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Bodyweight Fitnesswahn Fitness Sport

Kolume | Gemüse ist gesund? Ach was! | Die Sache mit dem Bauchgefühl

Bodyweight Fitnesswahn Fitness Sport

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Tchibo.*

Ich habe etwas getan, was ich nie tun wollte. Niemals. Never. Ich habe ein Abo für ein Fitnessprogramm abgeschlossen. Ich. Unfassbar. Die, die sowas aus Prinzip immer belächelt hat. Und Sport schon immer eher doof fand.

Das klappt doch eh nie. Als ob die nur von 3x pro Woche ein paar Minuten sporteln so aussehen würden! Selber ausprobieren? Nee, lass‘ mal stecken. Passt schon.

Ich weiß ja, woran es liegt. Das ist ja kein Geheimnis. Zunimmt, wer mehr isst als er verbrennt. That’s it. Da ist es erst einmal egal, ob das Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate sind. Und das Gemüse gesünder ist als vegane Bratwurst dürfte auch jedem klar sein.
Und Süßigkeiten. Die verdammten Süßigkeiten. 

Zwei, drei Monate zusammenreißen, dann ist eh wieder alles im Lot. 
Ab heute? Äh nee. Heute ist ganz schlecht. Da wollen wir Essen gehen. Morgen? Nee, da gibt es meine Leibspeise. Ach und eigentlich ist es ja auch gar nicht so schlimm.

Back to comfort zone. Da schmeckt es so gut. Und Bewegung ist so anstrengend.
Als Veganer ist man sowieso per se der Meinung, dass man gesünder isst als der ganze Rest. Hier einen Grünen Smoothie, da ein bisschen Quinoa. Naja, zumindest denken wir über unsere Ernährung nach, oder?

Pustekuchen. Nudeln und Kartoffeln en masse, ein stets gefüllter Schokoladenvorrat und dieses ganze leckere Fast Food ist auch einfach zu verlockend. Da ist der Grüne Smoothie ab und zu auch nur ein müdes Feigenblatt. Ich stelle die Vermutung auf, dass die meisten Menschen ihre Ernährung für gesünder halten, als sie tatsächlich ist. Und sich selbst für fitter, als sie es sind. 

Ich bin das Paradebeispiel. Fahre jeden Tag 3-5 Kilometer mit dem Rad. Notgedrungen.
„Isch ‚abe gar kein Auto“. Meine Kondition ist dadurch wahrscheinlich tatsächlich minimal besser, als die meiner autofahrenden Umwelt. Aber meinem Hüftspeck tut das keinen Abbruch. Und als fit würde ich mich auch nicht bezeichnen. Nachdem ich mich ein bisschen in die Materie eingelesen habe, wird mir klar warum: Radfahren zählt zu den Ausdauersportarten und die bauen leider nur unwesentlich Muskeln auf. Im Übrigens genauso wie Crosstrainer, Stepper und Laufband. Kein Wunder also, dass das mit dem athletische(re)n Körper bisher nichts wurde. 

Tchibo Fitness Bodyweight

Ohne Fleiß kein Preis. Und ohne Preis kein Erfolg?

Tja, ich sitze also vor dem PC und suche nach einer Lösung. Denn ohne es geplant zu haben, fügt sich eins zum anderen. Just in dem Moment, in dem ich endgültig beschließe mehr für mich zu tun, kommt Tchibo mit feschen Sportklamotten und – zubehör um die Ecke. Das Outfit steht also und meinen 2 kg-Ball habe ich sofort ins Herz geschlossen! Handlich, effektiv und fix im Schrank verstaut. Ich werde ihn brauchen, denn schnell wird mir klar: Ohne Fleiß kein Preis. Das ist so klar wie die Sache mit dem Gemüse. Kein Pille der Welt kann einen gepflegten Muskelkater ersetzen. Wer rastet, der rostet. Und wird dick. Auch das lernen wir schon als Kinder. 

Alles weitere aber überfordert mich maßlos. Ich kann und will keine Kalorien zählen, mir teure Sportgeräte zulegen oder nur durch die Bude hüpfen und dabei meine Nachbarn ärgern. Ich will im Prinzip nicht mal abnehmen. Ich will einfach nur fitter und trainierter werden. Vor allem aber habe ich keine Lust auf eine Reduzierung auf Zentimeter und Kilogramm. Der Grat zwischen eigener Wohlfühlzone und dem von außen aufgedrückten Ideal ist manchmal schmal. 

Und es gibt im Netz Einige, die mir unbedingt bei dem Erreichen meines Zieles helfen wollen. Die Einen strecken ihr Six-Pack in die Kamera und sehen überhaupt umwerfend, aber spaßbefreit aus. Wahrscheinlich essen sie nur Hähnchenbrust und Blattsalat… Die Anderen entspringen dieser super healthy, super happy dauergrinsenden Blase, in denen sich alle von teuren Pülverchen ernähren, ein hippes Rohkostrestaurant vor der Nase und/oder offenbar nichts zu tun und massig Zeit zu kochen haben. Und natürlich jeden Tag Yoga machen. 

Gemüse ist gesund? Sag‘ bloß!

Gibt es noch irgendjemanden da draußen, der noch normal isst? Wo ist unsere Intuition geblieben, unser gesunder Menschenverstand? Muss ich mich wirklich wundern, wenn ich 10 kg zu viel auf der Waage habe, aber in den letzten Monaten fast ausschließlich von Kantinenkost und Fertiggerichten gelebt habe? Oder jeden Meter mit dem Auto zurücklege? Come on!

Mama hat uns damals eingetrichtert, dass Gemüse gesund und Zucker schlecht ist. Heute ist gesund Leben anscheinend vor allem teuer.

Denn mit simplen Weisheiten, die wir anscheinend alle über Size Zero und Co. vergessen haben, lässt sich verdammt gut Geld verdienen. Lieber Low Fat oder Low Carb? Dinner Skipping oder 4 Mahlzeiten am Tag? Verfolgt man die Diskussionen im Netz sieht man, dass sich regelrechte Religionsgemeinschaften bilden. Und man könnte den Eindruck gewinnen, man nehme sofort 2 kg zu, sobald man einmal nicht „konform“ isst. Was ist denn nun richtig? Und vor allem: Schmeckt es irgendwann auch mal wieder einfach nur?

Wann genau ist unser Bauchgefühl falsch abgebogen? Früher aß man einfach „gesund“ oder eben nicht. Und war oft schlanker als heute. Die Anzahl der Abnehmkonzepte stieg parallel zur Gewichtszunahme der Weltbevölkerung. Nachtigall ick hör‘ dir drapsen.

Und gerade diese Ernährungregeln stellen mich vor ein Problem: All die Sportprogramme, die auf Muskelaufbau setzen, beinhalten ebenfalls einen strengen Ernährungsplan. Leider lässt sich dieser selten mit einer vegetarischen, geschweige denn mit einer veganen Lebensweise vereinbaren. Pute, Huhn, Hüttenkäse, Magerquark und Proteinpulver wohin man sieht. Eiweiß ist der Stoff der Stunde. Denn das brauchen die Muskeln, um vernünftig zu arbeiten. Und Muskelmasse erhöht den Grundumsatz. Denn eines lerne ich schnell: Während des Ausdauersportes verbrennt der Körper im Prinzip nur währenddessen, Kraftraining schafft Muskelaufbau und sorgt für eine schlanke, aber athletische Silhouette. Und brennt lange nach. Klar, dass mein Ziel mit Radfahren und Co. also nicht zu erreichen ist.  Soweit alles ganz logisch. Das muss ich zugeben. 

Sport ist Mord?

Schnell wird mir klar: Das Ernährungsprogramm kann und will ich so nicht mitgehen. Aber dieses „3x 20 Minuten Sporteln Zuhause“-Prinzip lacht mich an. Das sollte doch zu schaffen sein. Krafttraining wirkte auf mich bisher immer sehr komplex und ich hatte so viel Angst irgendwas falsch zu machen, dass ich gar nicht erst anfing. Wie viele Wiederholen? Wie lange? Was darf ich essen, was nicht? Führe ich die Übungen überhaupt richtig durch? 

Ich schaue mir verschiedene Kandidatinnen an. Und bleibe mehr oder weniger spontan und durch Zufall bei Sophia Thiel hängen. Die aus der Fernsehwerbung. Und mit dem Six Pack. Ich bin überrascht. Das ist genau mein Fall! Videos auf Deutsch (Einfach Berieseln lassen!), in Echtzeit und mit genügend Verschnaufpausen. Dazu – bisher – wenig Rumgehüpfe und eine authentische, erfrischende und geradezu niedliche Sophia. Das hätte ich nach den Bildern in den Sozialen Netzwerken so nicht erwartet.

Erfreulicherweise mahnt sie immer wieder zu Mäßigung und gechilltem Herantasten an die Übungen. Und motiviert dabei ungemein. Mein Frustrationspegel ist von vorne herein gleich viel niedriger, wenn ich realistische Ziele vor mir habe und mir durch den Bildschirm jemand sagt, dass es völlig normal ist, in der ersten Woche keinen Liegestütz hinzubekommen. Auch in der dritten… Und dass das durchaus ok ist. Öhm. Sehr gut. Ertappt. 

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3/4 Sport Tight „Seamless“ von Tchibo

Nach der ersten Einheit bin ich noch recht optimistisch. 48 Stunden später komme ich kaum die Treppe rauf… Da das Programm vorsieht drei Einheiten in der Woche zu absolvieren, kreuche ich die ersten sieben Tage von einem Muskelkater zum nächsten.  Aber von nix kommt nix. Und tatsächlich: Selbst innerhalb einer Woche stelle ich fest, dass einige Übungen immer noch nicht easy, aber zumindest ansatzweise leichter von der Hand gehen. Mit ein bisschen Sport. Unglaublich. Warum habe ich mich bloß so lange gedrückt? Tja, irgendeine Ausrede war immer parat: Keine Zeit, keinen Platz, keine Lust. Dieses Zipperlein, jenes Zipperlein. Und eigentlich halte ich von sowas ja eh nichts. Zufrieden war ich aber auch nicht, 

Was ich ebenfalls schnell merke: Die intensive Auseinandersetzung mit behutsamem, aber anstrengendem Training und dem eigenen Körper führt unweigerlich dazu, auch das eigene Essverhalten zu hinterfragen. Durch das dem Programm beiliegenden und ziemlich umfangreichen Rezeptebuch blättere ich eher auf Inspirationssuche. Meist sitze ich vor dem PC und schüttele den Kopf über die, die sich jeden Tag wiegen und stundenlang darüber diskutieren, ob nun Magerquark oder körniger Frischkäse besser wäre, um auch noch um die letzten 500 Gramm zu ringen. That’s not my world. 

Aber ich merke auch, dass ich die vielen kleinen Snacks zwischendurch mittlerweile durchaus hinterfrage. Und so manchen liegen lasse. Das ist doch schon mal ein Anfang. Und ich stelle fest, dass ich tatsächlich mal regelmäßig sowas wie Sport mache. Das Programm hilft dabei enorm. Ich habe einen festen Plan und jemanden, der in Echtzeit mitturnt. Ich muss mir keine Gedanken über die Zusammenstellung einer Choreografie und zeitliche Abläufe machen. Ich mache einfach mit. Sicher könnte ich die Übungen auch einfach so zuhause machen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen. Sophia hat das Rad nicht neu erfunden. Sie könnte auch Sandra, Peter oder Paul heißen. Programme und vermeintliche Vorbilder gibt es viele. Aber so spüre ich zeitlichen Druck (Das 12-Wochen-Programm ist 24 Wochen abrufbar), glaube, dass die Übungen wirklich durchdacht und gut zusammengestellt sind und habe  in der letzten Zeit soviel GEZIELTEN Sport gemacht wie zuletzt vermutlich in meiner Schulzeit. Schon nach kurzer Zeit merke ich tatsächlich, wie sich in einzelnen Muskelpartien was tut. Wunder kann und will ich keine erwarten, aber meine Anstrengungen scheinen nicht stumpf zu verpuffen. Ich bin fasziniert, wie sehr ein das eigene Körpergewicht fordern kann. Ganz ohne weitere Gerätschaften.

I do it my way

Mein Bauchgefühl und ich, wir nähern uns langsam wieder einander an.  Mir ist bewusst, dass man das Ganze ohne strengen Ernährungsplan als halbherzig bezeichnen könnte. Am Ende des Tages aber mache ich drei Mal in der Woche so richtig Sport, der mich ins Schwitzen bringt. Das ist dreimal mehr als sonst. Trotz Fulltime Job und Blog Business. So einfach ist das. Mit dem Essen ist es genau so. Ganze oder halbe Portion? My Choice. Jeden Tag aufs Neue. Dabei stelle ich fest, dass ich gelegentlich auch an den wichtigen (!) Pausentage die Lust auf ein paar Übungen verspüre. 

Und vor allem ist es egal, ob ich genug mache. Ob ich DAS perfekte Training für mich absolviere. Oder ob ich lieber 3 Wiederholungen oder 3 Minuten mehr mache. Was andere davon denken. Und ob ich vielleicht in drei Monaten keine Lust mehr habe. Ich will keinen „Bikinibody“ für den Sommer am Strand.  Ich möchte mich in meiner Haut wohl fühlen. Und muss anfangen, mir nicht mehr selber etwas vor zu machen. Denn bisher war ich faul wie die Sonne. Plain and simple. Da darf ich mich dann nicht beschweren. 

Aber mein kleines Workout macht mir – ich glaube es selbst nicht – RICHTIG Spaß. Und den kann ich kann genießen, weil ich mir nicht allzu viele Gedanken machen muss, sondern einfach TUN kann. Loslegen und nachmachen. Und mir doch die ein oder andere Süßigkeit verkneife. 

Back to Basic. Ohne Chi Chi und ungesunde Challenges. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, außer mir und meinem Körper. Der war in letzter Zeit sehr gut zu mir. Jetzt muss ich ihm mal was zurückgeben. Eine gesunde Rumpfmuskulatur zum Beispiel. Die Lösung bei den meisten Arten von Rückenschmerzen. Mein Orthopäde wird es mir danken…

Zur Zeit sportele also so vor mich hin, esse tatsächlich ein wenig gesünder als sonst und mache zum Ausgleich mehr oder weniger regelmäßig Yoga. Vielleicht habe ich aber auch in vier Wochen keine Lust mehr. Who knows?  So oder so, ich entscheide BEWUSST.

Und egal, wie euer Plan aussieht. Ob ihr euch ebenfalls für ein geführtes Programm entscheidet oder selbst loslegt, ob ihr an sieben Tagen in der Woche oder nur an einem Tag auf Fertiggerichte und Süßes verzichtet. Wichtig ist vor allem eines: 

Einfach machen.

Vielen lieben Dank an Franzi von Franzi trifft die Liebe für die spontane Fotosession in meinem Wohnzimmer!

P.S.: Das 12-Wochen-Fitnessprogramm von Sophia Thiel habe ich mir selbst gekauft. Es taucht hier auf, weil es mich überzeugt hat und ich denke, dass es auch für meine Leser*innen interessant sein könnte. Ich werde für die Erwähnung weder bezahlt noch anderweitig vergütet. 

*Dies ist eine bezahlte Kooperation mit Tchibo. Das ist gut für mich und gut für euch. Weil es mir ermöglicht das Blog in diesem Umfang zu führen und euch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Und meine Arbeit von coolen Leuten in dieser Form wertgeschätzt wird. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog. 
Tchibo Fitness BodyweightYoga Top „Here comes the sun“ von Tchibo

Tchibo Fitness BodyweightYoga Block von Tchibo

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Deine getanzten Tänze kann die niemand mehr nehmen.

Kolumne | Instagram, das schöne Leben und der Neid.

Kolumne Neid Instagram„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“
Charles-Louis de Montesquieu

Es ist Sonntagnachmittag und ich scrolle durch meine Instagram Timeline. NEID! Da sind sie wieder. Die schönen, schlanken Mädels mit den aufgeräumten, durchgestylten Wohnungen und den Zehen im Sand. Hier ist Kranksein, Wäscheberg und Staubsaugen angesagt. Bei dir ist es vielleicht das schreiende Kind, wo du doch eigentlich gerade in das gute Buch schauen wolltest, die nächste Rechnung, die den ersten Urlaub seit Jahren in noch weitere Ferne rücken lässt oder der Gedanke an die doofe Kollegin morgen, die dir morgen garantiert wieder den ganzen Tag versaut.

STOP!

Kopf hoch, Brust raus, Arsch hoch. Lassen wir uns nicht klein reden. Weder von anderen, noch von der inneren Stimme, die manchmal einfach mal die Klappe halten sollte. Schauen wir auf das, was wir erreicht haben. Die Situationen, in denen wir über uns hinaus gewachsen sind. In denen wir nicht den einfachen, sondern den steinigen Weg gewählt haben, der uns einiges an Kraft, Tränen und Schweiß gekostet hat, uns am Ende dem Ziel aber ein wenig näher gebracht hat. 

Wir sind in dieser Form, mit diesem Herzen und diesem Geist mit all unseren Erinnerungen und Erfahrungen nur einmal hier. Lasst uns das zum Fest machen! Es gibt keine zweite Chance. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem wir zurückschauen werden. Und da möchte ich mehr „Genau so noch einmal!“ als „Verdammt, hätte ich doch bloß.“ denken.     

Aber machen wir uns nichts vor: Die wenigstens von uns sind in der Lage zu 100% ihr Traumleben zu führen. Vielleicht – sehr wahrscheinlich sogar – müssen wir tagtäglich einer Arbeit nachgehen, die nicht immer  unbedingt unsere erste Wahl ist. Die wir manchmal sogar richtig sinnlos und nicht erfüllend finden. Vielleicht müssen wir uns mit unfreundlichen Menschen abgeben, denen wir eigentlich gerne mal ins Gesicht sagen würden, wie ätzend sie nicht. Es aus Gründen aber nicht können. Vielleicht gibt das Konto auch nicht jedes Jahr drei Reisen ans andere Ende der Welt her und der Kleiderschrank kein Fashionbloggerdasein. Da darf man schon mal Neid verspüren.

Und da sind sie wieder, diese perfekten Illusionen im Netz. Es gibt dieses Poster mit dem Satz
„I will not compare myself to strangers on the internet.“ Wenn das mal so einfach wäre…
„Sie sieht einfach umwerfend aus in dieser Jacke. Die brauch ich auch.“ „Sie ist so beliebt. Wenn ich versuche ein bisschen mehr zu sein wie sie, dann färbt das sicherlich auf mich ab.“ Um später frustriert festzustellen, dass uns das nur weniger Kohle auf dem Konto, Kopfzerbrechen und noch mehr Neid beschert. Und Neid macht hässlich. Und sehr, sehr einsam. 

Am Ende ist es sowieso irrelevant, ob der Lifestyle, der uns da präsentiert wird echt ist oder eine große Illusion. Wir werden es höchstwahrscheinlich nie herausfinden und können es – egal wie das Ergebnis ausfällt – auch nicht ändern. 

Throw Kindness Around Like Confetti!

Was wir aber ändern können ist ist unsere Einstellung. Zu uns und dazu, wie wir mit solchen Situationen umgehen. Denn glücklich(er) sein hängt nicht von Fame, Geld oder Besitz ab. Blablabla. Wissen wir. Predigen uns schon unsere Mütter. Aber hey: Da ist was dran! 

Ob wir glücklich sind, entscheiden wir jeden Tag aufs Neue. Es gibt dieses abgenudelten Satz, dass alles, was du aussendest zu dir zurück kommt. Wie man in den Wald hinein ruft… Ich habe es in den letzten Monaten zur Genüge getestet. Und tatsächlich manch angespannte Situation so entschärfen können. Zugegebenermaßen war ich danach immer ziemlich baff. Aber: It’s that easy!
Klar ist es nicht einfach, Montagfrüh wie der frische Morgen vor dem Badspiegel zu stehen und seine Vibes auf positiv zu kalibrieren. Aber es ist einen Versuch wert. Wir haben nichts zu verlieren. Wenn wir es aber nicht tun, dann verlieren wir manchmal sogar uns selbst.

I will not compare myself to strangers on the internet!

Hallo 2016 | Danke 2015

  Der Satz, den ich zur Zeit wohl am häufigsten höre, lautet: „2016 kann ja nur besser werden.“ 

Nö. 2015 war gut. Richtig, richtig gut. Vielleicht das beste Jahr meines Lebens. Zumindest ab dem 15.05.. Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen, hatte in den Wochen und Monaten danach mehr Glück als Verstand und nun ist die ganze Sache sogar noch vor dem Jahreswechsel zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Nach gut sieben Monaten gar nicht mal so übel. 

Ich hatte unendlich viel Zeit für mich, die ich genossen und genutzt habe. Soviel Freizeit am Stück werde ich bis zur Rente nie wieder haben. Auch wenn sie dann gerne mit mehr Urlaub und Vergnügen gefüllt sein darf. Und ich war in diesem Jahr nicht einmal richtig krank! Na, wenn das nix ist. 

Meine Prioritätenliste hat sich verschoben. Gewaltig. Man liest immer wieder, dass das nach so einem Erlebnis passiert. Für mich sah es aber immer so aus, als wären solche Verschiebungen der Sichtweise eine bewusste Entscheidung, ein mantraartiges Wiederholen von Sätzen wie: „Nein, davon lasse ich mich nicht mehr ärgern. Nicht nach sowas“. 

Aber es ist viel einfacher. Man verschwendet an gewisse Dinge einfach keinen Gedanken mehr. So wie man an einem regenreichen Tag niemals auf die Idee käme sich zum Sonnen in den Liegestuhl zu legen. Sowas macht man einfach nicht! 

Ein Feel Good How-To?

Oft bin ich im letzten halben Jahr gefragt worden, wie ich „das“ denn mache. Gute Frage. Ich weiss es nicht. Wenn ich es wüsste, könnte ich mir wahrscheinlich als Life Coach eine goldenen Nase verdienen. „Es“ war einfach da. Ein unerschütterlicher Optimismus und die glasklare Gewissheit, dass das alles wird. Einfach machen lassen. Enjoy the ride. 

Aber es gibt da doch etwas, das ich mit in 2016 nehmen möchte. Ein paar Kniffe, die ich mir angeeignet habe und die es nun gilt bald auch im wieder einsetztenden Alltag anzuwenden. Denn das ist meine eigentliche Herausforderung. Jetzt kommt nach dem „Einfach machen lassen“ das harte „Daran bleiben“. Denn ich ahne jetzt schon, dass der (berufliche) Alltag mir manches Mal versuchen wird alte Muster unterzujubeln. Ich muss gestehen: Der Mensch vergisst ja schnell. War ich im Juli voll positiver Energie, knickte ich im Oktober und November zugegebenermaßen etwas ein. Schön blöd. Also ran an das, was ich mit rüber nehmen möchte und werde.

Allem voran und ganz wichtig: 

Sei aktiv. Werde nicht passiv und zum Opfer deiner Situation. 

Eine Sache, die mir auch in der Reha immer wieder aufgefallen ist. Viele Menschen nahmen sang- und klaglos alles hin, hinterfragten nicht, hatten keinen Mut etwas an der eigenen Situation zu ändern. Und waren beleidigt, wenn ihnen Ärzt*innen und Therapeut*innen nahe legten, dass ihre Lebensqualität auch massiv von ihrer Psyche und inneren Einstellung abhängt. 

Sei der Mensch, der was für sich und seine Situation tut. Nicht nur der, der „behandelt“ wird. 

Own your Story. 

Ein Satz, den ich erst jetzt so richtig verstanden, beziehungsweise ihm meine ganz eigene Definition gegeben habe. 

Ich war immer verdutzt, wenn mir jüngere Mit-Rehabilitand*innen sagen, dass sie nach Abschluss der Reha nie wieder etwas von ihrem Erlebten hören wollen. Dass sie damit dann „ein für alle Mal durch wären.“ Kann man so machen. Mein Weg ist es nicht. Das hier ist jetzt Teil meines Lebens. Und vielleicht auch noch das ein oder andere Zipperlein in den nächsten Jahren. Aber DIE Story nimmt mir keiner. Die kommt auf in 10 Jahren noch gut auf Parties.

Frage dich, ob diese Reaktion in diesem Moment wirklich notwendig ist. 

Ist diese Diskussion hier gerade wirklich nötig? Geht es noch um die Sache an sich oder nur noch um zwischenmenschliche Animositäten? 

Nach vermeintlichen Hiobsbotschaften einmal ordentlich reinsteigern und dann eine Nacht drüber schlafen. Hilft garantiert. Egal, ob es ein Brief von der Versicherung, eine Nachricht vom Arbeitgeber oder eine WhatsApp von der Bekanntschaft von gestern Abend ist.

Ist das hier meine Energie wirklich wert? 

Ich habe meine Energie in diesem Jahr wahrlich für andere Dinge gebraucht und somit sehr gut mit ihr gehaushaltet. Mehr für mich tun. Dinge, die ich wirklich will und nicht, weil andere es von mir erwarten. Und auch mal Nein sagen. Weil ich es kann.

Wenn es sie wert ist, dann mach es richtig!

Einfach mal über den eigenen Schatten springen. Nimmt man sich immer vor. Jetzt weiß ich: Mach, es so lange du noch kannst. 

Ich habe schon mal angefangen in 2015. Mit einem ersten Tattoo. Meinem ersten Besuch eines richtigen Yoga Events. Ganz allein. Für mich eine starke Leistung. Nicht zu wissen, was auf einen zukommt. 

Daraus entwuchs dann auch mein neues Mantra. Die Frage, die ich mir seit dem Frühling bereits zigmal vor Entscheidungen gestellt habe. Und deren Antwort jedes Mal ähnlich ausfiel: 

Was kann dir schon passieren? Was ist das Schlimmste, dass geschehen kann? 

Wenn dir nicht innerhalb von drei Sekunden drei triftige Gründe einfallen: Mach/Sag/Schreib es!

Habt ein wunderbares 2016. Macht es zu eurem Jahr. Egal in welcher Form. It’s your Story!

Meine wird heute mit Champagner begoßen.