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Leo's Juice & Burger Lübeck

Checked: Leo’s Juice & Burger in Lübeck

Leo's Juice & Burger Lübeck

Was gibt es bei 30 Grad aufwärts Schöneres als Burger und Fritten? Eben. Also habe ich an einem der heißesten Tage des Jahres Leo’s Juice and Burger in Lübeck einen Besuch abgestattet.

Wenn es new vegan food in town gibt, muss ich es natürlich ausprobieren. Kommt man in Hamburg mittlerweile als Veganer*in recht easy durch die Stadt, muss man in Lübeck zumindest einmal mehr hinschauen. Zwar ist die Auswahl in den letzten Jahren etwas größer geworden, aber das Wachstum ist bei weitem nicht so groß wie in anderen deutschen Gegenden. 

Umso schöner, dass es auch bei Leo’s Juice & Burger eine vegane Option gibt. Wobei die Betonung tatsächlich auf EINE liegt. Anders als bei Peter Pane, wo Veganer*innen aus dem köstlichen Vollen schöpfen können, bietet das Leo’s genau einen vegetarischen und einen veganen Burger an. 

Das Interieur ist eine Mischung aus amerikanischem Diner und mexikanischer Bar. Tex-Mex-Vibe olé! Eine Einrichtung, die mich sofort anspricht. Die aber leider auch nicht barrierefrei ist. Zwar gibt es neben den hohen Bartischen und -stühlen auch lounge-ige Sessel, aber die Toiletten liegen ein Stockwerk tiefer. Ohne Aufzug. Schade. 

Das Bestellsystem sticht dafür hervor. Auf den Tischen liegen neben einer Getränkekarte Formulare, auf denen der Gast seine Wünsche ankreuzt. Es gibt verschiedene Brotsorten (auch glutenfreies), viele fleischhaltige Burger und eben einen vegetarischen sowie einen veganen. Dafür finden sich auf der Karte neben normalen Kartoffel- und Süßkartoffelfritten auch Gemüsefritten aus Karotten und Pastinaken. Allerdings muss man für die zum Ketchup greifen, denn die Mayos sind nicht vegan. Und es gibt Salat. Natürlich.

Die Getränkekarte bietet neben den obligatorischen hausgemachten Juices und Smoothies auch Säfte aus der Region, Fritz Kola und Fritz Limo sowie das Möllner Eulenspiegel Bier. (Wer das mal in die Finger bekommt: Probieren!)

Leo's Juice & Burger Lübeck

Ich mache also brav meine Kreuzchen und fühle mich ein wenig wie bei der Wahl. Nur das es hier nicht um den neuen Bürgermeister, sondern um „the next vegan burger star“ geht. Ein bisschen enttäuscht bin ich, dass der vegane Kandidat bei Leo’s Juice & Burger ohne Patty daher kommt. Er setzt ganz auf gegrilltes Gemüse. Für die Figur sicherlich besser und auch für Zöliakie-Geplagte eine gute Option. Aber in einen Burger gehört für mich ein Patty. So. 

Dafür ist das Tomaten Relish ausgesprochen lecker. Der restliche Burger aber tatsächlich auch. Sollte man mit omnivoren Freund*innen hier stranden, wird man als Veganer*in nicht verhungern. Man wird sogar ganz anständig und lecker satt. Zum expliziten Burger-Gelage würde ich jedoch die Konkurrenz vorziehen.

Die Gemüsefritten sind bei meinem Besuch leider aus, daher entscheide ich mich für die herkömmliche Variante als Beilage. Wobei die gar nicht so herkömmlich sind. Anders als sonst gewohnt sind diese Pommes nämlich keine Stifte, sondern sehen vielmehr aus wie frittierte Bratkartoffeln. Pommes in Scheiben. Lecker sind sie auf alle Fälle. 

Leo's Juice & Burger Lübeck

Für den Burger, die Pommes und eine Cucumis Gurke (Lavendel gibt es leider nicht) bezahle ich um die 13 €. Der Service ist sehr freundlich, bemüht und schnell. Allerdings bin ich eben auch an einem sehr (!) heißen Wochentag um die Mittagszeit da. Ich vermag nicht zu sagen, wie sich das am Wochenende gestaltet. Einzig die Musik ist mir einen Hauch zu laut. Die könnte tatsächlich stören, wenn man beabsichtigt sich zu unterhalten. Das Publikum ist während meines Besuchs absolut gemischt. Von Familien über Handwerker bis hin zu Bankern ist alles dabei. Wer sich an eventuellem Straßenlärm nicht stört, kann auch draußen in der Sonnen sitzen. 

Leo’s Juice & Burger
Mühlenstraße 49
23552 Lübeck

Tischreservierung über Telefon oder Facebook.
0451 39 774 590 

Geöffnet: Montag bis Samstag von 11 Uhr bis open end

Leo's Juice & Burger Lübeck

Leo's Juice & Burger Lübeck

Bruges Belgium vegan

Brügge 2014 | Fleischlos essen in Belgien

Bruges Belgium

Moin,

nachdem ich euch im Sommer hier schon ein paar Tipps zum Thema Freizeitgestaltung und Beautyshopping in Brügge gegeben habe, kommen wir nun endlich zum vielleicht wichtigsten Teil der Reise: Dem Essen. Wie bereits im letzten Jahr geschrieben ist vegan in Belgien so eine Sache. Vegan scheint ein Schimpfwort zu sein. Das höchste der Gefühle ist „vegetarisch“. In der Buchhandlung fand ich sage und schreibe vier vegetarische oder „veggie“ Kochbücher. Vegane kein einziges. Das sagt schon einiges.

Erschwerend dazu kommt, dass viele Restaurants mitten in der Ferienzeit schließen, um ebenfalls Urlaub zu machen. Darunter leider auch viele der vegetarischen Optionen (so auch das De Bron). Wir haben aber nicht verzagt und sind tatsächlich fündig geworden. Nachdem wir im letzten Jahr einmal übel in die Touri-Falle getappt hatten wir dieses Mal tatsächlich Glück. Allerdings muss man Kompromisse machen. Oder sich nur von Obst und Salaten aus dem Supermarkt ernähren.

Vorweg: In Brügge wird auswärts „Menü“ gegessen. Sprich: Ein Essen besteht aus mehreren Gängen, meist zweien.  Hierbei wird in Mittag (Lunch) und Abend (Dinner) unterschieden. Manche Restaurants öffnen sogar entweder nur zur einen oder zu anderen Mahl-Zeit. So leider auch ein weiteres vegetarisches Restaurant (Lotus), welches wir deshalb abends nicht besuchen konnten. Ein Menü ohne Fleisch geht im Schnitt meist bei 15-20 Euro los, ihr könnt aber auch leicht 35-40 Euro los werden. Dies unbedingt einplanen! Wir haben es so gehandhabt, dass wir morgens ordentlich gefrühstückt und dann erst abends wieder groß gegessen haben. Fündig wurden wir unter anderem hier:

Die Restaurants

Pitahuis Bruges Belgium

Pitahuis Brügge Falafel

Pitahuis

Philipstockstr. 35

Orientalische Küche, in direkter Nähe zum Markt. Wir haben uns für den Falafelteller mit Hummus und Salat entschieden. Ich wählte dazu Pitabrot, Pommes wären auch möglich gewesen. Vorab gibt es Kräcker mit sage und schreibe 5 verschiedenen Soßen, die dann später auch zu den Falafeln gegessen wurden. Zwei davon waren auf den ersten Blick auf alle Fälle vegan. Bezahlt haben wir 15,50 € (plus Getränke). Ein guter Schnitt für Brügge. Lecker war es auch und hat lange satt gemacht.

Ich vergaß nach dem Essen übrigens meine gute Armed Angels Jacke dort. Und bemerkte es erst am nächsten Tag. Die Jacke schon innerlich abgeschrieben, versuchte ich am Mittag mein Glück. Das Lokal hatte noch gar nicht auf, aber die Chefin war wohl für Besorgungen da. Man öffnete mir freundlich. Die Jacke hing an der Garderobe, die Bedienung hatte sie gefunden und gerettet. Puuuuh!

Ellis Gourmet Burger Vegetarisch

Ellis Gourmet Burger

Simon Stevinplein 14

Hierbei handelt es sich im eine belgische Kette. Das Restaurant in Brügge befindet sich ebenfalls sehr nah am Marktplatz. Die Klientel ist vor allem einheimisch und jung. Durch die hohen Decken ist es leider ziemlich laut, auch weil die Belgier an sich scheinbar ziemlich laute Plauderer sind 😉 Dazu kommt, dass der Laden ganz offensichtlich sehr beliebt ist. Es war brechend voll, wir bekamen nur mit Mühe einen Tisch. Aber es hat sich gelohnt.

Leider ist das Angebot anscheinend nur vegetarisch. Aber immerhin. Mein Flämisch ist nicht das beste, aber nach langer Suche im Internet konnte ich herausfinden, dass in den Patties, die eine belgische Firma liefert, die auch in den Supermärkten verkauft, Hühnereieiweiß enthalten ist. Abgesehen davon war mein „Soy Classic“ vegan. Mein Freund entschied sich für den Portobello Burger mit Ziegenkäse. Ein Gedicht! Dazu gab es leckere Fritten und hausgemachte Limonade. Für meinen Burger zahle ich 8,50 € plus 3,50 für eine ordentliche Portion Pommes. Würde hier niemand zahlen, in Brügge aber gar nicht mal so viel 😉

Bruges Belgium vegetarian vegan

De Bühne

Sint-Salvatorskoorstr. 6

Das absolute Highlight der Reise! Ursprünglich planten wir schon am Mittwoch einen Besuch, erfuhren aber, dass man mit Reservierungen arbeite und kein Tisch mehr frei wäre. Was mich ein bisschen wunderte, da der Laden nicht voll zu sein schien und wir schon relativ spät dran waren. Aufgrund der guten Kritiken bei Tripadvisor machten wir also eine Reservierung für den nächsten Abend und wurden nicht enttäuscht.  Die Inhaberin schwebt wie eine gute Fee lautlos und unaufdringlich durch den Laden, bedient old school die Dame zuerst, reicht dem Mann die Weinkarte und  haucht nach jedem Abräumen ein „Thank you“ zur Verneigung. Ihr Mann werkelt allein in der winzigen Küche und vollbringt wahre Meisterwerke. Fleisch gibt es der Bühne nur in Demeter Qualität aus der Region und das Angebot an vegetarischen und sogar veganen Speisen ist ausserordentlich lecker und abwechslungsreich. Solch gut komponierte Speisen habe ich schon lange auf keiner Karte mehr gesehen. Wie fast überall in Belgien wird Menü gegessen. Wir zahlten für drei Gänge (Vorspeise, Hauptgang, Dessert) 23€. Und bekamen so viel mehr geboten!

Zu Beginn gab es den Aperitif zum Aperitif. Zwischendurch noch wunderbares Brot mit regionaler Butter. Und zum (guten!) Kaffee zum Schluss noch einmal ausgesuchte Pralinen und Petit Fours. Alle Gänge waren besonders und mit viel Liebe zubereitet. Die Getränke allesamt sehr gut ausgesucht. Wir tranken zum Essen einen tollen Rosé und genossen leckeren Kaffe. Was in Belgien keine Selbstverständlichkeit ist. Zumindest in den Hotels.  Im Laufe des Abends erschloss sich uns dann auch das Mysterium der Reservierungen. Es scheint so, als passe man Tische und Bestuhlung jeden Abend exakt den Reservierungen an. Und belege jeden Tisch nur einmal. Entschleunigung pur. Zudem läuft in der Bühne KEINE Hintergrundmusik. Man kann sich so ganz auf das Essen und die Begleitung – und in unserem Falle auch den deutschen Fernsehmoderator am Nebentisch 😉 – konzentrieren. Trotz der 1-Mann-Küche kam das Essen schnell, wohl auch ein Vorteil der guten Planung. Während wir im Restaurant waren, kamen mindestens 9 Paare und Familien ins Lokal und fragten nach einem Tisch. Alle wurden trotz leerer Tische weggeschickt. Man wollte sich anscheinend voll und ganz auf die drei besetzten Tische konzentrieren. 

Die wunderbare Atmosphäre war so entschleunigend und liebevoll, dass ich es frevelhaft gefunden hätte dort mein Essen zu fotografieren. Ich musste aber einen Schuss aus der Hüfte wagen. Viel größer als ihr es oben auf dem Bild seht ist der Laden nicht. Es fehlen nur die beiden Tischen am Fenster hinter meinem Rücken.  Damit ihr aber noch einen kleinen Einblick in die Speisenauswahl bekommt, habe ich die Karte draussen fotografiert.

de Bühne Menü

De Bühne lebt von den guten Seelen der beiden Besitzer*innen und dem wunderbaren Essen.  Ein kleines, feines Restaurant, versteckt in einer Seitenstraße und dennoch sehr zentral.  Solltet ihr mal in Brügge verweilen ist ein Besuch Pflicht. Das ist ein Befehl!

Fazit

Ihr seht: Brügge fleischfrei geht durchaus. Und schmeckt. Veganer*innen müssen  – gerade in der Urlaubszeit – vielleicht den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Wer sich aber auch mal abseits der Touristenstraßen bewegt, wird einige Schätzchen vegetarisch-veganer Kochkunst entdecken. Für unseren nächsten Brügge-Trip haben wir auf alle Fälle wieder fleissig Anlaufstellen gesammelt und hoffen, dass wir es mal ausserhalb der Hauptferienzeit in die Stadt in Flandern schaffen 😉

Literatur | Teenager auf Veggiekurs | Pala Verlag

Beim Thema „Fleischfreie Ernährung“ für Kinder und Jugendliche kommen meist Reaktionen wie „Fleischfrei? Dann bleibt ja nur Gemüse! Das essen sie doch sowieso schon nicht.“. Oder „Mein Kind will plötzlich kein Fleisch mehr essen. Was soll ich jetzt bloß noch kochen? Und ist das eigentlich gesund?“.

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Der Pala Verlag hat nun mit dem neuen Kochbuch Teenager auf Veggiekurs genau hier angesetzt. Als Erzieherin die vor allem mit Kindern von sechs bis zehn Jahren arbeitet, musste ich dieses Buch natürlich sofort haben. Zwar ist die Auslegung sehr vegetarisch, trotzdem ist viel Veganes dabei, bzw. lässt sich das meiste leicht veganisieren. Irmela Erckenbrecht’s Rezepte wurden von und mit Jugendlichen getestet und eignen sich für gemeinsame Familienessen genauso wie für Parties und Essen mit Freunden. Egal ob Fleischesser_in oder Vegetarier_in.

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Gegliedert ist das Buch in vier große Bereiche.  Der Rezeptteil regt mit allerlei Leckereien von Nudeln über Wraps & Co bis hin zu Omas Küchenhits 2.0 zum gemeinsamem Kochen ein. In einem weiteren Kapitel zeigt die Autorin auf, welche Wünsche Jugendliche im Bezug auf ihr Essen haben. So steht vor allem der Spaß dabei im Vordergrund, genauso wie der Wunsch nach gemeinsamen Mahlzeiten mit der Clique und einer gesunden Ernährung. Im Kapitel „Was Teenager brauchen und Eltern wissen sollten“ dreht sich alles um Vitamine, Eisen und Kalzium. Im letzten Abschnitt finden Eltern Tipps im Umgang mit ihren fleischlos essenden Kindern. So ist hier besonders die Stärkung der Alltagskompetenz und des Körpergefühls wichtig sowie Offenheit und die Rolle als Vorbild.

Wie immer verzichtet Pala auf Fotos. Statt dessen konnte man die bekannte Cartoonistin Renate Alf gewinnen, die mit ihren Zeichnungen und einem Augenzwinkern die Rezepte visuell ergänzt. 

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Fazit

Teenager auf Veggiekurs eignet sich für alle, die einen Einstieg in die fleischlose Welt suchen. Egal ob mit oder ohne Kinder. Die Rezepte sind einfach und schnell zuzubereiten und bieten ein breites Spektrum an fleischlosen Köstlichkeiten. Die Arbeitsschritte sind so anschaulich beschrieben, dass die Jugendlichen sogar alleine an den Herd gelassen werden können.

 „Ich mag kein Gemüse.“ zählt ab heute nicht mehr 😉

Das Buch ist im Pala Verlag erschienen und kostet 14,00 € (200 Seiten). 

Restaurant Altdeutsche Bierstube – Tessenower Manufaktur Groß Grönau.

Aktualisierung Februar 2014:

Leider hat das Restaurant Tessenower Manufaktur – Altdeutsche Bierstube Ende letzten Jahres seine Türen geschlossen. Die Manufaktur als solche – und somit die Produktion der leckeren Senfe, Öle und Co. – bleibt bestehen und ist hier zu erreichen. Auch ein Bio-Catering-Service wird weiterhin geboten.

Anlässlich unseres 3. Jahrestages lud mich mein Freund letzte Woche zu einem Essen in meinem neuen Lieblingsrestaurant Tessenower Manufaktur – Altdeutsche Bierstube in Groß Grönau vor den Toren von Lübeck ein .

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Entdeckt haben wir es durch Zufall. Wir waren zu einer Veranstaltung im Ort eingeladen und auf dem Weg zurück zum Auto, als mir ein Banner ins Auge sprang, dass auf ein Bio-Restaurant hinwies. Neugierig schaute ich auf die Karte und machte einen Luftsprung: Vielfältige, regional-saisonale Gerichte, viele davon vegetarisch oder sogar vegan. Ein baldiger Besuch war schnell beschlossene Sache.

So kam es, dass wir tatsächlich kurz darauf anlässlich eines Geburtstages in das Restaurant Altdeutsche Bierstube (Was mit den Vorbesitzern wirklich nur noch den Namen gemein hat) einkehrten. Wer ein bisschen vegan bei Facebook verfolgt, wird gelesen haben wie begeistert ich damals schon war.

Geschmack ist erlernbar.

Nun stand also unser zweiter Besuch an und auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.  Sowohl Ambiente und Service, als auch das Essen waren wieder vorzüglich. Mit ein Grund hierfür ist sicherlich das Konzept von Susen Winkler und Michael Schaake den Menschen wieder den Geschmack naturbelassener Lebensmittel nahe zu bringen, frei nach dem Motto: „Geschmack ist erlernbar.“ Tessenower steht für Produkte und Speisen, die fair, transparent, sozial und ökologisch-nachhaltig hergestellt und zubereitet werden.

Spannenderweise ist der Koch selbst gar kein Veganer, legt aber großen Wert darauf vegane Speisen abseits des Mainstreams anzubieten. Ein Grund, wieso mir die Karte gleich so positiv ins Auge fiel: Vegane Gerichte stehen wie selbstverständlich neben Fisch und Fleisch und bieten so viel Freiraum für Familienfeste und Co. bei denen sowohl die Veganerin als auch der „notorische Fleischesser“ glücklich werden. Ein sehr nettes und ausführliches Gespräch mit Herrn Schaake zeigte sogar, dass das Verhältnis Veggie:Fleischesser bei ungefähr 50:50 liegt und sich auch immer mehr Nicht-Veganer_innen für rein pflanzliche Gerichte entscheiden – und begeistert sind.

Da die Betreiber_innen auf eine aktive und offen-ehrliche Kommunikation zwischen Verbraucher_innen, Händler_innen und Lieferanten setzen, ist das Bio-Restaurant auch für Allergiker_innen „aller Art“ absolut empfehlenswert. Jedes Gericht wird frisch und mit saisonalen Zutaten aus der Region zubereitet und kann individuell angepasst werden. Neben einer monatlich wechselnden Speisekarte gibt es einen wöchentlichen Mittagstisch und saisonale Angebot wie aktuell zum Beispiel Spargel. Jeden Montag ist Flammkuchentag. Der Gast kann aus bis zu vier Belegen pro Flammkuchen wählen und soviel essen wie er möchte. Auch hier wird übrigens an die Veganer_innen gedacht!

Gute Qualität zu fairen Preisen

Die Preise für den veganen Mittagstisch bewegen sich meist zwischen sechs und neun Euro, die für die Hauptspeisen belaufen sich auf ca. 12 bis 14 Euro.

Das Restaurant ist Montag bis Sonntag von 12.00 bis 22.00 Uhr geöffnet (Mittwoch Ruhetag) und bietet Sitzplätze im reetgedeckten Bauernhaus, aber auch eine Terrasse mit wunderschönem Blick auf Feld, Wald und Weide.

Als besonderes Schmankerl wird ein kostenloser Shuttle-Service von und nach Lübeck (+20km) geboten. So steht einem Probieren aus der hervorragenden Weinauswahl nichts im Wege;) Um die Speisen auf den Punkt zubereiten und servieren zu können wird um eine (Online-) Reservierung gebeten.

Mein Menü

Leider hatte ich nur mein Smartphone dabei, daher sind die Bilder leider nicht so farbintensiv wie in natura. Glaubt mir, es war eine Augenweide!

Zuerst gab es frisches Brot mit einem Paprika-Schoko-Chili-Pesto und für mich einen Prosecco (für meinen Freund einen Perlmant).

Vorweg einen Gruß aus der Küche: Minestrone mit in Harissa eingelegten Gürkchen.

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Die Vorspeise: Zucchini trifft auf Erdbeere und Chili

Vorspeise

Hauptgang: Polenta mit Wildkräutern und Erdbeeren

Hauptgang

Der Nachtisch: Dessert vegan, bestehend aus Erdbeerkompott, Erdbeersorbet und Espressosorbet

Dessert

(Ja, im Kompott war ich leider vor dem Bild schon drin. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten…).

Zum Abschluss gab es noch zwei Espressi und (unvegane) Petit Fours. An veganen Alternativen wird aber gearbeitet habe ich mir sagen lassen;)

Fazit

Ich bin aufrichtig und völlig begeistert. Die „Tessenower“ sind ausgesprochen freundlich und zuvorkommend, der Service ausgezeichnet. Man spürt, dass alle mit großer Lust, Idealismus und Herz dabei sind. Es wird auf wirklich hohem Niveau gekocht und serviert, was eine willkommene Abwechslung zu dem ist, was man in meinen Breitengraden sonst so an vegetarisch-veganem Essen bekommt. Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch, der sehr bald folgen wird. Als nächstes steht das Flammkuchenessen auf dem Plan:)

Einen Überblick über die Produkte der Tessenower Manufaktur findet ihr hier. (Psst, der Bärlauch-Senf ist eine Wucht!)