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Rezension | 7 Tage grün – Grüne Smoothies und Rohkost

Grün ist Trend. Egal ob es um nachhaltige Mode, Flexitarier oder Bio-Gemüse geht: Immer mehr Menschen verspüren den Wunsch etwas Gutes zu tun. Der Umwelt, den Tieren oder dem eigenen Körper zuliebe. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Die einen wollen Tierleid vermeiden, andere wiederum schlanker, straffer und fitter werden und wieder andere ihre Gesundheit verbessern.7tage grün

Mit Rohkost und grünen Smoothies gelingt sogar alles gleichzeitig. Das dies auch mit Vollzeitjob, kleiner Küche sowie stressigem Alltag möglich ist, zeigen die Bloggerin Franziska Schmid von Veggie Love und die Gesundheitsexpertin Stephanie Katharina Mehring in ihrem gemeinsamen Werk 7 Tage grün,

Warum grüne Smoothies?

„Detox“ ist das Zauberwort. Umweltgifte, Antibiotika und Co. sind heutzutage leider allgegenwärtig. Lebensmittel sind häufig durch viele Prozesse mehr tot als tatsächlich lebendig und unser übermäßiger Konsum von Weißmehl, Zucker und Genussmitteln tut sein übriges: Unser Körper streikt. Eine Verdauung im Ungleichgewicht (Blähungen, Verstopfungen, Unverträglichkeiten), Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Depressionen, ein schwaches Immunssystem und unreine Haut sind nur einige der Symptome, die wir deshalb häufig verspüren. Auch kleine Abhängigkeiten, um das Nervensystem zu regulieren schleichen sich ein. Die Tasse Kafffee Morgen und die Schokolade im Nachmittagstief gehören beispielsweise dazu.

Da kann es Wunder wirken den Körper und seine Systeme auf Null zu setzen und zu entlasten. Und sei es auch nur für kurze Zeit. Oft ist so eine Auszeit von gewissen Dingen der Beginn von etwas Neuem. Ein Anreiz zur Umstellung oder gar zum kompletten Verzicht. Wir lernen unseren Körper genauer zu beobachten, ihm zu zuhören und zu verstehen.

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Grüne Smoothies helfen dabei. Sie leiten zum einen Giftstoffe aus dem Körper (Meine Verdauung war nie besser als nach einem grünen Supertrunk!) und führen ihm hochkonzentriert alle wichtigen Aufbaustoffe zu. Auch wenn uns als Kind Gemüse immer als non plus ultra verkauft wurde: Grüne Blätter können noch mehr! Sie enthalten für den Körper leicht verdauliches Protein und essentielle Aminosäuren, die den Zellaufbau unterstützen. Und sie enthalten Chlorophyll. Es bindet Gifte, wirkt immunstärkend, fördert die Wundheilung und bindet sogar Körpergerüche.

Das grüne Programm der beiden Autorinnen soll dabei als kleine Auszeit dienen, es ersetzt kein Fasten unter ärztlicher Anleitung. Dafür lässt es sich leicht in den Alltag integrieren. Extra Urlaub muss hierfür niemand nehmen. Auch ein Detox-Tag in der Woche zeigt oft schon eine tolle Wirkung. Dieser setzt sich im Idealfall aus einem grünen Smoothie am Morgen, einem Salat am Abend und einer kalten, rohen, würzigen Suppe am Abend zusammen.

Was wird benötigt?

Erfrischenderweise wird für die Rezepte im Buch kein Arsenal an teuren Küchenutensilien benötigt. Zwar werden die Vorteile eines Hochleistungsmixers erläutert (Bessere Aufspaltung der Bestandteile und somit bessere Aufnahmen durch den Körper), aber auch eine Küchenmaschine, ein Standmixer oder gar nur ein Pürierstab reicht für den Anfang völlig aus. Darüber hinaus braucht es nicht mehr als ein Brett, ein Messer und ein Gemüseschäler. Zum Transport für unterwegs eignen sich dunkle Glasflaschen und BPA-freie Kunststoffflaschen und -becher.

How to smooth

Als Faustregel gilt 50% frisches Blattgrün, 50% reifes Obst und Wasser. Obst sollte wann immer es möglich ist mit Schale und Kernen verarbeitet werden. Die darin enthaltenen Antioxidantien halten den Smoothie fünf bis acht Stunden frisch. Eine Tatsache, die mir tatsächlich unbekannt war. Heißt es doch immer, dass beispielsweise Vitamin C extrem schnell seine Wirksamkeit verliert. Der Smoothie kann also bequem morgens zuhause zubereitet und mit zur Arbeit genommen werden. Zu beachten ist dabei, dass ein grüner Smoothie nicht als Snack zwischendurch, sondern als komplette Mahlzeit angesehen werden sollte. Hierfür sollten 0,75 bis 1 Liter des Getränkes langsam getrunken werden.

Neu war für mich auch, dass Trockenobst nur zu Beginn verwendet werden sollte. Dann, wenn es den Geschmacksknospen manchmal noch an Süße fehlt. Sie sind durch ihre Verarbeitung keine Rohkost mehr und später, nachdem sich unsere Geschmacksnerven akklimatisiert haben und die Smoothies nicht mehr als bitter empfinden, nicht mehr nötig. Auch Fette und Proteinpulver sollten nicht in einen grünen Smoothie, da sie schwer verdaulich sind und eher belasten. Eine Ausnahme bildet hier die sowieso leicht verdauliche Avocado. Interessant insofern, als dass ich immer davon ausging, dass ein Spritzer Öl die Vitaminaufnahme verbessert und Protein sättigend wirkt. Satt machen sollen die grünen Getränke aber so oder so. Hunger ist bei 7 Tage grün durch die hohe Nährstoffdichte der rohen Zutaten kein Thema. Die Salate und Suppen hingegen enthalten Fett in Form  von Kokosnuss oder Olivenöl, um die Giftstoffe während dem Detox zu binden und aus dem Körper zu leiten.

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Die Rezepte

Das Buch bietet eine Vielzahl an einfach umzusetzenden und leckeren Rezepten. Superfoods sind nicht zwingend von Nöten, werden aber noch einmal gesondert behandelt. Dafür darf sich nach Lust und Laune auch im Kräutergarten und auf der Wiese ausgetobt werden. So finden auch Vogelmiere, Giersch und Brennessel den Weg in den Mixer. Die Zutatenlisten sind kurz und knapp, so dass es wirklich nicht schwer sein sollte sich mehrmals die Woche einen grünen Zaubertrunk zu mixen. Die Zubereitung der Smoothies dauert keine 10 Minuten, die der anderen Speisen nicht mehr als 20.

Einzig über eine Sache bin ich gestolpert. Auf Seite 14 steht geschrieben: „Unsere Rezepte enthalten außerdem keine tierischen Zutaten wie Milchprodukte, Eier, Fisch oder Fleisch (und sind damit vegan) sowie keinen Zucker und keine Kohlenhydrate.“ Ich gehe davon aus, dass die Autorinnen damit die „schlechten“ Kohlenhydrate, wie sie in weißem Mehl und Zucker enthalten sind, meinen. Denn das in Bananen und anderem Obst Kohlenhydrate enthalten sind (und das manchmal nicht zu knapp!), lässt sich nicht von der Hand weisen 😉 Mit ein Grund, wieso grünes Blattgemüse überwiegen sollte. Denn auch Obst pur kann auf Dauer durch einen hohen Fruchtzuckeranteil Abnehmerfolge mindern.

Darüber hinaus finden sich im Buch Tipps und Tricks für den Einkauf und den Einstieg in die „grüne“ Woche, Anregungen für die Zeit danach und persönliche Erfahrungsberichte der beiden Autorinnen.

Fazit

7 Tage grün ist ein tolles Buch für Einsteigerinnen* und bietet einen schönen und klaren Überblick über die Welt der grünen Smoothies. Die Ausführungen über „bioelektrische Lebensenergien“ von Stephanie Katharina Mehring muss man mögen, kann man aber auch gut außen vor lassen. Anders als andere Sachbücher aus dem Bereich ist 7 Tage grün solide und nicht esoterisch-abgehoben. Anfängerinnen* bekommen alle nötigen Tipps und Fehlervermeidungsstrategien, so dass gleich losgelegt werden kann. Einfach, unkompliziert und angenehm „down to earth“.

7 Tage grün ist im Trias Verlag erschienen und kostet 12,99 € (104 Seiten).

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