ich im Juli voll positiver Energie, knickte ich im Oktober und November zugegebenermaßen etwas ein. Schön blöd. Also ran an das, was ich mit rüber nehmen möchte und werde.

Allem voran und ganz wichtig: 

Sei aktiv. Werde nicht passiv und zum Opfer deiner Situation. 

Eine Sache, die mir auch in der Reha immer wieder aufgefallen ist. Viele Menschen nahmen sang- und klaglos alles hin, hinterfragten nicht, hatten keinen Mut etwas an der eigenen Situation zu ändern. Und waren beleidigt, wenn ihnen Ärzt*innen und Therapeut*innen nahe legten, dass ihre Lebensqualität auch massiv von ihrer Psyche und inneren Einstellung abhängt. 

Sei der Mensch, der was für sich und seine Situation tut. Nicht nur der, der „behandelt“ wird. 

Own your Story. 

Ein Satz, den ich erst jetzt so richtig verstanden, beziehungsweise ihm meine ganz eigene Definition gegeben habe. 

Ich war immer verdutzt, wenn mir jüngere Mit-Rehabilitand*innen sagen, dass sie nach Abschluss der Reha nie wieder etwas von ihrem Erlebten hören wollen. Dass sie damit dann „ein für alle Mal durch wären.“ Kann man so machen. Mein Weg ist es nicht. Das hier ist jetzt Teil meines Lebens. Und vielleicht auch noch das ein oder andere Zipperlein in den nächsten Jahren. Aber DIE Story nimmt mir keiner. Die kommt auf in 10 Jahren noch gut auf Parties.

Frage dich, ob diese Reaktion in diesem Moment wirklich notwendig ist. 

Ist diese Diskussion hier gerade wirklich nötig? Geht es noch um die Sache an sich oder nur noch um zwischenmenschliche Animositäten? 

Nach vermeintlichen Hiobsbotschaften einmal ordentlich reinsteigern und dann eine Nacht drüber schlafen. Hilft garantiert. Egal, ob es ein Brief von der Versicherung, eine Nachricht vom Arbeitgeber oder eine WhatsApp von der Bekanntschaft von gestern Abend ist.

Ist das hier meine Energie wirklich wert? 

Ich habe meine Energie in diesem Jahr wahrlich für andere Dinge gebraucht und somit sehr gut mit ihr gehaushaltet. Mehr für mich tun. Dinge, die ich wirklich will und nicht, weil andere es von mir erwarten. Und auch mal Nein sagen. Weil ich es kann.

Wenn es sie wert ist, dann mach es richtig!

Einfach mal über den eigenen Schatten springen. Nimmt man sich immer vor. Jetzt weiß ich: Mach, es so lange du noch kannst. 

Ich habe schon mal angefangen in 2015. Mit einem ersten Tattoo. Meinem ersten Besuch eines richtigen Yoga Events. Ganz allein. Für mich eine starke Leistung. Nicht zu wissen, was auf einen zukommt. 

Daraus entwuchs dann auch mein neues Mantra. Die Frage, die ich mir seit dem Frühling bereits zigmal vor Entscheidungen gestellt habe. Und deren Antwort jedes Mal ähnlich ausfiel: 

Was kann dir schon passieren? Was ist das Schlimmste, dass geschehen kann? 

Wenn dir nicht innerhalb von drei Sekunden drei triftige Gründe einfallen: Mach/Sag/Schreib es!

Habt ein wunderbares 2016. Macht es zu eurem Jahr. Egal in welcher Form. It’s your Story!

Meine wird heute mit Champagner begoßen.