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Orca Patenschaft

Whale And Dolphin Conservation | Mein Baby Curry

Orca Patenschaft

Andere Frauen kriegen Kinder. Ich einen Orca.

Natürlich nur symbolisch. Aber irgendwo vor Kanada schwimmt jetzt ein Wesen herum, für das ich Patin stehe. Angefangen hat alles ziemlich unerwartet. Die liebe Ela von transglobal pan party entdeckte eines meiner Bilder, welches meine Lieblingspfefferminbonbons von Rapunzel zeigt und das ich damit kommentierte, dass ich Orcas seit meiner Kindheit wahnsinnig faszinierend finde. Was ich nicht wusste: Sie arbeitet hauptberuflich für die Whale And Dolphin Conservation (WDC). Und schrieb mir postwendend eine Mail. „Wie? Du liebst Orcas? Perfekt. Lass‘ uns was zusammen starten.“

Rapunzel Peppermint

Tja und nun bin ich also quasi Orcamama. Von einem ganz besonderen „kleinen“ Wesen. Mit Knick in der Finne <3  Current, genannt Curry, ist neun Jahre halt und kommt bald in die Pubertät. Dann wissen wir auch endlich welches Geschlecht der kleine Orca hat, denn bisher ist dies nicht bekannt. Er entstammt einer rund 200 Tiere fassenden Population vor der Küste von Vancouver Island und hat – wie alle seine Buddies dort – eine sehr interessante Freizeitbeschäftigung, die sonst keine andere Populaton zeigt. Zusammen mit Mutter Uma und den Geschwistern treffen sie sich regelmäßig an den steinigen Stränden und gönnen sich eine Massage. Wenn das nicht nach mir als Patin schreit, dann weiß ich auch nicht – ein Wellness-Orca!
Wieso sie dies tun, ist nicht bekannt. Aber eigentlich ist klar: Sie wissen halt, was gut ist! Und wie genau das aussieht, könnt ihr hier sehen. Amateurfilmer haben zufällig gerade Umas Familie bei ihrer „Wellnessanwendung“ beobachtet und gefilmt. Ganz schön nah dran!

Curry ganz aktuell im August 2015 (Copyright Janeen Templeman)A79-Current-August2015a_c_Janeen-Templeman

Hier ein paar interessante Facts über die schwarz-weißen Jäger:

  • Ein männlicher Orca hat einen täglichen Energiebedarf von rund 290.000 kcal (!). Woah!
  • Sie haben keine natürlichen Feinde.
  • Schwertwale sind eigentlich Delfine, die größten ihrer Art.
  • Sie sind weltweit verbreitet, ziehen jedoch kältere Gewässer den wärmeren vor. Selbst in der Ostsee und im Ärmelkanal gab es bereits Orcasichtungen. Ab und an verirrt sich auch mal einer ins Mittelmeer.
  • Orcas werden in verschiedenen Ökotypen unterteilt, die sich in Aussehen, Lautäußerungen, Sozialverhalten und vor allem in ihrer Beute unterscheiden. Sie alle sind jedoch wahre „“Familien-Tiere“ und bleiben meist eng beisammen. Jeder Klan hat seinen eigenen Dialekt.
  • Männliche Schwertwale haben eine mittlere Lebenserwartung von 30 Jahren und können maximal 50-60 Jahr alt werden. Weibchen werden meist bis zu 50 Jahre alt, es sind aber auch Fälle bekannt, in denen ein Alter von 80-90 Jahren festgestellt wurde. Die älteste lebende Kuh soll sogar 108 Jahre alt sein!

Curry mit Mutter Uma und dem großen Bruder Surf

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Es könnte so schön sein. Wäre da nicht der Mensch.

Wir alle haben wohl noch die Szenen von Free Willy vor Augen, in denen ein Orca aus seiner Gefangenschaft ausbricht und in die Freiheit springt. Viel haben wir daraus nicht gelernt, denn auch heute fristen leider immer noch viele Schwertwale und Delfine ein unwürdiges Dasein in kleinen Becken á la Sea World. Auch wenn vor allem Delfine hierfür in Treibjagden – beispielsweise vor der japanischen Küste – gefangen und verkauft oder abgeschlachtet werden, werden auch immer noch die deutlich größeren und nicht minder intelligenten Orcas in Vergnügungsparks gehalten. Hier ist zu beobachten, wie die große Rückenfinne der Männchen mit der Zeit umknickt. Diese wird durch Kollagen gestützt, welches in Gefangenschaft abnimmt. Gründe hierfür könnten der veränderte Wasserhaushalt durch die verminderte Wasserqualität, niedriger Blutdruck durch mangelnde Aktivität und Hitze durch zu flaches Wasser sein.

Vom Walfang blieben die Orcas bisher weitestgehend verschont und noch gelten sie mit rund 50.000 Tiere weltweit nicht als bedrohte Tierart, jedoch ist auch ihr Bestand – zumindest lokal – bedroht. Hierfür sind viele Faktoren veranwortlich: Zum einen die Verschmutzung der Ozeane durch Ölpesten und PCB (Polychlorierte Biphenyle), zum anderen aber auch die allgemeine Erwärmung der Gewässer. Diese zwingt die Orcas dazu  in nördlichere Gefilde auszuweichen, die sie normalweise wegen des Eises meiden, da dieses eine Verletzungsgefahr für ihre Rückenfinne darstellt. Zudem werden die Tiere immer wieder von Fischern abgeschossen, da sie Fische von Langleinen fressen. Auch Echoortung und Sonar bedrohen die Orcas – wie auch Delphine  – und verwirren sie maßgeblich, so dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes „verschwimmen“.

Obendrauf kommt dann noch die allgemeine Überfischung der Meere und somit das mangelnde Angebot an Beutetieren. Im Übrigen der einzige Grund, wieso ein Orca auf die Idee kommen könnte einen Menschen anzugehen. Dies kommt bei freilebenden Schwertwalen sehr selten vor, allerdings sind einige Fälle von in Delfinarien gehaltenen Tiere bekannt. Die Grunde für diese Vorfälle dürften auf der Hand liegen – und verständlich sein.

Whale And Dolphin Conservation

Wieso eine Patenschaft?

Spätestens jetzt sollte deutlich sein: Die Tiere brauchen uns. Eine Patenschaft für einen Orca kostet für Erwachsene 60 € im Jahr, für Kinder 40 €. Sie sind „echt“, also an real existierende Tiere geknüpft, die durch das Schwertwalprojekt von Dr. Paul Spong – im Gebiet der Johnstone Strait, im Norden Vancouver Islands, Kanada – überwacht werden. Das OrcaLab erforscht unter anderen die Aufenthaltsorte und Dialekte der Tiere uns somit ihre Kommunikation im Rahmen ihres Sozialverhaltens. Denn nur was zu kennst, kannst du schützen!

Neben Orca-Patenschaften bietet die Whale And Dolphin Conservation übrigens auch Patenschaften für Buckelwale und Delfine an. Ganz aktuell sucht aber auch Currys Mutter Uma  einen Patenmenschen.

Als Patin bekomme ich regelmäßig Informationen wie es „meinem“ Orca geht, erfahre neues über Kampagnen (die ebenfalls über die Patenbeitrage finanziert werden) und kann die Arbeit der Whale And Dolphin Conservation direkt unterstützen und damit dazu beitragen, dass die Säugetiere der Ozeane in Frieden leben können.  Sollte ich es jemals nach Schottland schaffen, steht auch defintiv ein Besuch des Scottish Dolphin Centre in Spey Bay auf der Liste!

Auf das Curry und seine Familie noch lange unbeschwert und frei leben können!