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Mala Workshop Yogi Days Hamburg

Mala Workshop mit Jai Jewellery

Mala Workshop Yogi Days Hamburg

Relax! Everything will work out.

Als Julia Nußhart beim Mala Workshop mit Jai Jewellery im Rahmen der Yogi Days Hamburg eine Kerze mit diesen Worten auf den Tisch stellt und sie als unser heutiges Mantra ankündigt, lächle ich müde. Wieder so ein Postkartenspruch.

Ich ahne nicht, dass sich dieser Spruch 2 1/2 Stunden später mehr als bewahrheiten sollte…

Julia hat mich eingeladen, an einem ihrer heißbegehrten Mala Workshops teilzunehmen. Und nachdem meine Mala von Nintaanzi ihre Aufgabe wahrlich übererfüllt hat, ist der Gedanke an eine neue Mala – handgeknüpft, mit viel guter Energie aufgeladen –  gar keine so schlechte Idee. 

Ich mache mich also auf den Weg nach Hamburg ins 25hours Hotel in der Hafencity und treffe auf 6 total unterschiedliche Frauen (Ja, bisher nehmen vor allem Frauen diesen Angebot an. Männer, traut euch!), die alle erklärtes ein Ziel haben: Grobmotorik überwinden, good vibes fließen lassen und die ganz persönliche Mala fertigen. 

Der Mala Workshop 

Wir stimmen uns mit einem OM ein. Sehr zur Verwunderung (und Erheiterung?) der restlichen Hotelgäste. Denn unser Mala Workshop findet quasi in der Lobby statt. Das ist wohl die hohe yogische Kunst. In sich hineinhorchen und konzentrieren, wenn um einen herum quirlige Touristen diskutieren und gegenüber das Frühstück eingenommen wird. Allerdings sorgt die Umgebung auch für heitere, gelöste Stimmung unter uns. 

Julia beginnt mit einem kleinen Ausflug in ihre Anfänge und Motivation. Und erzählt uns etwas über die Affirmationen, die jeder Stein mit sich bringt und die den Träger auf spirituelle Spur bringen sollen. Zur Bedeutung und Wirkweise der einzelnen Edelsteine sagt sie bewusst erstmal nichts. Denn nun sollen wir „unsere“ Steinen wählen. Ganz intuitiv und aus dem Bauch heraus. 

Mala Workshop Edelsteine Mala Workshop DIY

Ich könnte cheaten, denn die meisten Steine und ihre Wirkung sind mir bekannt, aber ich versuche den Kopf auszuschalten. Sofort angetan hat es mir ein matter Rosenquarz. Eigentlich so gar nicht mein Stein, obwohl rosa. Aber die matte Optik ist mal was anderes und Weiblichkeit und Weichheit haben noch niemandem geschadet. Der muss also mit. Schnell gesellt sich der Amazonit dazu, den ich zwar erkenne, spontan aber nicht weiß, was er kann. Dazu die zart-türkise Farbe. Ich gebe zu: Hier habe ich nach Optik entschieden.

Eine Weile hadere ich mit mir, ob ich die Steine in der gleichen Größe wie den Rosenquarz wählen soll. Ich entscheide mich für die kleinere, facettierte Variante. Und zu guter Letzt greife zu Lava. Lava. Ich, die eigentlich keine schwarzen Steine mag. Und Lava immer zu massig, roh, edgy fand. Was ist bloß mit mir los?

108 Perlen sollen es sein. Plus Guru-Perle. Irgendwie vergesse ich die beim ersten Auswählen, stolpere dann aber über eine einzelne schwarze, facettierte Perle, die es mir irgendwie angetan hat. Und wundere mich erneut über mich selbst. Onyx? Ich HASSE Onyx. Tja, kurz darauf weiht uns Julia in die Begebenheiten unserer Steine ein und ich erfahre, dass ich erstens haargenau die richtigen für mich ausgewählt habe und zweitens die letzte Perle nicht aus Onyx, sondern aus schwarzem Turmalin besteht. Wurzelchakra und so. Mein innerer Spiritualist freut sich diebisch darüber, wie sich alles zusammenfügt. 

Mala Workshop Zen Style Mala Workshop Mala selbstknüpfen

Nun geht es ans Eingemachte. Julia zeigt uns Bilder verschiedener Auffädeltechniken und ich wähle den „Zen Style“. Von unten rechts gezählt: 7 Perlen, 1 Markierungsperle, 14 Perlen, 1 Markierungsperle, 66 Perlen, 1 Markierungsperle, 14 Perlen, 1 Markierungsperle, 7 Perlen. Plus Guru-Perle. Klar soweit? Was jetzt kommt ist ziemlich spannend. Einige fädeln einfach drauf los. Andere – so wie ich – beginnen zu rechnen, abzuzählen und das Muster vorab in einem Perlenboard zu legen. (Julia berichtet von einer Ingenieurin, die vorab erstmal ein PDF erstellte und mit dem perfekten Plan für ihre Mala zum Workshop erschien. Ich lache. Im Laufe des Tages wird diese Frau mir jedoch immer sympathischer.)

Ich habe das wahnwitzige Ziel, meine Perlen symmetrisch aufzufädeln. Gar nicht so einfach, wenn man sich wie ich spontan für eine Kombi 3:1 entscheidet. „3 Lava – 1 Amazonit – 3 Lava“. Denn die Anzahl muss ja stimmen und auch die Markierungsperlen dürfen nicht vergessen werden. Diese dienen bei der Meditation mit der Mala dazu, uns kurz wieder ins „Hier und Jetzt“ zu holen, weil sie den homogenen Kreislauf kurz unterbrechen.

1, 2, 3, 14, 38, 75, …

Ich messe genau ab, wo ich von meinem Muster „3 Lava – 1 Amazonit –  3 Lava“ abweichen muss, damit es passt. Nämlich genau hinten im Nacken. Dort müssen es einmal 8 Lava-Perlen hintereinander werden. Damit es links und rechts davon symmetrisch wird. Mir schwirrt der Kopf. 

Ich schiebe meine Perlen also hin und her, bis ich sie so perfekt drapiert habe, dass ich nur noch zugreifen und losknoten muss. Dieser ganze Vorgang dauert allein schon eine gute halbe Stunde. Das Knoten ist zu Beginn gar nicht so einfach, weil die Knoten direkt an der Perle sitzen müssen. Einer davor, einer dahinter. Julia warnt uns, dass wir ziemlich akkurat arbeiten müssen, da einmal fest gezogene Knoten nur sehr mühselig – wenn überhaupt – wieder zu öffnen sind. Das gelingt mir und meinen Mitknüpferinnen am Anfang mehr oder weniger gut. Je öfter man es jedoch tut, desto mehr nimmt sich das Hirn zurück und ich sinke in einen fast meditativen Zustand. Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell und kaum, dass wir uns versehen, sind die ersten 2 1/2 Stunden um. Der Großteil ist mit mindestens der Hälfte der Mala fertig. Die Zeit reicht also tatsächlich. Auch, weil  Julia uns immer wieder mit flinken Fingern und aufmunterndem Worten unterstützt.

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Und dann passiert es! Eben noch im schönsten Flow und innerlich ein wenig stolz, wie flott mir das alles von der Hand geht – Erzieherin halt -, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich habe mich verzählt!

ZEN as FUCK

Meine Markierungsperle sitzt auf der linken Seite völlig falsch, ich habe viel zu wenig Perlen abgezählt und meine Symmetrie geht gerade mit Pauken und Trompeten baden. Mir wird im wahrsten Sinne des Wortes heiß und kalt. Diesen Zustand kenne ich so noch gar nicht von mir. Ich laufe rot an und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. SCHEIßE! Das war’s mit der Mala. Mein Herz rast. „Du wirst mit einer völlig schiefen Mala nach Hause gehen.“ Die Perfektionistin in mir läuft Amok. „Naja, dann hattest du immerhin einen schönen Tag…“

Dann fällt mein Blick tatsächlich auf die Kerze vom Anfang. Wie zynisch. Ich möchte sie an die Wand werfen. Und fange an zu rechnen. Noch 1 1/2 Stunden. 2/3 der Mala sind fertig. Ich überlege hin und her und stelle fest: Im Nacken braucht es nicht 8 Lava-Perlen, sondern 6. Danach so weitergemacht wie bisher und du kommst am Ende sogar auf die Perle genau dort an, wo du hinwillst. Fügung!

„Julia, ist es realistisch…Moment…18 Perlen noch mal abzuknoten? Schaffe ich das?“

Sie ist skeptisch. Aber ich gebe Gas. Und danke innerlich jedem verknoteten Paar Schnürsenkel und jedem „Ich kriege den Knoten nicht auf!“ im Kindergarten. Übung macht den Meister. Ich kann zwar nicht rechnen, aber Knoten aufmachen, das kann ich. Die Zeit rast. Am Ende fertigten wir nämlich auch noch die Quaste selbst, die typischerweise am unteren Ende einer Mala hängt. Ich muss ein  wenig schmunzeln. Denn unter das Bild, welches ich vor gut zwei Stunden zu Beginn des Mala Workshops auf Instagram gepostet habe, schreibt jemand: „Ich liebe Schmuckbasteln auch sehr.“ Schmuckbasteln. Wenn du wüsstest…

Zu allem Überfluss erscheint dann auch noch ein netter Herr vom 25hours auf der Bildfläche und erinnert uns dezent daran, dass wir PUNKT 14 Uhr fertig sein müssen, da er den Tisch noch brauche. Schockschwerenot! 

Ich knote mir die Finger wund. Meine Hände zittern. Aber ich schaffe es. 13.45 Uhr ist meine Mala fertig. Und genauso geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Was für eine Erfahrung! Da bin ich mal ganz schnell spirituell entblößt und auf den Boden der Tatsachen zurück geholt worden. Meine Lektion habe ich gelernt.

Ich muss daran denken, was Julia uns zu Beginn über den Lavastein sagte. Überraschend viele Teilnehmerinnen hatten ihn sich an diesem Tag ausgesucht. Eher unüblich. Sie sagte, er sei ein sehr kräftigender Stein. Eine seiner Affirmationen laute: In der Ruhe liegt die Kraft.

Relax! Everything will work out.

Der Mala Workshop schließt mit einer Japa–Mediatation. Drei Minuten Kontemplation inmitten einer lauten Hotel-Lobby. Pfff, ein Kinderspiel. Geduld und Ruhe kann ich…

Fazit

Unbedingt hingehen! Die Stimmung war bombig, Julia ist ein Schatz und die Erfahrung selbst eine Mala zu fertigen ist wirklich etwas besonderes. Allein all die wunderbaren Steine in den Händen zu halten und aus dem Vollen schöpfen zu können – ein Traum!

Julia gibt mit Jai Jewellery regelmäßig Workshops in Berlin, jedoch kommt sie auch zur Besuch. Alles was es braucht, ist eine nette Location und genug Menschen, die Lust auf ein bisschen Urban Spirituality haben. Der nächste Termin findet am 25.06. in Flensburg statt. 

Psst: Zusammen mit ihrer Schwester hat Julia gerade Lapaloma Times aus der Taufe gehoben. Journalismus meets Yoga meets Good News. Mutige, außergewöhnliche, spannende und inspirierende Geschichten, die auch gerne länger als die im TV üblichen 1:30 dauern dürfen. Schaut mal vorbei.

Mala Workshop HamburgMala Workshop Jai Jewellery

Die fertigen Mala aller Teilnehmerinnen 

Mala Workshop Jai Jewellery DIY

Anni von Yoga Gypsy mit ihrer wunderschönen Mala. Mala Workshop Mala Workshop Hamburg Yogi Days

P.S.: Ich wurde von Julia zum Mala Workshops eingeladen. Trotzdem gilt wie immer: Dieser Artikel spiegelt meine eigene und vor allem ehrliche Meinung wider und was mich nicht überzeugt, landet nicht auf dem Blog.

Yogi Days Special | Mein erstes Mal

Yogi Days Hamburg Moin,

es ist mal wieder Zeit für Geständnisse: Am Wochenende war ich zum ersten Mal in einem richtigen Yogastudio. Und vorher ein wenig aufgeregt.

Bisher praktiziere ich fast ausschließlich zu Hause. Mit einigen wenigen Ausnahmen, die sich allerdings eher auf Lehrer*innen beschränkten, die für meinen Geschmack etwas zu sehr mit sich beschäftigt waren, so dass Korrekturen und Hilfestellungen auf der Strecke blieben. Es machte einfach nicht „Klick“.

Als ich dann im Frühsommer vom 1-Tages-Special der Yogi Days lese, zögere ich also nicht lange und melde mich an. Ohne wirklich zu wissen, was da auf mich zukommt. Das Programm verspricht viel Yoga, ein wenig Ayurveda und einen Mittagssnack. Es soll mein erster Besuch in einem „richtigen“ Yogastudio werden. In einer Großstadt. Wo mich aller Voraussicht nach nicht graugelockte Nachbarinnen von nebenan, sondern fitte Mäuse in schnieker Yogawear erwarten. Gleich zu Anfang stelle ich mir (und Claudia per Mail) einige elementare Fragen:

„Wie mache ich das mit der Kleidung?“ (Ich habe einige Stunden ÖPNV vor mir.) „Gleich in Yoga Kleidung kommen? Dort umziehen? Eigene Matte mitnehmen? Oder gibt es alles vor Ort? Werde ich „mithalten“ können?“

Yoga ist kein Wettkampf. Das liebe ich ja so daran. Es gibt für alles und jeden eine Lösung/Hilfestellung und eine Pause ist immer möglich. Ohne, dass man schief angeguckt wird. So zumindest in der Theorie.

punkteklein

Ich entschliesse  mich also dazu, mein Yogaoutfit unter meiner Straßenkleidung zu tragen und aus Platzgründen meine eigene Matte NICHT mitzunehmen.  Das Studio InBalance in der Eimsbüttler Chaussee ist zum Glück ganz einfach vom Bahnhof zu erreichen und so bin ich pünktlich um 9:30 Uhr Uhr vor Ort.  Oder zumindest an der Adresse angekommen. Denn das Studio befindet sich in einem Hinterhaus und ist an der Straße nicht ausgeschildert. Zum Glück treffe ich auf meiner Suche die wunderbare Kaja Otto, die mich unter den Arm klemmt und so finde ich mich schnell in einem kleinen, schnuckeligen Altbau-Studio wieder.  Und werde herzlich begrüßt. Als gehöre ich einfach hier hin. Fühlt sich gut an.

Vor der Tür Schuhe aussiehen. Das große Schuhregal lässt daran keine Zweifel. Jacke aus, Hose aus und fertig bin ich. War ja eigentlich ganz einfach. Matten, Decken, Blöcke und Co. liegen bereit und warten darauf, im Raum drapiert zu werden. Ich entscheide mich für den Schummelplatz. Hinten am Rand. Ja, die erste Reihe ist manchmal die letzte. Aber ich will auf Nummer sicher gehen. Falls ich doch mal aussetzen (oder austreten) und mich somit nicht durch zig verbogene Körper schlängeln muss.

Nach und nach füllt sich der Raum. 99,9% Frauen und 1 Mann. Das war zu erwarten. Viele sehen aus, als wüssten sie genau, was sie täten. Die sind nicht zum ersten Mal beim Yoga. Dafür sehe ich überraschend viele weite Hosen und T-Shirts. Da fühle ich mich mit meinen neuen Yogapants von BeeAthletica fast „over-dressed“. Zumal Fitnesstand und Hose nicht wirklich zusammenpassen. Aber schick isse. Man gönnt sich ja sonst nichts und mit der Büx kommt auch die Motivation.

Yandala

Die Stimmung ist freundlich abwartend. Einige sind mit sich beschäftig, andere scheinen sich schon lange zu kennen und schnattern freudig. Ich unterhalte mich eine Weile mit Kaja, die ich bisher nur aus dem Netz kenne. Aber wir haben gleich eine gute Gesprächsbasis. Sie ist es auch, die uns um 10 Uhr mit einer „Deep Meditation“ auf den Tag einstimmt. Ich kann mich super darauf einlassen und bin bereit.

Danach folgt das wohl anstrengenste, was ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe: 90 Minuten Jivamukti Yoga mit Heike Dittmers. An sich schon anstrengend, in meiner aktuellen Verfassung eigentlich völlig wahnsinnig. Kraftvolle, fließende Bewegungsabläufe. An sich schon eine Herausforderung, aber das Ganze dann auch noch synchron mit dem eigenen Atem. Puh. Ich habe mir fest vorgenommen, mir eine Pause zu nehmen, wenn ich sie brauche. Aber wie das immer so ist: Die Gruppe trägt einen und eigentlich will man nicht aufgeben. Ich schwitze wie wahrscheinlich selten in meinem Leben. Mein Kopf muss rot wie ein Hummer sein. Ich meine, einige besorgte Seitenblicke wahrzunehmen. Aber ich schaffe es. Die Bewegungsabläufe sind mir tatsächlich alle geläufig und meine Kraft reicht für gute 85% der Stunde. Nur beim gefühlt 63. herabschauenden Hund auf einem Bein quittiere ich den Dienst. Mehr geht nicht. Oder wie Jelena Lieberberg mal so schön in einem Video sagte: „Nimm‘ dir ruhig ein Kind, wenn du es brauchst.“ Bei Heike klingt es eher so: „Wenn du nicht mehr kannst, dann gehe einfach in den herabschauenden Hund.“ Aha, DAS ist also unsere „Entspannungshaltung“…
Meine Arme fühlen sich an wie Pudding. Nun weiß ich, wieso in Yogastudios grundsätzlich keine Uhren hängen. „Wie lange noch?“, „Ich muss Pipi“, „Wann ist es endlich vorbei?“ Ich fühle mich wie ein quengelndes Kind auf dem Rücksitz.

Dann, irgendwann, ist es tatsächlich vorbei. Und ich stolz wie Bolle. Denn ich habe es geschafft. Und fühle mich saugut dabei. Das Schöne an solchen kompetent geleiteten Stunden ist, dass man eine Kontrollinstanz hat. Jemanden, der einen Blick darauf wirft, gegebenenfalls Korrekturen gibt und Hilfestellungen aufzeigt. So etwas fehlt zu Hause und so können sich schnell Fehlstellungen einschleichen. Heike hat uns wunderbar durch die Stunde geleitet oder wie ich neulich über sie las „liebevoll an unserer eigenen Grenzen gebracht“. Hell yeah! Da war ich. Und es hat Spaß gemacht!

Danach folgt eine kleine Einführung in die Ayurveda von Dana Schwandt, die uns auf launige Art und Weise deutlich macht, dass man am besten vor 6 Uhr aufsteht und vor 22 Uhr ins Bett geht. Ich wusste, dass das mit dem schönen Leben einen Haken hat! Dafür nicke ich innerlich frenetisch, als sie uns die einzelnen Doshas vorstellt und ich mich mal wieder 1:1 im Vata wiederfinde. Eine Tatsache, die an diesem Tag noch zum Tragen kommen wird. Ich nehme mit, dass ich mit meinem aktuellen Interesse an Ayurveda auf der richtigen Spur bin und mich definitiv weiter mit dem Thema befassen möchte.

punkteklein

Nach einem sehr leckeren Mittagssnack (Kürbissuppe, vegane Schokobrownies und Crumble) geht es weiter. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich die zweite Runde überhaupt schaffe. Ich bekomme kaum den Löffel gehoben. Ächz!

Zum Glück folgt nun der vermeintliche „easy-peasy“-Teil: Yin Yoga und Yoga Nidra. Die Yin Yoga Sequenz wird von Claudia Uhrig geleitet, die uns diese ruhige und bedächtige Yogavariante gefühlvoll und sensibel näher bringt. Hier geht es weniger um sportliche Betätigung, als vielmehr darum, sich mit der Schwerkraft in eine Haltung fallen zu lassen. Den Atem fließen zu lassen und einfach nur „zu sein“. Da wird eine Dehnung auch gerne mal 3 Minuten gehalten. Das ist ja genau mein Ding! Denn die Dehnung hat mich im Yoga immer besonders fasziniert. Ich liebe es, mich in ihr zu spüren, zu merken, wo es hakt und diese Stellen langsam aber sicher zu öffnen. Zum Abschluss – während Shavasana – bekomme ich, wie alle anderen Teilnehmer*innen, die dies wünschen, eine kleine Nackenmassage. Es sind nur zwei, drei Griffe. Diese werden aber so kraftvoll ausgeführt, dass ich danach gefühlte 5 cm größer – und tatsächlich – NOCH entspannter bin.

Den Abschluss bildet Eric Bennewitz mit seiner Einheit Yoga Nidra. Und diese ist in zweierlei Hinsicht besonders. Zum einen, weil Eric gleich zu Beginn darauf hinweist, dass diese Form des Yoga nicht für jeden zugänglich sei. Dann einfach mitmachen und die Einheit danach schlicht vergessen. Klingt machbar. Zum anderen, weil er auf Englisch unterrichtet. Eine für mich völlig neue, aber spannende Erfahrung. Yoga Nidra arbeitet mit Tiefenentspannung, in der ein psychischer Schlaf erreicht werden kann. 30 Minuten ersetzen gut und gerne 2 Stunden reellen Schlummerns. Der Praktizierende liegt im Shavasana unter einer Decke und lässt einfach machen. Zu Beginn werden ein paar Muskeln individuell angespannt und danach heißt es einfach nur zuhören und im Geiste folgen.

Diese 30 Minuten sind für mich die Hölle! Nicht nur, weil ich als Vata-Typ – da haben wir es wieder! – SEHR flexibel in meinem Denken und Tun bin und mich schwer entspannen kann, sondern auch, weil nach gut 10 Minuten ein altes Problem auftaucht: Ich bekomme wahnsinnig stechende Schmerzen hinter dem rechten Ohr, bzw. an der Ohrmuschel. Ich bin wirklich nicht schmerzempfindlich, aber alles Drehen und Wenden (Im wahrsten Sinne des Wortes) hilft nichts: Der Schmerz bleibt und wird immer stärker. Ich bin kurz davor, mich aufzusetzen, als Eric etwas von goldenen Eiern und aufsteigender Hitze in uns erzählt. Ich spüre nur Schmerz. Verdammt. Ich hätte mir vielleicht doch etwas unter die Knie legen sollen. Manchmal haben andere Leute ja doch gute Tipps auf Lager. Aber ich wage nicht, mich zu bewegen. Um mich herum schläft der ein oder andere ein. Einzelne Personen fangen an zu schnarchen. Es ist totenstill. Und ich liege da, mit offenen Augen und hoffe, dass es bald vorbei ist. Da ist nix mit Entspannung. Schon die Endentspannung in anderen Yogasequenzen fällt mir schwer. Aber dieses Yoga Nidra, das ist nichts für mich. Sorry. Ich werde also Erics Rat befolgen und diese Stunde schnell vergessen. Auch wenn er seine Sache wirklich großartig gemacht haben muss, wenn ich mir meine Mitpraktizierenden so ansehe. Nur mir ist diese ganz besondere Tiefenentspannung leider nicht gegönnt.

Sumann Kette Sumanju

Nach gut 5 1/2 Stunden ist der Tag vorbei. Und meine 45 € Early Bird Preis für das Yogi Days Special mehr als gut angelegt. Ich bin trotz allem völlig entspannt und schwebe aus dem Studio. Leider stehen mir zu diesem Zeitpunkt noch gut 3 1/2 Stunden Heimweg bevor, ehe ich endlich auf mein heimisches Sofa sinken kann. Da macht sich eine längere Anreise mit dem ÖPNV dann doch bemerkbar. Aber es hat sich gelohnt! Zum Schluss schenkte Claudia allen Teilnehmer*innen übrigens noch ein wunderschönes Yandala. Ganz intuitiv, da alle Karten bereits verpackt waren.  Ich habe das richtige erwischt, würde ich sagen 😉

48 Stunden später sitze ich hier mit einem präsentablen Muskelkater, spiele mit meiner neuen, wunderschönen Kette von Sumann, welche ich mir als neuen Wegbegleiter auf dem Event gegönnt habe und google ernsthaft nach Jivamukti Büchern.

You’ve made my weekend, Yogi Days Special!

P.S.: Aber eines weiss ich: Nächstes Mal nehme ich meine eigene Matte mit. Denn egal wie gut man sie reinigt, die Matten in einem Studio riechen irgendwie doch immer nach anderen Menschen….